Out on the Wild Side

Trip Start Jun 20, 2010
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29
89
Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , Florida
Sunday, July 18, 2010

Also irgendwie habe ich mich mit diesem Miami schwer getan, und nie so recht gewusst, was ich mir denn nun überhaupt anschauen soll. Mein allwissender Reisebegleiter im A5-Format blieb auch erstaundlich stumm; So liess ich den Backpacker in mir schweren Herzens für einen Tag zurück und schloss mich dem Feind an, den Reisegruppen. Stadtrundfahrt Miami. Die werden ja wohl wissen, was es hier zu sehen gibt - immerhin hat die Sache nicht weniger als zwei Jugi-Übernachtungen gekostet.

 


 
Zuerst Rundkurs im Art Deco-Quartier, war ja klar, soweit bin ich auch schon gekommen. Weiter ging's von Miami Beach, dem vorgelagerten Partymekka, nach Downtown Miami, das ich ja eigentlich sehen wollte. Wobei, ähhh, nein, dieses liessen wir eiskalt links liegen und steuerten direkt weitere Vororte an. Diese hatten zwar wunderschöne Namen wie Coconut Grove und Coral Gables, ansonsten aber (von ein paar zusätzlichen Promi-Villen abgesehen) auch nix zu bieten. Einzige wirkliche Attraktionen des ganzen war ein pompöses Luxushotel (okay, das war wirklich noch nett). 


 
Nachdem wir also rund zwei Stunden durch reiche Wohngegenden gegondelt waren, neigte sich die Tour bereits ihrem Ende zu. Letzter Stop, wenigstens halb in der Innenstadt: Little Havana, das Einwandererviertel. "Wo man sich fühlt wie mitten im tiefsten Kuba " - wie die Roboterstimme verheissungsvoll durch den Bus trällerte. Naja, wenn sich in Kuba auch McDonalds an BurgerKing an Subway reiht und gleich einfallslose Bauten bevölkert wie in den USA vielleicht - ansonsten konnte ich von karibischem Flair beim besten Willen nix ausmachen. Ausser den paar Zigarren qualmenden, älteren Herrschaften in ihren typischen Anzügen und Hüten vielleicht, wobei ich den starken Verdacht hege, dass die vom Tourismusbüro hier postiert wurden und sich punkt 17 Uhr die Gage abholen dürfen.

 
Ich war zwar von der Tour enttäuscht, aber doch einigermassen zufrieden. Immerhin lag es nicht an mir, dass ich hier nichts anzuschauen fand - auch der Feind scheiterte kläglich. Doch es gibt ja auch ausserhalb der Stadt noch ne berühmte Attraktion, immerhin den drittgrössten Nationalpark der USA: Die Everglades. Touren gibt es etwa gleich viele wie Alligatoren im Park - 200'000. Also nix wie los. Nach 20 Minuten auf der Autobahn waren die Sümpfe (eigentlich ist es ein sehr langsam fliessender Fluss) auch schon erreicht. Schnell wurden wir in ein Luftkissenboot umgeladen - das Standard-Transportmittel fürs ultra-flache Wasser hier. 



Kaum tuckerten wir los, kamen schon die ersten Krokis in Sicht. Und die Biester versteckten sich nicht etwa 50 Meter entfernt im Gebüsch - nene, die Dinger schwammen bis an unser Gefährt heran, das sich nur gerade 10 Zentimeter über die Wasseroberfläche erhob! Ein beherzter Sprung dieses Viehs, und ich würde jetzt einhändig tippen! Das war schon ziemlich eindrücklich; denn natürlich blieb es nicht bei einem einzigen - binnen 10 Minuten haben wir Bekanntschaft mit mindestens einem Dutzend gemacht!



 

 
 Zusätzlich erspähten wir auch noch einige Schildkröten, verschiedene farbige Piepmätze und genossen natürlich die unvergleichlichen Landschaften. 
Darauf folgte noch der Spass-Teil der Veranstaltung, als wir mit den Booten vollkaracho durch die Sumpflandschaften bretterten. Sah nicht ganz so cool aus wie bei David Caruso im CSI-Intro, machte aber trotzdem enormen Spass. Schliesslich durfte man noch mit lebendem Baby-Kroki in den Armen fürs Foto posieren. Fand ich dann für dieses wilde Tier etwas erniedrigend, mit zugebundenem Maul hilflos rumgereicht zu werden, und enthielt mich dem Spass (für den sie noch dazu 5 Franken pro Foto wollten). 

Zurück in der Stadt hatte ich immerhin noch zwei Stunden übrig und konnte nochmals Strand und Meer geniessen. Schlussgedanken zu Miami: Viele Attraktionen hat die Stadt nicht, viel mehr ist sie wohl selber die Attraktion. Und diese Rolle spielt sie wirklich hervorragend. Ja, ich wäre gerne noch ein paar Tage geblieben - wenn auch der Strand da nicht unschuldig ist. Und zudem tat es auch gut, mal wieder kurz irgendwo zuhause zu sein und sich in einer langsam vertrauten Umgebung zu bewegen. Und die Everglades - tja, wenn man schon nach halbstündigem Rumtuckern durch den Rand des Parks so viel Wildlife sieht, wird es da drin wohl nur so von Tieren wimmeln. War wohl auch nicht das letzte Mal hier...!

English Summary:
 Had a hard time getting to grips with Miami and didn't really know what to check out. So I joined the backpackers' enemy, the tour groups, to see what they had on offer. The "city tour" turned out to be a three hour bus cruise through wonderfully named, but shockingly boring fancy neighbourhoods, and I had ultimate proof that there were obviously no sights to see, simple as that. But there's one huuuuge sight just outside the city limits - the Everglades of course. After a 20 minute drive, the tour group got transferred into the typical air-boats for a ride through the swamp. Quite an adventure, with about a dozen alligators not just hiding in the distance, but swimming right up to our boat! This was accompanied by numerous other wildlife sightings, as well as an 'action' part, speeding and rocking and splashing  through the Glades like David Caruso in the CSI intro. And then the striking similarity to Miami proper hit me: Shallow, full of nasty creatures, but actually big fun and quite beautiful!
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