Ein verschlafener Tag in der Mile High City

Trip Start Jun 20, 2010
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Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , Colorado
Tuesday, August 3, 2010

Wieso liege ich im Bett und umarme mein Netbook? Und wieso zeigt der Wecker 7:28? So war das aber nicht geplant! Und der Blog hat sich natürlich auch nicht von selber geschrieben (viel mehr war das Netbook inzwischen tot und das ganze zuvor geschriebene weg). Erkenntnis: Sollte wohl nicht mehr im Liegen schreiben. Oder vielleicht sind die 4'300 Meter halt doch nicht so ganz ohne, Eidgenosse hin oder her...Anyway, weiter schlimm war die Verschlaferei ja nicht. Hatte für heute ohnehin nicht allzu viel geplant gehabt. Also machte ich es mir mal mit meinem Reiseführer auf dem Bett gemütlich, und schaute, was ich heute so unternehmen könnte. 


Wumm, und ich war wieder für drei Stunden weg. Langsam glaube ich, die füttern die Klimaanlage hier mit Schlafgas. Echt fies, sowas! Es war mittlerweile 14 Uhr, und ich hatte noch immer nichts von Denver gesehen. Mein Zimmer ist aber auch nicht ganz unschuldig. Ausblick aus dem Fenster: Die Hotellobby. Ich sehe also überhaupt nicht, was draussen abgeht. Das raubt einem einerseits das Zeitgefühl. Viel schlimmer aber: Man hat keine Ahnung, wie das Wetter ist. So versuche ich mir dann mittels Wetterradar und Webcams während einer Stunde ein Bild zu verschaffen (ja, zugegeben, ich hätte auch einfach kurz nach draussen gehen können - aber dazu war ich zu faul, heute besonders!). Es hilft aber alles nix. Ich muss die Bewegungen der Wolken sehen und den Wind spüren, anders geht das nicht (vielleicht habe ich ja indianische Vorfahren?)

Radar und Kameras meinen, dass schon wieder das erste grosse Gewitter vor den Toren der Stadt hockt. Na das kann ich nun aber gar nicht gebrauchen - zum einen werde ich nicht gern nass, zum zweiten bin ich überzeugter Schönwetterfotograf (alles andere ist mir zu grau), und zum dritten kann ich den mit der Badehose (vgl. Eintrag Savannah ) hier im Mariott nicht bringen. Aber den ganzen Tag nur im Zimmer rumlungern geht ja auch nicht. Also packe ich mürrisch meine sieben Fotosachen und mache mich halt trotzdem auf. Als ich auf die Strasse trete, kommt die Überraschung: Blauer Himmel und eitel Sonnenschein, das Gewitter lauert entfernt im Hintergrund. Soviel zur Strafe für die Faulheit. Also nichts wie los zur architektonischen Hauptattraktion - wie könnte es anders sein, das Kapitol. 

Das Objekt meiner Begierde strahlt mir mit seiner goldenen Kuppel schon von weit her entgegen. Ein Kapitol wie es im Buche steht, wuchtig, gross und imposant, wie es da auf seinem Hügel trohnt. Drei verschiedene Treppenstufen markieren die Höhe von genau einer Meile über Meer - he ja, die Messresultate waren halt immer mal wieder unterschiedlich...Davor steht die Statue eines Soldates als Monument für die Siege der Weissen über die Indianer - das wiederum fanden dann die Indianer nicht so lustig, und so wurde auch eine Plakette mit ihrer Sicht der Dinge angebracht. So oder so, nach etwas Rumturnerei habe ich den guten Mann mit der Flagge des Kapitols im Hintergrund auf einem Bild vereinigt, auch wenn sich der weiss-rote Stofffetzen alles andere als kooperativ zeigte und nicht so richtig fliegen wollte.

Zu den Füssen des Kapitols sitzt Civic Center, ein sehr schmucker Platz, der von weiteren Regierungsgebäuden umrahmt, sowie von etlichen Statuen und tausenden Blumen verziert wird. Alles mega schön symmetrisch aufgebaut - da haben sie bei mir sowieso schon gewonnen. Hey, die haben sich beim Bauen ja wirklich was überlegt! Offenbar ist während der Planungsphase auch reichlich Ouzo geflossen, denn da steht aus mir unbekannten Gründen auch ein (gewollt) griechisch anmutendes Amphitheater, und ihm gegenüber eine weitere Ansammlung dutzender ionischer Säulen. Hat da jemand vielleicht -gut angeheitert- ein paar Stück zuviel bestellt? Beim Gerichtsgebäude etwas die Strasse hoch sind nämlich auch noch gefühlte hundert verbaut...

Dann kam das Gewitter dann doch noch, und trieb mich in die Flucht. Alles in allem aber hat little Athens mit seiner Architektur (die grandiosen Bauten waren allesamt die Idee eines einzigen Bürgermeisters) ziemlich punkten können. Was fehlt noch? Achja, genau, die Skyline. Wird ja für gute zwei Wochen die letzte Grossstadt auf meiner Tour sein. Nach kurzer Recherche finde ich einen Platz mit passablem Ausblick, und eine halbstündige Busfahrt später stehe ich just bei Einbruch der Dunkelheit im grosszügigen Stadtpark. Der idyllische See scheint für die Spiegelungen der Hochhäuser wie geschaffen - bloss werden die leider von einer Baumreihe verdeckt. Immerhin, von den Treppen des Naturmuseums ist der Ausblick etwas ungestörter, und so komme ich dann doch noch zu meinem Skyline-Bild. 

English summary
Why the hell am I hugging my netbook? And why's the alarm clock showing 7:28AM? Oh wow, I guess I should really stop writing blogs laying in bed. Okay, let's have a look at the guidebook for some inspiration on what to see today. Well, the inspiration must have been pretty boring, since the next thing I can remember is waking up another 3 hours later. Okay, enough's enough. I've really got to stay away from that bed now. I finally manage to leave my room without falling asleep again, and enjoy a pleasant stroll around the gorgeous civic center. A highly symmetrical masterpiece of neoclassical architecture -just the way I like it-, framed by lovely greek amphitheaters - no idea what their connection with the city is though. Towering above it all stands the massive State Capitol with its golden roof. Just as darkness starts creeping in again way too soon, I head to the City Park to take in the great view of the skyline lighting up. 
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Comments

florens
florens on

Hi Tis, thanks four your reports so far! What travel guide do you use?

Tis on

Hoi,
hauptsächlich den 1200-seiten "lonely planet" (halt DIE backpacker-bibel :-)) über die ganze usa als basis, und darauf aufbauend dann ganz viel google, google maps und tripadvisor - und natüürlich greyhound.com!

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