Chi-Town

Trip Start Jun 20, 2010
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16
89
Trip End Sep 15, 2010


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Where I stayed
Chicago International Hostel

Flag of United States  , Illinois
Monday, July 5, 2010

 







 



 

Dies die gebräuchliche Abkürzung für Chicago. Oft auch abgewandelt in shy-Town, weil scheu irgendwo im Schatten des glamourös-bekannten New Yorks kauernd. Dass sich Chicago aber ganz und gar nicht zu verstecken braucht, fand ich heute ziemlich schnell heraus.

 
Chicago liegt ja nicht nur am Lake Michigan, sondern wird auch noch von einem Fluss durchquert - dem Chicago River, wer hätte es gedacht. Für 15 Dollar gibt's eine Rundfahrt im grossen, vollgepferchten Touri-Kahn zu erleben. Für 4 Dollar dagegen befährt man eine längere Strecke im kleineren Wassertaxi - welches zudem auch noch halb leer ist. Da war der Fall klar. Nur der vermaledeite Startpunkt des Kahns war nicht so klar; in Chinatown, in einem Ping-Pong Memorial Garden (oder so ähnlich), am Fluss natürlich, sollte er liegen. Nunja, irgendwie war der innere Kompass wohl noch in Milwaukee geblieben, denn ich irrte eine geschlagene Stunde durch reich geschmückte und fein duftende Chinesengässchen, fand mich mal bei einem Eisenbahndepot, mal bei einer Bootswerft wieder, nur der Park wollte einfach nicht auftauchen.
Immerhin warf die Odyssee noch ein paar schöne Skyline-Perspektiven ab, und nach einer Runde durchs ganze Quartier fand ich die Chinesen-Oase dann doch noch. 

Von da an wars dann aber ein reines Vergnügen: Immer tiefer tauchten wir in die Häuserschluchten ein, und die ohnehin schon riesigen Wolkenkratzer gewannen noch einiges an Imposanz, wenn man sie direkt dem Wasser entwachsen sah - wie Venedig auf Steroiden irgendwie. Den Städtebauern hier ist sowieso ein Kränzchen zu winden; was einst eine düstere Industriestadt war, glänzt heute mit einem durchaus harmonischen Kontrast aus alt und neu, Stahl und Glas, geschichtsträchtigem und Geschichte schreibendem. 



 
 
Auf rostigen Hochgleisen scheppern metallisch-schimmernde Metro-Wagen über die Strassen hinweg, während eine Ecke weiter schneeweisse Yachten im leicht türkisen Wasser dümpeln. Dem Fluss entlang wurde eine Flaniermeile angelegt, die sogar einzelne Amis für kurze Zeit in begeisterte Fussgänger verwandelt - und das will ja was heissen. An jeder Ecke juckt der Knipsfinger freudig, in Aussicht auf weitere nette Fotomotive.






 
Wahrzeichen Chicagos ist bekanntlich der Sears Tower (wobei der nun Willis Tower heisst, seit sich kürzlich eine englische Firma gleichen Namens eingenistet hat). Der war bis 1998 sogar das höchste Gebäude der Welt, bevor die Taiwanesen mit ihrem Türmchen aufgefahren sind. Nun hält er seinen Rekord immerhin noch in den USA (und offenbar in der ganzen westlichen Hemisphäre, wie überall stolz zum besten gegeben wird). Doch auch das reicht offensichtlich, um einen grausamen Touristen-Aufmarsch zu generieren. Eine Dreiviertelstunde Schlange stehen könnte ich ja noch verkraften - als sie einem dann aber noch einen 15-minütigen Film zwangsvorführten (erst danach durfte man zum Lift gehen), wurde es mir doch fast zu bunt. 

Immerhin, die so hart erkämpfte Aussicht aus dem 103. Stock (413 Meter über dem Boden, und damit viel höher als jegliche Hügel im ganzen Bundesstaat Illinois) war dann doch nicht zu verachten. Chicagos kompakte, mit Wolkenkratzern vollgepferchte Innenstadt lag mir im schönsten Abendlicht zu Füssen, dahinter erstreckte sich bis ans Ende des Horizontes der Lake Michigan - auch dieser ist natürlich grösser als unser niedlicher Alpenstaat.
Jaja, dieses Chicago hat mir echt gefallen - mindestens so gut wie New York übrigens. Klar, es fehlen die grossen Namen und Attraktionen. Aber in punkto Charme, Architektur und Wohlfühlcharakter hat es doch einiges zu bieten. Und so passt das Chi in Chi-Town nämlich doch; das bedeutet nämlich chic. 
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