Seattle zu Land, Wasser und aus der Luft

Trip Start Jun 20, 2010
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Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , Washington
Thursday, September 9, 2010

Heute war der wettermässig bei weitem schönste Tag. Oder so war's zumindest die ganze Woche lang vorausgesagt gewesen *hüstel*. Einen wirklichen Unterschied in der Wolkendecke konnte ich zu den vergangenen Tagen nicht feststellen. Aber ich hatte mir nunmal das Sightseeing auf diesen letzten Tag aufgespart, und da musste ich jetzt durch.




 



Kurzer Spaziergang entlang der Uferpromenade zum wach werden. Die wäre eigentlich ja ganz schön - leider haben sie aber direkt dahinter ne erhöhte Autobahn hingepflanzt. Die bringt es echt fertig, die Promenadenidylle gleich dreifach zu zerstören: Sie ist laut, stinkt und macht zudem auch jeden Ansatz eines Skyline-Bildes zunichte. Absolute Fehlplanung! (das Bild links ist von etwas weiter nördlich, ohne Autobahn). Weiter ging's zum Pike Place Market, einem ultra-touristischen Wochenmarkt (nur halt täglich), wo von Agrarprodukten bis zum frischen Fisch alles feilgeboten wird und sich auch diverse Restaurants und Souvenirläden tummeln. Naaaaja. Wenn man gern dicht aneinandergeschmiegt mit halb Europa im Schneckentempo durch enge dunkle Gänge wandert ist das vielleicht was. Ich brauche da mehr Freiheit, und genau die versprach Date um 3 Uhr 30. Mein Date mit einem Otter, wohlverstanden. 

Seattle ist ja das Tor zur Westküste und zum "Busch", und da dürfen Wasserflugzeuge natürlich nicht fehlen. Auch wenn keinesfalls vergleichbar mit Vancouver oder (hehe, *händereib*) Anchorage, gibt es immerhin zwei Floatplane-Unternehmen hier. Es werden einige Flüge zu benachbarten Inseln angeboten sowie ein 20-minütiger Stadtrundflug. Den hatte ich mir gestern Abend, als Lohn fürs überlebt haben meiner Reise sozusagen, kurzfristig gebucht, in der Hoffnung auf schönes Wetter. Bald waren die Passagiere in der spezialbemalten Single Otter verstaut, die Headsets mit Computerstimme-Kommentar (unpersönlich!) aufgesetzt und der Spass konnte losgehen. Kaum waren wir vom Holzsteg weggetuckert, gaben die Piloten Vollgas, und nach wenigen Metern oder Wellen erhoben wir uns in die Luft. Ein tolles Gefühl (wie immer)!

Wir gondelten über die schönen Suburbs von Seattle - das heisst schön gelegen, die langweiligen Vorstädte selber sind dann also immer noch nicht mein Fall. Ausser die vorderste Reihe der Häuschen vielleicht, allesamt mit Bootssteg und wenn möglich einem festgemachten Flieger. Irgendwo hier muss sich auch Bill Gates' Haus befunden haben - der Beschreibung der überschwänglich-begeisterten Audiostimme (keine Ahnung, was sie der armen Maus vor den Aufnamen in den Tee geschüttet haben) nach wohl *das* Highlight des ganzen Fluges, wenn man es denn gesehen hätte. 



Machte aber auch nix. Mein Highlight kam kurz später, als wir endlich über den Frachthafen flogen und aufs Meer hinaus drehten. Von hier aus hatte man einen traumhaften Blick auf die Skyline von Seattle. Wie vorausgeplant war diese trotz des mageren Lichtes auch ganz schön beleuchtet - natürlich der Grund, weshalb ich den Trip auf den Nachmittag gebucht hatte. Zu meiner Freude rauschten wir insgesamt dreimal der Promenade und Skyline entlang - gut, allzu viel andere Sehenswürdigkeiten hätte es eh nicht mehr gegeben, und der Klickkadenz in der Kabine nach zu urteilen wollten die Leute eh nur dieses eine Bild haben. 



Als dann das Klicken und Piepsen der Kameras langsam wieder abebbte, wurde der kurze Sinkflug eingeleitet und die Basis auf dem 'Lake Union' im Norden der Stadt angesteuert. Der Pilot balancierte den Otter eine halbe Ewigkeit lang gefühlte 10 Zentimeter über der Wasseroberfläche, und setzte danach derart warmebutterweich auf, dass nur die hochspritzende Gischt überhaupt unseren Kontakt mit dem Wasser verriet. Das ging dann bei den Griechen von Air Sea Lines (meine bisher einzige Seaplane-Erfahrung) einiges ruppiger zu und her!



Zurück im Terminal angekommen erkundigte ich mich noch kurz nach den weiteren Flugbewegungen des Tages. Netterweise wurden innerhalb der nächsten halben Stunde zwei weitere Flüge zurück erwartet, und so postierte ich mich dann am Ufer des Sees und wartete. Und wartete. Endlich war in der Ferne ein gelber Punkt auszumachen, der sich sehr gemächlich seiner Basis näherte. Ich hätte noch locker ein Viergangmenü verspeisen können bis der dann endlich vor meiner Linse auftauchte, aber immerhin zeigte sich der Otter trotz mangelndem Sonnenlicht ziemlich fotogen. Wenig später kam auch noch die Schwestermaschine angeknattert und ich hatte meine angestrebte Beute. Und in Anchorage warten ja noch ein paar mehr...

Eigentlich wäre jetzt noch das 'zu Wasser' geplant gewesen, ein kurzer Fährtrip auf eine vorgelagerte Insel. Aber einerseits ist die Skyline von oben eh nicht mehr zu toppen, und zweitens vertrieben die dunklen Wolken ziemlich schnell das einsame Fleckchen blau in ihrer Mitte. So muss dann halt das Seaplane auch fürs Wasser im Titel herhalten. Und so tat ich halt, was man bei Bewölkung so tut - ich verzog mich in eine Fischbude, liess es mir schmecken und wartete, bis die Nacht hereinbrach. Dann schnappte ich den Bus zu einer Brücke, die mir bei der Einfahrt vor drei Tagen aufgefallen war. 


 
Und die Aussicht auf die Skyline war dann etwa so wie erwartet, schön dynamisch mit den Lichtspuren des nie versiegenden Autobahnverkehrs. Das ganze bildlich festzuhalten war dann allerdings nicht ohne. Es galt einen Moment zu erwischen, in dem a) möglichst wenig helle weisse und möglichst viele dunkle rote Lichter durchs Bild huschten, wo b) kein Auto meine Brücke in Schwingungen versetzte und mein Foto runinierte, und c) mein hyperaktives Objektiv endlich mal ne halbe Minute stillhalten konnte. Am Ende blieb ich so lange auf dieser Brücke, dass ich mir für den Rückweg ein neues Busticket kaufen musste - also mehr als 90 Minuten. So viel zum "work behind the shot". Aber immerhin, ich konnte nochmals eine volle Dosis Wolkenkratzer, hell beleuchtete Skyline und nimmer endenden Autobahnverkehr reinziehen. Ein passender Abschied von den Metropolen hier unten, morgen geht's (sofern ich nicht verpenne) ab in die alaskische Provinz!


English
After visiting all (well, almost) its airports, today finally came the time to have a closer look at Seattle itself. Started off with a walk along the bayfront, but became increasingly frustrated about the elevated highway built directly behind it - not only killing the atmosphere and tranquility, but also my desired skyline shot. Quick stop at way too touristy and crowded Pike Place Market on my way to the highlight of today: A 20minute scenic flight by floatplane, which I booked as a little end-of-trip gift to myself. The ride in the blue Turbo Otter was nice and smooth, and offered some decent views on the Seattle Skyline and the picturesque surroundings. Ended the day on a bridge over the Interstate, trying to capture a dynamic skyline nightshot and marvelling one last time at the fascinating sight of a bustling metropolis. Won't see too many of them up in Alaska! 
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