Odyssee ins Paradies

Trip Start Jun 20, 2010
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89
Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , Florida
Thursday, July 15, 2010

Puh, war das eine Etappe. 550 Kilometer, einmal den ganzen Stiefel (oder Pfanne, wie Florida hier bezeichnet wird), runter - bis nach Miami. Benötigte Zeit von Unterkunft zu Unterkunft: 12,5 Stunden - Viel Zeit blieb da nicht für andere Aktivitäten übrig, und so konzentriert sich der Eintrag mal wieder aufs Busfahren. 






Tagwache um, traraaa *trommelwirbel* 04:15. Echt eine Schweinerei, zu was einem diese Greyhound-Routenplaner so nötigen. Aber alles andere hätte in einer Ankunft in Miami lange nach Einbruch der Dunkelheit resultiert, und zu dieser Zeit will man sich in der Umgebung des Greyhound-Terminals nicht mehr blicken lassen - ausser man sucht Ärger, möchte sich seiner Elektronik entledigen oder hat mit dem Leben abgeschlossen. Also ein kurzes nettes Märschchen durch St. Augustine im Tiefschlaf. Weniger nett war dieses grässliche süssliche Gestankgemisch aus Schweiss, Fast Food und weiss Gott was allem, wie es nur in einem Bus herrschen kann, der gerade eine Nacht lang vollbesetzt durchgefahren ist. Wenigstens hatte ich darin nur die ersten zwei Stunden zu verbringen, bis zum Vergnügungspark-Mekka Orlando.

Dort ging's nach einem herrlich gesunden Frühstück (ein vor Fett triefender Cheeseburger [was anderes gab's nicht] morgens um 7 auf leeren Magen, *wurgs*) weiter nach Süden, 5 Stunden diesmal, wenigstens in einem frischen Bus. Vis-à-vis sitzt ein Ex-Knacki, der soeben entlassen wurde und von meinem iPhone hell begeistert ist (aus welchen Gründen und Motiven auch immer - jedenfalls hab' ich's noch). Damit wäre die Geschichte, jeder Häftling erhalte bei seiner Entlassung ein Greyhound-Ticket in die Hand gedrückt, also auch verifiziert. Wunderbar. Für Unterhaltung an Bord sorgte allerdings nur der überaus gut gelaunte Busfahrer, der die vollen fünf Stunden übers Mikrofon mit den Passagieren über Gott und die Welt debattierte. Achja, und der nimmermüde vierjährige Junge in der Reihe hinter mir natürlich, der mit einer Stimmkraft von zehn Obamas gesegnet im Fünfminutentakt seine Mami für den ganzen Bus hörbar quängelnd fragte, ob sie jetzt schon in Määäääämmiii seien. Kurzum, an Schlaf war nicht zu denken.

Derweil zogen draussen endlose Sümpfe vorbei, dann wieder Palmhaine, wieder Sümpfe, mal ein grösserer See, und schliesslich die ersten Grossstädte in der Agglomeration von Miami.
Mit den Worten "Thanks for going Greyhound and not taking an airplane. Even if it took you 4 days to get down here - at least you didn't get hijacked or crashed into the ocean" entliess der Fahrer die (zum Teil aus New York direkt durchgefahrenen) Passagiere in die Freiheit. Doch für mich war's das noch nicht. Erst musste noch einmal ganz Miami im Stadtbus durchquert werden, schliesslich wollte ich ja an den Strand. 

 Die Odyssee dauerte geschlagene 2 Stunden - was schwer bepackt, stehend im vollgestopften Pendlerbus bei tropischen Temperaturen nicht nur unzählige verhasste Blicke erntete, sondern schlicht und einfach unangenehm war. 
Doch die Tortur hat sich gelohnt. Check-in in der Jugi am 928 Ocean Drive - tönt ja schon mal nicht so schlecht, die Adresse, oder? Scheine hier mitten in der Partymeile gelandet zu sein - die ist mir freilich so ziemlich egal. Aber ich muss nur einmal aus der Tür stolpern und bin schon direkt am paradiesischen Sandstrand von Miami Beach - das ist doch mal eine tolle Unterkunft. Und so bitte ich euch, mich nun entschuldigen, aber mich zieht's ans türkisblaue Meer - eine Stunde Faulenzen habe ich mir nach 25 Tagen Reisestress hoffentlich verdient...!



English summary
 Uh, well. What a journey that was today. 550km aaaaalll the way down to Miami translated into a total of 10 hours on various busses. The epic trip started at 5:30 in the morning - including upon entering that horrible smelling mix of sweat and fast-food unique to busses that have just travelled all night at full load. Thank God vehicles were changed two hours later in theme-park capital Orlando. The next 5 hours down to Miami were coined by a funny bus-driver easily entertaining everyone aboard - and a hyperactive four-year old with the vocal power of ten Barak Obamas talking nonstop. But as we finally pulled into Miami's terminal, the journey wasn't over yet. I had to get to Miami Beach first, which involved another two hours of standing in a fully packed city bus in the fierce heat - my backpack not only relentlessly pulling down my shoulders, but drawing dozens of angry glances. What a relief to arrive at my beachfront hostel - right on prestigious Ocean Drive and right across from sensational Miami Beach. And now if you would please excuse me - I think I deserve an hour of relaxation in the turqouise waters! 
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