Eine Überdosis LAX

Trip Start Jun 20, 2010
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Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , California
Tuesday, August 24, 2010

Puh, was soll ich denn heute gross schreiben? Ich glaube, das wird das erste Mal, dass ich einen Eintrag unter sechs Abschnitten Länge zustande bringe. Nicht, dass heute Erlebnispause gewesen wäre, ganz und gar nicht. Ich habe ja bisher einige gefragt, was man in LA so gesehen haben muss. Die Touristen haben es sich leicht gemacht und jeweils leicht schuldig erzählt, sie seien die ganze Zeit nur am Strand gelegen. Die Locals, die armen, wussten sich nach einer laaaangen Denkpause meist nur verlegen lächelnd durch die Gegenfrage aus der Affäre zu ziehen, was es denn in der Schweiz so zu sehen gäbe ausser Volvowerken und Elchen (sic! und zwar mehrmals). 

 

Fazit: LA scheint touristisches Brachland zu sein - zumindest, wenn man nicht an irgendwelchen Filmsets herumtrampeln, über Sterne im Boden stolpern oder gut versteckte Promivillen aufspüren gehen will. Da kann ich ja ohne schlechtes Gewissen einen Tag am Airport bleiben. Und genau das tat ich dann auch. Sonnenaufgang 06:21, Sonnenuntergang 19:29. Dazwischen gab's nach Adam Riese 13 Stunden und 8 Minuten Dauersonne, und ich habe jede einzelne der 788 Minuten durch den Fokus meiner Kamera miterlebt. Der ganze Spass begann auf meinem Balkon mit seiner formidablen Aussicht. Kaum hatte sich der rote Feuerball in die Dunstglocke von LA erhoben, meinten vier gewiefte FedEx-Frachter, sie könnten sich ungesehen aus dem Staub machen. Pech gehabt, der Meyer war bereit!
 
Die Aussicht auf dem Balkon war wirklich toll. Okay, die Landungen konnten nur beim Ausrollen eingefangen werden, und auch nur, wenn sie nicht länger als eine A320 waren - sonst passten sie nicht in die Lücke zwischen den Laternen. Die Starts waren da schon weit einfacher zu holen, erhoben sie sich doch meistens direkt vor meiner Nase über die niederen Gebäude im Vordergrund. Ich bekam dann aber doch das Gefühl, ich müsse mal noch was anderes sehen - und begab mich zum bekannten Spotterpunkt 'Imperial Hill', der glücklicherweise nur 10 Minuten zu Fuss entfernt war. Es kam allerlei buntes und grosses Geflügel angerauscht, nur die beiden fest herbeigesehnten Air Tahiti Nui liessen auf sich warten. Mit ner Stunde Verspätung liessen sie sich dann doch noch blicken - allerdings entgegen aller Vorhersagen und analysierten Flugbewegungen der letzten Wochen in zwei Kilometern Entfernung auf der Parallelbahn, unerreichbar für meine Kamera. Bäh...

Eigentlich wollte ich ja schon lange zum anderen Spot, dem In n' Out Burger von gestern. Die Logik versprach, dass dort auf der Nordbahn die meisten grossen Flieger zu beobachten sein würden (da die meisten Langstrecken halt weit über den Norden führen und dann wie überreife Äpfel in den Süden runterpurzeln). Aber eben, erst hielten mich die Tahiti-Vögel auf. Und als die dann endlich durch waren und ich zusammenpackte, rollte der wunderschöne China Airlines-Jumbo in Dreamliner-Bemalung direkt vor mir an sein Gate. Der war irgendwo in einem anderen Winkel des Airports gelandet. Aber wenn der nun da steht, sind die Chancen gross, dass er sich in zwei Stunden von dieser Bahn hier verabschieden wird. 




Wie schwer wiegt ein Dreamliner-Jumbo? Sehr schwer, denn für mich musste er all das schöne Zeugs aufwiegen, das nun alle paar Minuten über die entfernte Nordbahn reinsegelte und das ich, seinetwegen noch immer im Süden stehend, verpasste. Zwei Alaskas, zwei Southwests und ne EVA Air Triple Seven in Spezialbemalung, dazu ein paar Heavies aus Europa und Asien. Die zwei Stunden waren dann wirklich reinste Tortur. Schliesslich löste sich das Traumschiff langsam vom Gate und erhob sich wenig später etwas zu bedächtig in die Luft. Viel zu spät für ein Bild mit Tower, das Licht war auch schon nicht mehr so super, aber natürlich war die Maschine selber schon Attraktion genug.



Nun lohnte sich der Pistenwechsel für mich auch nicht mehr, denn in 90 Minuten hatte ich hier am Imperial Hill mit einem langjährigen E-Mail-Freund aus LA abgemacht. Derjenige, der keine deutschen Facebook-Kommentare mag übrigens. Leider kümmerte er sich auch nicht so stark um den Sonnenstand wie ich, und so waren die Flieger während unseres Treffens grösstenteils bereits im Schatten. Immerhin, es kam dann noch eine Air Tahiti angerauscht, und der Blümchenflieger aus der Südsee drehte sich netterweise auch schön fotogen in die Sonne. Bei Nummer 4 des Tages hatte es also endlich doch noch für ein Foto gereicht, bestens!




Eine Stunde vor Sonnenuntergang machte sich mein Kollege dann auf den Heimweg - kann ich ihm bei Grösse und Verkehrsaufkommen von LA nicht verübeln. Und ich hatte noch eine Stunde Zeit für meinen geliebten In n' Out. Also auf den nächsten Bus gehüpft, und schon war ich da. Aber dabei blieb's nicht. Ich erblickte etwas entfernt eine hohe Grasböschung entlang der Strasse. Man wird doch von dort nicht etwa über den Zaun direkt auf die Piste sehen? Oh doch, und wie! Wunderbar war's hier - ob landende Jumbos in der Abendsonne oder die grimmig dreinschauende Air France Triple Seven frontal beim Line-up. Was für ein toller Abschluss für diesen (trotz einigen Flüchen zwischendurch) rundum gelungenen Tag! Oops, und das waren schon wieder 7 Abschnitte...


 
English
Exactly 13 hours and 8 minutes from sunrise to sunset. And guess what? I spent each and everyone of them chasing airplanes! Started off with the view from my balcony, first nailing a bunch of FedEx freighters that tried to tip-toe out of sight shortly after sunrise. Caught lots of other departures during the rest of the morning. Moved down the road to the famous 'Imperial Hill' spotting point at noon to continue shooting take-offs. When I was just about to leave, China Airlines' gorgeous Dreamliner 747 pulled up at a gate right in front of me. So I waited another 2 hours for her departure. Finally met with a long-time internet friend of mine, while unfortunately the sun was moving to the other side of the field and the shots were starting to get backlit. For the grande finale, I took a bus to the In n' Out Burger again. From there I spotted a roadside hill and tried my luck. Panned out exactly as I wished: A perfect view on landings and line-ups illuminated by a warm sunset. As perfect as a spotting day can get!
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