Aus Sunday mach Fun-Day

Trip Start Jun 20, 2010
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89
Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , Texas
Sunday, July 25, 2010

Okay, heute gibt's weder von der Sightseeing- noch von der Bus-Front irgendwelche Neuigkeiten. Was habe ich den ganzen Tag lang gemacht? Genau, mal wieder geflogen. Aber nicht, um die Etappen abzukürzen. Vielmehr jettete ich nochmals "kurz" nach St. Louis hoch, um mir ein weiteres Konzert reinzuziehen. Dank den günstigen Preisen von Southwest hat auch der Geldbeutel seinen Spass an der Sache und das ganze war ein voller Erfolg.


Zu den Flügen gibt es nicht viel anzumerken. So ganz rein zufällig (haha, wer's glaubt) wurde mein Flug von Houston nach St. Louis noch um eine Zwischenlandung in Dallas (dem Airport mit dem kitschigen Namen 'Love Field') ergänzt. Hab' ich natürlich bewusst so gewählt - je mehr Landungen, desto besser!Southwest gefiel mir sehr gut; obwohl No-Frills-Carrier, durfte das Gepäck gratis mit (das ist hier drüben eher die Ausnahme) und es gab sogar Getränke und Nüssli. Okay, der Flug- und Rollstil war dann etwas hektisch, zackig und ruppig - so schien es in der Kabine zumindest. Die eng geflogenen Anflüge waren aber natürlich ganz nach meinem Geschmack.

Sonst liessen sich aber keine wesentlichen Unterschiede zu Europa feststellen. Obwohl, doch: Bei uns nehmen die Leute ja gerne mal eine kleine Tüte Chips oder Nüsschen in den Flieger, für den Hunger zwischendurch. Tja, bei den Amis läuft das gaaaanz anders. Da wird geklotzt und nicht gekleckert; jeder schleppt einen riesigen Sack voll Fastfood-Proviant mit - komplett mit den überdimensionierten 2 Liter Cola-Bechern, ohne die hier ohnehin kaum jemand vor die Tür geht. Kaum hat man sich hingesetzt, beginnt das grosse Rascheln und Mampfen, und ein wunderbarer Duft macht sich in der Kabine breit. 

Unterscheidet sich also gar nicht so riesig von den Greyhound-Bussen. Abgesehen von der Passagier-Demographie natürlich: Unten auf der Erde tuckern die armen, zu 90% Schwarzen dahin - oben brausen die reichen Weissen durch. Zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ob das auf die Länge gut geht? Jedenfalls verbrachte ich drei schöne Stunden in der Luft, sah zahlreiche langweilige Suburbs, konnte die Skylines von Houston und Dallas einsammeln, und wieder einmal etwas Cloud-Surfing geniessen. Nur ja nicht zuu fest fürs Fliegen begeistern, sonst fällt mir dann am Ende noch das Busfahren schwer...

 
Wenn ich schon so übers Land hinweggleite, passt auch eine kurze Reflexion über Oli's Frage ganz gut, wie es mir denn in den USA insgesamt so gefiele. Im grossen und ganzen sehr gut, sonst wäre ich wohl nicht immer noch mit so viel Begeisterung bei der Sache. Die Leute sind meist herzlich und man findet schnell neue Gesprächspartner; das Wetter ist fantastisch, bis auf die vereinzelten Gewitter eigentlich immer sonnig (das ist mal ein Sommer!). Verpflegung und Navigation sind kinderleicht, der ÖV in den Städten ist viel besser als angenommen, ich habe mich bis jetzt nie wirklich unsicher gefühlt oder wirklich brenzlige Situationen erdauern müssen, und die Greyhound-Fahrten sind auch wirklich netter als gedacht. 

Jetzt hab' ich noch immer nichts übers Land gesagt; tja, mir fällt es wirklich etwas schwer, seine Identität festzunageln. All die Dörfer und Kleinstädte, die ich so passiere, gleichen einander wie ein Ei dem anderen. Das gleiche Schachbrett-Strassennetz mit den gleichen Strassennamen, die gleichen Ladenketten in den gleichen langweiligen Lokalen, die gleichen endlosen Vorstädte, und dann heissen die Orte auch immer wieder gleich - so gibt es 30 Franklins, 29 Clintons, 25 Greenvilles und 24 Salems. In der Schweiz dagegen hat ja fast jedes Dorf seinen eigenen Baustil, eigenen Charakter und damit seine eigene Identität.
Es scheint manchmal wirklich, als sei das ganze Land als grosse Besiedlungs-Operation auf dem Reissbrett entworfen worden, wohingegen Europa irgendwie organisch gewachsen ist. Die Grossstädte haben natürlich ein paar verstreute Attraktionen, mit denen sie sich von der Masse abheben. Trotzdem - eine Diversität, wie sie die europäischen Kulturmetropolen bieten, sucht man vergebens.  Zusammengefasst fehlt mir also insgesamt etwas der Tiefgang - und ich finde nach meinen kurzen Rundgängen meistens, ich hätte es nun eigentlich auch schon gesehen. Das entspricht aber meinen Erwartungen und ist halt geschichtlich so bedingt, daher bin ich auch nicht enttäuscht. 


Fotografisch übrigens auch nicht immer ganz einfach, die Seele jedes Ortes (oder zumindest was speziell herzeigbares) aufzuspüren und dann auch noch darzustellen - da tue ich mich auch ganz schön schwer. Zurück zum Positiven: Die Musik, die überall spielt und gespielt wird, gefällt mir auch, und die Open-Air Konzert-Amphitheater ebenso (das ginge nun wiederum in Europa nicht, weil wir schlicht keinen Platz haben, den Freiluftlärm unterzubringen). Das Konzert war dann natürlich auch Flug und Eintritt total wert; zum Aufwärmen gab's eine Portion Little Big Town ("Little White Church" - reinhören), danach brachten Sugarland mit einer wahnsinnigen Performance das Amphitheater zu St. Louis zum Kochen. Falls jemand eine Dosis Country mag, hier drei Stücke zum reinhören:
 - Mid-tempo: Already Gone: http://www.youtube.com/watch?v=GSiMQXU465o
 - Ballade: Stay: http://www.youtube.com/watch?v=KCFaH6KO8jM
 - Uptempo: It Happens: http://www.youtube.com/watch?v=uJzvc3W-6EQ 


English Summary
No Greyhounds, no sightseeing - I decided to splurge a little, turning Sunday into Fun-Day and flying back up to St. Louis for another concert. For the price of a bus ticket I got me a Southwest flight from Houston, even including a short pit-stop in lovely-named Dallas Love-Field. Southwest managed to surpass my expectations by offering free checked bags and even some complimentary snacks and drinks. I really enjoyed the flights, the views on the CBDs of Houston and Dallas, the endless suburbs (that's something we don't have in my neck of the woods), and last but not least the glimpse into another world of travelling, where the ridership differs significantly from the Greyhound people. Finally, I had a blast at the concert, with Little Big Town and Sugarland rocking the open-air venue on this pleasant summer's eve. 
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