Wanderung im Montaro Valley
Trip Start
Oct 02, 2011
1
4
39
Trip End
Ongoing
Where I stayed
Heute soll es mit Lucho, dem 70jährigen Hostelbesitzer und seinem Schwiegersohn Thomas ins Montaro Valley gehen, in dem sich auch Huancayo befindet. Ich hatte Lucho am Vortag gebeten, mir einfach mal die Landschaft und einige Ortschaften zu zeigen. Unklar ist, ob das Wetter hält. Da Lucho nur spanisch spricht, hat sich Thomas freundlicherweise als Übersetzer angeboten.
Wir fahren im Collectivo nach Huari, um uns dort das Museo Ruina Warivilca nebst zugehöriger Ruine anzusehen. Der Minibus ist voll, wie soll es anders sein, aber es wird jeder reingestopft, der mitwill, bis keiner mehr reinpaßt. Thomas und ich müssen stehen. Bei ca. 1,60m Bus-Innenhoehe ist das bei 1,80m Körpergröße kein wirkliches Vergnügen. Ich nehme es wieder als Teil der Erfahrung. Mit im Bus fahren Leute aus dem Umland mit ihrer traditionellen Kleidung nebst Hut.
Das Museum in Huari ist sehr schön und mit sehr viel Hingabe eingerichtet. Die Museumsangestellte freut sich über den Besuch eines Touristen aus dem fernen Deutschland. Meist kommen wohl nur Wissenschaftler nach Huari. Sie, (ich habe sie leider nicht nach ihrem Namen gefragt), selbst Bewohnerin des Dorfes, erklärt uns in Englisch alles Wissenswerte zu der Ruine und den Ausgrabungen. Leider sind Teile der schon restaurierten Mauern der Ruine aufgrund von Regenfällen wieder eingestürzt. So dürfen wir uns nur im Innern aufhalten, nicht aber in den Räumen zwischen den Mauern. Sie erzählt uns von den Problemen um die Ruine. Daß Leute aus dem Dorf, die Mauerstützen entwenden, Feuer gelegt wird, und und und. Sie erzählt uns weiter, daß von der regionalen Regierung umfangreiche Mittel zur Konservierung bereitgestellt werden. Das Wasser aus der einzig restaurierten Quelle, soll Gesundheit und langes Leben bringen, wenn man das Wasser trinkt. Und krank werden, wenn man es nicht trinkt. Ihre Großmutter sei wohl dadurch über 100 Jahre alt geworden. Sie erklärt uns aber im Nachhinein, daß es nur abgekocht und in Maßen von ihr genossen wurde. Thomas und ich nehmen Krankheit und Verderben auf uns und entscheiden uns, daß Wasser nicht zu trinken, sondern nur unser Hände darin zu baden. Zum Schluß wollte sie dann noch unbedingt ein Abschiedsfoto mit uns beiden. Da musste ich dann auch noch eins haben.
Dann geht es über den Fluß Rio Chanchas nach Huamanmarca. Dort schauen wir uns den Dorfplatz an und fahren dann mit dem Collectivo nach Chongos Bajo.
In Chongos Banjo schauen wir uns die Dorfkirche aus dem 16. Jhd. an. Die Altarfiguren haben interessanterweise Perücken auf. Lucho weißt uns darauf hin, daß die Wände extrem dick sind und schräg gebaut wurden. Neben der Kirche sitzen Dorfbewohner um ein Kreuz aus dem 16. Jhd. und lassen Kerzenwachs in eine Schale träufeln. Lucho erzählt, daß aus dem getrockneten Wachs von jemandem geweissagt wird. Als wir uns Wegzehrung in einem Laden am Dorfplatz holen wollen, sehen wir, daß hier Kerzen verkauft werden und witzigerweise läßt sich gerade eine Dorfbewohnerin von der Ladenbesitzerin die Zukunft vorhersagen. Da muß ich schon etwas schmunzeln. Als "Weiße" fallen Thomas und ich natürlich im Laden auf und wir werden von einer Dame (sie ist fein angezogen), gefragt, wo wir herkommen. Als sie hört, daß ich aus Deutschland bin, sagt sie, daß sie Deutschland sehr schön findet. Ihr Traum ist es, einmal Berlin zu sehen. Als wir den Laden verlassen wollen, läßt sie sich von der Ladenbesitzerin aus dem getrockneten Kerzenwachs die Zukunft voraussagen. Thomas versteht aus dem gesagten irgendetwas von einer Reise. Vielleicht ist es ja die nach Berlin.
Wir gehen weiter bergauf durchs Dorf und wandern Richtung Ahuac. Bei herrlichem Sonnenschein und blauem Himmel sehen wir die malerische Landschaften des Montaro Valley. Ich bin einfach nur überwältigt von dieser landschaftlichen Schönheit, die so im absoluten Gegensatz zu Huancayo steht. Lucho erklärt mir die verschiedenen Pflanzen- und Baumarten und deren Verwendung. Unterwegs kommen wir durch einfache Dörfer und sehen Dorfbewohner mit einfachsten Mitteln das Feld bestellen. Wir finden wilden Fenchel, mit dem wir Abends frischen Tee bereiten wollen. Auch Eukalyptusbäume sehen wir. Ich komme nicht umhin, an den Blättern zu riechen.
Da mein Wasser fast alle ist, suchen wir in Ahuac auf dem Dorfplatz einen Laden. Wir finden ihn und kaufen Wasser. Die Ladenbesitzerin ruft ihre Tochter heran. Wir sitzen 20 Minuten und Lucho und Thomas sprechen mit den beiden über alles mögliche. Aufgrund meiner nicht vorhanden Sprachkenntnisse höre ich einfach nur zu. Im Gespräch wird auch gefragt, ob ich verheiratet sei. Ich verneine (nebenbei gesagt, es war eine hübsche Tochter). Nach anderthalb Wochen Reise schon der erste beinahe Heiratsantrag. Bei beiderseitigem Interesse hätte da wohl was daraus werden können. Ob sie allerdings Kartoffeln anbaut, weiß ich nicht (kleiner Insider).
Ich bin eigentlich schon ziemlich erledigt. 5 Stunden Wandern auf über 3400m Höhe bei bestem Sonnenschein strengt schon an. Ich will aber noch nicht umkehren und so geht es dann nochmal 500m höher auf über 3500m auf eine Anhöhe. Dort finden wir die Ruinen von Arwaturo. Auf der Hügelspitze gebaut, wurden sie von den Wari, einer Vorinka-Kultur von 600 bis 1000 n.Chr., als Kornspeicher gebaut. Hinter der Hügelspitze gibt es noch eine Lagune zu sehen, die als Ausflugs- und Erholungsziel genutzt wird.
Regen deutet sich an und so geht es zurück nach Ahuac. 2 Collectivos später (wir haben gottseidank Sitzplätze) sind wir dann auch wieder in Huancayo. Da ich den ganzen Tag noch nichts richtiges gegessen habe, überlege ich in ein Restaurant zu gehen. Bevor ich eine endgültige Entscheidung treffen kann, ruft mich Juana, die Frau von Lucho. Sie hat mir ein warmes Abendessen gemacht. Ich bin sprachlos.
Es war ein herrlicher Tag, der mir bei bestem Wetter einen Teil der Schönheit dieses Tals gezeigt hat. Zu Lucho und Thomas sage ich auf diesem Wege nochmals: "Muchas Gracias. Me ha gustado mucho." Vielen Dank auch für eure Gastfreundschaft. Ich werde mich sehr gern an die Zeit zurückerinnern.
Morgen verlasse ich Huancayo und geht es dann mit dem Bus nach Ayacucho. 9 - 10 Stunden Fahrt liegen vor mir. Ich bin gespannt was mich erwartet. Mehr als daß die Fahrt sehr schön sein soll und die Straße hinter Huacavelica nicht geteert sein soll, weiß ich nicht.
Wir fahren im Collectivo nach Huari, um uns dort das Museo Ruina Warivilca nebst zugehöriger Ruine anzusehen. Der Minibus ist voll, wie soll es anders sein, aber es wird jeder reingestopft, der mitwill, bis keiner mehr reinpaßt. Thomas und ich müssen stehen. Bei ca. 1,60m Bus-Innenhoehe ist das bei 1,80m Körpergröße kein wirkliches Vergnügen. Ich nehme es wieder als Teil der Erfahrung. Mit im Bus fahren Leute aus dem Umland mit ihrer traditionellen Kleidung nebst Hut.
Das Museum in Huari ist sehr schön und mit sehr viel Hingabe eingerichtet. Die Museumsangestellte freut sich über den Besuch eines Touristen aus dem fernen Deutschland. Meist kommen wohl nur Wissenschaftler nach Huari. Sie, (ich habe sie leider nicht nach ihrem Namen gefragt), selbst Bewohnerin des Dorfes, erklärt uns in Englisch alles Wissenswerte zu der Ruine und den Ausgrabungen. Leider sind Teile der schon restaurierten Mauern der Ruine aufgrund von Regenfällen wieder eingestürzt. So dürfen wir uns nur im Innern aufhalten, nicht aber in den Räumen zwischen den Mauern. Sie erzählt uns von den Problemen um die Ruine. Daß Leute aus dem Dorf, die Mauerstützen entwenden, Feuer gelegt wird, und und und. Sie erzählt uns weiter, daß von der regionalen Regierung umfangreiche Mittel zur Konservierung bereitgestellt werden. Das Wasser aus der einzig restaurierten Quelle, soll Gesundheit und langes Leben bringen, wenn man das Wasser trinkt. Und krank werden, wenn man es nicht trinkt. Ihre Großmutter sei wohl dadurch über 100 Jahre alt geworden. Sie erklärt uns aber im Nachhinein, daß es nur abgekocht und in Maßen von ihr genossen wurde. Thomas und ich nehmen Krankheit und Verderben auf uns und entscheiden uns, daß Wasser nicht zu trinken, sondern nur unser Hände darin zu baden. Zum Schluß wollte sie dann noch unbedingt ein Abschiedsfoto mit uns beiden. Da musste ich dann auch noch eins haben.
Dann geht es über den Fluß Rio Chanchas nach Huamanmarca. Dort schauen wir uns den Dorfplatz an und fahren dann mit dem Collectivo nach Chongos Bajo.
In Chongos Banjo schauen wir uns die Dorfkirche aus dem 16. Jhd. an. Die Altarfiguren haben interessanterweise Perücken auf. Lucho weißt uns darauf hin, daß die Wände extrem dick sind und schräg gebaut wurden. Neben der Kirche sitzen Dorfbewohner um ein Kreuz aus dem 16. Jhd. und lassen Kerzenwachs in eine Schale träufeln. Lucho erzählt, daß aus dem getrockneten Wachs von jemandem geweissagt wird. Als wir uns Wegzehrung in einem Laden am Dorfplatz holen wollen, sehen wir, daß hier Kerzen verkauft werden und witzigerweise läßt sich gerade eine Dorfbewohnerin von der Ladenbesitzerin die Zukunft vorhersagen. Da muß ich schon etwas schmunzeln. Als "Weiße" fallen Thomas und ich natürlich im Laden auf und wir werden von einer Dame (sie ist fein angezogen), gefragt, wo wir herkommen. Als sie hört, daß ich aus Deutschland bin, sagt sie, daß sie Deutschland sehr schön findet. Ihr Traum ist es, einmal Berlin zu sehen. Als wir den Laden verlassen wollen, läßt sie sich von der Ladenbesitzerin aus dem getrockneten Kerzenwachs die Zukunft voraussagen. Thomas versteht aus dem gesagten irgendetwas von einer Reise. Vielleicht ist es ja die nach Berlin.
Wir gehen weiter bergauf durchs Dorf und wandern Richtung Ahuac. Bei herrlichem Sonnenschein und blauem Himmel sehen wir die malerische Landschaften des Montaro Valley. Ich bin einfach nur überwältigt von dieser landschaftlichen Schönheit, die so im absoluten Gegensatz zu Huancayo steht. Lucho erklärt mir die verschiedenen Pflanzen- und Baumarten und deren Verwendung. Unterwegs kommen wir durch einfache Dörfer und sehen Dorfbewohner mit einfachsten Mitteln das Feld bestellen. Wir finden wilden Fenchel, mit dem wir Abends frischen Tee bereiten wollen. Auch Eukalyptusbäume sehen wir. Ich komme nicht umhin, an den Blättern zu riechen.
Da mein Wasser fast alle ist, suchen wir in Ahuac auf dem Dorfplatz einen Laden. Wir finden ihn und kaufen Wasser. Die Ladenbesitzerin ruft ihre Tochter heran. Wir sitzen 20 Minuten und Lucho und Thomas sprechen mit den beiden über alles mögliche. Aufgrund meiner nicht vorhanden Sprachkenntnisse höre ich einfach nur zu. Im Gespräch wird auch gefragt, ob ich verheiratet sei. Ich verneine (nebenbei gesagt, es war eine hübsche Tochter). Nach anderthalb Wochen Reise schon der erste beinahe Heiratsantrag. Bei beiderseitigem Interesse hätte da wohl was daraus werden können. Ob sie allerdings Kartoffeln anbaut, weiß ich nicht (kleiner Insider).
Ich bin eigentlich schon ziemlich erledigt. 5 Stunden Wandern auf über 3400m Höhe bei bestem Sonnenschein strengt schon an. Ich will aber noch nicht umkehren und so geht es dann nochmal 500m höher auf über 3500m auf eine Anhöhe. Dort finden wir die Ruinen von Arwaturo. Auf der Hügelspitze gebaut, wurden sie von den Wari, einer Vorinka-Kultur von 600 bis 1000 n.Chr., als Kornspeicher gebaut. Hinter der Hügelspitze gibt es noch eine Lagune zu sehen, die als Ausflugs- und Erholungsziel genutzt wird.
Regen deutet sich an und so geht es zurück nach Ahuac. 2 Collectivos später (wir haben gottseidank Sitzplätze) sind wir dann auch wieder in Huancayo. Da ich den ganzen Tag noch nichts richtiges gegessen habe, überlege ich in ein Restaurant zu gehen. Bevor ich eine endgültige Entscheidung treffen kann, ruft mich Juana, die Frau von Lucho. Sie hat mir ein warmes Abendessen gemacht. Ich bin sprachlos.
Es war ein herrlicher Tag, der mir bei bestem Wetter einen Teil der Schönheit dieses Tals gezeigt hat. Zu Lucho und Thomas sage ich auf diesem Wege nochmals: "Muchas Gracias. Me ha gustado mucho." Vielen Dank auch für eure Gastfreundschaft. Ich werde mich sehr gern an die Zeit zurückerinnern.
Morgen verlasse ich Huancayo und geht es dann mit dem Bus nach Ayacucho. 9 - 10 Stunden Fahrt liegen vor mir. Ich bin gespannt was mich erwartet. Mehr als daß die Fahrt sehr schön sein soll und die Straße hinter Huacavelica nicht geteert sein soll, weiß ich nicht.

