Ein ziemlich verkorkster Tag

Trip Start Jun 20, 2010
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Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , Oregon
Sunday, September 5, 2010

Heute hätte es eigentlich einen der sehenswerteren Einträge geben sollen. Aber irgendwie klappte das nicht so ganz...Ich liess Bend und die Vulkane hinter mir, es ging 260 Kilometer nach Norden in die Grossstadt Portland. Doch nicht ohne kleinen Zwischenstopp, um einen weiteren Feuerberg zu erlegen. So war's zumindest geplant...






 

Just bei Sonnenaufgang trat ich aus meinem Zimmer - erschreckend kalt war's draussen, mein iPhone meldete doch wirklich null grad. Ein Glück, dass mein heutiges Transportvehikel gleich vor meinem Motel Halt machte - offenbar hatte ich bei der Buchung also was überlegt. Die Region präsentierte sich wolkenlos, und so konnte ich nochmals eine grandiose Aussicht auf die Vulkane geniessen. Vor allem Mount Washington mit seinen perfekten Proportionen wusste zu gefallen. Als wir den Bergen dann aber näher kamen, führte kein weg mehr an den Wolken vorbei und wir tauchten ein in die dichte Suppe inklusive Nieselregen. Pfui!

 

Leider war das so gar nicht mit meinen Plänen vereinbar. Ich hatte nämlich einen vierstündigen Stopp im kleinen Ort mit dem wiederum sehr einfallsreichen Namen "Government Camp" eingeplant. Ziel war eine kurze Fahrradtour zu einem schönen Bergsee, um ein traumhaftes Bild des Vulkanes Mount Hood einzusammeln. Naja, Petrus hatte da so ziemlich was dagegen und vergnügte sich damit, Nebelfetzen durchs Dorf zu peitschen, während er mir keinen einzigen Blick auf Mount Hood gewährte. So sass ich halt am Ende vier Stunden lang in *dem* Restaurant des Ortes, dem Huckleberry Inn, ass Pfannkuchen und surfte im Internet. Immerhin kenne ich jetzt alle Blick-Schlagzeilen der letzten Monate auswendig und wer weiss, vielleicht wäre ich ja Meister Petz wieder direkt in die Pranken geradelt. 

 Just als dann mein Minibus für die Weiterfahrt angerollt kam, klarte es etwas auf. War ja klar. Trotzdem blieb Mount Hood unsichtbar und die weiteren 2 Stunden nach Portland verliefen ereignislos. Rasch in der Jugendherberge eingecheckt, damit ich mich gleich auf die Jagd nach dem zweiten geplanten Traumbild des Tages machen konnte. Ein Stadtbus brachte mich auf den Hausberg, wo eine kleine graue Renaissance-Villa von 1909 *die* grosse Attraktion ist. Das Häuschen interessierte mich nicht die Bohne, ich war wegen der Aussicht hier. Doch dann die Ernüchterung: Just vor dem Aussichtspunkt stand eine Baumreihe, verstellte den Blick auf die Innenstadt und vereitelte mein geplantes Bild. Grml.



Aber gut, man ist ja flexibel und es gibt dem Vernehmen nach noch andere Aussichtspunkte. Also ne halbe Stunde den Berg runtergetorkelt, mich im kleinen Waldstück fast noch verlaufen, aber schliesslich heil beim angepeilten Rosengarten angekommen. Doch auch hier das selbe in (ja, eben) grün - bis auf ein paar obere Hochhaushälften war nichts vom Panorama zu sehen. Portland gilt ja als die Stadt der Verrückten (was ich nach dem bisherigen People Watching vorbehaltlos unterschreibe - die Hauptstrasse machte eher den Eindruck eines Kostümballs!). Und wenn mich dieses vermaledeite Grünzeug noch weiter der schönen Aussichten beraubt, ist es wohl auch um meine mentale Gesundheit bald geschehen. 


Dritte Alternative, die Bergstation der Luftseilbahn. Ich meine, das Wort Bergstation allein ist ja bereits Synonym für eine tolle Aussicht. Das konnte ja nur gut kommen. Nach einer Stunde ÖV-Marathon war ich dort, doch die Vorfreude währte nicht lange. Zwar hat man in der Tat einen netten Ausblick, allerdings nicht auf die Hochhäuser der Innenstadt, sondern auf ein Autobahndrehkreuz (immerhin ein zweistöckiges!). Downtown dagegen ist, aller guten Dinge sind drei, wiederum durch eine Baumreihe verstellt. So sehr ich die "lone cypress" in Monterey noch gepriesen habe, aber da war es mit der Baumfreundschaft nun endgültig vorbei. Hätte ich irgendwas sägendes von einem Sackmesser aufwärts dabei gehabt, ich hätte mich sofort ans Werk gemacht. Mittlerweile war auch die Sonne schon untergegangen und beendete das Trauerspiel. Irgendwie hab' ich das Gefühl, die Stadt habe mir heimlich den Krieg erklärt. Mal schauen, was sich morgen noch ergibt...


 
English
Oh my. There are days where everything works out as planned, and then there are days like today. It started as promising as ever, with a cloudless yet bitterly cold sunrise in Bend while I hopped on my Portland-bound bus. I broke up the journey and hopped off in a tiny mountain village named Government Camp two hours later, with the sole purpose of nailing that one shot of gorgeous Mount Hood reflected in Trillium Lake. Well, how's that supposed to work out if the main subject keeps hiding in thick clouds? After four hours of boredom, I could finally travel on to Portland. But this wasn't all. Arriving in Portland, I instantly headed up the hills for a nice overview shot of town. Reaching the first observation point, a row of trees blocked the view. Great. 30 minute walk to another spot, yet again only stared at tall greenery. Perfect. 1 hour bus ride to a third spot and guess what - another bunch of trees in my way. Anyone got a chainsaw? 
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