Viva Las Vegas

Trip Start Jun 20, 2010
1
53
89
Trip End Sep 15, 2010


Loading Map
Map your own trip!
Map Options
Show trip route
Hide lines
shadow
Where I stayed

Flag of United States  , Nevada
Wednesday, August 11, 2010

Der heutige Tag startete nachmittags um 14 Uhr - kommt davon, wenn man sich am Abend zuvor im Ami-Fernsehprogramm verloren hat und danach noch den Blog hinpfeffert. Das Aufregendste am Programm waren die Werbungen. Nein, echt jetzt. Wer sich im deutschsprachigen Raum über die Werbepausen beklagt, der kennt die USA nicht. Das fängt schon damit an, dass alle 2-3 Minuten eine Unterbrechung geschaltet wird. Wenn's gut kommt! Aber auch die Clips selber haben's in sich. Die Amis verbreiten ihre Messages mit einer solchen Sprechgeschwindigkeit und Lautstärke, untermalt von schnell geschnittenen, bunten Clips und schriller Musik, dass einem nach spätestens 5 Minuten schwindlig wird. Und offenbar muss auch noch mindestens dreimal pro Spot die Telefonnummer rausgeschrien werden, sonst verkauft sich der Schmarrn nicht. Typisches Beispiel gefällig? Bittesehr!

 
Und dann machen sie sich auch noch gegenseitig fertig. Die Politiker einander sowieso, da wirken selbst die Herren Heer und Tuena harmlos dagegen (Beispiel). Aber auch die Unternehmen dreschen mit Vorliebe direkt auf die Konkurrenz ein (Siehe hier). Und dann gibt es da noch die Anwälte -und etwa jede dritte Werbung wird von einem Anwalt geschaltet-, die sich da in ihren piekfeinen Anzügen vor der Kamera aufbauen und vorrechnen, wie viel Kohle man für einen banalen Auffahrunfall einheimsen kann, wenn man sie nur "now, call us now, get a free meeting when you call right now!!" anruft (Der Typ ist echt mal extrem!). Da wünscht man sich wirklich die Schweiz zurück, wo "Grüezi min Name isch Fischer" seelenruhig seine Daunenduvets "vo tote Tier gwäsche" vorstellt, vergleichender Werbung enge Grenzen gesetzt sind und wo Anwalts-Werbungen glücklicherweise verboten sind. 

 
Anyway. Eine grosse Attraktion von Vegas fehlte mir noch. Auch sie nimmt eine riesige Fläche ein, wurde aus einer unglaublichen Menge Beton errichtet und beherbergt eine nicht enden wollende Schar internationaler Gäste. Die Rede ist für einmal nicht von einem Hoteltempel, sondern (wie soll ich da überhaupt Spannung aufbauen, wenn das Bild rechts es eh schon verrät?) vom Airport. Genau. Neben dem Strip ist nämlich auch der Flughafen ein Paradies für Fotografen. Wenn der Wind denn will, gibt es fantastische Bilder mit den Kasinos im Hintergrund. Heute wollte er nicht, und so musste ich halt mit dem Ausblick auf die Wüste Vorlieb nehmen. Und anstatt dass ich bequem auf dem Flughafen-Parkhaus hätte Stellung beziehen können, durfte ich eine Dreiviertelstunde querbeetein der Hauptstrasse entlang marschieren. Eigentlich gäb's ja nen Bus, aber der fiel wegen Bauarbeiten gerade aus. Ich habe aber auch immer ein Glück, echt!

Als ich dann endlich dort war (der Marsch wäre unter schweisstreibend zu verbuchen, nur ist es hier so trocken, dass man nicht schwitzt, aber trotzdem etliche Liter Wasser runterbechern kann), war die Sonne schon fast im Norden angekommen. Und damit nicht dort, wo ich sie gebrauchen konnte. Zu allem Übel kam auch noch eine Southwest nach der anderen angesegelt. Nix gegen die Airline, aber ihre dunkel bemalten Flieger sind vom Fotografen-Standpunkt her einfach eine Schweinerei - wenn die mal korrekt belichtet sind, hat sich die an sich wunderschöne Landschaft im Hintergrund längst in die Überbelichtung verabschiedet. Anyway, immerhin ein paar andere Flieger kamen dann auch noch vorbei, insbesondere die nette hellblaue Triple Seven aus Seoul. 

 Trotzdem beendete ich die Session nach einer knappen Stunde und machte mich auf den ebenso langen Rückmarsch in Richtung Strip. Ich hatte aber ohnehin noch einen Punkt auf der To-Do-Liste - Stratosphere, Vegas' eigentlicher Aussichtsturm (der Eiffelturm ist mehr so der Geheimtipp), und der höchste in der westlichen Hälfte der USA. Beim Strip war ich endlich wieder in Reichweite der Busse - wobei die überhaupt nicht die erhoffte Erlösung brachten. Alle 100 Meter ein Stop, bei jedem Stop steigen 40 Leute ein und müssen vom Fahrer erst noch ein Ticket ergattern. Auf halber Strecke zum Aussichtsturm beendete ich das Trauerspiel und bestätigte danach meine Theorie, dass ich zu Fuss wirklich schneller war als dieses doofe Gefährt (das erst noch 5 Dollar pro Fahrt kostete). 

Genau 3 Minuten nach Sonnenuntergang (war ja klar) war ich dann oben angekommen, und konnte von 350 Metern Höhe auf (mal wieder) unendliche Einfamilienhäuschensiedlungen runterstarren. Das ganze Tal war voll von Lichterketten im Quadratmuster, eingekesselt von braunen Bergketten. Und wo war der Strip mit seinen Kasinos abgeblieben? Achja, da ist er ja - jöööö. Weit unten und weit entfernt, driftete er fast etwas in die Bedeutungslosigkeit ab. Damit bestätigte sich auch diese meine Befürchtung: Der Stratosphere Tower steht etwas gar abseits des Geschehens, mit dem Eiffelturm ist man einiges besser bedient. Ausser natürlich man sucht Adrenalinkicks - und derer gibt es am Turm einige, vom Bungee-Jumping bis zur Achterbahn in luftiger Höhe. 

Dann nochmals kurz zum Bellagio fürs Wasserspiel, aber diesmal ohne Kamera. Nur geniessen. Wenn da die Fontänen tanzen und Elvis 'Viva las Vegas' zum Besten gibt, ist das wohl as Vegas as it gets. Und nun bin ich nichtsahnend am Blog schreiben, da geht auch noch der Feueralarm los. Wunderbar. Also Laptop, Eierfon und Kamera gekrallt und runter an die Reception (Pass und Brieftasche hätte ich offenbar verbrennen lassen - meine Prioritäten mal wieder...). Zum Glück wohne ich nur im fünften Stock. War dann natürlich nichts, hatte aber dennoch den Effekt, dass nun 100 hyperventilierende Japaner wie elektrisierte Ping-Pong-Bälle durch die Lobby schiessen. Aber gut, wenn ich schon mal mit der Kamera unten bin, kann ich auch noch gleich ein Bildchen liefern - dies ist also der Slot-Machine-Wald, der sich vom Eingang bis weit nach hinten erstreckt, und an dem während dem Gang aufs Zimmer kein Weg vorbeiführt. 

English
Pretty slow start today, since I was glued to the TV last night. Well, just the ads mainly, for a study of the fascinating commercial culture of the US. Bottom line: Everything that's not fast, awfully loud, horribly colorful and repeats a phone number at least three times won't cut it. Tried my hand at some planespotting, but neither the winds nor the sun were really on my side. Instead of impressive plane-with-skyline shots, I ended up with some backlit photos from the desert. And they even required a 90 minute walk in the heat 'cause the bus wasn't running. Heading on to the Stratosphere Tower for the sunset, which I missed of course. Nevertheless, the view of a million glittering lights of the sprawling suburbs was pretty nice, too. The view of the Strip however was nothing compared to the one at the Eiffel Tower two days ago. Ended the day saying goodbye to the Bellagio fountains - definitely my favourite place in Vegas!
Slideshow Report as Spam

Comments

Jean-Paul on

Habe erst heute den Link zu Deinem Blog erhalten....
und bin inzwischen in St.Louis (quatsch... ich habe eben Deinen Beitrag zu St.Louis gelesen)
I am buff!!! -> dt.: Ich bin baff!!
Genial wie Du das machst!
Und trotz der weniger erfreulichen Nachrichten aus der Schweiz, wünsche ich Dir viel Freude bei Deiner Reise.

Lieber Gruss; Jean-Paul (Godfather ?? :-))

Add Comment

Use this image in your site

Copy and paste this html: