Sightseeing-Run bei Gluthitze

Trip Start Jun 20, 2010
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89
Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , New York
Sunday, June 27, 2010

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Sagt man zumindest. Ob sich mal jemand Gedanken gemacht hat, was passiert, wenn der Vogel vor lauter übermüdungs-bedingter Blindheit an all den Würmern vorbeisegelt und alle 50 Meter in einen Baum knallt? Naja, glücklicherweise bin ich kein Vogel, die Wolkenkratzer etwas leichter zu erspähen als die Würmer, und die Strassen breit genug, Raum für frühmorgendliche Torkeleien zu lassen. 



 


Nur das früh aufstehen blieb, denn wenn man nicht pünktlich bei der Türöffnung des Empire State Buildings um 8 Uhr auf der Matte steht, darf man danach bis zu Stunden in der Schlange für das Aussichtsdeck im 86sten Stock warten. Doch das früh aufstehen hatte sich nur bedingt gelohnt; was von unten noch nach blauem Himmel aussah, war von oben eine dichte Dunstglocke, die die Aussicht massiv schmälerte. Ich wartete oben natürlich eine geschlagene Stunde auf schöneres Wetter, man will ja den Ticketpreis amortisieren; die Sonne brach dann aber just erst dann durch die Wolken, als ich unten wieder auf die Strasse trat. Der Tag fing also wunderbar an. 


Der zaghafte Sonnenschein bedeutete nun auch, dass ich mich nicht mehr guten Gewissens für eine weitere Runde Schlaf im heruntergekühlten Kämmerchen entscheiden konnte. Also ging's auf, die Sightseeing-Liste weiter abzuklappern. Grand Central Station, der Jugendstil-Bahnhof, der mit 67 Gleisen der weltweit grösste ist - checked. Das Chrysler Building, nach seiner Fertigstellung 1930 für ein Jahr das höchste Gebäude der Welt - checked.



 
Nächste Station: Einmal über die massive, 1,8km lange Brooklyn Bridge wandern, die, als sie 1883 endlich fertig gestellt wurde, alle bisherigen Brücken um mehr als die Hälfte an Länge übertraf. Cheeeeeeeeeeeeeeecked (dauerte eben etwas länger!) War sehr imposant, wenn auch wie alles äusserst überlaufen - mit Touristen und Locals. Vom Park am anderen Ende hatte man dann -als man ihn mal fand- auch einen netten Blick auf die Skyline, wenn auch der noch immer vorhandene Dunst das Fotografenherz etwas weinen liess.




Weiss ja nicht, ob ihr das in der Schule auch eingehämmert bekommen habt, dass New York zwar auf der gleichen Höhe wie Neapel liegt, jedoch mit um einiges kälteren Temperaturen aufwartet. Hauptschuldig dafür jedenfalls: der Golfstrom. Sinn des Exkurses: Heute schien dem Golf irgendwie der Strom ausgegangen zu sein - 33 Grad, kein Wind, und eine Luftfeuchtigkeit wie in Südostasien. Also verlegte ich die restlichen Aktivitäten kurzerhand auf eine Bootstour - so konnte ich dann die imposante (und grösser als vorgestellte, man beachte die kleinen Menschlein auf dem Balkon!) Freiheitsstaatue ohne Gedränge, dafür vom Fahrtwind gekühlt, in aller Ruhe abknipsen. Auch bot der einstündige Rundkurs viele nette Blicke auf die Skyline.

Dann war schon Nachmittag (merke, man geht seeehr viel in dieser Stadt), und erstmal wirklich genug. Wieder an Land drückten Hitze und Sonne dann nämlich schon sehr. Rückzug in meine Kamelbox also, und erstmal abkühlen. Am Abend wagte ich mich dann wieder-erstarkt nochmals in die Gluthitze raus, entfloh ihr aber schnurstracks nach oben: Das zweite Aussichtsdeck, das auf dem Rockefeller Center, stand an [merci an Lukas für den Tipp!]. 

 
Hier war die Atmosphäre zwar auch gedrängt, aber doch gemütlicher als drüben auf dem Empire State. So ergatterte ich mir dann unter Zuhilfenahme von wahlweise Ellbogen oder nettem Lächeln (je nach Gegenüber) ein schönes Plätzchen. Und wartete, und wartete, und wartete. Nach gut einer Stunde an-Ort-stehen und so-tun-als würde-man-interessiert-die-Skyline-analysieren war's dann soweit: Der Himmel noch nicht ganz dunkel, die Skyline erstrahlt aber schon als Lichtermeer. Perfekt für einen traumhaften Schuss von New York - alles andere wäre der Stadt auch nicht würdig. 
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