Leaving New York's never easy

Trip Start Jun 20, 2010
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89
Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , New York
Monday, June 28, 2010

So lautete ein Song, der 2004 durch die Charts wucherte und mir bald tierisch auf die Nerven ging. Aber passen tut er jetzt natürlich schon. Gut, ganz verlassen habe ich die Stadt ja noch nicht - das ist erst morgen früh der Fall. Aber ich habe die letzten Sights bereits geschossen, den letzten Strassen-Hot-Dog verdrückt, und mental bereits Abschied genommen.

 




Heute war das Programm etwas lockerer, es waren nur noch die letzten paar Einträge auf meiner Sightseeing-Liste abzuklappern. Und das war auch gut so; 36 Grad bei 70% Luftfeuchtigkeit wurden geboten - und auf dem iPhone flatterten die Hitzewarnungen gleich reihenweise rein. Man solle doch seine Freunde und Verwandten anrufen, um sicherzustellen, dass es ihnen noch gut geht, stand in einer. Armageddon klopfte also an die Tür, da war Sightseeing in den aufgeheizten Häuserschluchten des Asphaltjungels natürlich genau das richtige! 

So schlimm war's dann gar nicht. Mittlerweile habe ich auch das U-Bahn-System mit seinen 17'000 Linien, Expresslinien, Linienfarben und Linienbuchstaben einigermassen im Griff und muss mir nicht mehr ganz alles zu Fuss antun. So ging's dann also erst mal wieder mitten rein in den Kuchen, der nun -die Arbeitswoche hat begonnen- noch mehr lebte als zuvor und von einer Armada Anzüge und Taxis überflutet wurde. Das Stadthaus (City Hall) war leider abgesperrt, vom angegliederten Park sah man aber zumindest nette Hochhäuschen. 

Weiter ging's zur Wall Street, benannt nach der Wand, gegen welche sie die Wirtschaft hier kürzlich gefahr...ähh nein, nach dem niederländischen Schutzwall gegen die invadierenden Engländer im 17. Jahrhundert. Hat ja bekanntlich nix genützt, aus Nieuw Amsterdam wurde New York, und heute hängt eine riesige amerikanische Flagge vor "der" Wall Street wie wir sie kennen,  also der New Yorker Börse. 

Blieb noch, dem hässlichen Entlein der Stadt die Ehre zu erweisen, dem ulkigen Flatiron Building. 


Später stand dann noch JFK auf dem Plan - der Airport, nicht der Politiker. Grundsätzlich ist das ja ein heisses Pflaster dort, und die Polizei sammelt die werten Fotografen immer mal wieder gerne ein oder beschlagnahmt Speicherkarten. Als wäre das nicht schon Abenteuer genug, sah ich mich mit der Herausforderung konfrontiert, mich mit dem ÖV in eine gute Schussposition zu bringen. Nach mehreren Stunden ÖV-technischer Vorbereitung hatte ich dann aber einen akzeptablen Plan und war begeistert: Die haben doch tatsächlich zwei Vorortszügen bewusst einen Fahrplan verpasst, der ein Umsteigen erlaubt - sonst ist das immer nur durch Zufall möglich, wenn man nämlich weiter denkt, als es die Städteplaner selber je getan haben. Bin richtig stolz auf die Amis, sie lernen es ja doch langsam!

So konnte ich mich mit etlichen Litern Wasser bewaffnet auf den Weg machen. Klappte soweit auch ganz gut, musste nur 90 Minuten marschieren, und immerhin habe ich von New York jetzt nicht nur Wolkenkratzer, sondern auch noch Suburbs mit hunderten niedlichen (wenn auch austauschbaren) Einfamilienhäuschen gesehen. Von einem verlassenen Fussballplatz aus (der schiebt hier als Austragungsort einer Randsportart auch während der WM eine ruhige Kugel) liessen sich dann auch ein paar Flieger knipsen - bis sie das herannahende Gewitter auf eine andere Piste und mich zurück in die Stadt vertrieb. 


Nun sind meine Stunden in New York endgültig gezählt. Der richtige, andauernde "Wow-Effekt" blieb zwar aus, am Ende sind die vielen Hochhäuser dann auch nichts besonderes mehr und die Sehenswürdigkeiten hat man auch irgendwann gesehen. Sicherlich hat New York aber die Vorfreude gestillt und die sehr hohen Erwartungen erfüllt, und alleine das genügt schon, dass ich gerne bald wieder herkommen möchte - denn zu entdecken gäbe es noch viel. Ich werde die Stadt definitiv vermissen. Ausser Polizei und Feuerwehr vielleicht, die nachts abwechselnd jede Viertelstunde laut trötend unter meinem Fenster durchbrettern. Wieder einmal durchschlafen zu können wäre dann also au kein Seich. Aber wenn die Stadt schon nie schläft, müssen es ihr die Besucher wohl gleichtun. 
(Falls jemand noch ne Ladung Sirenen braucht, um wach zu werden - bittesehr: http://www.youtube.com/watch?v=XQl9q88l95M )
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Comments

Marcel Kaul on

Neidisch bin auf die LAN!!!

Roman on

Gehts noch, eines der schönsten Gebäude in NY als hässliches Entlein bezeichnen ;)

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