Auf der Suche nach der Musik

Trip Start Jun 20, 2010
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Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , Tennessee
Saturday, July 10, 2010

Music City galt es heute zu erkunden - den Spitznamen trägt Nashville seit den 50er-Jahren, als die ganz Amerika begeisternde Country-Musik hier ihr Zuhause fand. Nashville positionierte sich hinter New York als zweitgrösste Musikstadt der USA - und liess Grössen wie Memphis, Chicago und Los Angeles hinter sich. Auch heute lebt Nashville zu einem grossen Teil vom Musikimage - noch immer gibt es unzählige Live-Shows, Musikmuseen, und viele Record-Labels sind hier zuhause.



Diese ging ich denn auch zu allererst besuchen, liegt doch die Music Row (wo sich eben Studio an Studio reihen soll) gleich in der Nähe meiner Unterkunft. Die berühmte 16th Avenue, Epizentrum der Country-Musik und Pilgerstätte jedes Sängers mit Drang nach oben ("From the corners of the country, from the cities and the farms; with years and years of livin', tucked up underneath their arms; They walked away from everything just to see a dream come true; So God bless the boys who make the noise on 16th Avenue" - Lucy J Dalton, 16th Avenue - anhören). Die Musik zu finden gestaltete sich dann aber etwas schwierig. 

Okay, es war Samstag, und der Stadtteil komplett ausgestorben. Aber auch sonst war die viel besungene Music Row auf der 16th Avenue kein farbenfrohes Potpurri von Neonschriftzügen und Werbebannern - die Tonstudios sind viel mehr in nichtssagenden Geschäftshäusern hinter viel Grünzeug versteckt. Musikalisch wurde es erst, als ich nebenstehendes Schild vom Rand des Gehsteiges fotografierte. Gleich drei Autofahrer hielten es für nötig, mich zum Ziel eines Hupkonzertes zu machen - auch das war aber eher Kakafonie als Kunst. Also ab nach Downtown. Kurzer Schwenk am State Capitol von Tennessee (also sozusagen dem Rathaus) vorbei, welches aber einzig durch seine Schlichtheit und Bodenständigkeit in Erinnerung blieb. 

Dann ging's weiter zur Country Music Hall of Fame - erst mein zweites Museum auf diesem Trip! War dann ziemlich nett - mit vielen akustischen Häppchen wurde die Geschichte der Country-Musik aufgerollt, von den von schwarzen Fiedel-Sklaven für weisse Grossgrundbesitzer gespielten, importierten englischen und irischen Volksliedern bis zum heutigen, hochkommerziellen Country-Pop. Und ich bin nicht eingeschlafen, ist doch auch  was!
Ab und zu trug das Museum etwas gar dick auf, und dass nicht gleich noch die alte Zahnbürste jedes Musikers ausgestellt war, war auch gleich alles. Immerhin hatte ich die Musik nun offensichtlich gefunden, wenngleich sie hier natürlich leichte Beute (und 21 Franken Eintritt wert) war. 
 
Doch schliesslich trat ich von der Hall of Fame auf den Broadway, und fand die Musik nicht mehr in künstlicher Form, sondern echt und live: Hier schmiegt sich Bar an Bar, und schon um 3 Uhr Nachmittags drang aus jeder der Sound von Fiddle & Steel Guitar. Yeeeha!



 
 
Nach Musik im Museum und Musik in (naja, vor) den Bars, war's am Abend dann Zeit für Musik in der Show. Und nicht irgendeiner. Die Grand Ole Opry begann 1925 als wöchentliche Darbietung verschiedener Country-Musiker, live und am Radio übertragen. Bald klebte halb Amerika am Äther, die Opry wurde die berühmteste Show überhaupt, und mit ihr stieg auch der Stern von Nashville. Seither bietet die Opry wöchentlich ein bunt zusammengewürfeltes Line-up von alten und neuen Stars - und ist damit die am längsten laufende Radioshow der Welt. Nun war ich also bei der etwa 4420sten Show live dabei! Das heutige Programm bot zwar keinen meiner Favoriten, trotzdem war die Musik toll, und das Publikum von 15 bis 95 im altehrwürdigen Ryman Auditorium von der ersten bis zur letzten Sekunde begeistert. Popcorn knabbernd zog ich mir im Herzen der USA die wohl amerikanischste aller Musikformen rein. Ja, ich habe die Musik gefunden - und Amerika. 

Zwei Videos von heute in der Opry / two videos from today's show at the Opry
- Opening with fiddling, first song (looking back) with a commercial in between, lol: http://www.youtube.com/watch?v=jMp2f7Sn3kg
- Jaron - Pray for You (new, bittersweet love song): http://www.youtube.com/watch?v=wwhsU1CF97U


English summary
Today's goal was to find the Music in Music City. It proved to be a tough one at first, when on Music Row (where all the famous recording studios abound), the only sound to be heard was cars honking at me when I dared to slightly step off the sidewalk for a photo. Ohhh, well, what a good start into the day. 
I continued downtown, passed the somewhat unspectacular State Capitol and made my way to the Country Music Hall of Fame. Not only didn't I fall asleep after five minutes (as it usually happens as soon as I enter museums) - the audio tour narrated partly by artists themselves was quite entertaining, too. I had finally found the first hints of the music - and it continued like this as I stepped onto Broadway, framed by rows of country-themed bars, offering great live sound already in the afternoon. 
The icing on the cake was the visit to the Grand Ole Opry in the evening - the show of country music, where a mix of various old and new stars of the genre have been performing weekly since 1925. It was here that I really found the music. And the soul of the USA, too. 
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