Abstecher in die Sahara

Trip Start Jun 20, 2010
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Trip End Sep 15, 2010


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Where I stayed

Flag of United States  , Oregon
Friday, September 3, 2010

Natürlich konnte ich keinen Fahrradverleih aufspüren. Wäre von einem Touristenörtchen mit 1,5 Millionen Besuchern im Jahr auch zu viel verlangt gewesen. Mit Quads und Dünenbuggies schmeissen sie hier regelrecht um sich, aber Drahtesel waren nirgends zu ergattern. Na gut, so schlimm war's nicht. Wie ich per Webcam sah war mein Ausflugziel ohnehin in dichten Nebel gehüllt. So nutzte ich die neu gewonnene Freizeit dann, um noch etwas an Alaska rumzubasteln. Also nicht am Staat selber, dafür gibt's ja die Bulldogge namens Palin. Aber dafür an meiner Woche dort oben, die nun soeben noch um zwei Übernachtungen im Nationalpark bereichert wurde. Wäre etwas ganz unverschämt gewesen, in diesem grossen Naturspielplatz nur Airports und Städte abzuklappern, selbst für mich fliegersüchtigen LA-Abfertiger (*gg*). 

 Immerhin stellte ich mit Genugtuung fest, dass die Temperatur hier unten mit gefühlten 12 Grad weit unter den Prognosen für Alaska lag. Ha, ich sah sogar den ersten Schneeberg der Saison - okay, das war im Hinterhof einer Eiswürfelfabrik (die mitten im Dorfzentrum steht, was wiederum bezeichnend für die Attraktivität desselben ist). Das bietet mir nun auch endlich die lang ersehnte Gelegenheit, mich kurz aber heftig über die gestörte Eissucht der Amis auszulassen. Ohne Eis geht in diesem Land gar nichts! Wo immer man sich gerade befindet, irgendwo im Umkreis von 20 Metern rattert es stets verheissungsvoll - weil mal wieder jemand sein Getränk  unter einer solch dicken Eisschicht begräbt, dass selbst der Aletschgletschter Komplexe bekommt. Verkaufte McDonalds heisse Suppen, ich bin sicher die würden auch da noch nen halben Winterwald reinschütten. Was das ganze bringen soll, wenn das Getränk eh binnen 2 Minuten runtergebechert wird und draussen Pulliwetter herrscht, bleibt wohl für immer ein Rätsel. 



 
 
 Ich wartete bis 15 Uhr, aber der Nebel hatte heute Sitzleder. Okay, hatte ja lange genug wahnsinniges Wetterglück, da gibt's gar nichts zu maulen. Trotzdem konnte ich mich angesichts des grauen Wetters nur schwerlich überwinden, aber irgendwann musste ich schon mal noch aus meinem Zimmer raus. Zumal ich ja extra wegen dieser einen Attraktion überhaupt hier Halt gemacht habe. Die Rede ist von der Oregon Dunes National Recreational Area, einer -aha!- Dünenlandschaft. Das sind nun nicht ein paar einsame verirrte Sandhaufen, die auf dem Weg zur Sahara falsch abgebogen sind. Das ist ein Band von 70 Kilometern Länge, das die grössten Sanddünen der USA beherbergt - bis zu 150 Meter hoch hat sie der Wind aufgetürmt. 

 Netterweise waren hier auch die Taxipreise wie im nahen Osten. Okay, dafür dauerte es dann 40 Minuten, bis das bestellte Gefährt endlich angerauscht kam. Keine Ahnung, wie man das in einer solchen Kleinstadt überhaupt fertigbringt. Schliesslich wurde ich dann aber am Rand der Sandlandschaft ausgesetzt und der Spass konnte losgehen; Jeans und löchrige Turnschuhe sind für Wanderungen auf Sand nämlich etwa so angemessen wie Sandalen am Everest, aber was solls. Beige auf grau war nun nicht wirklich das höchste aller fotografischen Gefühle (für etwas gibt's ja Kontrast und Sättigung im Photoshop , *harrharr*), aber als Zeuge der unglaublichen Vielfalt des Landes taugen die Dünen dann doch und sind ganz nett. Und auch wenn ich mehrmals bis zu den Knien einsank und kaum vorwärts kam, schön war der kleine Spaziergang trotzdem. 


Beschaulich allerdings nicht wirklich, denn es röhrte und ratterte aus allen Richtungen. Keine Eismaschine für einmal. Nein, die spassverliebten Amis haben natürlich sofort erkannt, was man mit den Dünen alles anstellen kann. Und so flitzt mir vom Offroad-Opa bis zum draufgängerischen Dreikäsehoch halb Amerika in Geländebuggies und Quads um die Ohren. Auf und ab über die Dünen, durch Flüsse pflügend und über Kreten hüpfend, machte das ganze den Eindruck eines riesigen Abenteuerspielplatzes. Das sah nach extrem viel Spass aus - irgendwann komme ich zurück und brettere auch mit 50 Sachen über die Dünen, garantiert! 

 
 
English
Not a single bike rental company in the whole damn town here. Didn't matter anyway, since the weather outside was far from calling for a bike ride. So I spent the better part of the day plotting the Alaska section of my trip. Still never left my room by 4 o'clock, I called me a cab (which turned out to be cheaper than a typical rental bike) and directed it to my only point of interest: The Oregon Dunes Area, a 70-mile stretch of nothing but huge sand dunes. The biggest of these anywhere in the States, and yet another captivating addition to the never ending array of natural features in this country. Struggled to get anywhere in sneakers and jeans, and was highly jealous of all the people criss-crossing all over this huge playground in their ATVs and dune buggies. Must be great fun!
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