Ein Tag voller netter Überraschungen

Trip Start Jun 20, 2010
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Trip End Sep 15, 2010


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Where I stayed

Flag of United States  , Colorado
Friday, August 6, 2010

Heue gings wieder mit den Greyhounds weiter. Eigentlich erwartete ich von der Fahrt nicht allzu viel. Doch weit gefehlt: Die 400 Kilometer oder 6 Stunden von Grand Junction nach Durango waren ein Leckerbissen was Passstrassen und Bergpanoramen angeht. Aber von vorne...



 



In Grand Junction hab' ich erst mal kräftig ausgeschlafen - so lange, bis jemand an meine Tür hämmerte und meinte, es sei jetzt langsam Zeit zum Auschecken. Oops, 11:45. Ich hatte also noch drei Stunden in Grand Junction und keine Ahnung, was ich mit denen anfangen könnte. Da kam mir in den Sinn, dass ich während meiner Recherchen mal auf einige Fliegerfotos mit durchaus sehenswertem Hintergrund gestossen war. Schnell war der stündliche Bus an den Flugplatz aufgestöbert (siehste, sogar eine 50'000 Einwohner-Stadt in den USA hat einen Flughafenbus - der ÖV ist wirklich gar nicht so übel) und ich auf dem Weg durch die Stadt.

Das mit dem Flugplatz erwies sich in zweierlei Hinsicht als glückliche Wahl. Der Verkehr war zwar nicht wahnsinnig, immerhin konnte ich aber zwei weitere FedEx-Frachter erlegen - weit und breit die grössten Vögel am Platz. Dazu war aber die Bergkette, die sich unweit nördlich des Flughafens erstreckte, auch nicht ohne - ob als Hintergrund für die Fliegerfotos oder als Hauptdarsteller auf den Landschaftsbildern. Ich vergass beinahe die Zeit (das kommt ja noch öfters vor, wenn ich an Flughafenzäunen rumlungere) und musste mich danach ziemlich beeilen, meinen Greyhound doch noch zu erwischen.

Die Hetzerei war natürlich mal wieder für die Katz', denn der Windhund glänzte seinerseits durch 45 Minuten Verspätung. Wenigstens war genügend Platz vorhanden, sogar die vorderste Reihe lächelte mich einladend an. Ich erwartete zwar keine allzu sehenswerte Fahrt, aber na gut, niste ich mich halt mal hier vorne ein. Die ersten zwei Stunden verliefen dann etwa wie erwartet, wir gleiteten (glitten? Oje, jetzt fängt's an, zu lange kein Deutsch mehr gehört...) durch sehr trockene Landschaften. Immerhin, auch die haben ihren Charme, insbesondere wenn links und rechts noch Canyons und andere schöne Felsformationen vorbeiziehen. In der Ferne thronten mal wieder die Berge. Wir werden doch nicht etwa...?

Oh doch, wir taten. Irgendwann ging das staubige Ödland ziemlich rasch in saftig grünes Weideland über, und wir schraubten uns immer höher nach oben. Okay, damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Während erst noch die sanften Hügel die landschaftliche Hauptattraktion darstellten und mir dementsprechend jetzt auf hunderten Bildern entgegen lächeln, wurden sie kurz später durch die imposanten Berge abgelöst und in den Schatten gestellt, an denen der Sucher nun gar nicht mehr vorbeikam und die meinem armen Knips-Finger 3 Stunden Hochleistungssport abverlangten. 




Plötzlich wechselten auch noch die schroffen Felswände, die neben der Strasse zum Greifen nahe waren, ihre Farbe und erstrahlten fortan in einem intensiven rot. Hier wartet schon hinter jeder Kurve eine Überraschung! Es folgte ein kurzer Zwischenhalt im Wintersport-Nest Telluride, das neben dem höchsten linienmässig angeflogenen Airport der Staaten (9'078ft/2767m) meines Erachtens auch die Greyhound-Station mit dem besten Ausblick im ganzen Land beheimatet. 




Das Bergpanorama läutete nun den letzten Teil der Etappe ein, die verbleibenden zwei Stunden nach Durango (noch immer Colorado, jaja). Dabei mühte sich der Bus auch noch einen weiteren Pass hoch - Lizard Head hiess der, und lag immerhin auf beachtlichen 3'115 Metern. Da ist doch das Jungfraujoch schon fast wieder in Griffweite, und hier gondelt man in einem Bus durch die grüne Landschaft. Verrückt! Wir tuckerten auf unserem grauen Asphaltband durch wunderschönste Berglandschaften, komplett mit farbigen Blumen und immerhin zweifarbigen Kühen am Strassenrand. Der US-Überlandbus war längst zum Bündner Postauto mutiert!


Leider hatte sich die Sonne schon hinter die Bergspitzen verdrückt - also keine gescheiten Fotos mehr. Die Dunkelheit kam uns schon mit grossen Schritten entgegen, da fuhren wir mal wieder um eine Kurve, und vor uns brannte der Himmel. Es entfaltete sich eine wunderschöne abendliche Wolkenlandschaft - was nun das Dutzend positiver Überraschungen heute wohl etwa komplettiete. Und ich hatte mit einem langweiligen Tag gerechnet...Eine negative Überraschung gab's dann doch noch: Hier in der Jugi pennen in meinem Zimmer schon alle und um 12 ist Nachtruhe. Da musste der heutige Blog-Eintrag in Windeseile hingepfeffert werden, für rumfeilen und vor allem kürzen blieb keine Zeit. Ich hoffe, die Lektüre in 'raw' war trotzdem auszuhalten...


English 
Had a good night's sleep alone in my hostel room in Grand Junction, and woke up around noon when someone was banging on my door urging me to check out instantly. With three hours until the departure of my bus, I had time on my hands and no idea what to do. So I did what everyone would do in this kind of situation - I went to the airport! I wasn't expecting too much of the trip, so imagine my surprise when this ultra scenic mountain range materialized out of nothing, and two FedEx freighters were standing right there in front of it, all but begging to have their picture taken.
Finally came the time for the drive south to Durango - 400 kilometers or 6 hours, and again I wasn't expecting anything fancy, but took that free front row seat anyway, just in case. The case appeared two hours into the drive, and consisted of a lovely group of mountains that kept coming closer at 50 miles an hour. Soon we were right in the middle of all that gorgeous scenery, winding our way upwards on treachorous roads. Rolling hills, steep mountains, red rock walls, deep canyons, raging rivers - this place had it all!
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Comments

Oli on

Und ob sie auszuhalten war =)
Wunderbar wieder einmal! Ich weiss gar nicht, was ich jeden Morgen
machen soll, wenn du wieder zu Hause bist...
Übrigens spürt man in dieser RAW-Fassung deine Begeisterung sehr gut ;)

Man wünscht dir (und uns ;))) einen weiteren Supertag!
Oli

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