Walking in Memphis

Trip Start Jun 20, 2010
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Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , Tennessee
Thursday, July 8, 2010

Ja, jetzt bin ich also in diesem Memphis. Geb's ja zu - hauptsächlich verantwortlich ist dieser eine Song von Marc Cohn - und nebenbei liegt Memphis sowieso gerade am Weg und unterbricht die Fahrtdistanz passend.
Allerdings habe ich weder blaue Wildlederschuhe an (blue suede shoes), noch bin ich im Flieger gekommen - und schon gar nicht First Class. Auch mit diesem omnipräsenten King hier kann ich nicht allzu viel anfangen, ausser dass mir der Remix von "a little less conversation" ziemlich auf den Senkel ging; zudem liegt sein Graceland weit ausserhalb und verlangt 30 bis 60 Franken Eintritt. Nein, ohne mich! Hätte ja gerne im Folgenden den über-bekannten Song bebildert - bis auf den Teil mit dem Herumlatschen konnte ich jedoch keine Szene nachstellen...

Zum reichlich späten Start des Tages (habe mich gestern erstmals etwas länger dem amerikanischen Fernsehen hingegeben :-)) ging's auf einen -eben- Walk entlang der Main Street. Das ist eine oasenartig begrünte Fussgängerzone (ja, richtig gehört, in den USA!), die von vielen Shops und Cafés gesäumt und von einer Armada bunter historischer Trams (jaja, nochmals richtig gehört) begondelt wird. Wobei das mit den Trams etwas eine trügerische Masche ist: Was vorgaukelt, dass es hier schon seit einem Jahrhundert gut organisierten ÖV gibt, wurde nämlich erst 1993 eingeführt - und die Drääämli aus Porto, Rio und Melbourne zusammengekauft!


Ansonsten hat Main Street nicht allzu viel zu bieten - und zu weit davon entfernen sollte man sich offenbar nicht, denn da warten scheinbar die bis an die Zähne bewaffneten Ghettobrüder. Memphis gehört -in Teilen- zu den gefährlichsten Städten der USA! Also weiter mit den idyllischen Attraktionen: Wie wär's angesichts der 36°C mit einer Flussfahrt auf dem Mississippi River? Eben, also ab geht's auf die "Island Queen", welche sogar entfernt an diese typischen Mississippi-Raddampfer erinnerte, auch wenn sie Diesel frisst. Die Rundfahrt auf dem viertlängsten Fluss der Welt war seeeeehr gemächlich, aber dank eines erfrischenden Kommentators durchaus interessant. Skyline-Bilder gab's ebenfalls, obwohl sich Memphis (auch) da nicht ganz so eindrücklich gibt. 

Dann folgte endlich mein längst überfälliges Rendevouz mit dem Memphis Barbeque Pork. Das fiel dann etwas mager aus; für den heftigen Preis gab's ein Mini-Burgerlein mit viel Salat und wenig Fleisch mit Konsistenz und Geschmack von Schmorbraten. Zugegeben, dass ich aromatisches Grillfleisch erwartet hatte, war mein spontaner Fehler - wie die nachträgliche Wikipedia-Lektüre bestätigte, geht es beim BBQ ja ums Schmoren, nicht ums Grillieren. Trotzdem hätte man das ganze sicherlich etwas aromatischer, und ganz sicher etwas umfangreicher gestalten können. Kam noch dazu, dass ich in der Hälfte des ohnehin schon sehr kurzen kulinarischen Vergnügens (also nach dem ersten Biss) von einem der gefühlten 37 Bettler belagert wurde, und den Rest dann ziemlich gedrängt und abgelenkt runterwürgen musste - die Argumentation, wieso ich als weit angereister mit teurer Kamera um den Hals keine 3 Dollar für seine Notschlafstelle übrig hatte, war aber auch wirklich etwas tricky und erforderte volle Hirnleistung. 

So nicht gestärkt ging's dann noch auf einen kurzen abendlichen Streifzug. Erster Stop war Beale Street, in den 20er- bis 40er-Jahren das Epizentrum der Blues-Szene. Heute wetteifern unzählige Neon Signs um die Aufmerksamkeit zahl- und trinkkräftiger Touristen - immerhin geben sie auch für's Foto was her. Achja, hier fand ich nun doch wieder zum Song zurück - "walking with my feet ten feet off of Beale". Geht doch! 
Mit diesem versöhnlichen Ende für die "ganz nette -aber auch nicht mehr"-Stadt konnte ich mich dann ins Hotel zurückziehen. Und von meinem tollen Zimmer im 10. Stock beobachte ich nun seit zwei Stunden, wie Dutzende FedEx-Frachtflieger aus allen Himmelsrichtungungen den Flughafen überfallen. Es steht fest: Da muss ich morgen früh noch kurz hin. Also husch ab ins Bett!
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Comments

Amy Nipps on

Why can't we have this in English???
EconimicTravelz.com

tiszrh
tiszrh on

Thanks for your comment!

Posting in german is much easier for me; I do like the english language, but I could never play with words and sentences like I could in my mother tongue. And secondly, there are some family members reading my blog, who don't speak english.

BUT: With regard to the numerous requests for an english version of the blog: Starting today, there will be a short english summary of the day at the end of each blog. Might give you an impression of my progress across the US and the daily highlights. I hope!

Thanks for reading!

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