Moskau ade, der norden hat mich wieder...
Trip Start
Aug 01, 2005
1
4
6
Trip End
Sep 09, 2005
so, lange nix geschrieben...
bin jetzt in st. petersburg, oder auch kurz piter genannt.
in der letzten zeit in moskau hatte sich die taegliche sightseeingration etwas reduziert... das touristInnenleben kann schon ein sehr anstrengendes sein.
das, was in jedem reisefuehrer ganz oben steht, habe ich mir nicht angesehen: den kreml.
wir waren eines tages in einer groesseren gruppe frueh morgens aufgebrochen, um uns bereits vor oeffnen der kassenhaeuschen dort in eine schlange stellen zu koennen. die profitouristInnen eben ;-) die ersten drei von unserer gruppe erhielten mit ihrem "studjentskij bilet" unseres instituts auch problemlos tickets zum russischen studierendenpreis, doch dann schwang die stimmung der dicken aelteren dame mit dicker brille ploetzlich um. es seien zu viele von uns, jetzt gebe es keine reduzierten tickets mehr. aha. habe es dann mit meinem berliner studierendenausweis versucht (habe es verpeilt, mir einen internationalen ausstellen zu lassen..), doch daraufhin wurde ich angeschrien, dass ich keine studentin sei und kein solches ticket bekaeme. und die naechsten waren an der reihe. mir war das dann zu doof und ich hatte eh nicht so viel lust darauf, mir im kreml noch mehr kirchen anzuschauen und auf strengstens festgelegten wegen marschieren zu duerfen. die spanndenden teile sind fuer normaltouristen ja eh nicht zugaenglich.
stattdessen eilten die etwas frustierten teile mit sehr teuren oder gar keinen tickets gen naechster anstehschlange: die fuer den ollen lenin. der liegt naemlich in einem mausoleum auf dem roten platz. fachgerecht konserviert. laut meinem reisefuehrer wird der spuk alle 18 monate unterbrochen, damit lenin ein "full treatment" erhalte.
wir standen nur ca zwei stunden an... aber mit einer groesseren gruppe geht das ja, war sogar ganz lustig.
zu den zeiten, zu denen man lenin seine ehre erweisen darf, ist der ganze rote platz abgesperrt. der einzige durchgang befindet sich ganz am rande, da steht man dann an. wenn man alle sicherheitskontrollen durchlaufen hat, gehoert der rote platz einem sozusagen allein. denn bis zum eingang des mausoleums ist es schon ein stueckchen zu laufen. und es werden immer nur wenige leute auf einmal eingelassen.
ich mag jetzt gar nicht viel von dem eigentlichen besuch im mausoleum schreiben, das muss man einfach selber erleben. auf jeden fall eine sehr absurde veranstaltung. und sehr kurz. aber doch sehr einpraegsam...
in der letzten woche in moskau war ich recht viel allein unterwegs, birthe war schon eine woche frueher abgefahren, und ein grosser teil unserer gruppe war fuer ein paar tage in petersburg.
fand die ruhe gar nicht schlecht und habe mich von den vielen discoabenden ein wenig erholen koennen ;-) besonders gut gefiel mir der kolomenskoje park, dort konnte ich meine fuesse in die moskwa halten und auf wiesen sitzen. wenn man sich richtig positionierte, waren gar keine plattenbauten zu sehen. und voegel und kirchenglocken zu hoeren. nahezu idyllisch!
der laerm in der stadt ist enorm gewesen - wir wohnten nichtmals an einer vielbefahrenen strasse und trotzdem hat man viel verkehrslaerm hoeren koennen. der schall wird zwischen den ganzen platten, die mitten in die gegend gebaut werden, prima transportiert...
nach einer weiteren disconacht im wohnheim war ich recht froh darueber, am letzten samstag moskau den ruecken kehren zu duerfen... zwar hatten wir noch einen sehr schoenen spaziergang durch richtig huebsche viertel im stadtzentrum mit unserer lehrerin unternommen, aber so richtig ist mir die stadt nicht ans herz gewachsen. lag sicherlich auch daran, dass ich eigentlich keinen kontakt zu einheimischen hatte...
nun bin ich jedenfalls im hohen norden angekommen.
piter ist wunderschoen! die atmosphaere ist viel entspannter als in moskau... der autoverkehr ist zwar auch hier lebensgefaehrlich, aber irgendwie machen die strassen einen weniger bedrohlichen eindruck... und im stadtzentrum stehen richtig schoene bauten herum.
und das tollste hier ist, dass man nur selten angeschrien wird!!!!! eigentlich wurde ich bisher ueberhaupt nicht angeschrien! und man spricht englisch !!!!! es sind natuerlich sehr viele touristInnen hier und irgendwie ist man darauf eher eingestellt als in moskau.
auch hier ist die metro voll und liegt noch weiter unter der erde als in moskau. ist aber trotzdem weniger stressig. komme mir schon fast wie in einem urlaubsort vor ;-)
sonntag habe ich ganz lange am strand der ostsee gesessen und nix getan, wunderbar!
gestern bin ich ganz viel in der innenstadt herumgelaufen, an den ueblichen touristenorten halt. ist aber wirklich sehr sehenswert!!!!
und heute war ich in der ermitage. wahnsinn.... vielleicht habe ich in den 5 stunden, in denen ich dort war, ein viertel aller raeume betreten, vielleicht eher weniger.
neben der fuelle an prunk, gloria, gold und gemaelden gibt es dort eine wirklich bemerkenswerte fuelle von besucherInnen.... durch einige raeume wird man eher durchgeschoben, als dass man sich die bilder wirklich ansehen koennte...
wenn man so durch die riesigen hallen schlendert, wuenscht man sich direkt eine zeitmaschine und ein huebsches kleid, um an einem der baelle teilnehmen zu koennen... der groesste ballsaal im winterpalast soll angeblich 5000 menschen fassen.
sehr praktisch war, dass ein grossteil der reisegruppen mit fuehrerIn samt faehnchen deutsch ist. so kann man immer mal wieder in den genuss einiger erlaeuterungen kommen, die der reisefuehrer nicht gibt. kann dann aber auch schnell genug wieder weglaufen...
reisegruppen sind schon eine sehr merkwuerdige ansammlung von menschen. hat etwas von einer schafherde: irgendwie aehneln sich die gruppenmitglieder zumeist sehr und folgen alle brav in der herde dem leittier...
ich glaube, diese art von urlaub waere nix fuer mich. hilfe.
sehr bemerkenswert finde ich auch, dass in jedem der hunderten von saelen eine dame zum aufpassen sitzt. allerdings ganz ohne antiquen telefonapparat und ohne grosses buch, auf dem "kniga" (heisst buch) steht (so war es in den museen in moskau)... aber auch hier mussten einige waehrend der arbeit mit dem schlaf kaempfen.
eben war ich noch am bahnof, um mir ein ticket nach finnland zu kaufen. das hat voellig reibungslos geklappt!!!!! ein wenig englisch, ein wenig russisch, kein grosses nachfragen der schalterdame, kein geschrei, kein "NJET!" wusste gar nicht, wie mir geschah!!!!
komme mir ein wenig vor wie in einem anderen land...
ach ja, durfte auch schon bier verkosten: die biere der gasthausbrauerei "karl und friedrich" werden derzeit von deutscher braumeisterhand auf vordermann gebracht... oliver ist fuer ein jahr hier und kaempft sich durch den russischen arbeitsalltag.
das restaurant ist furchtbar kitschig, die kellnerinnen rennen im dirndl rum und an den waenden haengen bayrische flaggen.... schon eher grauenvoll. daneben ein fischrestaurant, gehoert den gleichen besitzern, in dem man sich seinen fisch selber aus den bassins fangen kann. auch sehr neckisch. eher etwas fuer die gutverdienenden russInnen...
aber alles sehr huebsch gelegen, im park, nicht weit vom meer...
weiss noch gar nicht so genau, wie ich ab donnerstag ohne all den kitsch auskommen soll, der mir hier ja doch sehr ans herz gewachsen ist. finnland ist ja eher fuer nuechternheit (in geschmacklichen fragen natuerlich nur) bekannt....
herzliche gruesse
tina!
bin jetzt in st. petersburg, oder auch kurz piter genannt.
in der letzten zeit in moskau hatte sich die taegliche sightseeingration etwas reduziert... das touristInnenleben kann schon ein sehr anstrengendes sein.
das, was in jedem reisefuehrer ganz oben steht, habe ich mir nicht angesehen: den kreml.
wir waren eines tages in einer groesseren gruppe frueh morgens aufgebrochen, um uns bereits vor oeffnen der kassenhaeuschen dort in eine schlange stellen zu koennen. die profitouristInnen eben ;-) die ersten drei von unserer gruppe erhielten mit ihrem "studjentskij bilet" unseres instituts auch problemlos tickets zum russischen studierendenpreis, doch dann schwang die stimmung der dicken aelteren dame mit dicker brille ploetzlich um. es seien zu viele von uns, jetzt gebe es keine reduzierten tickets mehr. aha. habe es dann mit meinem berliner studierendenausweis versucht (habe es verpeilt, mir einen internationalen ausstellen zu lassen..), doch daraufhin wurde ich angeschrien, dass ich keine studentin sei und kein solches ticket bekaeme. und die naechsten waren an der reihe. mir war das dann zu doof und ich hatte eh nicht so viel lust darauf, mir im kreml noch mehr kirchen anzuschauen und auf strengstens festgelegten wegen marschieren zu duerfen. die spanndenden teile sind fuer normaltouristen ja eh nicht zugaenglich.
stattdessen eilten die etwas frustierten teile mit sehr teuren oder gar keinen tickets gen naechster anstehschlange: die fuer den ollen lenin. der liegt naemlich in einem mausoleum auf dem roten platz. fachgerecht konserviert. laut meinem reisefuehrer wird der spuk alle 18 monate unterbrochen, damit lenin ein "full treatment" erhalte.
wir standen nur ca zwei stunden an... aber mit einer groesseren gruppe geht das ja, war sogar ganz lustig.
zu den zeiten, zu denen man lenin seine ehre erweisen darf, ist der ganze rote platz abgesperrt. der einzige durchgang befindet sich ganz am rande, da steht man dann an. wenn man alle sicherheitskontrollen durchlaufen hat, gehoert der rote platz einem sozusagen allein. denn bis zum eingang des mausoleums ist es schon ein stueckchen zu laufen. und es werden immer nur wenige leute auf einmal eingelassen.
ich mag jetzt gar nicht viel von dem eigentlichen besuch im mausoleum schreiben, das muss man einfach selber erleben. auf jeden fall eine sehr absurde veranstaltung. und sehr kurz. aber doch sehr einpraegsam...
in der letzten woche in moskau war ich recht viel allein unterwegs, birthe war schon eine woche frueher abgefahren, und ein grosser teil unserer gruppe war fuer ein paar tage in petersburg.
fand die ruhe gar nicht schlecht und habe mich von den vielen discoabenden ein wenig erholen koennen ;-) besonders gut gefiel mir der kolomenskoje park, dort konnte ich meine fuesse in die moskwa halten und auf wiesen sitzen. wenn man sich richtig positionierte, waren gar keine plattenbauten zu sehen. und voegel und kirchenglocken zu hoeren. nahezu idyllisch!
der laerm in der stadt ist enorm gewesen - wir wohnten nichtmals an einer vielbefahrenen strasse und trotzdem hat man viel verkehrslaerm hoeren koennen. der schall wird zwischen den ganzen platten, die mitten in die gegend gebaut werden, prima transportiert...
nach einer weiteren disconacht im wohnheim war ich recht froh darueber, am letzten samstag moskau den ruecken kehren zu duerfen... zwar hatten wir noch einen sehr schoenen spaziergang durch richtig huebsche viertel im stadtzentrum mit unserer lehrerin unternommen, aber so richtig ist mir die stadt nicht ans herz gewachsen. lag sicherlich auch daran, dass ich eigentlich keinen kontakt zu einheimischen hatte...
nun bin ich jedenfalls im hohen norden angekommen.
piter ist wunderschoen! die atmosphaere ist viel entspannter als in moskau... der autoverkehr ist zwar auch hier lebensgefaehrlich, aber irgendwie machen die strassen einen weniger bedrohlichen eindruck... und im stadtzentrum stehen richtig schoene bauten herum.
und das tollste hier ist, dass man nur selten angeschrien wird!!!!! eigentlich wurde ich bisher ueberhaupt nicht angeschrien! und man spricht englisch !!!!! es sind natuerlich sehr viele touristInnen hier und irgendwie ist man darauf eher eingestellt als in moskau.
auch hier ist die metro voll und liegt noch weiter unter der erde als in moskau. ist aber trotzdem weniger stressig. komme mir schon fast wie in einem urlaubsort vor ;-)
sonntag habe ich ganz lange am strand der ostsee gesessen und nix getan, wunderbar!
gestern bin ich ganz viel in der innenstadt herumgelaufen, an den ueblichen touristenorten halt. ist aber wirklich sehr sehenswert!!!!
und heute war ich in der ermitage. wahnsinn.... vielleicht habe ich in den 5 stunden, in denen ich dort war, ein viertel aller raeume betreten, vielleicht eher weniger.
neben der fuelle an prunk, gloria, gold und gemaelden gibt es dort eine wirklich bemerkenswerte fuelle von besucherInnen.... durch einige raeume wird man eher durchgeschoben, als dass man sich die bilder wirklich ansehen koennte...
wenn man so durch die riesigen hallen schlendert, wuenscht man sich direkt eine zeitmaschine und ein huebsches kleid, um an einem der baelle teilnehmen zu koennen... der groesste ballsaal im winterpalast soll angeblich 5000 menschen fassen.
sehr praktisch war, dass ein grossteil der reisegruppen mit fuehrerIn samt faehnchen deutsch ist. so kann man immer mal wieder in den genuss einiger erlaeuterungen kommen, die der reisefuehrer nicht gibt. kann dann aber auch schnell genug wieder weglaufen...
reisegruppen sind schon eine sehr merkwuerdige ansammlung von menschen. hat etwas von einer schafherde: irgendwie aehneln sich die gruppenmitglieder zumeist sehr und folgen alle brav in der herde dem leittier...
ich glaube, diese art von urlaub waere nix fuer mich. hilfe.
sehr bemerkenswert finde ich auch, dass in jedem der hunderten von saelen eine dame zum aufpassen sitzt. allerdings ganz ohne antiquen telefonapparat und ohne grosses buch, auf dem "kniga" (heisst buch) steht (so war es in den museen in moskau)... aber auch hier mussten einige waehrend der arbeit mit dem schlaf kaempfen.
eben war ich noch am bahnof, um mir ein ticket nach finnland zu kaufen. das hat voellig reibungslos geklappt!!!!! ein wenig englisch, ein wenig russisch, kein grosses nachfragen der schalterdame, kein geschrei, kein "NJET!" wusste gar nicht, wie mir geschah!!!!
komme mir ein wenig vor wie in einem anderen land...
ach ja, durfte auch schon bier verkosten: die biere der gasthausbrauerei "karl und friedrich" werden derzeit von deutscher braumeisterhand auf vordermann gebracht... oliver ist fuer ein jahr hier und kaempft sich durch den russischen arbeitsalltag.
das restaurant ist furchtbar kitschig, die kellnerinnen rennen im dirndl rum und an den waenden haengen bayrische flaggen.... schon eher grauenvoll. daneben ein fischrestaurant, gehoert den gleichen besitzern, in dem man sich seinen fisch selber aus den bassins fangen kann. auch sehr neckisch. eher etwas fuer die gutverdienenden russInnen...
aber alles sehr huebsch gelegen, im park, nicht weit vom meer...
weiss noch gar nicht so genau, wie ich ab donnerstag ohne all den kitsch auskommen soll, der mir hier ja doch sehr ans herz gewachsen ist. finnland ist ja eher fuer nuechternheit (in geschmacklichen fragen natuerlich nur) bekannt....
herzliche gruesse
tina!
