Hiking all around Grand Canyon

Trip Start Jun 20, 2010
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Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , Arizona
Thursday, August 19, 2010

Heute war mal wieder ein Tag mit mehr Kilometern als Bildern. Und das, obwohl ich nur gewandert bin! Es scheint, als wolle es die Natur den Touristen nicht leicht machen, ihr Meisterwerk jahrtausendelanger Erosionsarbeit mal eben so auf ein Foto zu bannen. Immerhin, die Wanderungen waren auch ganz nett - 14,5 Kilometer haben sich bis zum Ende des Tages angesammelt, gut 1'000 Höhenmeter vernichtet und wieder erklommen. Erstes Ziel: Der populäre Bright Angel Trail runter in den Canyon. Also die Schuhe geschnürt und in die Tiefe gestürzt...

 

Es ging dann auch sofort in etlichen Serpentinen steil den Hang runter - wie sonst sollte man auch einen Canyon bewandern. Das ganze ist ziemlich tückisch für Touristen, die sich angetrieben von der Schwerkraft hier runterwagen, ohne an den Wiederaufstieg zu denken. Aber ich war mir der Sache durchaus bewusst, und ging es entsprechend langsam an. Obwohl keine 500 Meter Luftlinie von meinem Ausgangspunkt entfernt, war ich nach gut einer Stunde beim 3-Meilen-Häuschen angekommen und hatte somit bereits 5 Kilometer respektive 650 Höhenmeter zurückgelegt. Dabei hatte man noch immer nicht das Gefühl, wirklich im Canyon drin zu sein - das Teil ist wohl einfach zu gross. 

 Auch die weiteren Stationen des Weges schienen zum Greifen nahe: Etwas weiter unten ein Wäldchen namens Indian Gardens, und schliesslich der Punkt an der letzten Klippe direkt über dem Fluss. Erst dort hat man wohl eine tolle Aussicht und schöne Fotos, dachte ich. 
Das sah alles nett und flach aus da unten, aber meine Karte meinte, das wären nochmals 10 zusätzliche Kilometer und 500 Höhenmeter, und riet dringendst davon ab, das im Sommer in einem Tag versuchen zu wollen. Und schon gar nicht, wenn man erst nach Sonnenaufgang losgewandert ist. Je tiefer man nämlich kommt, desto heisser wird es. Alle 500 Höhenmeter entsprächen 500 Kilometer Fahrt nach Süden, sagt man. Na gut, bei mir war's in New York heisser als in Miami, aber you get the picture. Während es oben am Rand ziemlich frisch ist, können die Temperaturen ganz unten im 'Backofen' bis zu 50 Grad im Schatten erreichen - bloss dass dort nichts Schatten spendendes mehr rumsteht. Das war mir dann doch etwas zu riskant, und so liess ich die Sache schweren Herzens bleiben und wandete mich meiner neuen Aufgabe zu - die 5 Kilometer wieder den Berg hochzukraxeln. Schaut ziemlich furtchteinflössend aus, wenn man da der Wand entlang nach oben blickt. 
 

Und so reihte ich mich ein in den Tross schnaubender, schwitzender Europäer, die sich mit häufigen Stopps den Weg raufquälten. Bloss dass die Qual irgendwie ausblieb - im Gegenteil, ich ging immer schneller, liess dutzende Wanderer hinter mir, und das ganze setzte mir noch immer nicht wirklich zu. Irgendwie scheine ich auf dieses scheussliche Chlor-Wasser hier anzusprechen, oder sonst zu viel Energie zu haben. Nach nur 85 Minuten -und damit nur wenig mehr als auf dem Abstieg- war ich wieder oben angekommen. Gesamtzeit 2,5 Stunden, angegeben waren 4 bis 6. Keine Ahnung, was für einer Schnecke die die Stoppuhr umgebunden haben. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mich ja wirklich noch weiter runterwagen können. 

Ich verzog mich mal in mein Zimmer und kühlte mich vor dem Ventilator ausgestreckt wieder auf normale Betriebstemperatur runter. Bald schon hatte ich das Gefühl, dass da noch genug Kraftreserven für eine weitere Wanderung vorhanden sind. Und so ging's dann per Shuttle ab ans andere Ende des Parks, zum Kaibab Trail. Der ist in etwa gleich steil, bietet aber viel schönere Aussichten. Und der Return Trip ist nur 5 Kilometer bei 350 Höhenmetern. Gut die Hälfte des bereits erledigten also und damit perfekt für einen gemütlichen Nachmittags-Spaziergang. Der Pfad hielt dann seine Versprechen und bot endlich Gelegenheit für ein paar nette Fotos - die Plackerei am Morgen zahlte sich in dieser Hinsicht nämlich überhaupt nicht aus. 

Nach einer halben Stunde war ich unten am Umkehrpunkt namens Cedar Ridge angekommen und bewunderte das wundervolle Panorama. Die tiefstehende Sonne tauchte den Canyon endlich in satte, besser fotografierbare Farben, und die langen Schatten steuerten etwas Kontrast bei. So gefällt mir das schon viel besser! Ich war zu dieser späten Zeit der einzige hier und genoss die Einsamamkeit im Angesicht des Riesen-Canyons. Der Aufstieg brauchte dann eine weitere halbe Stunde, womit ich auch diese Wanderung just in der angegebenen Minimalzeit absolviert hatte. I like!



Schliesslich ging's eine Shuttlestation weiter zu einem Aussichtspunkt namens Yaki Point, wo ich mich fürs Farbenschauspiel des Sonnenuntergangs aufbaute - für etwas hatte ich das Stativ ja die ganze Zeit mitgeschleppt. Die Aussicht war hier sogar noch etwas besser als von der Wanderung zuvor, was mich zum Fazit bringt, dass man sich nur für die Fotos eigentlich gar nicht in die Tiefe wagen muss. Die schier unendliche Canyonlandschaft in immer dunkleren Rottönen zu sehen war dann durchaus nett, wie auch der Sonnenuntergang selber. Auch wenn sich am Aussichtspunkt etwa 80 Touristen auf den Füssen rumstanden und die Shuttle-Busse nach dem Spektakel so überfüllt waren wie die Züri-Trams in der Uni-Mittagspause. 

Beim Einkauf fürs Nachtessen stolperte ich über einen anmächeligen Tomaten-Mozzarella-Salat - konnte ja nicht wissen, dass die Amis da noch eine Tonne Chili reinkippten. Können die unsere Speisen nicht einfach mal in Ruhe lassen? Wir wissen doch selbst ziemlich gut, was wir da tun...Bevor ich meinen ganzen Wasservorrat für morgen zum Löschen dieses Chili-Feuerwerks vergeudete, erklärte ich das Abendessen für beendet und machte mich auf einen letzten kurzen Spaziergang: Der Canyon im (beinahe) Vollmond-Licht - etwas, auf was ich mich schon lange freute. Der Anblick war dann auch so majestätisch wie gedacht - nur auf den Fotos sieht's aus wie am Tag, ausser dass man am Himmel die Sterne und an der gegenüberliegenden Kante 16 Kilometer entfernt die Lichter des North Rim-Touristenzentrums ausmachen kann. 


English 
Plenty of hiking today. First was the popular Birght Angel trail, with countless switchbacks leading steeply down into the Canyon. While the way down is easy and fun, you always have to keep in mind that you'll need to climb that all up again - yuck! So I stopped after an hour's walk, 3 mi/5km in and 2'100ft/650m deep. I didn't really feel like being in the canyon, but that was as far as I was going. The way up again was much more pleasant than anticipated - I almost ended up jogging uphill, much to the bewilderment of the dozens of hikers I passed. Completed the roundtrip in 3 hours instead of the 4-6 the Park brochure wants to make you believe you need. Having still some energy left, I headed for another trail of about half the length and height, but double the picturesqueity (no idea if that word even exists). Now that one was really beautiful, perfect for a relaxing afternoon stroll, and finally yielding some good photos. Took a shuttle bus to a lookout called Yaki Point, offering even more scenic views. So I stayed there watching the sunset. Ended the day gazing out into the Canyon illuminated only by moonlight: An amazing sight whose beauty can't even be remotely be captured in a picture. 
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