Das Schloss

Trip Start Mar 10, 2010
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Trip End Jun 05, 2010


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Where I stayed
Guesthouse Kerama

Flag of Japan  , Kyushu-Okinawa,
Thursday, May 27, 2010

Für heute hatten Liz und ich uns das Schloss Shuri vorgenommen, welches
in Naha liegt. Dabei wurden wir von Liz Freundin Pi-Chan begleitet,
welche Liz von einem WWOOfing-Einsatz in Japan kannte und welche aus
Taiwan stammt.
Okinawa gehörte nicht seit jeher zu Japan, sondern war früher ein
eigenständiges Königreich namens Ryukyu. Zu dieser Zeit diente das
Schloss als Regierungssitz des jeweiligen Herrschers. Dementsprechend
ist der Stil auch ziemlich anders als sonstwo in Japan. Dies ist
vor allem dem grossen Einfluss aus China zu verdanken, welcher sich
an vielen Details zeigt. Leider wurde das Schloss im 2. Weltkrieg praktisch
dem Erdboden gleich gemacht, wie vieles in Okinawa. Doch die Rekonstruktion
ist immer noch sehr sehenswert.
Das Schloss ist eine der Hauptattraktionen in Naha und daher natürlich gut mit dem ÖV erreichbar: nebst zahlreichen Bussen fährt auch die Monorail dahin. Da wir die Busse schon zu genüge kannten, die Monorail aber noch nicht ausprobiert hatten fiel die Wahl nicht schwer. Zudem hat die Monorail den unschlagbaren Vorteil, dass sie über der Stadt verläuft und wir somit nicht dem Verkehr ausgeliefert waren. Die Aussicht auf die Stadt unter uns war natürlich auch nicht schlecht.
Am Schloss angekommen entdeckten wir drei eine Stempel-Ralley, der wir natürlich nicht wiederstehen konnten. Wie kleine Kinder folgten wir danach der Karte auf dem Blatt, um die Stempel zu finden und zu sammeln.
Nachdem wir rund um das Schloss alle Stempel gesammelt haben, wurde es Zeit das Innere zu
besichtigen. Als erstes begaben wir uns in ein Nebengebäude, in welchem früher die Familie untergebracht war. Heute beherbergt das Gebäude ein Teehaus, welches wir natürlich
ausprobierten. Zu meiner Überraschung gab es keinen Grüntee, sondern Jasmintee. Dazu wurden diverses traditionelles okinawaisches Gebäck serviert. Der Tee war gut, aber einige der Süssigkeiten waren nicht wirklich nach meinem Geschmack.
Das Teehaus war im übrigen auch so ziemlich das einzige, was japanisch wirkte. Der komplette Rest des Schlossinnern wirkte viel mehr chinesisch.Schon der Hof hatte sehr wenig mit den japanischen Schlössern, wie ich sie kannte, gemein. Er erinnerte mich dazu viel zu sehr an diverse Eastern, und der Tronsaal bestärkte den Eindruck nur noch mehr. Gut, die Schlösser die ich sonst besuchte waren zum grössten Teil Originale und damit leer, aber trotzdem waren sie doch deutlich mehr auf Funktion als Aussehen getrimmt. Dieses Schloss hier war aber eindeutig mehr geeignet, um Feste und Zeremonien zu feiern als um feindlichen Truppen standzuhalten. Nunja. Nach dem Tronsaal ging es noch ins letzte Nebengebäude, wo diverse Objekte rund um das Hofleben ausgestellt waren. Dies war recht interessant, da es auch einige traditionell Okinawaische Kleidung zeigte. Als letztes folgte natürlich der obligatorische Gang durch den Souvenirshop, bevor wir durch das Seitentor das Schloss verliessen.
Inzwischen war es schon relativ spät am Nachmittag, trotzdem wollten wir noch versuchen, das
unterirdische Quartier der japanischen Marine zu besichtigen. Theoretisch sollte ein Bus direkt vom Schloss zum Quartier fahren. Praktisch war ich mir da nicht sicher, aber immerhin hatte ich mir die Kanji notiert um das nachschauen zu können. Nachdem wir nach einigem  Rumfragen die richtige Busstation ausfindig gemacht hatten, belästigten wir eine weitere Person um zu erfahren ob der Bus wirklich zu der Station fahren würde. Praktischerweise sprach Pi-Chan recht fliessend japanisch, daher übernahm sie die Diskussion. Am Ende erfuhren wir so, dass der Bus wohl eigentlich schon dahin fahren sollte aber etwas war irgendwie unklar. Als dann der Bus kam, fragte die Japanerin die wir belästigt hatten extra noch nach, ob der Bus dahin fährt. Der Busfahrer bejahte, wir stiegen in den Bus und ab gings.
Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir dann mal am Busbahnhof an. Soweit das Internet mich informiert hatte, dauerte es vom Busterminal zur Station nochmals ungefähr 20 Minuten. Ich beschloss also eine Runde zu dösen. Als Liz mich dann ungefähr 20 Minuten später aufweckte, informierte sie mich das wir soeben wieder am Busbahnhof angehalten hätten und ob das wirklich der richtige Bus wär. Mittlerweile war es schon nach 4, und da das Quartier um 5 zumachen würde wurd die Zeit langsam knapp. Wir beschlossen daher, einfach den geplanten Ausflug sausen zu lassen und auszusteigen. Als wir es aber versuchten, hielt uns der Busfahrer zurück mit dem Kommentar "not yet".Verwirrt nahmen wir wieder Platz. Schliesslich ging uns ein Licht auf: Der Busfahrer hatte ja die Anweisung erhalten, uns an der Station fürs Museum rauszuwerfen. Vermutlich hat er uns also nur gehindert, weil er dachte wir dächten es sei bereits die richtige Station. Bei der nächsten Station versuchten wir also wieder unser Glück und setzten uns über den Widerstand des Busfahrers hinweg. Immerhin waren wir also nun aus dem Bus. Allerdings ohne eine Ahnung zu haben, wo genau wir waren. Wir liefen guter Hoffnung einfach mal in die Richtung, aus der wir gekommen waren. Unterwegs stiessen wir auf ein Restaurant, das in einem riesigen künstlichen Baum untergebracht war. Da wir alle drei schon den ganzen Nachmittag Hunger hatten, beschlossen wir dort wenigstens eine Kleinigkeit zu essen. Die Aussicht von oben war fantastisch, das Essen erwartungsgemäss etwas überteuert, aber ok.
Den Rest des Abends verbrachten wir dann wieder einmal auf Kokusai-Dori, auf der Suche nach Souvenirs und co. Alles in allem war ich ziemlich platt als ich spätabends endlich im Hostel ankam. Das hielt Peter aber nicht davon ab, mich zurück nach Kokusai-Dori zu schleppen um mit mir noch schnell was zu Abend zu essen. (das im Baumhaus war streng genommen ja mein Mittagessen gewesen). Als wir dann von dem Ausflug wieder zurück waren, war ich dann endgültig bereit fürs Bett.
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