Ja lublju prinimat cholodnij dusch!
Trip Start
Aug 01, 2005
1
3
6
Trip End
Sep 09, 2005
dobrij djen!
erst einmal die absoluten breaking news: seit gestern gibt es warmes wasser im wohnheim! musste heute morgen feststellen, dass so eine dusche mit warmwasser gar nicht so richtig wach macht. sollte darueber nachdenken, zur kaltwassermethode zurueckzukehren. bin aber doch eher weichei...
also, hier ist alles prima. besonders das wetter. immer noch sonnenschein und 25 grad. hat nur neulich mal geregnet. hatte den vorteil, dass ich mir einen schirm gekauft habe und nun gewappnet bin fuer den naechsten schlechtwettertag. das gute stueck ist wunderbar haesslich, birthe hat mich prima beraten, und es hat auch nur 2 euro gekostet. das geht schon.
eine ganze woche voller sightseeing liegt hinter mir seit dem letzten eintrag. muss ein wenig darueber nachdenken, was ich so unternommen habe.
zum einen sind birthe und ich die leider bisher ungekroenten disco-queens aus unserer gruppe. denn drei mal in der woche findet die galaktische pushkin-disco hier im institut in der mensa statt. und wir waren als einzige unserer gruppe drei mal in der letzten woche anwesend. dafuer werde ich das ereignis heute mal ausfallen lassen.
hat sehr viel klassenfahrtcharakter. oder party zu schulzeiten im partykeller bei irgendwelchen armen eltern... die musik ist richtig schlecht, man versucht das durch genuegend schwarzlichteinsatz zu vertuschen. da man aber auch in der bar im erdgeschoss kicker oder billard spielen kann und der eintritt nur etwa 60 cent kostet und das ganze ja im eigenen heim stattfindet, eine gar nicht so schlechte moeglichkeit, die abende zu verbringen, wenn man nach anstrengender stadttour zu faul ist, um nochmals vor die tuer zu gehen. und man trifft ja auch immer ein paar andere menschen dort.
konnte kontakt zum DJ aufbauen, was mir bereits ein wenig ehrfurcht von einigen maennlichen gruppenmitgliedern brachte. der gute kerl heisst maxim und spielt nun immer, wenn ich es gerne moechte, den wunderbaren song "vsjo budet charascho" von verka serdjuschka. durfte ich im letzten jahr in moldova liebgewinnen. die vielen hier anwesenden polInnen sind dem lied auch direkt verfallen, ebenso teile "meiner" gruppe. sehr prima. auch dragosta din tei ist maxim immer wieder gerne zu entlocken. gegen kusshaendchen.
mittwochs finden immer vom institut organisierte exkursionen statt. letzte woche handelte es sich dabei um eine stadtrundfahrt. unser bus wurde von einem sehr netten aelteren herrn begleitet, der russisch wie von der sprachlernkassette sprach. er verschluckte kaum silben! und ich habe tatsaechlich ab und an ein wort verstanden! fuer den ganzen zusammenhang reichte es dann leider nicht. aber egal. der bus fuhr uns u.a. zum sehr beeindruckenden siegespark. beeindrucken tut dieser natuerlich erst einmal durch die groesse. wie fast alles hier. und dann gibt es dort einen riesigen obelisken (conrad!!!!!!!!!!!!!!), jeder decimeter steht fuer einen tag des zweiten weltkriegs, macht gute 142 meter. wirklich sehr haesslich. obendran haengen drei engel, trompete spielend. davor steht der heilige georg und toetet einen drachen. angeblich einen nazidrachen, aber das konnte ich ihm nicht ansehen. vertraue aber meinem reisefuehrer. alles wirklich sehr kitschig und haesslich. entworfen vom gleichen kuenstler wie der, der das riesige denkmal fuer peter den grossen verbrochen hat. hofkuenstler vom amtierenden buergermeister. fuer westliche geschmacksnerven keine wirklich gelungene kombination...
die stadtrundfahrt endete am roten platz, von dort brachen birthe und ich dann allein zu einer tour durch die shoppinggegend auf. haben zwar nix gekauft, uns aber gruendlich ueber das angebot an durchsichtigen, knappen und glitzernden oberteilen mit mal mehr und mal weniger schnueren an merkwuerdigen stellen informiert.
donnerstag nachmittag sammelte ich eine freundin meiner mutter in ihrem hotel ein. ihr ehemann war geschaeftlich hier, hatte tagsueber aber zu tun. gemeinsam besuchten wir die alte tretjakovskaja, ein museum mit alter russischer kunst. ikonen und gemaelde bis anfang des 20. jahrhunderts. sehr viele bilder in sehr vielen raeumen. wir bewunderten nicht nur die gemaelde sondern auch das schuhwerk, mit dem man hier museen besucht. ich koennte darauf keine 5m laufen. aber bin natuerlich auch nicht der massstab.
ein spaziergang ueber den roten platz und pizzaessen rundeten den gelungen tag ab. danke!
leicht angeschlagen von der tatsache, am samstag erst morgens frueh um halb sieben ins bett gekommen zu sein, schlugen birthe und ich die museumsplaene in den wind und machten uns am nachmittag auf zu einem park der extraklasse. eigentlich kein park sondern ein ausstellungsgelaende. es beherbergt eine art ausstellung aller sowjetischen republiken. wurde natuerlich schon zu sowjetzeiten errichtet. jede republik erhielt einen pavillon auf dem gelaende. keine ahnung, was dort so genau drin ausgestellt wurde. es gab auch nichtlaenderspezifische pavillons, zum beispiel mehrere, die die technischen errungenschaften und den fortschritt der sowjetunion huldigten. angeblich soll in einem sogar ein kleiner atomreaktor gestanden haben, dessen brennstaebe unter wasser huebsch leuchteten. eher merkwuerdig. heute sind in den pavillons verkaufsstaende untergebracht. vin kunsthandwerk ueber spielzeug, naehmaschinen und sportgeraete gibt es ziemlich viel zu kaufen. das war uns aber reichlich egal, wir widmeten uns eher dem drumherum.
allein das eingangstor ist gigantisch.
auf dem gelaende steht auch das haus der russischen voelker, ein kleiner palast, an dem natuerlich unzaehlige sternchen zu finden sind. und aehren. wunderschoen. noch viel schoener ist der sich dahinter befindende brunnen. bin ein wenig traurig darueber, dass ich selber nicht unserer gesichter sehen konnte, als wir um den palast herumgingen und auf diesen brunnen trafen.... 16 junge frauen in ihren nationaltrachten und mit landestypischen accessoires (weinreben oder aehren oder aehnliches...)bestueckt repraesentieren ihre republiken. sie stehen im kreis aus in der mitte entspringt eine riesige aehrengarbe. alles in gold. glaenzend. unglaublich scheusslich. aber sehr beeindruckend. und so scheusslich, dass ich es schon wieder ganz grandios finde!!!!!!
drumherum der uebliche rummel mit riesenrad, fahrgeschaeften, ballonverkauf, eis....... wunderbar!!!!!! fast noch schoener als der gorki park. der tretbootsee fehlt einfach.
vor dem park gibt es einen weiteren beeindruckend grossen obelisken (conrad!!!!!!!!!!!!!!): diesmal zu ehren der sowjetischen raumfahrer. dauz gibt es dann auch ein museum, aber das haben wir nicht erkundet. der obeliks stellt eine abfliegende rakete dar: in luftiger hoehe befindet sich die rakete, ihre abgase werden durch gute 60m titan stilisiert. am fuss viele reliefs mit heldInnen der sowjetunion.
so viel sozialistischer kitsch hat uns voellig fertig gemacht. wir konnten gar nicht anders, als auch den samstag abend in der pushkindisco zu verbringen, um das zu verdauen. habe beim kickern ganz gut abgeschnitten.
sonntag abend war dann endlich mal kultur angesagt! leider ist das bolschoi theater seit ein paar wochen fuer die naechsten monate (oder sogar jahre?) wegen renovierung geschlossen. im zugehoerigen theater der jugend nebenan findet dennoch ein sommer-ballettfestival statt. uns gelang es, zwei karten fuer den nussknacker zu erwerben.
da wir mehr als rechtzeitig aufgebrochen waren, hatten wir vor der vorstellung ein wenig zeit totzuschlagen. fiel nicht schwer, denn vor dem bolschoi spielte eine kapelle tanzmusik und die etwas aeltere generation gab sich dem vergnuegen hin. ein wunderbarer anblick: ein aelterer herr mit kapitaensmuetze und langem weissen bart, dazu eine dame in rosa kleidchen mit spitze. und weitere aehnliche paare. ganz zauberhaft und anruehrend. haette dort ewig zuschauen koennen!
aber das ballett rief ja. und das war auch schoen. richtig schoen bunt und kitschig. und natuerlich mit tannenbaum. ein wenig merkwuerdig mitten im august, aber egal.
viele leuchtende kinderaugen um uns rum und glitzernde tutus auf der buehne. sehr huebsch!
nach zwei wochen voller unternehmungen und ja auch noch unterricht bin ich nun langsam etwas kaputt. chronischer schlafmangel und immer sehr viel stress fuehrten dazu, dass der gestrige nachmittag komplett im bett verbracht wurde. mit schoki und chips. schoehnheitstag sozusagen... abends wurde in den geburtstag eines gruppenmitglieds reingefeiert. es gab mehrere quietschbunte torten mit viel fett und zucker, die es hier - wie in moldova - in jedem supermarkt zu kaufen gibt. koestlicher anblick!
heute hatte ich eigentlich ein date: max, ein freund aus moldova, wollte heute in moskau umsteigen. er befindet sich auf dem rueckweg von seinen in kasachstan lebenden grosseltern nach chisinau. war heute frueh am richtigen bahnhof zur von ihm genannten zeit, aber habe ihn nicht finden koennen. sehr schade.
hatte ja eigentlich vorgehabt, von hier schnell ein paar tage nach chisinau zu fahren; gluecklicherweise kam mir vor der tour in den kopf, dass mein russisches visum ja bloss eine einreise erlaubt... und die habe ich bereits hinter mir. haette als bei der rueckreise an der russischen grenze ein sehr grosses problem gehabt... also kein chisinau, schon schade...
nachdem mein date also ausfiel, bin ich zu dem bahnhof spaziert, von dem die zuege nach st petersburg abfahren. habe mich dort in eine der schlangen vor den vielen schaltern gestellt und war ganz aufgeregt. der kauf von tickets ist nicht so einfach, wie bereits von mehreren mitreisenden berichtet wurde... immerhin geriet ich an eine verkaeuferin, die anscheinend in gewisser weise mitleid fuer mich empfand und sich tatsaechlich mit dem schriftstueck abfand, das ich hier durch das schalterfensterchen reichte und auf dem datum und uhrzeit notiert waren. dass ich alleine und nach st petersburg fahre, konnte ich ihr problemlos muendlich mitteilen. uneinigkeit herrschte dann ueber die art des tickets. ich wollte gerne eines fuer einen liegewagen kaufen, das wollte sie mir aber nicht verkaufen. auch nicht fuer einen anderen zug. gaebe es nicht. aha. glaubte ich nicht. war ihr aber dennoch ausgeliefert und habe also nun ein schlafwagenticket. verglichen zu preisen in deutschland gerade noch erschwinglich, aber kein wirkliches schnaeppchen. vermutlich wollte sie mich retten vor boesen mitreisenden oder so. egal. habe immerhin ein ticket bekommen. fuer das datum, an dem ich fahren wollte. ohne angeschrien zu werden.
und wurde waehrend meines aufenthalts an den verschiedenen bahnhoefen staendig nach dem weg oder anderen dingen gefragt. sehr merkwuerdig.
hatte eben noch eine schoene begegnung mit dem russischen postwesen: letzte woche waren birthe und ich bei der nicht weit vom wohnheim entfernt liegenden post gewesen, um briefmarken zu kaufen. was uns ganz ohne probleme gelang.
da ich mittlerweile so viele karten geschrieben habe (ich hoffe, sie kommen auch irgendwann an), brauchte ich schon wieder neue marken. stellte mich also an dem schalter im inneren der post an. dort sass heute eine sehr fuellige dame mit dicker brille und sehr energischer stimme, die bereits die zwei kunden vor mir ziemlich anbruellte. als ich dann dran war und mein spruechlein aufsagte, bruellte sie mich an, dass ich hier keine briefmarken kaufen koenne. das gingen nur am telegrammschalter im vorraum. ich sprang also ganz schnell wieder aus dem inneren der geheimnisvollen russischen post heraus und stellte mich am telegrammschalter an. darueber raetselnd, warum es letzte woche briefmarken am richtigen postschalter gab. und warum am telegrammschalter kein hinweis darauf steht, dass dort briefmarken zu erwerben sind. habe auch waehrend der sehr ausgedehnten wartezeit (es mussten zwei faxe verschickt werden) damit geliebaeugelt, ein telegramm an alexei in chisinau zu schicken, in seliger erinnerung an den spass den unser erstes telegramm conrad und mir im letzten jahr bereitete.
nach einer knappen halben stunde an dem telegrammschalter durfte ich schnell und unkompliziert meine gewuenschte menge an briefmarken erwerben. ohne angeschrien zu werden. puh!
gestern abend haben birthe und ich es tatsaechlich erlebt, dass die dienst habende verkaeuferin am nahe gelegenen laedchen mit kaltem bier freundlich war. wir wurden sofort bedient, sie hat die zu zahlende summe ganz klar und deutlich gesagt, war geduldig, als wir unser kleingeld zusammensuchten, hat uns sogar noch ein danke hingehaucht und gelaechelt. als wir wieder im wohnheim waren und davon erzaehlten, wollte uns das niemand glauben.
wenn wir als naechstes noch die missgelaunte svetlana zum laecheln bringen koennen, ist unsere mission erfuellt. diese junge dame verkaufte uns neulich unsere erste "kroschka kartoschka" ( das ist lokales fast food. die buedchen gibt es an vielen ecken, dort werden ofenkartoffeln mit ordentlich butter und kaese und anderen beigaben nach wahl verkauft. sehr lecker. und vegetarisch!). aber erst nachdem sie mindestens zwei kapitel in ihrem sicherlich sehr fesselnden buch gelesen hatte und wir ueberlegten, ob wir wohl eher handstand machen sollten oder aufs radschlagen zurueckzugreifen haben, um beachtet zu werden....
man bekommt hier nerven wie drahtseile ;-) aber irgendwie bietet das auch einen gewissen unterhaltungswert...
so, birthe hat sicher schon wieder essen gekocht.... dafuer werde ich dann spuelen.
ach ja, wir haben langsam eine wirklich schoene sammlung an lokalen produkten: neben dem schon beschriebenen waschmittel mif ( das sich im uebrigen beim auswaschen als aeusserst widerspenstig erweist) haben wir nun ein geschirrspuelmittel eher unauffaelligen namens (ist mir entfallen), das aber dafuer ganz wunderbar knatschrot ist und fies nach kuenstlicher himbeere duftet! riecht ein wenig wie blendi, wurde einstimmig festgestellt von unserer reisegruppe. und mit verbannung aus der kueche gedroht. denn der geruch ist wirklich intensiv...
von allen bewundert wird auch unster stueck schokoladenbutter. habe mich in moldova nie getraut, so was zu kaufen. aber ich dachte, dass es im zweifelsfall hier schon wegkommen wird bei genuegend menschen. und birthe hat es beherzt in den einkaufskorb gepackt. ist butter in braun. mit kakaogeschmack. benutzt man butterkekse als traegerobjekt, hat man schnell ein schmackhaftes dessert. halbe aprikosen obendrauf machen sich auch ganz hervorragend. wir ernten neidische blicke! aber teilen natuerlich. schliesslich wollen wir dieses stueck schokibutter nicht ganz allein aufessen muessen....
also, prijatnawa appetita wuenscht
tina!
erst einmal die absoluten breaking news: seit gestern gibt es warmes wasser im wohnheim! musste heute morgen feststellen, dass so eine dusche mit warmwasser gar nicht so richtig wach macht. sollte darueber nachdenken, zur kaltwassermethode zurueckzukehren. bin aber doch eher weichei...
also, hier ist alles prima. besonders das wetter. immer noch sonnenschein und 25 grad. hat nur neulich mal geregnet. hatte den vorteil, dass ich mir einen schirm gekauft habe und nun gewappnet bin fuer den naechsten schlechtwettertag. das gute stueck ist wunderbar haesslich, birthe hat mich prima beraten, und es hat auch nur 2 euro gekostet. das geht schon.
eine ganze woche voller sightseeing liegt hinter mir seit dem letzten eintrag. muss ein wenig darueber nachdenken, was ich so unternommen habe.
zum einen sind birthe und ich die leider bisher ungekroenten disco-queens aus unserer gruppe. denn drei mal in der woche findet die galaktische pushkin-disco hier im institut in der mensa statt. und wir waren als einzige unserer gruppe drei mal in der letzten woche anwesend. dafuer werde ich das ereignis heute mal ausfallen lassen.
hat sehr viel klassenfahrtcharakter. oder party zu schulzeiten im partykeller bei irgendwelchen armen eltern... die musik ist richtig schlecht, man versucht das durch genuegend schwarzlichteinsatz zu vertuschen. da man aber auch in der bar im erdgeschoss kicker oder billard spielen kann und der eintritt nur etwa 60 cent kostet und das ganze ja im eigenen heim stattfindet, eine gar nicht so schlechte moeglichkeit, die abende zu verbringen, wenn man nach anstrengender stadttour zu faul ist, um nochmals vor die tuer zu gehen. und man trifft ja auch immer ein paar andere menschen dort.
konnte kontakt zum DJ aufbauen, was mir bereits ein wenig ehrfurcht von einigen maennlichen gruppenmitgliedern brachte. der gute kerl heisst maxim und spielt nun immer, wenn ich es gerne moechte, den wunderbaren song "vsjo budet charascho" von verka serdjuschka. durfte ich im letzten jahr in moldova liebgewinnen. die vielen hier anwesenden polInnen sind dem lied auch direkt verfallen, ebenso teile "meiner" gruppe. sehr prima. auch dragosta din tei ist maxim immer wieder gerne zu entlocken. gegen kusshaendchen.
mittwochs finden immer vom institut organisierte exkursionen statt. letzte woche handelte es sich dabei um eine stadtrundfahrt. unser bus wurde von einem sehr netten aelteren herrn begleitet, der russisch wie von der sprachlernkassette sprach. er verschluckte kaum silben! und ich habe tatsaechlich ab und an ein wort verstanden! fuer den ganzen zusammenhang reichte es dann leider nicht. aber egal. der bus fuhr uns u.a. zum sehr beeindruckenden siegespark. beeindrucken tut dieser natuerlich erst einmal durch die groesse. wie fast alles hier. und dann gibt es dort einen riesigen obelisken (conrad!!!!!!!!!!!!!!), jeder decimeter steht fuer einen tag des zweiten weltkriegs, macht gute 142 meter. wirklich sehr haesslich. obendran haengen drei engel, trompete spielend. davor steht der heilige georg und toetet einen drachen. angeblich einen nazidrachen, aber das konnte ich ihm nicht ansehen. vertraue aber meinem reisefuehrer. alles wirklich sehr kitschig und haesslich. entworfen vom gleichen kuenstler wie der, der das riesige denkmal fuer peter den grossen verbrochen hat. hofkuenstler vom amtierenden buergermeister. fuer westliche geschmacksnerven keine wirklich gelungene kombination...
die stadtrundfahrt endete am roten platz, von dort brachen birthe und ich dann allein zu einer tour durch die shoppinggegend auf. haben zwar nix gekauft, uns aber gruendlich ueber das angebot an durchsichtigen, knappen und glitzernden oberteilen mit mal mehr und mal weniger schnueren an merkwuerdigen stellen informiert.
donnerstag nachmittag sammelte ich eine freundin meiner mutter in ihrem hotel ein. ihr ehemann war geschaeftlich hier, hatte tagsueber aber zu tun. gemeinsam besuchten wir die alte tretjakovskaja, ein museum mit alter russischer kunst. ikonen und gemaelde bis anfang des 20. jahrhunderts. sehr viele bilder in sehr vielen raeumen. wir bewunderten nicht nur die gemaelde sondern auch das schuhwerk, mit dem man hier museen besucht. ich koennte darauf keine 5m laufen. aber bin natuerlich auch nicht der massstab.
ein spaziergang ueber den roten platz und pizzaessen rundeten den gelungen tag ab. danke!
leicht angeschlagen von der tatsache, am samstag erst morgens frueh um halb sieben ins bett gekommen zu sein, schlugen birthe und ich die museumsplaene in den wind und machten uns am nachmittag auf zu einem park der extraklasse. eigentlich kein park sondern ein ausstellungsgelaende. es beherbergt eine art ausstellung aller sowjetischen republiken. wurde natuerlich schon zu sowjetzeiten errichtet. jede republik erhielt einen pavillon auf dem gelaende. keine ahnung, was dort so genau drin ausgestellt wurde. es gab auch nichtlaenderspezifische pavillons, zum beispiel mehrere, die die technischen errungenschaften und den fortschritt der sowjetunion huldigten. angeblich soll in einem sogar ein kleiner atomreaktor gestanden haben, dessen brennstaebe unter wasser huebsch leuchteten. eher merkwuerdig. heute sind in den pavillons verkaufsstaende untergebracht. vin kunsthandwerk ueber spielzeug, naehmaschinen und sportgeraete gibt es ziemlich viel zu kaufen. das war uns aber reichlich egal, wir widmeten uns eher dem drumherum.
allein das eingangstor ist gigantisch.
auf dem gelaende steht auch das haus der russischen voelker, ein kleiner palast, an dem natuerlich unzaehlige sternchen zu finden sind. und aehren. wunderschoen. noch viel schoener ist der sich dahinter befindende brunnen. bin ein wenig traurig darueber, dass ich selber nicht unserer gesichter sehen konnte, als wir um den palast herumgingen und auf diesen brunnen trafen.... 16 junge frauen in ihren nationaltrachten und mit landestypischen accessoires (weinreben oder aehren oder aehnliches...)bestueckt repraesentieren ihre republiken. sie stehen im kreis aus in der mitte entspringt eine riesige aehrengarbe. alles in gold. glaenzend. unglaublich scheusslich. aber sehr beeindruckend. und so scheusslich, dass ich es schon wieder ganz grandios finde!!!!!!
drumherum der uebliche rummel mit riesenrad, fahrgeschaeften, ballonverkauf, eis....... wunderbar!!!!!! fast noch schoener als der gorki park. der tretbootsee fehlt einfach.
vor dem park gibt es einen weiteren beeindruckend grossen obelisken (conrad!!!!!!!!!!!!!!): diesmal zu ehren der sowjetischen raumfahrer. dauz gibt es dann auch ein museum, aber das haben wir nicht erkundet. der obeliks stellt eine abfliegende rakete dar: in luftiger hoehe befindet sich die rakete, ihre abgase werden durch gute 60m titan stilisiert. am fuss viele reliefs mit heldInnen der sowjetunion.
so viel sozialistischer kitsch hat uns voellig fertig gemacht. wir konnten gar nicht anders, als auch den samstag abend in der pushkindisco zu verbringen, um das zu verdauen. habe beim kickern ganz gut abgeschnitten.
sonntag abend war dann endlich mal kultur angesagt! leider ist das bolschoi theater seit ein paar wochen fuer die naechsten monate (oder sogar jahre?) wegen renovierung geschlossen. im zugehoerigen theater der jugend nebenan findet dennoch ein sommer-ballettfestival statt. uns gelang es, zwei karten fuer den nussknacker zu erwerben.
da wir mehr als rechtzeitig aufgebrochen waren, hatten wir vor der vorstellung ein wenig zeit totzuschlagen. fiel nicht schwer, denn vor dem bolschoi spielte eine kapelle tanzmusik und die etwas aeltere generation gab sich dem vergnuegen hin. ein wunderbarer anblick: ein aelterer herr mit kapitaensmuetze und langem weissen bart, dazu eine dame in rosa kleidchen mit spitze. und weitere aehnliche paare. ganz zauberhaft und anruehrend. haette dort ewig zuschauen koennen!
aber das ballett rief ja. und das war auch schoen. richtig schoen bunt und kitschig. und natuerlich mit tannenbaum. ein wenig merkwuerdig mitten im august, aber egal.
viele leuchtende kinderaugen um uns rum und glitzernde tutus auf der buehne. sehr huebsch!
nach zwei wochen voller unternehmungen und ja auch noch unterricht bin ich nun langsam etwas kaputt. chronischer schlafmangel und immer sehr viel stress fuehrten dazu, dass der gestrige nachmittag komplett im bett verbracht wurde. mit schoki und chips. schoehnheitstag sozusagen... abends wurde in den geburtstag eines gruppenmitglieds reingefeiert. es gab mehrere quietschbunte torten mit viel fett und zucker, die es hier - wie in moldova - in jedem supermarkt zu kaufen gibt. koestlicher anblick!
heute hatte ich eigentlich ein date: max, ein freund aus moldova, wollte heute in moskau umsteigen. er befindet sich auf dem rueckweg von seinen in kasachstan lebenden grosseltern nach chisinau. war heute frueh am richtigen bahnhof zur von ihm genannten zeit, aber habe ihn nicht finden koennen. sehr schade.
hatte ja eigentlich vorgehabt, von hier schnell ein paar tage nach chisinau zu fahren; gluecklicherweise kam mir vor der tour in den kopf, dass mein russisches visum ja bloss eine einreise erlaubt... und die habe ich bereits hinter mir. haette als bei der rueckreise an der russischen grenze ein sehr grosses problem gehabt... also kein chisinau, schon schade...
nachdem mein date also ausfiel, bin ich zu dem bahnhof spaziert, von dem die zuege nach st petersburg abfahren. habe mich dort in eine der schlangen vor den vielen schaltern gestellt und war ganz aufgeregt. der kauf von tickets ist nicht so einfach, wie bereits von mehreren mitreisenden berichtet wurde... immerhin geriet ich an eine verkaeuferin, die anscheinend in gewisser weise mitleid fuer mich empfand und sich tatsaechlich mit dem schriftstueck abfand, das ich hier durch das schalterfensterchen reichte und auf dem datum und uhrzeit notiert waren. dass ich alleine und nach st petersburg fahre, konnte ich ihr problemlos muendlich mitteilen. uneinigkeit herrschte dann ueber die art des tickets. ich wollte gerne eines fuer einen liegewagen kaufen, das wollte sie mir aber nicht verkaufen. auch nicht fuer einen anderen zug. gaebe es nicht. aha. glaubte ich nicht. war ihr aber dennoch ausgeliefert und habe also nun ein schlafwagenticket. verglichen zu preisen in deutschland gerade noch erschwinglich, aber kein wirkliches schnaeppchen. vermutlich wollte sie mich retten vor boesen mitreisenden oder so. egal. habe immerhin ein ticket bekommen. fuer das datum, an dem ich fahren wollte. ohne angeschrien zu werden.
und wurde waehrend meines aufenthalts an den verschiedenen bahnhoefen staendig nach dem weg oder anderen dingen gefragt. sehr merkwuerdig.
hatte eben noch eine schoene begegnung mit dem russischen postwesen: letzte woche waren birthe und ich bei der nicht weit vom wohnheim entfernt liegenden post gewesen, um briefmarken zu kaufen. was uns ganz ohne probleme gelang.
da ich mittlerweile so viele karten geschrieben habe (ich hoffe, sie kommen auch irgendwann an), brauchte ich schon wieder neue marken. stellte mich also an dem schalter im inneren der post an. dort sass heute eine sehr fuellige dame mit dicker brille und sehr energischer stimme, die bereits die zwei kunden vor mir ziemlich anbruellte. als ich dann dran war und mein spruechlein aufsagte, bruellte sie mich an, dass ich hier keine briefmarken kaufen koenne. das gingen nur am telegrammschalter im vorraum. ich sprang also ganz schnell wieder aus dem inneren der geheimnisvollen russischen post heraus und stellte mich am telegrammschalter an. darueber raetselnd, warum es letzte woche briefmarken am richtigen postschalter gab. und warum am telegrammschalter kein hinweis darauf steht, dass dort briefmarken zu erwerben sind. habe auch waehrend der sehr ausgedehnten wartezeit (es mussten zwei faxe verschickt werden) damit geliebaeugelt, ein telegramm an alexei in chisinau zu schicken, in seliger erinnerung an den spass den unser erstes telegramm conrad und mir im letzten jahr bereitete.
nach einer knappen halben stunde an dem telegrammschalter durfte ich schnell und unkompliziert meine gewuenschte menge an briefmarken erwerben. ohne angeschrien zu werden. puh!
gestern abend haben birthe und ich es tatsaechlich erlebt, dass die dienst habende verkaeuferin am nahe gelegenen laedchen mit kaltem bier freundlich war. wir wurden sofort bedient, sie hat die zu zahlende summe ganz klar und deutlich gesagt, war geduldig, als wir unser kleingeld zusammensuchten, hat uns sogar noch ein danke hingehaucht und gelaechelt. als wir wieder im wohnheim waren und davon erzaehlten, wollte uns das niemand glauben.
wenn wir als naechstes noch die missgelaunte svetlana zum laecheln bringen koennen, ist unsere mission erfuellt. diese junge dame verkaufte uns neulich unsere erste "kroschka kartoschka" ( das ist lokales fast food. die buedchen gibt es an vielen ecken, dort werden ofenkartoffeln mit ordentlich butter und kaese und anderen beigaben nach wahl verkauft. sehr lecker. und vegetarisch!). aber erst nachdem sie mindestens zwei kapitel in ihrem sicherlich sehr fesselnden buch gelesen hatte und wir ueberlegten, ob wir wohl eher handstand machen sollten oder aufs radschlagen zurueckzugreifen haben, um beachtet zu werden....
man bekommt hier nerven wie drahtseile ;-) aber irgendwie bietet das auch einen gewissen unterhaltungswert...
so, birthe hat sicher schon wieder essen gekocht.... dafuer werde ich dann spuelen.
ach ja, wir haben langsam eine wirklich schoene sammlung an lokalen produkten: neben dem schon beschriebenen waschmittel mif ( das sich im uebrigen beim auswaschen als aeusserst widerspenstig erweist) haben wir nun ein geschirrspuelmittel eher unauffaelligen namens (ist mir entfallen), das aber dafuer ganz wunderbar knatschrot ist und fies nach kuenstlicher himbeere duftet! riecht ein wenig wie blendi, wurde einstimmig festgestellt von unserer reisegruppe. und mit verbannung aus der kueche gedroht. denn der geruch ist wirklich intensiv...
von allen bewundert wird auch unster stueck schokoladenbutter. habe mich in moldova nie getraut, so was zu kaufen. aber ich dachte, dass es im zweifelsfall hier schon wegkommen wird bei genuegend menschen. und birthe hat es beherzt in den einkaufskorb gepackt. ist butter in braun. mit kakaogeschmack. benutzt man butterkekse als traegerobjekt, hat man schnell ein schmackhaftes dessert. halbe aprikosen obendrauf machen sich auch ganz hervorragend. wir ernten neidische blicke! aber teilen natuerlich. schliesslich wollen wir dieses stueck schokibutter nicht ganz allein aufessen muessen....
also, prijatnawa appetita wuenscht
tina!
