Wonderful day in a wonderful city

Trip Start Jun 20, 2010
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Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , California
Sunday, August 29, 2010

Als ich morgens früh im Bett liegend die Webcams konsultierte (Fenster hat's im Schlafsäälchen nämlich keine), stellte ich mit Schrecken und Freude gleichzeitig fest, dass die Stadt nicht wie erwartet in dichten Morgennebel gehüllt war, sondern eitel Sonnenschein genoss. Also nichts wie raus aus den Federn und ab auf die Piste. 







Auf einen schönen Morgen war ich eigentlich nicht vorbereitet, und daher irrte ich so ziemlich ziellos durch die Strassen. Na gut, mal ab zum Coit Tower für einen ersten Überblick - der kleine Turm sitzt auf einer der vielen Anhöhen mitten in der Stadt, was einem dann doch eine ganz nette Aussicht beschert. Der Schalterchinese nahm meine fünf Dollar wortlos und ohne mit der Wimper zu zucken entgegen, und auch der Liftfahrerchinese war keinen Deut gesprächiger. Vielleicht sitzt ihnen ja die Mafia im Nacken. Jedenfalls war der Ausblick dann nicht übel; wie erwartet befanden sich die Hochhäuser des Finanzviertels zwar im Gegenlicht, dafür war die Bucht mitsamt Alcatraz (weeeeeit weg) und Golden Gate Bridge (noch viiiieel weiter weg) schön beleuchtet. 


Vom Turm aus erspähte ich auch gleich etwas, das ich zum nächsten Ziel machen konnte: Die Lombard Street war gleich um die Ecke. Na gut, also die Lombard Street zieht sich ja so etwa durch die ganze Stadt durch - aber die Rede ist natürlich vom kurvigen Abschnitt, der sich mitten durchs Blumenbeet windet und den die Italiener offenbar am liebsten kontinuierlich hupend zurücklegen. Auf dem Weg zum Objekt meiner Begierde kam ich noch an einer netten Kirche vorbei, im Vorpark konnten derweil dutzende Chinesinnen älteren Semesters bei ihren gemütlichen Tai-Chi-Ritualen beobachtet werden. Mit der Ruhe war's an *der* Strasse dann vorbei - neben dem nie abebbenden Autostrom abwärts (und einigen uninformierten Seelen in Mietautos, die die Strasse verbotenerweise raufzufahren versuchten) war auch schon wieder halb Europa auf den Beinen. Auf den Gehsteigen links und rechts war schon morgens um zehn fast kein Durchkommen mehr und ein ziemliches Gedränge.







Am oberen Ende angekommen gab's dann netterweise auch noch eine schöne Aussicht hinunter auf das Meer und Alcatraz obendrauf. Natürlich konnte ich mich damit nicht zufriedengeben, sondern musste auch noch ein Cable Car auf dem Bild haben. Leichter gesagt als getan! Erstens fahren diese Dinger in höchst unregelmässigen Abständen und bestenfalls alle 10 Minuten, andererseits stand immer im dümmsten Fall irgendwas im Weg: Ein Auto auf der Kreuzung zum Beispiel, oder mal wieder ne Traube Chinesen. Die ziehe ich ohnehin jedesmal magisch an, wenn ich mich irgendwo für ein Foto postiere. Anyway, nach knapp unter einer Stunde klappte es dann doch noch mehr oder weniger ungestört. 








 

Kurzer Zwischenstopp im Hotel, dann ging das Nachmittagsprogramm los. Noch kurz nen Dreitages-Buspass ergattert, ansonsten würde das mit diesen 99 Hügeln hier auf die Dauer etwas zu anstrengend. Einen für zwei Tage hatten sie natürlich nicht, und so musste ich nun Gas geben, um das Teil auch so rauszufahren. Los geht's! Erste Station: Ein etwas zurückversetzter Gipfel namens 'Twin Peaks', von dem man eine wunderbare Aussicht auf die Stadt und ihre Vororte geniesst. Naja, zumindest wenn es der Nebel denn zulässt. Von irgendwoher kamen nämlich die ganze Zeit Wolkenfetzen in einem Affenzahn über die Bergkuppe gerauscht, während im ganzen sonstigen Blickfeld kein einziges Wölkchen zu erspähen war. Aber auch hier zahlte sich die Geduld am Ende aus, und so konnte ich Frisco doch noch mehr oder weniger 'clean' auf den Chip bannen. 


Nächster Halt: Alamo Park. Zugegeben, das Motiv hab' ich am Morgen von einer Postkarte abgeschaut, die mich schon von weitem angelächelt hatte. Eine bunte Zeile niedlicher viktorianischer Häuschen, dahinter die höchsten Exponate der Skyline. War dann nicht ganz der Geheimtipp, zu dessen Auffinden ich mir innerlich schon gratulierte, sondern vielmehr ziemlich überlaufen - auch von chinesischen Reisegruppen mit dutzenden Stativen natürlich, die sich rücksichtslos und laut schnatternd direkt vor meiner Nase niederliessen. Nette manieren! Hier nützte nun alle Warterei nicht mehr, ganz ohne Personen auf dem Bild ging's beim besten Willen nicht. Da vermisse ich doch die Nationalparks!


Nun war ich am Ende des geplanten Tagesprogramms angekommen, hatte aber immernoch zwei Stunden Sonnenlicht übrig. Ein weiterer Blick auf die Webcam verriet, dass der zwischenzeitlich aufgekommene Nebel netterweise wieder von der Golden Gate-Bridge abgelassen hatte. Die wäre eigentlich erst für morgen geplant gewesen, aber man weiss ja nie. Mein iPhone spuckte mir zu meiner Verwunderung sogar ne Busverbindung aus, die mich zu einem wunderschön gelegenen Abends-Aussichtspunkt am anderen Ufer bringen sollte. Satz mit 'x', dort wurde gerade gebaut, was Google natürlich mal wieder nicht wusste. Stattdessen fuhr der Bus über Stock und Stein durch die Marine Headlands, die gottverlassene Landschaft, die sich da am fernen Ende der Brücke befindet. War zwar gar nicht was ich wollte, aber immerhin konnte mich die Aussicht auf einen schönen Strand mit Klippen etwas besänftigen.
 
Ganz abgeschlossen hatte ich mit der Brücke aber doch noch nicht. Leider sass ich schon im letzten Bus und konnte daher nicht aussteigen, ohne die Nacht irgendwo dort drüben auf einem Acker verbringen zu müssen. Aber sobald wir wieder auf 'meiner' Seite waren sprang ich aus dem Bus und sammelte immerhin noch ein, was von dort zu holen war. Das Licht stimmt mal wieder nicht ganz, dafür macht sich der Strand im Vordergrund auch nicht schlecht. Als erste Nottrophäe reicht's allemal, für den Fall, dass sich die Sonne morgen einen freien Tag genehmigen sollte. Allerdings musste ich das Intermezzo dann ziemlich schnell beenden - Jeans und T-Shirt machen sich bei 11°C und einem bissigen Wind nämlich überhaupt nicht gut. Und das soll Kalifornien sein? Irgendwie werd' ich das Gefühl nicht los, da habe jemand ein paar Buchten weiter eine Horde Eisberge geparkt! 



English
Today was entirely dedicated to sightseeing all around San Francisco. Was caught a little off guard by a sunny and fog-less morning, and got off unprepared to an unexpectedly early start. With little idea which of the many sights to see first, I opted for the Coit tower and the nice overview of downtown it provides. Spotted the famous curvy stretch of Lombard Street from there, and so that's where I went next. It was already buzzing with activity, be it cars scrambling down bumper to bumper, or myriads of Europeans running all over the place taking pictures. At the top I had a nice typical San Francisco-view all down to the bay and Alcatraz - but I couldn't leave without including a Cable Car in my picture, and it took a whole hour to get one without dozens of tourists in the foreground ruining the photo. Afternoon: Headed to Twin Peaks first and enjoyed the breathtaking view of San Francisco and its suburbs. Next was a spot called Alamo Park, where a row of sweet Victorian houses posed neatly in front of the skyline. Finally tried to get some first pics of the Golden Gate bridge. Didn't end up at the viewpoint I though the bus would take me, but instead got a tour of the whole area at the far end of the bridge. Finally I was able to catch a first glimpse of *the* Bridge - hopefully more of the same to come tomorrow! 
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