Strömung ist des Tauchers Freund!

Trip Start Feb 02, 2013
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Trip End Oct 27, 2013


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Where I stayed
Current Junkies - SMY Busy Girl

Flag of Indonesia  , East Nusa Tenggara,
Monday, September 23, 2013

Nach einer warmen Nacht (und dem vorangehenden, ebenso "erwärmenden" Sonnenuntergang, mit Blick über die Inselwelt vor Flores) machen wir uns am Montagvormittag auf den Weg in die "Lounge", wo wir mit Shannon, dem Besitzer und Operator von "Current Junkies", noch einmal an Land zu Mittag essen, bevor wir auf die "MSY Busy Girl" übersetzen, die für die nächste Woche unser Zuhause sein wird. Als dritter Gast kommt ein 20-jähriger Brite namens Jack mit aufs Boot. Da er erst ca. 15 Tauchgänge gemacht hat, hoffen wir, dass er mit den Gewässern rund um Komodo nicht überfordert sein wird. Jedoch weit gefehlt...

Schön ist sie nicht, die "Busy Girl", auch nicht das größte der Boote im Hafen und bei weitem nicht so prestigeträchtig, wie die Phinisi-Segler und Schooner der Luxus-Liveaboard-Tauchshops, die überall vor Anker liegen. Vielmehr ist sie ein umgebauter Frachtkahn aus Australien, der seine "busiest days" wahrscheinlich schon hinter sich hat. Mit ihrem abgewohnten Flair ist sie uns jedoch auf Anhieb sympatisch, vor allem da wir die Frontkabine mit ihrem breiten Bett zugewiesen bekommen. Katharina ist anfangs zwar etwas skeptisch (sie hat ja noch nie auf einem Boot geschlafen), doch schon bald richten wir uns häuslich (schifflich?) ein. Wir bekommen noch eine kleine Einführun ins Boot, lernen die 3-Mann-Crew kennen und schon lichten wir den Anker und schippern los zu unserem ersten Tauchplatz.

Ab diesem Moment gibt es für uns nur mehr 3 Dinge: tauchen, essen und schlafen. Meist stehen wir zum Sonnenaufgang auf um beim ersten Licht ins Wasser zu springen. Nach dem ersten Tauchgang gibt es dann ein Frühstück, eine 3- bis 4-stündige Pause bis zum zweiten Tauchgang, Mittagessen, nach diesem wieder einige Stunden "surface intervall", bis wir für den letzten Tauchgang des Tages erneut ins Wasser gehen. Nachttauchgänge will sowohl Shannon als auch keiner von uns wirklich machen, also gibt es nach dem dritten einfach nur ein Abendessen und viel Geplauder über Erlebtes und Gesehenes. Manchmal machen wir auch noch eine Ausfahrt mit dem Dingi um etwa ein sunset-beer am Meer zu trinken oder um eine Flughundkolonie zur allabendlichen, großen Flugshow zu besuchen.

Doch der Kern der Unternehmung ist natürlich das Tauchen, und dies ist wahrlich eine Klasse für sich. Shannon, den Georg bald den "MC" (= Master of Currentmonies) tauft, sucht und findet immer den besten Punkt und die beste Zeit um ins Wasser und (wenn gewünscht) in die Strömung (den sog. "Split") zu springen, sofort abzutauchen und sich dort entweder, an einem Felsen festhaltend, in die Strömung zu hängen und dort auf die großen Brocken zu warten, oder sich von der Strömung einfach über ein Riff tragen zu lassen. Schon auf den ersten paar Tauchgängen sehen wir viele Haie, jagende Trevally-Schwärme, dicke Napoleonbrassen, Marmor- und Adlerrochen, nebst Schwärmen von Rifffischen und den buntestvorstellbaren Korallen. Doch das Highlight folgt an Tag Nummer 3, als wir (im Gegensatz zu den meisten Booten) in den Süden des Nationalparks fahren und, den Wellen trotzend, an "The Alley" tauchen gehen. Doch dies ist nur ein Teil des Namens, Shannon verschweigt uns ein Wort. Doch wir kommen bald selbst auf die vollständige Bezeichnung, als aus dem grünen und eiskalten Wasser der erste Mantarochen auftaucht! Doch es soll nicht bei einem bleiben: während der drei Tauchgänge an "The MANTA Alley" tauchen wir mit jeweils 20 - 30 dieser riesengroßen und majestätischen "Teufelsrochen", die dort zwischen Nahrungsaufnahme und Putzerstation hin und her fliegen, und sich dabei kaum von den vier staunenden Tauchern aus der Ruhe bringen lassen. Dabei bemerken wir auch, dass wir offenbar einem Werbungsritual zusehen dürfen, da oft ein großes Weibchen von mehreren Männchen gejagt wird. Und Georg wird schon unter Wasser bewusst, dass er hier seinen, seit mittlerweile zwei Jahrzehnten gehegten, Traum erfüllt sieht...

Und auch Katharina, Jack und Shannon ist die Begeisterung durch die Tauchermaske hindurch deutlich anzusehen...

Auch in den Tagen nach diesem Ausnahmeerlebnis haben wir noch einige Tauchgänge vom Feinsten, Jack wird immer geübter, Katharina immer strömungssicherer und Georg entdeckt aufgrund der unglaublichen Biodiversität von Komodo bei jedem Tauchgang noch etwas Neues. Shannon ist eine freudige Abwechslung zu den (oft rein gewinnorientierten) anderen Tauchbasen, denn man kann in jedem Moment die Passion erkennen, mit der er sein Geschäft betreibt sowie die Liebe zu den Tauchgründen um Komodo. So bekommen wir am letzten Tag sogar noch einen Tauchgang geschenkt, da er uns unbedingt noch seinen momentanen Lieblingstauchplatz zeigen will. Uns ist es recht, und so versenken wir uns noch ein letztes Mal über einem tiefen Plateau mit unzählig vielen Fischen, einem sehr coolen Marmorrochen und einem fast psychedelisch anmutenden Korallenriff...

Auf der Rückfahrt nach Labuan Bajo haben wir noch ein paar Stunden Zeit die Eindrücke revue-passieren zu lassen, bevor wir die schaukelnden Planken von (der mittlerweile sehr liebgewonnenen) "Busy Girl" hinter uns lassen.

Zurück bleiben das Bewusstsein in einem der reichhaltigsten Tauchgebiete der Welt, an einigen der besten Plätze der Erde mit einigen der schönsten Tiere der Meere getaucht zu haben, das Gefühl diese Erlebnisse mit Freunden geteilt zu haben und die Bilder der majestätischen Mantas, die immer noch vor unseren Augen ihre Kreise ziehen, wenn wir diese schon längst zum Schlafengehen geschlossen haben...
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