Der Küste entlang

Trip Start Jun 20, 2010
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Trip End Sep 15, 2010


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Flag of United States  , Massachusetts
Thursday, June 24, 2010

Wow, ein langer, aber überaus erfüllter Tag. 
Begonnen hatte er, wie bisher eigentlich jeder, sehr früh bei dichtem Nebel. 6 Uhr und 60 Meter Sicht waren diesmal zu notieren. Ich liess Boring Bangor hinter mir, im Bus, der mit Boston angeschrieben stand. Ganze zwei Passagiere waren wir - so kann die Chose ruhig weitergehen! 

 





Aber natürlich wählte ich nicht die direkte Route. Und so verliess das Gefährt die langweilige, schnurgerade Autobahn nach wenigen Kilometern (oder Meilen, muss mich ja langsam umgewöhnen) wieder und schlängelte sich alsbald über die kurvenreiche Küstenstrasse. Von der sicherlich idyllischen Gegend bekam man leider nur eines mit - graues Nichts. Diese gespenstische Masse hatte uns geschlagene zwei Stunden lang umgeben, bis sie uns schliesslich ausspuckte und blauer Himmel in Sicht kam. Glücklicherweise war das just vor meinem ersten Halt, dem kleinen Städtchen Camden.

Nun, Camden war alles, was Bangor auch war - niedlich, schöne Häuschen. Aber es war eben noch mehr: Klarerweise schlägt das Meer voll ein, da kann Bangor mit seinen endlosen Wäldern oder Heidelbeerstauden noch lange kommen. Aber auch das Flair war viel belebter und angenehmer, ferienhafter und entspannter. Gut, Camden ist auch ein Ferienort, und viele New Yorker, Bostoner und andere städtische Arbeitstiere begeben sich hierhin, wenn der siebzehnte Burnout auf der Matte steht oder zu kurieren ist. Alles in allem wirklich eine kleine Perle, auf die ich hier gestossen war. 

Doch das genügte natürlich noch nicht. Hinter Camden ragt Mount Battie, ein bewaldeter Felsklumpen, ungewohnt hoch in die Landschaft -  248 Meter, um genau zu sein (wieviele Füsse, kleine und grosse Zehen das sind, möge man bei Interesse umrechnen). Ich hätte kein weisses Kreuz auf meinem Pass, wenn ich nicht auf jede sichtbare Erhebung sofort raufklettern müsste (obwohl es auch hier natürlich eine Strasse rauf gab) - und sowieso hat's mir die Höhe ja bekanntlich angetan. Nun gut, ich musste also da rauf. Offiziell wird der Return-Trip mit 2 Stunden angegeben. Mein nächster (und ultimo-letzter des Tages, sonst sitze ich in dem Kaff fest!) Bus fuhr in 90 Minuten. Blöd, also nix wie los!

Der Brocken hatte es dann durchaus in sich, was einerseits an der unerwarteten Steilheit, andererseits aber auch am äusserst unpassenden Schuhwerk meinerseits (10-Franken-Schuhe aus Thailand) lag. Dennoch war er innert 25 Minuten bezwungen - das Erfolgserlebnis ergänzte das nette, aber nicht überragende Panorama und machte den Ausflug im Ganzen doch lohnenswert. Runter ging's dann in 20 Minuten - macht nach Adam dem Riesen 45, damit 75 weniger als veranschlagt, und damit durchaus erfreulich.



 
Weiter ging's also Richtung Süden. Während der Fahrt machte ich Gebrauch vom Internet, mit dem die Busse ausgestattet sind, verfolgte genüsslich die WM (wiederum auf spanisch, versteht sich) und plante noch einen spontanen Zwischenhalt ein. 

In Portland (ja, an dieser Küste gibt's auch eines, im anderen schaue ich dann in 70 Tagen vorbei) steht der älteste Leuchtturm Maines, und steht da ziemlich fotogen. Das durfte ich mir nicht entgehen lassen. Blöd nur, dass da kein Bus hinfährt. Und blöder noch, dass es am Busbahnhof seit 9/11 keine Schliessfächer mehr gibt. 
 Das lief dann darauf hinaus, dass ich bei sängender Hitze den bepackten Esel spielen durfte, und mit meinen 17 + 8kg Ausrüstung je einen Marsch von einer Stunde abspulen konnte. Naja, immerhin lohnte sich hinterher die Dusche. Achja, der Leuchtturm war glaub' ich auch ganz nett - konnte ihm aber nur zwei Minuten widmen. Ihr wisst ja, meine Zeitfenster sind grundsätzlich nicht zu grosszügig bemessen.

Ich schaffte es rechtzeitig auf den Bus zurück, der nun plötzlich voll war. Ist aber auch egal (ausser für das arme Schwein, das neben dem stinkenden Ich sitzen musste), ich war zufrieden. Zwei Stunden später tauchten wir aus einem Tunnel auf, und wurden von der grandiosen Skyline Bostons im Abendrot erschlagen. Aber das kommt dann morgen...jetzt erlaube ich mir erstmal, etwas müde zu sein, geniesse noch die Aussicht von meinem Hochsitz über das sehr eng bemessene neue Reich, welches mit einem Kasachen und einem Iren geteilt wird, und haue mich hoffentlich bald auf's Ohr. Wenn's so weitergeht wie heute, wird das morgen prächtig!
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Comments

Oli on

Scheint ja besser zu werden =) - Freut mich!

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