Tin Mouse to Yellowknife

Trip Start Jun 06, 2011
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Trip End Jun 27, 2011


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Where I stayed

Flag of Canada  , Northwest Territories,
Sunday, June 26, 2011












Und wieder geht's eine Station weiter. Von Inuvik aus bleiben nicht mehr allzu viele Richtungen übrig, und so geht's wieder südwärts - nach Südosten genauer, nach Yellowknife. Ein weiterer Flug in einer B737-200 wartet, und da muss einfach alles stimmen. So beobachte ich genau, wieviele Leute sich für den Flug bereitmachen, denn ich habe noch einen kleinen Sitzpoker offen. Da gab es diesen einen perfekten Platz, der den bestmöglichen Blick auf das charakteristische Triebwerk bietet. 14A. Doch im Vorfeld war niemand willens, den auf meine Anfrage hin für mich zu reservieren. Am Abend zuvor sah ich beim Web Checkin, dass der Sitz noch frei war, aber ich konnte ihn mir auch dort nicht schnappen. Und schliesslich sagte mir die Check-in-Indianerin vor dem Flug, der Sitz  sei weg (mentale Notiz: Nächstes Mal ein Pfund Rentierfleisch zwecks Bestechung mitbringen). 


 Immerhin konnte ich ihr einen anderen Fensterplatz auf der richtigen Seite abluchsen, wenn auch ganz hinten im Flieger. Doch beim Boarding der kleine Schock: Die hintersten fünf Reihen inklusive meinem Sitz würden für einen Gefangenentransport gebraucht. Ich wurde derweil auf irgendeinen Gangplatz veretzt. Bäng, Höchststrafe!
Doch so leicht gebe ich nicht auf, und siehe da: Nachdem alle Passagiere, inklusive ein halbes Dutzend Gefangene und vier Polizisten, an Bord sind, erspähe ich das Unmögliche: Sitz 14A ist trotz allem freigeblieben und lächelt mich einladend an. Here I come!
Doch damit war die Sache noch nicht ausgestanden. Wir hatten schon unsere Triebwerke gestartet und zu rollen begonnen, da heulten Sirenen auf und Feuerwehrautos brausten über das Vorfeld. Ausbruch der Gefangenen? Geiselnahme? Invasion der Rentierarmee? Nicht ganz. Ein Buschpilot hat seine Cessna etwas hart auf die Piste geknallt, sich einen Reifenplatzer eingefangen, und blockierte nun die einzige Runway. Triebwerke runterfahren, warten. Hoffen, dass wir nicht alle aussteigen müssen und ich meinen Sitzpoker von Neuem beginnen darf.





Gottseidank, nach 20 Minuten haben sie die Cessna von der Piste gezogen, wir sind good to go. Endlich!
Und so hallt schliesslich das laute Röhren unserer alten Triebwerke durch die endlose Tundra, als die Piloten bei Vollschub auf den Bremsen stehen. Jaja, mit nur 1,8 Kilometern (6'000ft) ist Inuviks Piste nicht zu lang bemessen, und genau gleich kurz wie die in Samedan. Nach einigen Sekunden heftigen Rüttelns und Zerrens werden die Bremsen gelöst, und die Maschine schiesst die Runway hinunter. Nach zwei Dritteln hebt sich die Nase und es geht steil hinauf in den klaren, blauen Himmel. Der Flug führt nicht direkt nach Yellowknife, sondern macht einen Zwischenhalt in der Stadt Norman Wells. 36 Flugminuten sind's bis da. Für die Crew offenbar Zeit genug, die alte Mühle auf 30'000 Fuss hochzupeitschen! Doch ich bin happy: Ich habe meine perfekte Triebwerks-Aussicht im Kasten, inklusive schöne Seenlandschaften als Bildhintergrund. Alles bestens!


Kaum auf den 30'000 Fuss angekommen, wurde die Tinmouse wieder in den Sinkflug gewürgt, für den direkten Anflug ausgerichtet, und setzte bald in der ölreichen 800-Einwohner-Stadt Norman Wells auf. Die Piste hier ist keinen Fuss, ja nicht einmal einen kleinen Zehen länger als diejenige von Inuvik. Und das heisst? Genau, voll in die Eisen steigen und gleichzeitig den Umkehrschub volles Rohr aufheulen lassen. Musik in meinen Ohren! Die Maschine wurde ordentlich mit heimkehrenden Arbeitern der Ölriesen gefüllt, und ich musste meinen erbeuteten Platz preisgeben. Aber ich hatte meinen Spass ja gehabt! Noch einmal gab's den atemberaubenden Sound der rockenden Triebwerke zu hören, und schon hatten wir auch Norman Wells hinter uns gelassen. 


Nach einer relativ unspektakulären Stunde in der Luft (irgendwann hat man all diese kleinen Seelein auch einmal ge...äh...seen) erreichten wir Yellowknife; Haupt- und mit 18'000 Einwohnern grösste Stadt der Northwest Territories, und - wie sich bestätigen sollte - ein weiteres Aviatik-Schlaraffenland. Die Piloten luden ein zum Schlussbouquet und quetschten die alte Lady in einem engen Sichtanflug auf den Pistenkurs. Recht so! Schon aus dem Flieger erspähte ich unzählige geparkte Leckereien - aber für die würde tags darauf Zeit sein, jetzt erwartete mich bereits mein Hotelshuttle. Dennoch - bei strahlendem, und bis 23 Uhr anhaltendem Sonnenschein kann ich natürlich nicht einfach still in meinem dunklen Kämmerlein sitzen, oder?


Und so zog ich los, um dem Water Aerodrome am Stadtrand einen Besuch abzustatten. Von einem nahegelegenen Hügel (namens Bush Pilot Monument - gibt's in der Schweiz eigentlich auch Denkmäler für Piloten?) verschaffte ich mir einen Überblick über das idyllische Setting, und wollte dann Flieger einsammeln gehen. Doch das war etwas ein Fehlschlag: Anders als am Lake Hood in Anchorage liegen die privaten Seaplanes an abgesperrten Docks, oder sogar vor schmucken Einfamilienhäusern (schön für ihre Eigner, schlecht für die Spotter!). Immerhin liess sich das Line-up der lokalen Airline Air Tindi einsehen, und wenigstens einer ihrer Twin Otter zeigte sich dann im warmen Abendlicht auch noch in Aktion. Ganz nett! 



Schliesslich beschloss ich den Tag mit einem kurzen Abendspaziergang durch die Stadt. Ausser dutzenden Eskimo-Bettlern nichts Auffälliges - es gibt zwar so ansatzweise etwas wie Hochhäuser, architektonische Meisterwerke sehen aber anders aus. Braucht es aber auch nicht hier oben, klar. Doch auch diese Halb-Skyline macht im Hammer 11-Uhr-Abendlicht eine halbwegs ansprechende Falle, und den Sonnenuntergang kurz vor 12 an einem idyllischen See zu geniessen war auch ganz schön.  Irgendwie trotz allem ein nettes Fleckchen, dieses Yellowknife! Und sein Airport erst...aber das, das ist Stoff für morgen :-)




English Summary
Well, basically the order of the day was just another jet flight from Inuvik to Yellowknife. But this being a 737-200 again and not having had the chance to take pictures of the type's characteristic engines so far, I got me into a tiring quest for getting just this one perfect seat, 14A. Though the odds were definitely against me, getting relocated in order to make room for prisoners and then waiting for a Cessna with a flat tire to get pulled off the runway, I made it. Seat 14A, best engine view there is, and soon this little thing was rocking at full steam to get us out of Inuvik's short 6'000 foot runway. Enroute scenery and weather played along nicely, and so I've finally got my desired engine shot. Yay! Reached Yellowknife, capital of the Northwest Territories, after an otherwise uneventful ride with an intermediate stop in a town called Norman Wells. Strolled to the local seaplane base in the evening, but the trip didn't yield too many pictures - as did the quest to take a skyline shot of Yellowknife, mainly due to the lack of skyline. But there's still some yummy stuff waiting at the airport - stay tuned for tomorrow!
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