Biking the Bridge (and litte else)

Trip Start Jun 20, 2010
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Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , California
Monday, August 30, 2010

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Golden Gate Bridge, wohl der Attraktion San Franciscos überhaupt. Mit ihren 2,7 Kilometern Länge und der auffälligen ockerroten Farbe ist sie natürlich auch von weither sichtbar. Glücklicherweise hatte Petrus noch einmal ein Auge zugedrückt, und mir einen weiteren Tag mit schönem Wetter beschert.



 



So ging's dann gegen Mittag los, ich liess mich vom Bus an die Küste bringen und begann die lange Wanderung dem Meer entlang zur Brücke. Erst hatte ich noch einen weiteren schönen Blick auf Alcatraz, dessen Besuch ich leider nicht auch noch in mein Programm packen konnte. Schon hier surrten jede Minute dutzende Touristen auf Fahrrädern an mir vorbei. Eigentlich hatte ich das ja auch so geplant - aber nachdem ich nun schon so gut eingelaufen war, für was sollte ich da auch noch 30 Dollar für einen Drahtesel ausgeben. Geht ja auch so.


 
Ginge auch so, ja, aber macht halt nicht so viel Spass. Als ich eine halbe Stunde später an einem kleinen Veloverleih vorbeikam, konnte ich dann doch nicht mehr widerstehen. Immerhin: Die Preise waren hier signifikant tiefer als bei den populären Fahrradhändlern auf der Touristenmeile, wo all die anderen Radler ihre fahrbaren Untersätze her hatten. Zudem war ich viel näher an der Brücke und musste daher das Fahrrad nur für zwei Stunden statt für nen ganzen Tag mieten. Spass haben und trotzdem sparen, so gefällt's mir am besten. Los ging die Tour, so schnell das gegen den bissigen Wind halt möglich war. Keinesfalls wollte ich länger als zwei Stunden unterwegs sein und am Ende noch draufzahlen. 


Doch auch den Vorsatz, das ganze ohne Zwischenstopp zu absolvieren musste ich bald aufgeben - ich passierte lange Strände, von deren Existenz ich gar nicht wusste, und die mich zudem mit einem perfekten Brückenblick überraschten. Immer näher kam ich dem riesigen Stahlkoloss, und immer imposanter wurde er. Schliesslich war ich unter der Brücke angelangt, und konnte die Konstruktion aus der Nähe betrachten. Dann kam endlich das Herzstück des Trips, das Überqueren der Brücke. Ein schmaler Seitenstreifen ist für Fussgänger und Fahrradfahrer reserviert. Wie man sich vorstellen kann, kommt da einiges an Verkehr zusammen. Man trampelte und radelte sich gegenseitig auf den Füssen herum, und ab und zu war beinahe kein Durchkommen mehr. Genuss war das nicht mehr wirklich, und auch von der phänomenalen Aussicht bekam ich kaum was mit; Slalom um und durch Chinesengruppen, mit weitem Abstand um die wehenden Tücher der Inderfrauen (das würde mit Ketten und Speichen sonst tückisch), und immer Ausschau halten nach ven verrückten Japanermädels, die gerne ohne Vorwarnung mitten auf den Fahrtweg springen (keine Ahnung, was das bringen soll). Naja, nett war's trotzdem, nun *die* Brücke auch noch per Muskelkraft bezwungen zu haben. 

 
Trotz aller Hindernisse und unzählbaren Fotostops erledigte ich die 14 Kilometer dann doch noch unter 2 Stunden (alles andere wäre ja auch wirklich eine Schande gewesen) und war mit der Welt zufrieden. Ja ich wurde sogar noch viel zufriedener; ich machte es mir an der Uferpromenade gemütlich, mit Beeren und Salat aus dem Supermarkt sowie der neusten Edition des Magazins 'Newsweek' (die hatten in einer Riesen-Studie die besten Länder der Welt auserkoren und die Schweiz auf Platz 2 gesetzt; Grund genug, mich mittels den 7 Dollar Kaufpreis erkenntlich zu zeigen). Und just als ich zu futtern begann, schlich sich wieder der Nebel in die Bucht und bald war die Brücke weg. Hat Meyerlein mal wieder Glück gehabt!

 
Bald war die ganze Stadt eingenebelt - und was man zuvor während zwei Tage bei strahlendem Sonnenschein abgelichtet hat, wirkt natürlich danach bei tiefer Bewölkung überhaupt nicht mehr. So verzichtete ich dann auf weitere Fotosessions - abgesehen von einer: Die Seelöwen, die sich von Jahrzehnten aus unerklärlichen Gründen auf Pier 39 eingenistet hatten (und vor einem Jahr ebenso unerklärlicherweise plötzlich alle weg waren), sehen bei Sonne auch nicht viel besser aus als bei Nebel. Und so beobachtete ich dann also die Seelöwenpopulation. Die meisten dösten uninteressiert und gelangweilt vor sich hin, einige wenige lieferten sich mit furchteinflössenden Grimassen und ulkigen Rufen Duelle um die besten Plätze. Wieso nur musste ich an den Nationalrat und die Bundesratswahlen denken?

Als ich in die Jugi zurückkam, hörte ich aus meiner Tasche etwas wimmern. Huch, was hab' ich denn da angeschleppt? Es war dann nur mein Stativ, das sich nach der langen Zeit der Untätigkeit langsam etwas nutzlos und einsam vorkam, und sich nach einem Einsatz sehnte. Na gut, bei diesem Nebel war das kein wirkliches Vergnügen - aber was tut man nicht alles, um sein Equipment bei Laune zu halten. So schlurfte ich dann noch zwei Stunden lang durch die Nacht, ohne dass sich was wirklich herzeigbares ergeben hätte. Immerhin die letzte Bildidee funktionierte dann so etwas wie, und so gibt's nun Erkerchen mit einem Blick auf die eingenebelten -eben- Wolkenkratzer von Downtown. Good Night!



English
Well, basically I wanted to walk all across that huge bridge, because, yeah, walking is what I've been doing a lot recently. So I strolled along the seafront for quite some time, with bikes zipping by every minute. After half an hour I just couldn't resist the fun any longer, and so I joined in on the 'Bike the Bridge' lemming run. I pedalled my way along scenic beaches all the way to the bridge till I was standing directly beneath it. The main attraction is of course to actually cross the thing. With all that zigging and zagging and yanking and banking in order to avoid bumping into all the pedestrians on that crowded walkway, I didn't really have time to enjoy the view or the ride, but the feeling was still kinda cool. Just when I returned the bike, fog started to spread across the bridge and into the city. Even in San Francisco grey skies don't look that great on pictures, and so I didn't do much more, except for a short trip down to Pier 39 to catch a glimpse of the daily life of Sea Lions (which doesn't seem to consist of much more than sleeping, flapping fins, doing Sea Lion noises and attacking other Sea Lions at random.)
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