Traumfahrt ans Ende der USA

Trip Start Jun 20, 2010
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89
Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , Florida
Monday, July 19, 2010

Von wegen Bus-Koller - heute konnte die Fahrt gar nicht lang genug gehen! Die 260 Kilometer von Miami nach Key West waren aber auch wirklich relativ kurz, und vor allem mega kurzweilig. Dazu konnten heute gleich drei Dinge gleichzeitig gefeiert werden: 1 Monat auf Reisen, die schönste Busfahrt, und schliesslich die Ankunft am südlichsten Punkt der USA!





 Begonnen hatte die Reise wie für Miami gewohnt: Früh am morgen auf dem Weg zur Haltestelle noch ein paar weitere Art Deco-Häuschen eingesammelt - 960 von denen gibt es in Miami Beach, da kann man also noch lange knipsen. Dann mit dem Stadtbus mal wieder quer durch ganz Miami zur Greyhound-Station. Schon im Stadtbus traf ich eine rüstige Deutsche Rentnerin, respektiv ich konnte sie gar nicht ignorieren. Zum einen, weil ihr an den Fahrer gerichtetes "doos sis bas go tu se greeehaund stesen?" so aktzentuiert war, dass ich ernsthaft befürchtete, es würden jetzt dann gleich schwarz-rot-goldene Fahnen von der Decke fliegen. Und zweitens, weil sie in ihrem vielfarbig knalligen Hawaiihemd, und dem noch viel bunteren, schrecklichen Hut, schlicht und einfach nicht zu übersehen war. Immerhin, ich konnte mal wieder Deutsch reden (was mir allerdings fast schwerer fiel als englisch). 

Weitere 90 Minuten verbrachte ich dann damit, auf den Windhund zu warten (und eine einseitige Konversation mit der Deutschen gefüht zu bekommen [oder wie auch immer das Passiv von 'führen' lautet]) - angesichts der bevorstehenden Traumetappe wollte ich nämlich der erste in der Schlange sein und den vordersten Sitz ergattern. Und siehe da, es klappte. Der Bus war netterweise nur zu einem Viertel gefüllt, und die übliche Demographie völlig auf den Kopf gestellt: Für einmal waren die weissen Touristen klar in der Überzahl. Das rettete wohl auch der Berliner Oma das Leben - im sonst üblichen Haifischbecken wäre sie schlicht zu stark aufgefallen, um die Fahrt unbehelligt zu überstehen. 

Die erste Stunde war noch weiter nicht aufregend - ausser man steht auf Sümpfe natürlich. Doch dann liessen wir das Festland zurück und begannen unsere Fahrt auf dem Overseas Highway. Diese Schnellstrasse erstreckt sich über die gesamte Inselgruppe der Florida Keys und endet in Key West. Und das war nun einfach unbeschreiblich schön: Auf diesem schmalen, hellgrauen Betonband gleiteten wir über die zahlreichen Brücken von Insel zu Insel, unter und neben uns nichts als das endlose, klare, abwechselnd türkis- und azurblaue Meer. Jede Insel ("Key") war schöner als die letzte, und begrüsste uns ihrerseits mit malerischen Buchten oder traumhaften Sandstränden. Wundervolle drei Stunden dauerte es, bis wir den ganzen Schlüsselbund abgefahren hatten, und bei der letzten und bekanntesten Insel angelangt waren: Key West.

Hier habe ich sofort in meinem ultra-schönen Guesthouse mein Zimmerchen bezogen und mich danach auf Erkundungstour begeben. Das ganze Dörfchen, tschuldigung: Städtchen hat mit seinen engen Strässchen und hübschen Häuschen einen sehr entspannten Charme, der sich irgendwo zwischen Piratennest (das war es früher wirklich mal) und touristischem Märchendörfchen bewegt. Kein Wunder - hier am Ende der USA, näher bei Kuba (150km) als bei Miami, geht halt alles etwas ruhiger von statten und die Hektik des Festlandes ist weit entfernt. "Key West Time", nennt sich das Phänomen. Auf der von Bars und Souvenirshops umgebenen Hauptstrasse ist einiges los, und vorne beim alten Hafen versammeln sich die Leute zum täglichen Feiern des Sonnenuntergangs. Ich probiere derweil die lokale Spezialität, conch fritters - Meeresschnecken im Bierteig. Klang eigentlich ganz gut (okay, ich meinte da noch, es wären Muscheln), war aber nicht so wirklich ein Highlight. Immerhin, gerettet wurde das ganze von der anderen Spezialität der Region, mega-saurem Limettenkuchen als Dessert.
 
English summary
No less than three things to be celebrated today: 1 month on the road, the most scenic bus ride so far, and reaching the southernmost point of the US. This perfect day starts in Miami, where I collect some last Art Deco-architecture on my way to the bus terminal. Being there 90 minutes before departure paid off, I got me the front row seats for the amazing show that would follow: The tooth-achingly beautiful 4-hour drive along the Florida Keys, terminating in Key West. In the middle of nowhere, high above the endless, deep blue ocean, we proceeded along this slim band of concrete leading us southwest, sailing over numerous elegant bridges, passing countless scenic islands and admiring dozens of beautiful beaches. Key West turned out to be a charming little town, with a bustling main street and a very laid-back atmosphere. Little surpirse - I'm actually closer to Cuba then to the US-mainland right now!
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Comments

Pablo on

Hi This, deine terrestrischen Berichte lesen sich ebenso gut wie deine Flugberichte im ILS flightforum, die immer erfrischend waren, schlicht ein Genuss, mach weiter so!

Basti on

Tis,

Key West war auf meiner Florida-Reise das absolute Highlight! Einfach toll dort. «One human family...»

Wenn du was Leckeres essen gehen möchtest, gehe ins 915 an der Duval Street, Bedienung und Kost (das Risotto ist himmlisch!) sehr empfehlenswert.

Have fun!

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