Bye bye Grand Canyon

Trip Start Jun 20, 2010
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Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , Arizona
Friday, August 20, 2010

Heute hiess es Abschied nehmen vom Grand Canyon, aber nicht ohne ein landschaftliches und wettertechnisches Grande Finale. Mit den 400 Kilometern hinunter nach Phoenix geht auch der landschaftlich spezielle Teil der Reise zu Ende. Es folgt wohl so etwas wie der dreiwöchige anti-climax, aber ich werde mein Bestes geben, die Leserschaft bei Laune zu halten. Achja, endlich habe ich mal Platz, das Nummernschild nachzureichen. Seit Page bin ich natürlich in Arizona, dem -wie passend- Grand Canyon State.
Arizona

Ist der Schlafrhythmus erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert - das wohl in etwa das Motto der letzten Nacht. Offenbar waren die Hikes doch anstrengender als gedacht, denn sobald ich mein Bett sah, war's um den Blog-Eintrag erst mal geschehen. Morgens um 1 aufgewacht und den Blog geschrieben. Just als ich diesen absandte war's 5 Uhr und ein erster Silberstreifen zeigte sich am Horizont. Sonnenaufgang schauen oder schlafen gehen? Ersteres natürlich. Also den Pulli gesattelt (womit ich ihn nun im Durchschnitt immerhin einmal jeden Monat gebraucht hätte...) und dem farbenfrohen Schauspiel beigewohnt. Der Kontrastumfang der Kamera war mit dem Gebotenen natürlich heillos überfordert, und so genoss ich die Situation lieber ganz ohne Fotos. Aber immerhin den Sonnenaufgang um 05:48 kann ich bieten (zusammen mit einer Armada Dustspots - aber bei Blende 26 gibt's halt die schönsten Strahlen...)

 
 Jetzt hatte ich noch 4 Stunden bis mein Shuttle mich aus dem Canyon bringen würde. Schlafen? Denkste. Ein wunderschöner Morgen und kein einziges Wölkchen am Himmel - diese Situation muss ausgenutzt werden. Immerhin gefällt mir so der Canyon am besten: Erst wenn keine Wolkenschatten auf dem Bild zu sehen ist, wird richtig ersichtlich, wie zerfurcht die Landschaft selber schon ist. Also noch kurz die Ecke des Parks abgeklappert, die ich noch nicht kannte - und die glücklicherweise nach Westen blickte, also mit dem Licht. Die vielen grandiosen Aussichtspunkte waren noch ausgestorben und ich hatte den wunderschönen Ausblick meist ganz für mich alleine. Hier konnte ich auch endlich einen Blick auf den Übeltäter erhaschen, der dem armen Hochplateau die tiefen Schnitte zugefügt hat: Der Colorado River, der sich im Vergleich zu den riesigen Felsformationen wie ein unschuldiger kleiner Rinnsal durchs Tal schlängelt. Traumhaft!
 
 Umso schwerer fiel dann der Abschied. Von der Fahrt habe ich schon wieder nicht viel mitbekommen, irgendwann musste mich der Schlafmangel ja einholen. In Flagstaff mit Sack und Pack durchs Dorf gelatscht, um vom Shuttle-Parkplatz zur Greyhound-Station zu gelangen. Hach, ich habe meine Windhunde und ihr spezielles Klientel schon richtiggehend vermisst! Der Bus hinunter nach Phoenix fuhr dann pünktlich und ich hatte eine Sitzreihe für mich, alles in Butter also. Die dreistündige Fahrt war weiter nicht spektakulär, bis auf den riesigen Kaktus, der plötzlich neben der Autobahn stand. Und noch einer. Immer mehr wurden es, manchmal passierten wir ganze Felder dieser über mannshohen Pflanzen! Endlich habe ich die also auch gesehen, cool!


 
Ankunft in Phoenix. Wow. Da hat wohl jemand die Heizung nicht abgedreht - ist ja eine Affenhitze hier! Nachdem ich die letzten Wochen meistens auf beinahe 2'000 Metern und in leicht kühleren Gefilden unterwegs war, waren die erdrückenden Temperaturen hier ein ziemlicher Schock. Die Greyhound-Station liegt wenigstens gleich beim Airport und auch mein Hotel habe ich hier gewählt. Was liegt da näher, als sich noch etwas auf die Jagd zu begeben? Immerhin bietet Phoenix drei hohe Parkhäuser, von denen man einen tollen Überblick über alle drei Pisten geniesst. Noch bevor ich überhaupt zum Hotel gelange, begebe ich mich mit dem ganzen Baggage aufs Parkhaus 4. Die Blickwinkel sind super und die Sand- und Steinlandschaften machen sich im Bildhintergrund auch nicht allzu schlecht. 

Der Verkehr ist eher mau - die eine Seite des Terminals quillt über mit Southwesten, auf der anderen Seite stehen dutzende US Airwaysen Rad an Rad. Sonst gibt's nicht viel zu sehen. Naja, einige Leckerbissen hat's schon. Und die kommen natürlich immer abwechselnd auf anderen Pisten rein, sodass ich bei dieser Gluthitze mit meinen beiden Rucksäcken mehrmals über das ganze Parkhaus rennen darf. Das ist alles andere als angenehm! 43 Grad meldet das Flughafenwetter - aber das exponierte Oberdeck des Parkhauses kocht förmlich. Da waren die 38 in Vegas ja direkt angenehm, und ich bin doch froh, kletterte ich im Grand Canyon nicht ganz so weit runter. Immerhin gelingt mir mein geplanter Schuss - der tägliche British-Airways-Jumbo vor der Sandsteinformation. 

Schliesslich nähert sich endlich der lange herbeigesehnte Sonnenuntergang (immerhin war nämlich so viel los, dass ich mich während 3 Stunden nicht losreissen konnte, um was zu trinken zu beschaffen). Doch auch hier hört die Plackerei und Rumsprinterei nicht auf. Auf der einen Seite rollen im besten Licht Dutzende Flieger zum Start, auf der anderen geht genau hinter der Skyline die Sonne unter. Wie toll wär's gewesen, wenn da ein Flieger genau vorne durch geflogen wäre? Die erbarmten sich meiner erst, als sich die Sonne schon aus dem Staub gemacht hatte. Aber nun weiss ich immerhin, was ich morgen Abend zu tun habe. Ansonsten scheint dieses Phoenix nicht allzu viel zu bieten (Tipps sind immer willkommen), sodass es vielleicht mal einen etwas ruhigeren Tag gibt...


English
 Just when I was finishing yesterday's blog, a silver lining was starting to appear on the horizon. Sunrise was approaching fast and I decided to watch it rather than going to bed. What an amazing sight to behold, and much too colourful that a picture could ever do it justice. However, the camera got a good workout afterwards. Clear skies as far as I could see - the perfect setting for some last images. Visited the western side of the Park, which, too, offered phenomenal views and even allowed a glimpse all the way down to the river here and there. The 5-hour drive down to Phoenix wasn't too special, but I was still pretty excited once I had spotted the first few giant cactuses that started to line the highway. Arrival in the boiling heat of Phoenix. But the 43°C still couldn't stop me from climbing one of the airport parking garages, and shooting at every plane that happened to fly through my viewfinder. Not too many special ones, but the background setting and the nice sunset still made up for the fight with the heat. 
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