Welcome to the South!

Trip Start Jun 20, 2010
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18
89
Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , Tennessee
Wednesday, July 7, 2010

Puh ja, also heute gibt's nun wirklich nicht allzu viel zu erzählen. Auch die zurückgelegte Distanz ist nicht unbedingt der Rede wert - "nur" 455 Kilometer (immerhin, das ist doch noch Genf-St. Moritz via Zürich). Alles mehr oder weniger dem Mississippi River entlang nach Süden, ins gelobte Land der Country-Musik, nach Tennessee - "where the land is open and the minds are narrow."
Tennessee


Das Hotel in St. Louis lag praktischerweise direkt neben der Greyhound-Station - und wenn man schon mal für 60 Franken im Sheraton übernachten kann und dafür auch noch ein federweiches Bett mit sieben Kissen geboten bekommt, muss man das natürlich nutzen. So konnte ich dann also das erste Mal überhaupt auspennen. 

Dann machte ich mich wieder bereit fürs Abtauchen in die Unterwelt. Das heisst: Vom Sheraton einmal um den Block gehen, damit die Penner bei der Bus-Station nicht direkt sehen, wo ich herkomme. Mein Gepäck von der trendy Sporttasche wieder in einen Tramper-Rucksack verwandeln, etwas mit Staub bepudern, das Haar  zerzausen - los geht's!

 
Für einmal war die Schlange beim Gate erfreulich kurz - der Bus war letztendlich nur zu einem Drittel gefüllt und alle gestrigen Strapazen bereits vergessen.Die Fahrt war dann weiter nichts besonderes - einzige Auffälligkeit war ein die sechseinhalb Stunden beinahe ununterbrochen durchschreiendes Baby - meinen Kopfhörern war es aber keineswegs gewachsen, und so war das Problem schnell gelöst. Achja, und die sporadischen, heftigen Regenfälle waren dann auch noch nett. Das erste Mal Regen übrigens seit Bangor, ebenso das erste Mal gröbere Bewölkung! Das ist doch mal ein Sommer!


Um der Langeweile entgegen zu wirken gab's noch etwas happy snapping - frohes Foto-schiessen von jedem Truck, der uns entgegen kam. Sind halt schon stolze und imposante Geschöpfe das! Die Landschaft war nämlich weiterhin monoton, aber immerhin anders monoton als vorher: Waren es gestern noch endlose Maisfelder, waren es nun unendliche grüne Wälder, die die Autobahn säumten. Aha, die Vegetation wird dichter, wir kommen in den Süden. Passt.
So richtig bewusst, dass ich nun im Süden bin, wurde es mir, als mich das Kassen-Girl an der üblichen Raststätte plötzlich in heftigstem Südstaaten-Akzent bediente. Die Bezeichnung "Southern Drawl" gibt es lautmalerisch eigentlich ganz passend wieder - die Leute sprechen hier, als hätten sie ne Ladung E-Gitarren verschluckt. 


Ankunft im tropischen Memphis, wo Temperatur und Feuchtigkeit eher an Singapur erinnern. "Und jetzt bini in Memphis", um Polo Hofer zu zitieren. "Es isch als wär' i irgendwie amne Ziel" kann ich aber nicht bestätigen - gut, habe auch noch zweieinhalb Monate vor mir. Immerhin liegt die Busstation direkt auf der berühmten Union Avenue - Elvis' Geist habe ich aber noch nicht erspäht. Wobei, Geisterstadt trifft's doch ganz gut. Unternahm ich doch um 8 Uhr einen ersten Streifzug, mit dem Ziel, mir die lokale Spezialität - ein deftiges BBQ-Pork-Sandwich - zu ergattern. Das naive Ich erwartete eigentlich, auf eine lebhafte Strassenszene zu treffen - immerhin sind wir ja hier im Süden. Doch weit gefehlt, alles dicht, kein Mensch auf der touristischen Main Street. Mit Müh' und Not fand ich am Ende einen einzigen offenen, kleinen Supermarkt - und so gab's halt Chips zum Nachtessen. Immerhin mit einem entfernt an Barbecue erinnernden Geschmack.
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