Hei suomi!

Trip Start Aug 01, 2005
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Trip End Sep 09, 2005


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Flag of Finland  ,
Sunday, September 4, 2005

zurueck in finnland!!!!!!
terve kaikille!

der westen hat mich wieder.
nach meinem ausflug in die ermitage habe ich noch einen sightseeingtag mit oliver verbracht: mit der marschrutka ging es raus aus piter nach kronstadt. das ist eine insel, die ueber einen damm erreicht werden kann und erst seit etwa 10 jahren wieder fuer die öffentlichkeit zugaenglich ist. war vorher allein dem militär vorbehalten.
es gibt dort ein kleines städtchen und eine sehr imposante kathedrale. zumindest von aussen imposant.
vom innenleben sieht man nicht so viel, denn der grösste teil ist unzugänglich. wird angeblich als seemansclub und/oder kino genutzt. so der lonely planet. sehr kurios. aber nur eines der vielen dinge, die man nicht verstehen muss....
es gibt in der kathedrale auch ein museum der seefahrt auf und um kronstadt herum. mit jede menge exponaten. eine art heimatmuseum sozusagen. mit vielen heroischen gemälden an den wänden. sehr huebsch.

von kronstadt ging es dann mit der fähre wieder gen festland, wo wir in einem ort ankamen, dessen name mir schon wieder entfallen ist. wir hielten uns dort auch nicht lange auf, denn wir wollten noch weiter, um uns das schloss petershof anzusehen. ein paar orte weiter gelegen. durch die zufällige bekanntschaft mit einem sehr netten und hilfsbereiten weissrussen gelang es uns in windeseile, tickets fuer den gerade abfahrenden zug zu kaufen. puh. nicht, dass irgendjemand die tickets hätte sehen wollen.
in petershof angekommen nahmen wir den nächsten bus, der uns dann richtung schloss brachte. die anlage ist bekannt fuer einen unsaeglich kitschigen springbrunnen der fortgeschrittenen art: auf der rueckseite des schlosses in kaskaden angeordnet mit kanal zum meer stehen goldene figuren und ueberall sprudelt wasser raus. angeblich. denn wir waren wohl zu spät. der betrieb war schon eingestellt. leider. muss wieder dorthin fahren! somit wurde ich sozusagen schon ein wenig auf finnland vorbereitet, denn hier fehlt der kitsch ja völlig. und in petershof bekam ich halt nur halben kitsch zu gesicht.
eine weitere marschrutka brachte uns wieder in die stadt. wenn ich das mal grob ueberschlage, habe ich an dem tag fuer transportkosten etwas weniger als 3 euro ausgegeben. und dafuer ganz schön viele verschiedene mittel benutzen können!
abends waren wir noch in einer weiteren hausbrauerei petersburgs, dem paulaner bräustueberl. auch diese mit deutschem braumeister ausgestattet, der allerdings gerade auf reisen war. und auch dort laufen die kellnerinnen im dirndl rum. aber ist irgendwie stilvoller als das etablissement, in dem oliver arbeitet...

donnerstag musste ich das gelobte russland dann verlassen. mein visum lief aus.
mein zug stand puenktlich bereit und die finnischen schaffner haben sogar gelächelt.
der grenzuebergang gestaltete sich als erstaunlich unspektakulär. bei abfahrt des zuges wurden die pässe vom schaffner eingesammelt. irgendwann kamen dann die russischen grenzbeamten und der zoll an bord. der zoll lief nur kurz durch den waggon und der grenzbeamte verglich mein passfoto mit mir live und in farbe. i vsjo! keine dummen fragen, kein gar nix...
der finnische zoll wollte dann auch nur wissen, welches denn mein gepäck sei. und in meinen pass haben die beamten kaum reingeschaut. hätte also mal wieder jede menge zigaretten schmuggeln können.

und schon war ich in finnland.
habe mich hier fuer ein paar tage im wohnheim der volkshochschule eingenistet (volkshochschulen sind hier was anderes als in deutschland, werden meist von jungen leuten besucht, die frisch von der schule kommen und kurse in allerlei dingen belegen.).
die nette dame an der rezeption sprach leider kein wort englisch, so dass ich meine bruchstueckhaften finnischkenntnisse vorkramen musste. und dann doch wieder was auf russisch erzählte. sie trug es mit fassung und war ganz nett. habe alles bekommen, was ich wollte. und noch ein lächeln dazu. konnte mein glueck kaum fassen...
da es schon fortgeschrittener abend war, bin ich direkt in "meine" kneipe geeilt, wo ich auch direkt auf meine freunde päivi und jaakko sowie auf diverse weitere bekannte gesichter stiess. wunderbar. und das bier schmeckt auch noch!!!!! fuehlte mich gleich wie zu hause!!!!!!
nur fuer diejenigen, die meinen lebenslauf nicht so im kopf haben: nach meiner lehre in deutschland war ich fuer ein halbes jahr bei "teerenpeli" (www.teerenpeli.com) zum bier brauen und in den folgenden jahren noch zwei mal fuer je drei monate als sommerjob. schönste kneipe lahtis (das ist nich allzu schwer)und leckeres bier und jede menge stammkundschaft und ueberhaupt. habe sozusagen damals in der bar gelebt. tagsueber gearbeitet, abends am tresen gesessen. die brauerei befand sich damals in der kneipe, durch ein fenster getrennt. so lernte ich schnell die stammkundschaft kennen...

die letzten zwei tage habe ich damit verbracht, meine bekannte aufzusuchen und am see in der sonne zu sitzen und nix zu tun bzw zu lesen. das wetter ist richtig schön! allerdings war es wohl schon recht kuehl und nachts ist es auch nicht mehr wirklich warm, was zu schwimmunfreundlichen wassertemperaturen gefuehrt hat. aber meine fuesse habe ich vorhin reingehalten. immerhin.
geniesse die ruhe und die tatsache, dass man auf die strasse gehen kann, ohne direkt sein leben zu riskieren. und die menschen sind alle freundlich. niemand schreit rum, höchstens die betrunkenen zu nächtlicher stunde auf der strasse.
kommt mir alles beinahe ein wenig unwirklich vor.... vermisse die hektik und die ewig weiten wege noch nicht so richtig. habe mich allerdings ueber die langsamkeit der rolltreppe im kaufhaus gewundert. wo ich mich doch so an die speedrolltreppen in den russischen u-bahnen gewöhnt habe. die sind schon sehr funktionell... bei "normalen" tempo wuerde man in piter sonst sicherlich manchmal eine halbe stunde lang rolltreppe fahren...

fand die wochen in russland sehr spannend, aber auch sehr anstrengend. ein wenig erholung in finnland ist exakt das, was ich jetzt brauchen kann! morgen ziehe ich um, zu päivi und jakko aufs land. sie haben sich ein haus gekauft, ca 15 min mit dem zug von lahti entfernt. mit sauna und allem. landurlaub. und da der letzte zug abends gegen 21 uhr fährt, auch noch erholsamer als lange abende in der kneipe in der stadt...

russland bleibt total faszinierend. ob das mit dem erlernen der sprache noch klappen wird, weiss ich nicht... die blöden vokabeln fallen einfach immer wieder aus dem gedächtnis heraus. mein hirn kommt mir vor wie ein sieb.
bin neugierig darauf geworden, ein wenig mehr ueber die geschichte russlands zu lernen und russische literatur zu lesen (aber bitte in deutscher uebersetzung...).

besonders faszinierend aber eben auch abschreckend finde ich die konsequente gnadenlosigkeit, mit der dort viele geschieht: wenn auto fahren, dann mit 120 durch die innenstadt, wenn stöckelschuhe, dann auch nicht unter 10 cm absatz, wenn schminken, dann auch richtig, wenn gross, dann auch extrem gross, wenn kitschig, dann auch so, dass es in den augen weh tut, wenn reich, dann gleich unvorstellbar reich........ viele vorgänge und sitten dort bleiben ein grosses geheimnis...

wozu die vielen stempel, wenn doch alles durcheinander läuft? brillantes beispiel: auf der anmeldeliste fuer das pushkininstitut von unserer gruppe war eine person mitangemeldet, die letztlich gar nicht mitgefahren ist und daher natuerlich auch nie ihre kursgebuehren gezahlt hat oder bei der registrierung aufgefallen ist. trotzdem hat sie ein zertifikat ueber einen absolvierten sprachkurs erhalten. ziemlich lustig. und dass, obwohl allein unsere studentskij bilets mit 4 stempeln versehen waren...
leider auch offen geblieben ist die frage nach dem verbleib des wunderbaren topfs von birthe und mir. das fruchtdekor machte ihn natuerlich zu einem prachstueck, dessen sind wir uns bewusst. aber dass man ihn trotz der innen angepappten pelmenis entwenden musste... hatte ihn zum einweichen in der kueche stehen lassen, selber schuld.
nicht schlau werde ich auch aus dem putz- und wischsystem im wohnheim. einen staubsauger habe ich nirgendwo gesehen. wäre ja auch durchaus bereit gewesen, so ein gerät selber in die hand zu nehmen... stattdessen herrschte das wischssystem. das allerdings mehr nach einem schmutzverteilsystem aussah...
weiterhin rätselhaft sind mir auch die vielen kleinen zimmerchen im institut, in denen damen mit grossen brillen sassen. wahrscheinlich hatten sie alle viele stempel in ihrem schreibtisch. einige hatten sogar eine art bett im buero. andere einen fernseher.

finnland ist sehr gut durchorganisiert, fast alles klappt, man kann sich nur schwer daneben benehmen und zum deppen machen. beinahe fehlt mir schon was...

so, das bier bei teerenpeli wartet!

herzliche gruesse, ab donnerstag werde ich wieder in berlin sein...

tina!
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