Keine Probleme in Houston

Trip Start Jun 20, 2010
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35
89
Trip End Sep 15, 2010


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Where I stayed
Clarion Inn

Flag of United States  , Texas
Saturday, July 24, 2010

Das Programm war mal wieder das übliche: 560 Kilometer, 7 Stunden - man gewöhnt sich dran. Und ich kann schon wieder einen neuen Bundesstaat einsammeln: Das berühmt-berüchtigte Texas. Ja, ich lebe noch, wurde weder exekutiert noch von einem schiesswütigen Cowboy niedergestreckt. Aber es hat schon was; die schrägsten Leute, die man unterwegs so trifft, kommen alle aus Texas. Irgendwas muss am leicht angeknacksten Image also dran sein. Andererseits: Dieser Staat ist doppelt so gross wie Deutschland (!!) und zählt immerhin 24 Millionen Einwohner. Da gibt's dann auch ein paar schwarze Schafe mehr...
Texas
 
 Anyway. Morgens um 5 in New Orleans. Sage und schreibe eine Stunde Schlaf habe ich gehabt. Wunderbar. Zum ersten Mal ein Taxi genommen - es wird ausdrücklich vor den Strassen der Stadt gewarnt, umso mehr bei Dunkelheit und alleine. Ist ein Argument. Tja, natürlich hätte ich gut und gerne ne Stunde mehr pennen können, der Bus war nämlich mal wieder verspätet. Ganze 60 Minuten. Dann ging's endlich los - wobei ich von der Fahrt selbst dann schlafenshalber nicht allzu viel mitbekam, sondern bloss im Stundentakt bei jeder neuen Destination kurz aus den Träumen gerissen wurde. 

Baton Rouge war die erste. Wie die Stadt zu ihrem Namen kam? Ganz einfach; die französischen Entdecker stolperten anno dazumal über einen blutgetränkten und daher roten Pfahl, an dem die Indianer ihre erlegten Tiere trockneten (oder was man auch immer mit denen macht, das einzige was ich jage sind ja bekanntlich Flugzeuge). Jedenfalls waren die Herren Entdecker dann dermassen kreativ (oder so geschockt), dass sie ihre Siedlung nach dem roten Pfahl benannten. Nein, das habe ich nicht geträumt. Der Name scheint auch anderen zu gefallen, ist die Stadt doch Objekt diverser Countrysongs (Bus to Baton Rouge [haha, wie passend] ; Calling Baton Rouge). 

Die weiteren beiden Stationen gaben dann keinen so netten Stoff mehr her. Bei Lake Charles ist die Namensgebung irgendwie nachvollziehbar, zumal der See kaum zu übersehen war, und an Beaumont störte mich einzig, dass ich weit und breit keinen 'mont' erspähen konnte. Genau, die Landschaft war nämlich auf der ganzen Fahrt topfeben. Mal wieder zogen endlose Felder vorbei, oder endlose Ranches mit endlos vielen Kühen. Der Traum jedes Appenzeller Kleinbauers, so viel Platz gibt's hier! Ja, bin wohl im Land der Cowboys angekommen.  Und man glaubt es kaum, auf mirakulöse Weise holte der Fahrer die ganze Stunde Verspätung auf - ob da bald ein Bündel Strafzettel in die Windhundhütte flattert?

Ankunft in Houston. Hier, wo sich die Astronauten melden, wenn's Probleme gibt. Und hoffentlich auch sonst. Wirklich was anzuschauen gibt's hier nicht, das bestätigte mir auch eine der vielen Texanerinnen, die ich bereits habe erleben dürfen. Immerhin ist die Innenstadt aber sauber und sehr modern - sogar ein Cobra-ähnliches Tram haben sie hier. Eine Fahrt damit war mir aber nicht vergönnt - stattdessen nahm ich den Bus an den Airport, was wiederum eine Stunde in Anspruch nahm. Nach kurzer Verschnaufpause im Hotel ging's dann auf die Parkhäuser, die einem eine wunderbare Rundumsicht auf alle fünf Terminals gewähren. Die Polizei lässt einem machen, wenn man sich vorher anmeldet. Durfte der freundlichen Politesse am Telefon bis auf die Farbe der Unterhosen alles rapportieren - aber wenn's nützt, bittesehr.

 Immerhin wurde ich dann wirklich den ganzen Abend über nicht behelligt. Von der Polizei zumindest nicht. Denn mal wieder zog ein Gewitter über den Airport. Und das hat es hier in sich! Während man sich bei uns manchmal fragt, ob die niedlichen, vereinzelten Blitzelein noch Milch trinken oder etwa doch schon erwachsen sind, geht hier so richtig die Post ab: Am ganzen Himmel blinkt und tobt es nur noch, und man weiss gar nicht, wo man zuerst hinschauen (resp. die Kamera hindrehen) soll. Bei diesem Schauspiel hab' dann sogar ich mal einen Blitz auf den Chip bannen können - cool!

Eigentlich war ich aber nicht für die Blitze hier, sondern für die Flugzeuge. Und Spotter, lasst es euch gesagt sein: Dieses Houston ist ein Geheimtipp. Okay, es hat etwas gar viele Continentals auf dem Areal, aber immerhin läuft immer was und man bekommt die Action quasi auf dem Silvertablett serviert. Paradedisziplin hier sind die Nightshots; an denen habe ich mich dann, als sich das Gewitter endlich verabschiedet hat, auch noch versucht. Auch wenn sich das Traumobjekt, die Qatari Triple Seven,im Sturm davon geschlichen hat, gab es doch noch ein paar nette Schüsschen. Momoll, der Abstecher nach Houston hat sich gelohnt...!


English summary
Another 7-hour drive, taking me from New Orleans across the state border into infamous Texas. Well, I've been neither executed nor gunned down by some gung-ho Sheriff, the only thing really getting to me being the distinct lack of sleep. The scenery enroute was as you'd imagine Cowboy Country: Endless fields and cattle ranches, stretching all the way to the horizon. Not losing any time in Houston trying to find sights that simply aren't there, I headed straight for the airport. Checking in with police via phone and answering what seemed hundreds of questions, but then enjoyed snapping away from the parking garage.  Terrific overview up there of all the terminals, a nice sunset, an entertaining thunderstorm, and finally what I'd come for: Some decent night shots. 
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Comments

Oli on

Sooo, du....

Jetzt hab ich alle Einträge der letzten zwei Wochen nachgelesen :-)
Ich hoffe, dir gefällts in den USA. Eine allgemeine Information dazu findet
sich in deinen Berichten nämlich nicht... ;-)
Eben - Geniess es - Und fahr nicht zu viel Bus!

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