Basic Safety Training 21.-26.05.12

Trip Start Jul 05, 2012
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Trip End Jan 13, 2013


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Where I stayed
Wohnschiff Severa 1

Flag of Germany  , Mecklenburg-West Pomerania,
Sunday, May 27, 2012

Letzte Woche war es dann soweit: Das Basic Safety Training in Rostock stand an, welches jeder, der das erste Mal auf ein Schiff geht, erfolgreich absolvieren muss. Ich hatte vorher schon viel über die zahlreichen praktischen Übungen gelesen und gehört und war dementsprechend gespannt und neugierig, was mich erwarten würde.

Sonntag bin ich dann also mit dem Zug von Berlin nach Rostock gefahren, da das Training am Montag früh um 08:00h anfangen sollte. Untergebracht waren die meisten der Teilnehmer - inklusive mir - in einem Wohnschiff direkt am Rostocker Fischereihafen und in unmittelbarer Nähe zum Schulungszentrum AFZ. Nachdem ich mich natürlich prompt auf dem Weg vom Bahnhof zum Schiff verlaufen hatte kam ich etwas abgekämpft dort an, wurde aber umso freundlicher von Kapitän Günther begrüßt. Der erklärte dann auch gleich, dass jeder, der in den nächsten Tagen das Wort "Zimmer" benutzt, einen Euro in die Spendenkassen einzahlen muss, da wir ja jetzt immerhin auf einem Schiff wären und da gäbe es natürlich keine Zimmer, sondern Kabinen. (Kajüten sind übrigens ganze Wohnungen auf Schiffen). Da konnten und sollten wir uns also direkt schonmal dran gewöhnen. :) AIDA hatte uns eigentlich alle in Doppelkabinen untergebracht, aber da einige kurzfristig abgesagt hatten oder einfach gar nicht erschienen sind, hatte ich das Glück, alleine in einer Kabine zu sein. Das erwies sich als praktisch, da die Kabinen wirklich seeeehhhr klein sind und mangels Schrank ich alleine schon den kompletten Platz brauchte. Aber auf den großen Schiffen ist das nicht anders und so konnte man sich schonmal an den begrenzten Raum gewöhnen... Im Laufe des Abends trudelten immer mehr Teilnehmer ein und man konnte sich schonmal ein wenig beschnuppern und bei einem oder auch mehr Bierchen herausfinden, wer als was auf welches Schiff geht usw. Die Stimmung in der Gruppe war von Anfang an sehr locker und lustig und das sollte sich auch den Rest der Woche nicht mehr ändern! :)

Tag 1:

Pünktlich um 08:00h ging es dann am Montag morgen mit dem Theorieteil los. Zu den Inhalten werde ich jetzt nicht viel sagen, es ist unglaublich viel, was da auf einen einprasselt, mal mehr und mal weniger wichtig. Aber es ist halt auch verdammt viel, was man zur Sicherheit auf einem Schiff wissen sollte, um im Ernstfall kompetent und richtig handeln zu können. Was passieren kann, wenn dies nicht geschieht, hat man ja kürlich erst am Beispiel der Costa Concordia gesehen. Insgesamt wurden auch vier kurze Multiple-Choice-Tests geschrieben, die aber jeder locker bestanden hat (vor allem dadurch, dass sie eher in Gruppenarbeit gelöst werden).
Unser Trainer Willi - ein älterer Herr und echter Seebär - brachte aber auch den trockenen Theorieteil sehr lustig und lebendig rüber, da er einfach mit seiner authentischen Art punktet und überzeugt. Obwohl man seinem Sprechtempo manchmal kaum folgen konnte, haben es eigentlich alle (naja ok, fast alle zumindest) geschafft, dem Unterricht einigermaßen wach und aufmerksam zu folgen.
 
Richtig spannend wurde es aber eh immer erst nachmittags mit den unterschiedlichen praktischen Übungen. Montag war gleich der Teil dran, vor dem es mich am meisten gruselte. Es ging um Brandschutz. Nachdem wir uns alle mit unterschiedlichen Feuerlöschern beim Löschen kleiner Brände versucht hatten und von dem Rückschlag einer Monsterpistole, die mit 420 km/h Wasser "schießt" fast von den Beinen gerissen wurden, ging es in den gefürchteten Brandcontainer. In voller Feuerwehrmontur inklusive Atemschutzmaske und Sauerstoffflasche ging es in Dreiergruppen in den Container, wo nacheinander mehrere von Willi gesteuerte Brände gelöscht werden mussten, darunter ein Bett, eine Maschine, ein Treppenbrand, ein Herd und ein Flash-Over (Deckenbrand). Es war immer so, dass einer vorne löschte, einer den Schlauch mit hielt und einer außerhalb des Containers mehr bzw. weniger Schlauch hineingab. Dann wurde gewechselt, so dass jeder einmal alles gemacht hat. Durch die schwere Ausrüstung, das ungewohnte Atmen durch die Maske und die Hitze gekoppelt mit der nervlichen Anspannung waren alle froh, wieder aus dem Container raus zu sein, aber gleichzeitig auch glücklich und stolz, es geschafft und sich überwunden zu haben!

Tag 2:

Am Dienstag stand nach der Theorie das berühmte Freifallboot auf dem Programm. Das ist ein Rettungsboot, welches auf einem Schiff im Notfall frei aus einer Verankerung ein paar Meter tief ins Wasser fällt. Von außen sah das alles gar nicht besonders schlimm oder hoch aus, aber als wir dann alle oben auf der Leiter standen und in das Boot einstiegen, war glaub ich jedem ein wenig mulmig zu Mute. Der Fall an sich dauert nur ein paar Sekunden und fühlt sich an wie Achterbahnfahren, wir wollten alle sofort nochmal! ;) 
 Anschließend durfte jeder von uns einmal selber Boot fahren und zwar ein "Person über Bord" Manöver. (Seit ein paar Jahren sagt man nicht mehr "Mann über Bord", weil irgendein feministischer Verein sich beschwert hat von wegen Gleichberechtigung und so. Naja, man kanns auch übertreiben.) Bei uns simulierte ein Rettungsring die Person, an die wir so nah heranfahren mussten, dass wir sie bergen konnten. Anschließend mussten wir noch am Hafenbecken anlegen. Klingt leichter als es ist, aber so ein Boot steuert sich dann doch ganz anders als ein Auto! Letztendlich haben es dann aber alle erfolgreich gemeistert.

Tag 3:

Mittwoch war dann der berühmte "Teletubbie-Tag". Wir wurden alle in orange, unförmige Trockenanzüge gesteckt und mussten darin im Wasser unterschiedliche Aufgaben erledigen. Trockenanzüge trifft es übrigens nicht ganz, denn trocken blieb darunter niemand. So schwerfällig die Anzüge an Land auch sind, im Wasser sind sie mehr als praktisch. Man kann sich einfach entspannt auf den Rücken legen und auf dem Wasser umhertreibend entspannen. Bzw. man könnte dies tun, würde man nicht dazu getrieben, mehr oder weniger leichte Aufgaben zu erledigen: unterschiedliche Formationen im Wasser bilden (darunter eine Rettungskette oder das berühmte "Waffelpaket"), von einem Ende des Hafenbeckens ans andere schwimmen, in eine aufblasbare Rettungsinsel rein- und wieder rausklettern (anstrengend!), eine gekenterte Rettungsinsel wieder aufrichten (noch viel anstrengender!), sich mit einer Rettungsschlinge aus dem Hafenbecken ziehen lassen und vom Hafenbeckenrand ca. 2,5m ins Wasser springen. Am Ende des Tages waren wir zwar körperlich alle fix und fertig und klitschnass, aber es hat auch extrem viel Spaß gemacht!

Tag 4:

Der Donnerstag war der letzte Tag des regulären Basic Safety Trainings. Hier passierte nicht mehr viel actionreiches, Thema war erste Hilfe. Wir alle mussten an der Puppe Anne Wiederbelebungsmaßnahmen (Mund-zu-Mund bzw. Mund-zu-Nase-Beatmung und Herzdruckmassage) üben, wobei bei 90% der Teilnehmer die Verletzten wohl eher nicht überlebt hätten... Das ist echt schwerer als es aussieht. Außerdem durften wir draußen noch ein paar Rettungsfeuerwerke abschießen, was sich durch den starken Wind als recht schwierig erwies. Nach erfolgreichem Bestehen der letzten beiden Tests haben dann alle ihre nötigen Zertifikate erhalten und die Hälfte der Gruppe fuhr bereits zurück nach Hause, da die letzten beiden Tage nur noch AIDA interne Schulungstage waren.

Tag 5 +6:

Freitag und Samstag waren dann wie gesagt AIDA-interne Schulungstage, das sogenannte "Einsteigertraining", wo wir viel wissenswertes über unsere ersten Tage an Bord und allgemeines zum Leben auf dem Schiff erfuhren. Außerdem wurden die Themen Beschwerdemanagement und die richtige Selbstdarstellung, sowie der Umgang mit den vielen verschiedenen Kulturen an Bord thematisiert. Insgesamt waren diese beiden Tage sehr locker, vor allem auch, weil unser Trainer Björn zuvor das Basic Safety Training mitgemacht hatte und wir uns so schon recht gut kannten und er auch Verständnis dafür hatte, wenn wir mal etwas weniger motiviert für eines seiner Gruppenspielchen waren. ;)
 
Samstag Mittag war dann alles vorbei und nach einem leicht wehmütigen Abschied von den anderen "Leidensgenossen" ging es nach einer sehr anstrengenden und ereignisreichen Woche wieder zurück nach Hause! Ich fühle mich jetzt gut vorbereitet und gerüstet für meinen Einsatz auf dem Schiff, bin voller Vorfreude und langsam auch schon etwas kriebbelig, hoffe aber natürlich auch, dass ich nie die Gelegenheit haben werde, das Gelernte in einem Ernstfall anwenden zu müssen...

 
Und zum Schluss mein neuer Lieblingsspruch:
Auf AIDAsehen! ;)

P.S.: Bei einem Ausflug nach Warnemünde hatte ich übrigens das Glück, die AIDAsol im Hafen liegen zu sehen... Soooo riesig, wie soll ich mich da nur ohne Navi zurechtfinden?
 

 
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