FedEx & FedUp

Trip Start Jun 20, 2010
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20
89
Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , Tennessee
Friday, July 9, 2010

Wie gestern bereits festgestellt, zog mich die grosse FedEx-Armada in Memphis ganz schön in ihren Bann. Ich hangelte mich also heute früh nach nur drei Stunden Schlaf per Bus zum Anflug der Piste durch, wo ich die meisten Flieger erwartete (sie landeten auf vieren gleichzeitig, aber naja). Dabei passierte ich auch die heruntergekommenen Ghetto-Stadtteile, die so gar nichts mehr mit der idyllischen Touristen-Main-Street gemeinsam hatten. Zum Glück musste ich da nicht aussteigen!




Kaum hatte ich mich aufgebaut, kam....genau, nicht der erste Frachter angerauscht, sondern ein privater Sicherheitsdienst. Good morning, darling!
Ich befände mich hier auf Flughafen-Gebiet und dürfte nicht fotografieren, meinte die grimmige Dame. Das ist zwar beides Humbug, aber man will ja keinen Ärger. Also bin ich unverrichteter Dinge wieder von dannen gezogen - mit dem kleinen Haken, dass ich 40 Minuten auf den nächsten Bus warten musste. Ärgerlich, aber ich hatte ja damit gerechnet.


 So versuchte ich mein Glück dann an einem anderen relativ gebräuchlichen Fotopunkt. Während einer Stunde gab es gerade mal dreieinhalb Frachterlein zu bestaunen. Dreieinhalb? Genau, erraten - als ich Nummer 4, eine schöne MD-11, am erlegen war, baute sich plötzlich ein wuchtiger Cop vor meiner Linse auf. Momoll, grosses Lob fürs dezente Auftreten! Und so war dann auch diese Session vorzeitig beendet. Immerhin liess er mir Kamera, Speicherkarte und Freiheit - hatte also wohl Glück gehabt.

Wiederum 40 Minuten warten auf den Bus, Fahrt in die Stadt, Checkout im Hotel (kleines zum Tag passendes Detail am Rande: Nur ein Lift fährt, 5 Minuten warten für rauf, aha, Zimmerkarte geht nicht mehr, 5 Minuten warten für runter, neue Zimmerkarte ergattern, 5 Minuten warten für rauf, Gepäck schnappen, 5 Minuten warten für runter) und ab zur Greyhound-Station.

 In den Südstaaten läuft ja klischeehaft alles etwas langsamer und gemächlicher ab. Eine leicht entspannte Arbeitshaltung ist ja gut und schön - aber nicht, wenn ich einen Bus zu erwischen habe. Die Ticket-Dame (respektive das kaum arbeitende, unförmige Etwas, welches hinter dem Schalter lungerte) trieb mich daher zur Weissglut, brauchte sie doch sage und schreibe 25 Minuten, um 5 Leuten ein Ticket auszustellen (normal wären 5). So fiel dann meine vor-abfahrtliche Verpflegungs-Einkaufs-Tour ins Wasser, ich durfte vielmehr direkt zum Bus sprinten und sah mich mit vier Stunden Fahrt ohne Mampf und Trank konfrontiert. Kein Problem, ausser man hatte seit dem Aufstehen auch noch keine Zeit, sich irgendwie zu verköstigen.


Wenigstens wurden die 350 Kilometer nach Nashville dann in Rekordzeit absolviert - es galt, 20 Minuten Verspätung aufzuholen. Und wie geht das greyhound-pragmatisch? Genau, man lässt einfach die Zwischenstationen aus und braust auf der Autobahn durch. Die Leute dort wird's gefreut haben...!
Um 18 Uhr In Nashville angekommen, überfiel ich erstmal den nächstgelegenen McDonalds für die erste und einzige Mahlzeit des Tages. Schön und gut, nur brauchten die auch wieder eine Ewigkeit, um die bescheidene Anzahl Kunden zu bedienen.Als ich dann endlich mein Brunner (Breakfast-Lunch-Dinner) verdrückt hatte, stand mir der lange Marsch zur Jugendherberge bevor. 

Den letzten Bus (um 18:30!) in die Nähe hatte ich logischerweise gerade verpasst. Aber man läuft ja gerne schwer bepackt 2 Kilometer, auch bei 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit. Hätte ich leiser denken sollen - just da öffnete sich nämlich der dunkle Himmel und ein heftiger Gewitterregen begann niederzuprasseln.Unnötig zu erwähnen, dass die Jugendherberge ziemlich weitab vom Schuss liegt, das Zimmer klein und die Bettnachbarn von der spezielleren Sorte sind. 
Jaja, heute lief so einiges nicht nach Plan. Also schnell in mein schaukelndes Hochbett gekraxelt, Augen zu, und den nächsten Tag erschlafen. Oder einfach den Optimismus anknipsen: Ich bin dem gefährlichen Memphis heil entkommen, sitze nicht im Polizeigefängnis, habe immerhin vier FedEx-Flieger erlegt, habe meine Kamera noch, habe den Bus erwischt, bin in Nashville - und der Regen war eigentlich auch ganz erfrischend...


 
English summary
Started my day early and with a severe lack of sleep, and tried my luck at planespotting in Memphis. Got sent away twice, and only caught 4 of the targeted 50 birds. Saw the darker parts of Memphis. Enjoyed multiple encounters with Southern slowliness - be it hotel check-out, Greyhound ticketing or McDonalds. Had my first meal of the day at 6PM. Progressed 350km on my trip and made my way into Nashville, Tennessee. Walked 45 minutes through heat and humidity to the youth hostel, since I missed the last bus. Wish I hadn't laughed at heat and humidity on my way, since the sky let loose shortly afterwards and sent heavy downpours after me. Concluding that the day couldn't have been much worse, but realising it could well.
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