Reisetag mit überraschendem Ende

Trip Start Jun 20, 2010
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Trip End Sep 15, 2010


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Where I stayed

Flag of United States  , California
Tuesday, August 31, 2010

Schon wieder war es Zeit Abschied zu nehmen, was bei San Francisco nicht ganz so leicht fiel. Zu viel gab es da noch, das sogar ich noch gerne gesehen hätte. Aber ich war ja sicher nicht das letzte Mal hier. Die heutige Etappe war auf dem Papier eine kürzere, fühlte sich aber gar nicht danach an. Nur 275 Kilometer ging es, das heutige Ziel hiess Fort Bragg. 







Für einmal keine Greyhounds und keine Amtraks, und auch keine Flieger. Nein, die Kalifornier machen das unmögliche möglich und betreiben lokale Buslinien, die über mehrere Counties hinausgehen. Das wäre, wie wenn bei uns ein Bus mehrere Gemeinden bedienen würde. Oops, tun sie ja. Naja, aber im Amiland muss man das zu schätzen wissen. Normalerweise backt nämlich jede Gemeinde ihre eigenen Brötchen, und spätestens an der Grenze ist Schluss. So hingegen vertraute ich mich dann erst dem "Golden Gate Transit"-Bus an, der mich aus der Stadt, über die komplett eingenebelte Brücke (damit wären aller guten Dinge drei) und darauf innert zwei Stunden in den Norden nach Santa Rosa brachte. Dort verbrachte ich dann weitere anderthalb Stunden bei traumhaftem Sommerwetter vor dem Starbucks und widmete mich meinem Newsweek-Heftchen - das übrigens findet, die Schweiz sei das Traumland für Rapper, weil sie dort in Dialekt ins Mikrofon quasseln könnten und keine Bodyguards benötigten. Cheese, Chocolate und cheibeschöni Berge haben also offenbar ausgedient, nur damit ihr's auch wisst. 


 


Schliesslich gabelte mich ein Minibus aus Fort Bragg hier fernab seines natürlichen Habitats auf, und los ging die vierstündige Fahrt nach Norden. Erst wieder durch die gewohnten Hügellandschaften in warmen Farbtönen - etwa so, als hätte jemand das Appenzellerland in Gold getaucht. Während der letzten Stunde wurde es dann aber richtig spannend. Auf der schmalen Strasse tauchten wir  mitten in den dunklen Dickicht des Redwood-Forests ein, der uns alsbald verschlang und uns komplett vom Sonnenlicht abschirmte. So wie sich das Asphaltband durch den faszinierenden Wald der Riesen schlängelte hätte das einige wunderschöne Aufnahmen gegeben - wenn ich denn mit dem Stativ und zwei Minuten Zeit pro Bild unterwegs gewesen und nicht mit 90 Sachen durch das Grün gefegt wäre. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag.


Sehr warmer Empfang im lieblichen Bed & Breakfast in Fort Bragg, wo ich das noch tausendmal lieblichere, komplett in Crèmefarben gehaltene Zimmerchen mit dem überaus treffenden Namen 'Buttercup'  so behutsam als möglich bezog, um mit meinen dreckigen Schuhen und Kohlestaub-bepuderten Hosen keinen allzu grossen Schaden anzurichten. Der Strand sei nur zwei Blocks entfernt, hörte ich, und schon war ich auf dem Weg. Na gut, Strände hatte ich ja genug gesehen - aber mal schauen. Auf was ich aber traf war kein Strand, sondern eine so perfekt atemberaubend wunderschöne Küsten-Klippen-Landschaft im Abendlicht, als wär sie direkt einem Millionengemälde entlaufen. Komplett mit einem Hauch von Dunst, der für eine ganz leicht mystische Stimmung sorgte. 


Die wenigen Locals konnten während der nächsten halben Stunde einen Verrückten beobachten, der mit seinem Stativ und den vor Sand stiebenden Turnschuhen wie von der Tarantel gestochen über die Klippen rannte, um auch ja alle Blickwinkel einzufangen, bevor die Sonne Feierabend machte. Aber es lohnte sich, und in den kurzen Verschnaufpausen genoss ich mehr oder weniger alleine die Aussicht auf zerklüftete Landschaften und die meterhohen Wellen, wie sie vom Horizont her antanzten und sich kraftvoll gegen die Felsen warfen. Für den Sonnenuntergang selber musste ich mich dann von den Klippen hinab in den Sand wagen und mich auf einem riesigen Algenhaufen postieren. Seid froh, dass das Internet noch keine Gerüche überträgt, das war echt nicht mehr schön. 

Den Gestank werde ich wohl so bald nicht mehr los. Wenn also in rund drei Wochen plötzlich all die Süsswasserfische der Migros am Flughafen aus ihren Eisbecken auferstehen, angwidert die Flossen in die Hand nehmen und naserümpfend panisch durch das Terminal planschend die Flucht ergreifen, wisst ihr, dass ich angekommen bin.Doch mit dem Sonnenuntergang war die Sache noch lange nicht beendet. Nun war's  Zeit für die Farbshow der Wolken, die ihr bestes gaben und über den schroffen Klippen in allen möglichen intensiven Rottönen erstrahlten. Na wenn das nicht traumhaft ist, dann weiss ich auch nicht. Dieses Land überrascht einem schon an jeder Ecke mit Unerwartetem!

 

English
Time to bid adieu to the city by the bay, as the 'Golden Gate Transit' bus took me across that bridge one last time and two hours north to Santa Rosa. After a short break I hopped on the minibus of the next local transport authority, for another 4 hours to a small coastal town called Fort Bragg. The last hour of the drive went right through the redwood forest, and while all that tree-hugging was pretty fascinating, there was no way to capture it on a picture. Arrived in Fort Bragg an hour before sunset, and headed out for a short walk on the beach. Little did I know that there was no beach to be seen, but just miles and miles of some of the most scenic cliffs ever, glowing in the evening sunlight, and hundreds of waves crashing in all the way from the horizon. What a wonderful place this turned out to be - and the magic just got better once the sun had set! 
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