Anybody going to San Antone?

Trip Start Jun 20, 2010
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Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , Texas
Monday, July 26, 2010

Ja, ich! Da hab' ich mich wohl gestern einen Tag zu früh über die ideenlosen Bauten und die ewig-gleichen Innenstädte ausgelassen. Mein heutiges Ziel bewies nämlich, dass es durchaus auch anders geht. Nach dem frühen Rückflug von St. Louis nach Houston stand eine kurze Busfahrt an: 3 Stunden oder 320 Kilometer nach Westen, nach San Antonio (Charley Pride - Anybody going to San Antone?)


Der zwestündige Southwest-Flug war eigentlich nichts wirklich besonderes, und diente mir hauptsächlich dazu, mein heute stark vernachlässigtes Schlafpensum zu verdoppeln. Hervorzuheben ist einzig der Flight Attendant, der noch dreissigmal mehr Witztabletten eingeworfen haben muss, als die Southwest-Crews ohnehin schon zum Start jedes Arbeitstages verabreicht bekommen. 
 Das fing bei der Begrüssung mit "my name is Luca - and yes, I live on the second floor" an (als Referenz zum Suzanne Vega-Song) und führte über einige nette Anmerkungen bei der Safety Demonstration ("we don't intend to turn this ship into a cruise ship - but should we change our mind, you'll find life jackets under the seats in front of you. Good luck with those!") schliesslich zum Abschied, wo er der Menge einen Applaus für den 97-jährigen "Joe" abrang, der heute zum ersten Mal geflogen sei - nur um danach anzufügen, dass er den Captain meine. Achja, gutes Feedback solle man gerne an Southwest adressieren, schlechtes bitte an Northwest - was natürlich eine andere Airline ist. 

Blinzel, blinzel - irgendeiner singsängelt da in Spanisch was melodisches von wegen llegando a Fan Antonio oder so ähnlich. Aha, das war der Fahrer meines mexikanischen Busses, den ich drei Stunden zuvor in Houston betreten hatte. Zeit zum Aufwachen also. Muss wohl im Schlaf irgend'ne Sprachgrenze überschritten haben. Der Bus steht im Terminal, in grossen Lettern prangt da "Bienvenidos a San Antonio" an der Wand. Habe mich ja gestern über mangelnde Abwechslung beklagt, da kommt mir etwas spanisches Flair natürlich gerade recht. Immerhin besser als die deutschen Ortsnamen, die hier in der Gegend so rumgeistern: New Braunfels, Gruene oder Schertz. Da müssen es die Stadtväter an der Gründungsversammlung mit dem aus der Heimat mitgebrachten Bier wohl etwas übertrieben haben. 

Aber bleiben wir lieber beim Spanisch. Hier heisst nämlich alles Alamo - zu Deutsch Pappel. Alamo-Strasse, Alamo-Garage, Alamo-Supermarkt, Alamo-Waschmaschinenentkalkungsspezialist, you name it. Was hat es damit auf sich? Nun ja, San Antonios grosse Attraktion ist eine kleine spanische Missionskirche, eben die Mission Alamo. Die stürmte im März 1836 während dem texanischen Unabhängigkeitskrieg die Geschichtsbücher (jaja, Texas, oder damals Tejas, gehörte einst zu Mexiko). Der gewiefte Mexikaner-General Santa Anna belagerte die Mission erst 13 Tage, stellte dann das Feuer für die Nacht ein - und während sich die Texaner in der Kirche eine Kappe Schlaf gönnten, metzelte er sie binnen einer Stunde nieder (die Wut darüber beflügelte schliesslich aber die Texaner später dermassen, dass sie sich ihre Unabhängigkeit doch noch erkämpften). Oops, jetzt bin ich abgeschweift. Aber man muss es auskosten, wenn man schon mal was geschichtsträchtigem über den Weg läuft!

Anyway. Heute ist die Ruine von Alamo das nationale (zumindest aber stationale, oder wie auch immer das heisst, wenn jeder Texaner beim Hören dieses Wortes glänzige Augen bekommt) Symbol für Freiheit und Widerstand, und zieht jährlich mehrere Millionen Touristen an. Doch das ist nicht die einzige Attraktion! Etwas ausserhalb der Stadt finden sich jeweils ein paar Kilometer auseinander weitere spanische Missionen aus der Zeit um 1700 (auch bekannt als 'Mission Trail'). Zu zweien von vieren fährt dankenswerterweise ein Bus hin, also nix wie los. Um 17 Uhr schliessen die Tore, um 16.59 stand der Meyer vor der Pforte und erbat Einlass. Wie schön, der wurde gewährt. Und die Mission San José aus dem Jahre 1720 war dann auch wirklich ein Schmuckstück, in relativ gutem Zustand sogar, und als Kontrast zum bisher erlebten umso schöner. 

Die zweite Mission, Mission Concepcion von 1731, war dann auch nett, leider zeigte sich aber trotz langer Warterei die Sonne nicht mehr. Dann zogen mal wieder die allabendlichen Gewitter übers Land und verordneten eine Zwangspause. Erst nach Einbruch der Dunkelheit konnte ich meinen Rundgang fortsetzen, nun in der Innenstadt. Und auch die braucht sich nicht zu verstecken: Da gibt es zum einen mal die Kathedrale San Fernando (im Original-Singsang heisst sie noch viel schöner, nämlich Nuestra Señora de la Candelaria y Guadalupe), erbaut 1738 und damit die älteste der USA. Dann eben natürlich 'The Alamo' selber, welches auch um 23 Uhr noch immer belagert war - von Horden von Touristen. Neuere Attraktion ist der Riverwalk, ein schmales Flüsschen umrahmt von lieblichen Brücken und viel Grünzeug, das sich durch die Häuserschluchten schlängelt und unzähligen idyllischen Kneipen und Restaurants Platz bietet. Das war so nett, da wurde mein Rundgang für einmal länger als gedacht! Aber jetzt zügig ins Bett, in 3 Stunden geht's nämlich schon wieder los. Für einmal gebührt die Haue aber nicht dem Greyhound-Planer...

English summary
Flying back from St. Louis to Houston first thing in the morning, the only thing of interest being the funny cabin attendant who thoroughly entertained each and everyone on board. Switching back to my original means of transport for a 3-hour ride west, to San Antonio. Checking out two of the four Spanish 18th century missions, which turned out to be extremely nice and still in quite good shape. Was very pleased with what I had stumbled upon here, but they weren't the last historic sites today! Next was, of course, The Alamo, the remnants of the mission where the famous Texas Revolution massacre took place. Then followed a short visit to San Fernando Cathedral, the oldest in the whole US! And finally I enjoyed a relaxing stroll along very idyllic Riverwalk, a narrow stream that criss-crosses its way around downtown and plays host to heaps of fancy bars and restaurants. What a great city this is - too bad I'm leaving in three hours! 
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