Bye Bye USA - I'll be back!

Trip Start Jun 20, 2010
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Trip End Sep 15, 2010


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Where I stayed
Hotel Mama

Flag of Switzerland  , Zürich,
Thursday, September 16, 2010

Tag der Heimreise also. Irgendwann musste der ja kommen. Immerhin, nach 55 mal Rucksack packen ist man so im Trott drin, dass man gar nicht realisiert, dass es diesmal das letzte Mal sein wird. Und andererseits: Ich hatte auch gar keine Zeit darüber nachzudenken, denn ich hatte ja noch ein Date mit den DC-4!






Der Tag begann spät. Nicht etwa, weil ich mir für den letzten Morgen eine Auszeit gegönnt hätte. Nein, ich kroch die ganze Nacht halbstündlich aus dem Bett und auf den Balkon meiner Wood Cabin, Blick in den Himmel gerichtet. Wozu die ganze Übung? Ich war auf der Jagd nach den Polarlichtern. Ja, die gibt's hier oben ja auch noch. Die letzten paar Nächte müssen die ziemlich aktiv gewesen sein - nunja, ich war's nicht. Und diesmal war ich zwar da, aber die Lichter nicht. Tja, auch der Meyer mit seiner 90-tägigen Glückssträhne kann nicht alles haben. Auf zu meinen vier-propellrigen Freunden also. 


 

 Wiederum gewährte man mir netterweise Einlass, und ich konnte die paar alten Schönheiten noch aus ein einigen weiteren Blickwinkeln ablichten. Kurz das Gepäck eingecheckt, dann ging's noch auf einen Streifzug durch die Südseite des Airports. Dort sitzen weitere Altmetall-Betreiber. Und so ging ich dann etwas Klinken putzen (respektive Hangartore fegen), leider aber ohne nennenswerten Erfolg. Man hätte mir zwar gerne die rumstehenden Flieger gezeigt, aber es war niemand frei, den Job des Guides zu übernehmen. Tja, so schlich ich halt etwas dem Zaun entlang und erlegte noch was ging, was zugegebenermassen nicht allzu viel war.



Zurück beim Terminal stand der/die/das Condor aus Frankfurt schon am Gate und wartete. Ein letztes Mal Schuhe ausziehen und durch die Ami-Security, die letzten paar Dollar losgeworden, und los geht's. Fühlt sich noch immer nicht speziell an, einfach eine weitere Teilstrecke meines Trips. Bloss 9 Stunden - könnte auch ein Greyhound-Bus sein. Und so fühlte es sich auch an. Der Sitz eng und hart, die Fenster zerkratzt. Neben mir ein Bär von einem Mann - ein Bayrischer Jäger, der gerade zwei Monate in einem einsamen Holzhaus mitten im Wald verbracht hat. Dusche und Waschmaschine gibt's dort definitiv keine . Aber ich muss ja nichts sagen - meine Turnschuhe sind reif für den radioaktiven Sondermüll, meine Jeans mehr Loch als Hose und mein T-Shirt - ach, das war mal ein T-Shirt? 

Los geht's über die endlosen Goldwälder Alaskas - bye bye! Kurs Nord, es geht hoch hinaus. 'On top of the world' sind wir sozusagen, und hier surfen wir nun dem 80. Breitengrad entlang. Sehr langsam macht es sich die Sonne am Horizont bequem und sitzt da für eine Weile, bis sie schliesslich verschwunden ist. Das Orange bleibt derweil am Himmel kleben, und kaum ne Stunde später taucht der rote Feuerball wieder auf. Unter uns ziehen endlose Eiswüsten, Eisgebirge und Eisschollen vorbei - Alaska's bigger brother. Nach 7'500 Kilometern, 9 Stunden, 3 Filmen, 2 "Mahlzeiten" und einer Notration M&Ms (meine steten Reisebegleiter) hat mich Europa wieder. Die Dörfer unter mir sehen endlich wieder nach was historisch gewachsenem aus, und nicht wie wenn ein Schreibtischtäter seinen Lineal Gassi geführt hätte. 

Ja, die endlosen Retorten-Suburbs. Etwas, was ich nicht vermissen werde. Genauso wie die immergleichen Kleinstädte - nichts mehr als eine Reihe Fast Food-Schuppen. Oder Busfahrer, die kein Wechselgeld bieten können. Und all die Tiere, die mich zum Fressen gern haben. Nachtessen aus dem Snack-Automaten, weil kein Restaurant in Gehdistanz. Sonntagsfahrpläne. Die Leute in den Greyhound-Bussen. Das völlig überdrehte Fernseh- und Werbeprogramm. 



 

Was ich vermissen werde? Den ganz grossen Rest, darunter: 50 Sorten Eis im Supermarkt um die Ecke. 10 Sorten Cola und M&Ms im selben Supermarkt. Überhaupt, 24-Stunden-Supermärkte überall. 2 Stunden City-Bus fahren für nur einen Dollar. McDonalds an jeder zweiten Ecke. Subway an jeder anderen. Mein Wetterglück. Die Leute in den Greyhound-Bussen. Busrouten entdecken, von denen selbst die Locals nichts wissen. Das Gesicht meiner Gegenüber, wenn ich erzähle, dass ich freiwillig Greyhound fahre. All die Technik, die stets funktionierte (meine Fantadusche mal ausgenommen). Gelbe Mittelstreifen. Überall Country-Radios in Reichweite. Die Landschaft. Die Leute. Die USA. Meine treuen Blog-Leser, Like-Klicker und Kommentatoren. Und mit einem Dank an ebendiese Leserschaft und in der Hoffnung, die Reise durch die USA habe gefallen, ist dieser Blog nun offiziell zu 
That





English
Finally the day of my departure had arrived, but it didn't really feel like it. Just another trip on my itinerary, nothing to worry about. Not much in terms of sleep, as I tried invane to spot the Northern Lights dancing on the sky. Off to some more DC-4 pictures with my new friends at Brooks Air Fuel. Tried getting access to some other companies' ramps which would have provided heaps of other vintage birds, but wasn't lucky. Finalls got seated in my Condor 767 and enjoyed the flight along the Polar route - hugging the 80th degree of latitude all the way into Europe while being offered a breathtaking view of all the icy nowhere up there. The sun only just set for a mere hour, leaving the sky aglow in all hues of orange. A nice final shot and the perfect occasion to say thanks for reading my blog - hope you liked touring the US with me! 
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Comments

Pablo on Sep 17, 2010 at 08:04PM

Danke Tis, für die ausgezeichneten Berichte über das faszinierende Land und die tollen Fotos, ab jetzt werde ich wieder ins ILS flight forum gucken und mögliche Einträge von Tis bewundern.

Bernd on Sep 17, 2010 at 09:02PM

Hallo Tis,

Vielen, vielen Dank für deine Berichterstattung ... Nahezu täglich war ich Besucher deiner Blogs und jedes Mal war ein bisschen wie mit zu reisen, da du die Stimmungen und Landschaften stets fantastisch in Texte und Bilder umsetzen konntest.

Vielen Dank nochmal und vielleicht gibt es ja irgendwann und irgendwo eine Fortsetzung? Eine interessierte Leserschaft würde sich mit Sicherheit finden.

Bernd

Mirko on Sep 17, 2010 at 10:44PM

Ein großes Vergnügen, dieser Blog, der mich durch den viel zu kurzen und kalten CH-Sommer begleitet hat, ist jetzt leider zu Ende... Vielen Dank Tis für die Mühe, uns mitzunehmen! Es war so authentisch, dass ich auch täglich Ferien machen konnte! Und Alaska ist definitiv der Killer... Nun freue ich mich bereits aufs ff.ch Sequel - eine Dutzendschaft Berichte wird also schon erwartet ;-)

Andi on Sep 18, 2010 at 12:46PM

Auch von mir Vielen Dank für diesen tollen Reiseblog!

Ich bin vor 90 Tagen über deinen Hinweis im Phuket-Spotterbericht im Flightforum auf diesen Blog aufmerksam geworden und da ich letztes Jahr selber in einem Greyhound-Bus von Toronto zu den Niagarafällen und zurück fahren "musste" und erstmal nicht fassen können, wie jemand freiwillig mit diesen Gefährten kreuz und quer durch die USA fahren kann...

Naja, so richtig verstanden hab ichs bis zum Schluss nicht, aber nichts desto trotz hab ich deine Schilderungen immer mit großem Interesse verfolgt und zu deinen Bildern muss man glaub ich nicht mehr viel sagen, die waren durchwegs top...! ;-)

Andi

Yves on Sep 18, 2010 at 04:08PM

oh nein... mein Lieblingsreisebericht ist zu Ende... das gibts ja gar nicht... wo
bleibt jetzt meine tägliche Portion Ami-Land? Wo ziehe ich mir einen neuen
Country-Song rein, den ich noch nicht kenne (übrigens: It happens von
Sugarland ist zu meinem absoluten Top-Song avanciert, danke!!!)

Tis, vielen herzlichen Dank für diesen fantastischen Reisebericht, die
wunderbaren Fotos und die herrlichen Anektoten! Die Vorfreude auf unsere
US-Reise 2012 steigt!

Yves

Danilo on Sep 18, 2010 at 09:21PM

Ja, auch ich stelle seit dem Abschluss deines Blogs bei mir Entzugserscheinungen fest, Tis! Deine immense Arbeit jeden Tag (oder Nacht?), dein Durchhaltevermögen bis zum Schluss, der unterhaltsame Schreibstil mit der sorgfältigen Sprache, die hochwertigen Fotos - all das hat mir in den vergangenen Wochen, besonders seit deinem Eintritt in meine Lieblingsgegend Südwesten, viel Vergnügen und Abwechslung gebracht. Merci velmol!

Daniel on Sep 20, 2010 at 07:25AM

Tis,

auch ich bedanke mich für die unterhaltsamen 89 Tagesberichte und die tollen 1030 veröffentlichten Bilder (sofern ich alle erwischt habe).

Es hat wirklich außerordentlich Spaß gemacht, jeden Morgen ein interessantes Stückchen USA zu erleben.

Vielen Dank für deinen Einsatz und deine Mühen. Es hat sich gelohnt!
Grüße, Daniel

Walt on Oct 1, 2010 at 10:11PM

Hey Tis. Super fesselnder Bericht! Hab ihn mir die letzten 3 Tage intensiv reingezogen! Ich hab ebenfalls eine Mini-Portion Greyhound hinter mir (LA-Frisco und zurück in '93). Ist also immer nich wie gehabt! Nur die Busse sind moderner.
Wie ich drauf kam - ist lustig. Eigentlich suchte (googelte) ich nach Flugreports einer heute beflogenen Polarroute. Irgendwann stolperte ich darüber, daß Condor diese noch betreibt. Nach Eingabe der Suchwörter "Condor Polar Route" kam Dein letzter Tagesbericht als Nr.1 bei Google raus! So gings los...

Ich wünsche Dir, daß Du auch nach Studienende noch solch Reisen machen kannst. Das könnte aber knapp werden. Geld ist meist da, aber man kriegt nie mehr wieder >3 Wochen Urlaub am Stück.

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