Alaska - das kann kein Titel mehr zusammenfassen!

Trip Start Jun 20, 2010
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Trip End Sep 15, 2010


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Where I stayed

Flag of United States  , Alaska
Friday, September 10, 2010

Lange erwartet, geplant und herbeigesehnt, nun bin ich da. Alaska. Der 32igste Bundesstaat in den ich einen Fuss setze, und zugleich mein letzter. Auch das Transportmittel ist (fast) neu: Es geht endlich wieder mit einem Airliner in die Luft! Allerdings fühlt sich dieser Flug dann doch fast wie eine Busfahrt an - es ging auf die "Milchmannroute" von Seattle nach Juneau - mit Zwischenstopps in den Örtchen entlang des Weges; Ketchikan, Wrangell und Petersburg. 
Zur musikalischen Untermalung noch der Song, der mich beinahe im Alleingang durch die weit zurückliegende Prüfungssession gepusht hatte: North to Alaska!
Alaska!
 
Ein so grosses Programm braucht gehörig Platz, und das hiess mal wieder früh aufstehen. Irgendwie scheint der Zeitplaner von Greyhound, dieser Hund, zu Alaska Airlines übergelaufen zu sein. Der hatte meinen Flug auf 06:50 angesetzt - das bedeutete Bus um 4 und Tagwache um 3. Und eine Stunde Schlaf. Gääähn. Und morgens um 4 in meiner nicht-gerade-besten Gegend auf den Bus zu warten, während dunkle dunkle Gestalten (schon richtig so) wie Zombies durch die Strassen schlurfen: Nicht lustig. Ich überlebte, und konnte *etwas* später die Boeing 737 der Alaska Air betreten - gerade einmal 38 Seelen hatten sich eingefunden, Geld gab's für die Airline trotzdem, denn die Route wird vom Staat finanziert. 

Das erste Teilstück war unspektakulär. 90 Minuten rauf nach Ketchikan, unter uns eine undurchdringbare Wolkendecke. Der Anflug führte zwar auch schon Fjorden und Bergen entlang, die bewölkte/eingenebelte/verregnete Umgebung glich aber mehr einer Waschküche und war nicht allzu fotogen. Während unserer 50-minütigen Bodenzeit sah ich aber immerhin alle 2-3 Minuten einen Wasserflieger landen - hey, die surren hier oben ja wirklich ohne Unterbruch rum! Noch kurz im Cockpit vorbeigeschaut (machten all die anderen Passagiere ja auch - wie eine grosse Familie!) und sofort mit dem Kapitän ins Gespräch gekommen. Anyway, wir verliessen die Waschküche wieder. Nur eine halbe Stunde Flugzeit bis zu unserem nächsten Ziel, Wrangell, aber die Piloten peitschten die alte Mühle doch auf 22'000 Fuss hoch - und damit wieder über die Wolken. 

Immerhin war's in Wrangell trocken und die Wolkendecke lag etwas höher. So hatte ich dann einen wunderbaren Ausblick auf die umliegende Alaska-Landschaft, als wir im Tiefflug ins richtige Tal einbogen und der Piste entgegensanken. Haha, das wird ja immer besser! Wieder 50 Minuten Wartezeit, und während ich da so mit einem iPhone rumspielte, stand plötzlich der Captain vor mir. Oh oh, jetzt ist meine GPS-Uhr aufgeflogen oder meine sich rasch füllende Speicherkarte hat die Weight & Balance zunichte gemacht. Nein, denkste. Der kam extra nach hinten um mir zu sagen, dass ich mir fürs nächste Teilstück doch besser ein Fenster auf der anderen Seite schnappen solle. Und der Grund: Die 15 Minuten zum nächsten Airport würden wir auf nur 1'000 Fuss (300 Meter) über dem Boden absolvieren und es gäbe da einiges zu sehen. *Klirr*, Alaska Air hatte soeben im kometenhaften Aufstieg mein Sympathiebarometer zum bersten gebracht!

Tja, und der Ritt durch die Fjorde war dann natürlich unbeschreiblich. Man muss sich das mal vorstellen - mit nem Passagierjet und mindestens 400 Sachen (Flaps up!) in geringer Höhe durch enge Täler zu heizen. Solche Dinge stellt unsereiner von Stubenfliege sonst nur im Flugsimulator an, wenn man mal wieder eine Pause von der Realität braucht. Aber nein, bei Alaska wird einem das ganz real geboten - und die durchflogenen Landschaften waren natürlich auch nicht zu verachten. Hier dicht um einen Hügel rum, dort über ein Flussdelta, dann an einer Armada Eisberglein vorbei. Am Ende entschuldigte sich der Captain noch. Bis vor ein paar Jahren seien sie extra noch einen Umweg tief über einen nahen Gletscher geflogen - aber den Buschpiloten in ihren fliegenden Knatterkisten bekam das Schwermetall im Revier offenbar nicht so. 

Kurz nach der Landung in Petersburg stand der Captain schon wieder vor mir. Aber nein, der wollte nicht nur mein zufriedenes Grinsen einsammeln. Der lud mich kurzerhand auf einen Spaziergang übers Vorfeld ein - von einer Ecke könne man einen schönen Berg sehen, den ich vielleicht noch fotografieren möchte. HALLO? Privatjet-Deluxe-Privateskorte oder was? An diesen Service könnte ich mich gewöhnen! Andernorts werden wir angefaucht und eingesperrt wenn wir nur schon die Kamera zücken, und der Typ spielt neben dem 120-Leute-durch-die-Gegend-fliegen noch Tourguide! 




Auf dem letzten Leg nach Juneau ging's dann wieder über die Wolken, und auch der Anflug auf den im Fjord gelegenen Airport war nicht ganz so fotogen wie erhofft (O-Ton Captain: "Das wirklich interessante Zeugs dürfen wir leider nicht mehr fliegen.") Nach insgesamt 5 Stunden an Bord Ankunft in der Hauptstadt Alaskas. Nur 30'000 Einwohner zählt das Hauptdorf, und es kann nur über den See- und Luftweg erreicht werden - eine Strasse gibt's keine. Alaska Air hatte dann noch meinen Rucksack verloren, respektive auf den falschen Flieger geschickt - den direkten aus Seattle. Der kam dann aber eine halbe Stunde später auch schon an, und es gab noch einen 20 Franken Fluggutschein, weil ich den Bag nicht innert 20 Minuten nach dem Aussteigen hatte. Ja, die Airline bietet ihren Kunden noch was!


So, aber der Tag war noch lange nicht fertig. Ich hatte 6 Stunden Zeit, mir die vielen Attraktionen der Stadt reinzuziehen. So mietete ich in meinem Motel einen Drahtesel und machte mich auf, das alles in möglichst kurzer Zeit reinzupacken. Wie ich da durchs Dörfchen hetzte war schon nicht mehr schön anzusehen, und ich brach wohl mehrmals sämtliche Verkehrsregeln (sofern die in Alaska überhaupt welche haben). Naaaaja. Mein Reiseführer sprach von der niedlichsten Hauptstadt der USA. Irgendwie müssen wir zwei verschiedene Städte aufgetischt bekommen haben. Was ich da vom gegenüberliegenden Ufer des Gastineau-Kanals sah war eine lose Ansammlung nichtssagender Häuser.

Irgendwie hatte ich noch ein Gebäude mit schöner grosser Kuppel in Erinnerung - aber das liess sich sowohl in echt als auch in Google plötzlich nicht mehr finden. Wahrscheinlich hat's "Pitbull" Sarah Palin gefr...gegessen. Die eine Attraktion der Stadt ist die Seilbahn - nützlicherweise genau beim Kreuzfahrt-Terminal gelegen. Ja, Juneau ist eine einzige grosse Kreuzfahrthochburg, und täglich spucken hier mehrere Luxusdampfer ihre Ladung Neckermann-Ameisen aus. Die wuseln dann durch die zwei dutzend Shops am Pier und eben auf die Seilbahn. Und offenbar lassen die sich den Spass ordentlich was kosten. Ganze 27 Franken (!) wollten die nämlich für die Seilbahn - und dann auch noch eine Französische. Da sage noch einer etwas gegen die Preise für unsere Skiferien. Das schlimmste ist: Sie kriegten mich auch noch rum und ich zog mir die nette-aber-nicht-mehr Aussicht auf Städtchen und Kanal im Gegenlicht rein.

Die andere grosse Attraktion ist der Mendenhall Glacier, ein beachtliches Eisfeld das da vor den Toren der Stadt vor sich hin...naja, halt eben gletschert. Auch hier werden die Kreuzschiff-Ameisen mit Bussen hingescheffelt - für 14 Dollar ist man dabei. Das war dann aber wirklich ziemlich nett. Ich sprang auf den letzten Bus des Tages und hatte die Aussicht fast für mich alleine (und die 10'000 Bären, die hier immer wieder gesehen werden). Just da kroch auch noch die Abendsonne hinter den Wolken hervor, und tauchte Eis und herbstfarbene Bäume in wunderschönes, warmes Licht. Was für ein schöner Willkommensgruss von Alaska!


English
Coming later, gotta catch my bus. But looking at the pictures it should be evident that I had an amazing day!
 
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