Endspurt
Trip Start
Jul 08, 2004
1
20
21
Trip End
Dec 31, 2004
salut zusammen,
so, auf gehts zum endspurt! dies wird vermutlich der letzte eintrag aus moldawien... aber bevor ihr nun alle zum taschentuch greift, lest ihn lieber erstmal ;-)
zunaechst mal eine ueberaus freudige nachricht: seit dem letzten dienstag ist conrad zurueck in chisinau! auf abenteuerlichem wege und mit genuegend ueberredenskunst kam er von tadschikistan hierher, im gepaeck eine unmenge von photos, ein paar wunderbar warme stricksocken mit yak-geruch und natuerlich tausende von geschichte aus dem pamir... und musik von dort. es ist somit also ein wenig pamirstimmung in unser haus eingezogen, neben der vorweihnachtlichen natuerlich.
conrad ist auch immer noch voellig begeistert von der rueckkehr in die zivilisation: licht, warmes wasser etc......
die letzten tage vergingen wie im flug, wir waren viel unterwegs und ich muss zusehen, dass ich all meine noch zu organisierenden dinge unter einen hut bekomme.
nachdem ich viel zeit damit verbrachte, die moeglichst optimale rueckreisemethode zu finden und conrad mit mir einen halben tag lang chisinaus reisebueros und busagenturen abklapperte, bin ich also zu dem schluss gekommen, mit dem bus direkt nach essen zurueckzufahren. der faehrt leider nur samstags, so dass in aeusserst wenigen tagen mein aufenthalt hier beendet sein wird...
die zugvariante scheiterte leider daran, dass es absolut unmoeglich ist, von moldawien aus reservierungen fuer zuege von ungarn oder rumaenien nach deutschland oder sonstwohin vorzunehmen. und im vorweihnachtsreisechaos ohne reservierung im voraus einen eurocity night zu ergattern ist ein ding der unmoeglichkeit...
da mein bus ueber die ukraine und polen fahren wird, brauche ich also mal wieder ein visum fuer die ukraine. diesmal immerhin nur ein transitvisum. auch conrad benoetigt eins, so dass wir gemeinsam zur wunderbaren botschaftsvilla eilten und uns ins gewuehl vor der tuer zur konsularischen abteilung stuerzten....
das spiel mit jena, dem botschaftsbaeren, kannten wir ja bereits. diesmal war er jedoch besonders hartnaeckig mit der verteilung von einlasserlaubnissen fuer visa beantragende auslaender. immerhin verteilte er formulare, die wir vor der tuer ausfuellen durften. nach ca 90 min anstehen durften wir die heiligen hallen betreten und uns am visumschalter anstellen, eine weitere halbe stunde warten und dann unsere zettel fuer die bank in empfang nehmen. schnell zur bank geeilt, doch da herrschte schon chaos... wir stellen uns am einzigen geoeffneten schalter an, da die dame des zweiten schalters gerade mittagspause hielt, und ganz kurz bevor wir an der reihe gewesen waeren, kam der sicherheitsmensch der bank und scheuchte die noch vor dem schalter wartenden menschen an den anderen schalter, dessen oeffnung kurz bevor stand, da die gerade noch am ersten schalter arbeitende dame nun mittagspause hatte. leider waren wir nicht schnell genug und erhielten somit wieder einen platz weit hinten in der schlange...
warum irgendwann auch der dritte schalter oeffnete, die dame uns aber nicht bedienen wollte, als ich mich direkt davor stellte, bleibt raetselhaft.
nach einer guten stunde hatten wir es geschafft, unser geld einzahlen zu duerfen und waren mit ein paar zettelchen und quittungen mehr ausgestattet. praktischerweise fiel unsere rueckkehr zur botschaft direkt in deren mittagspause, so dass wir auch eine solche einlegen und in einem benachbarten café borschtsch essen gehen konnten.
nachdem die mittagspause der botschaft beendet war, mussten wir bloss 15 min vor der tuer warten, ehe ein botschaftsangestellter kam und die quittungen einsammelte... nun hoffe ich also, morgen vormittag mein visum bekommen zu koennen. bin gespannt.
letzte woche verplemperten wir 5 stunden an und um der botschaft herum, vielleicht werden es morgen ja weniger, immerhin muessen wir nicht zur bank. die sicherlich einzig und allein von den einzahlungen fuer die ukrainische botschaft lebt.
die dollar kreisen dort zwischen schalter und wechselkasse... denn natuerlich verlangt die botschaft die einzahlung in einer etwas bestaendigeren waehrung als moldawischen lei und somit wechselt man sein geld erst in dollar, um diese dann einzuzahlen. dann werden sie wieder aus der schublade genommen und zum wechselschalter getragen, wenn dort mangel herrscht. prima system!
um conrads rueckkehr zu feiern, gingen letzte woche mit nadia und liljana, letztere die nette und kommunikative kollegin von biotica, ins kino. denn vor wenigen tagen war hier in chisinau der erste moldawische spielfilm seit vielen jahren angelaufen. das wollten wir uns nicht entgehen lassen! praktischerweise gibt es den film direkt in zwei varianten, der rumaenischen und der russischen. wir waehlten die russische, konnte tatsaechlich ein wenig verstehen und sonst hat conrad fuer mich uebersetzt. der inhalt war jedoch nicht sonderlich schwer zu verstehen.... leider muss ich sagen, dass es sich bei diesem film um den schlechtesten film handelt, den ich seit langer zeit im kino gesehen habe...
eine liebesgeschichte mit selten spektakulaerer handlung: armer junge verliebt sich in reiches maedchen... viele verwicklungen im weiteren verlauf, eine dubiose entfuehrung, herz-schmerz, aufnahmen von chisinau, viele verschiedene kurze kleider am langhaarigen,blonden,reichen maedchen und letztlich bekommt er sie dann doch nicht. wer haette das gedacht????!!!! der film war in chisinau gedreht worden und man erkannte viele schauplaetze wieder. immerhin weiss ich nun auch, um welchen film es neulich im fernsehen bei der von der owh-chefin moderierten talkrunde ging.
auch erkannte ich ein mir haeufig ueber den weg laufendes gesicht wieder, igor, schauspieler am eminescu-theater, in dessen bar er beinahe taeglich auftaucht...
er spielte einen rauhen gesellen, der irgendwie in die entfuehrung des reichen maedchens verwickelt war und geld von dem armen jungen eintreiben wollte. und natuerlich schwarzen anzug und sonnenbrille trug.
wollte mir eigentlich das neue stueck mit ihm im eminescu-theater ansehen, aber leider wurde es abgesetzt. zum einen sorgte es wohl wegen einer vergewaltigungs-szene fuer einen mittelpraechtigen skandal (im chisinauer programmheft, das nicht immer leicht zu erobern ist, wurde darauf hingewiesen, dass der besuch des stuecks fuer menschen unter 18 nicht zu empfehlen sei...), zum anderen gab es irgendeinen grossen streit zwischen igor und dem theater... genau blicke ich da nicht durch.
habe ein lob von vlad erhalten, als ich ihm mitteilte, dass der neue moldawische spielfilm meiner meinung nach eine ziemliche zumutung sei. er war hocherfreut, da er diese meinung teilt und wollte das auch direkt dem regisseur mitteilen. Es geht doch nix ueber gute verbindungen....
das projekt "untertitel fuer maria" ist auch beinahe abgeschlossen. habe am sonntag die untertitel alle ueberprueft und korrigiert, nun muessen vlad und der computer noch ein wenig arbeiten und dann ist das werk tatsaechlich vollbracht, kann es kaum glauben!
Die letzte woche war mit vielen treffen mit meinen freundInnen hier und dem organisieren meiner rueckfahrt recht prall gefuellt...
werde die vormittaeglichen teestunden mit sergei und maxim in der theaterbar sehr vermissen, ebenso die abende dort...
morgen abend werden conrad und ich eine grosse abschiedspary in unserem haeuschen geben, bevor wir es verlassen muessen.
waehrend wir in der ukrainischen botschaft letzte woche darauf warteten, dass die tuer aufgeschlossen wird, so dass wir wieder hinaus und zur bank eilen koennen, erreichte mich ein anruf meines werten chefs und vermieter alexei, der durchaus kabarettreife zuege hatte. er fragte mich, ob es jetzt eigentlich stimme, dass ich am 12. ausziehe. ich war sehr verwirrt und fragte, wieso denn am 12.??? (er rief am 10. an)... das haette ich ihm schliesslich mitgeteilt, bevor er nach thailand gefahren sei. dort war er tatsaechlich zwei wochen lang auf einer konferenz, aber vorher hatten wir nicht miteinander gesprochen und von seinem aufenthalt dort habe ich auch nur zufaellig erfahren... nach seiner rueckkehr hatte ich ihm mal gesagt, dass ich vermutlich rund um den 20. ausreisen werde. vielleicht hat er da was verwechselt. da im russischen 12 und 20 sehr aehnlich klingen, kann man das ja mal auf andere sprachen uebertragen. warum auch nicht.
jedenfalls war er nicht erfreut. noch weniger freute es ihn, als ich ihm mitteilte, dass ja auch conrad wieder hier sei und bis ende des monats bleibe. das sei ihm egal, bellte er ins telefon. und legte auf. nur, um wenige minuten spaeter wieder anzurufen und nachzufragen, wann und zu welcher uhrzeit (!!!) ich denn nun genau ausziehe... samstag frueh, am 18., so gegen 8 uhr konnte ich ihm zu seiner freude mitteilen, wies aber auch ncohmals auf conrad hin. mit dem wolle er reden, meinte alexei. bis heute ist es nicht zu dieser unterredung gekommen, obwohl sie sich hier im buero gegenueber sitzen.
schoen war auch alexeis reaktion auf conrads rueckkehr. die augen der damenwelt im buero waren zum leuchten gebracht und man unterhielt sich angeregt mit ihm. als alexei den raum betrat und conrad ihm hoeflich "guten tag" sagte, kam keine reaktion. nichtmals eines blickes wurde er gewuerdigt...
wie wir also nun von unseren kolleginnen erfuhren, hat alexei eine familie gefunden, die unser haeuschen gerne und auch dringend mieten moechte und also am samstag nach 8 uhr einziehen wird. conrad darf dann zu liljana ziehen und bekommt dort asyl. ist ja alles kein grosses problem, wir sind mit sicherheit umgaengliche menschen, die mit sich reden lassen, aber diese art hat uns doch ueberrascht.
morgen abend wird also ordentlich gefeiert werden, so dass alexei uns in erinnerung behalten wird... wir muessen danach ja eh ausziehen ;-)
ein wirklich seltsamer zeitgenosse.
so langsam zeigen sich die boten der vorweihnachtszeit auch in chisinau: auf dem markt gibt es staende mit weihnachtskitsch in allerlei variationen, viele bunte glitzernde girlanden scheinen sich grosser beliebtheit zu erfreuen. in einigen schaufenstern gibt es ein wenig weihnachtsdekoration, aber nicht in vielen. eigentlich nur in denen der westlichen markenlaeden.
meine lieblingskantina - mit sehr leckerem borschtsch im angebot - hat ein paar girlanden aufgehaengt und bildchen ins fenster geklebt.
in der theaterbar gibt es manchmal dunkelgruene tischdecken.
das hotel national hat den umriss eines tannenbaums an die fassade angebracht bekommen. vielleicht leuchtet der im dunkeln, habe ich noch nicht rausfinden koennen. auch die tannen vor dem hotel wurden mit kugeln bestueckt. ausserdem wurde ich neulich zeugin davon, wie mehrer menschen am dach des hotels die zahl 2005 anbrachten. kann sicherlich auch irgendwann leuchten.
das schoenste ist natuerlich, dass es seit wenigen tagen weihnachtskarten auf der post zu kaufen gibt. eine scheusslicher als die andere. ein wahrer weinachtstraum. Und wie mir von einheimischer seite versichert wurde, gab es bisher in keinem jahr so viele karten. es geht voran mit moldawien! wenn sich die regierung weiter so anstrengt, wird sie im fruehjahr sicherlich wieder gewaehlt werden.
das getuemmel auf dem markt am wochenende ist um einiges grosser geworden. es erreicht langsam den grad vom betrieb auf dem essener weihnachtsmarkt am spaeten samstag nachmittag... nur mit mehr hektik. nur fuer nervenstarkte zu empfehlen.
in berlin sind weihnachtsmaerkte ja immer mit kirmes verbunden, hier jedoch scheint kirmes im winter nicht so erfolgreich zu sein. Der tschechische wanderrummel, der den ganzen sommer ueber an verschiedenen stellen in ciocana und riscani seine fahrbetriebe aufbaute, scheint verschwunden zu sein. oder hat sich nun auf einen anderen bezirk spezialisiert. ich finde es auch nur eingeschraenkt sinnvoll, den rummel abzubauen und unglaubliche 500m weiter wieder aufzubauen....
weihnachtslieder konnten noch nicht bis an mein ohr dringen, finde das sehr angenehm. und fuerchte mich schon vor meiner rueckkehr nach deutschland, wo mich ein crashkurs in weihnachtsliedgut sicherlich sofort im ersten supermarkt erwarten wird.
so, dies war meine letzte tat hier im buero von biotica. werde gleich mal zu OWH gehen und dort noch meine restlichen aufgaben erledigen, um morgen genuegend zeit fuer botschaftsgang und partyvorbereitung zu haben und Freitag das haus putzen und packen zu koennen.......
wuensche euch eine schoene restwoche und einen stressfreien 4.advent, wer es schafft, ist morgen abend herzlich eingeladen, achtung, moldawische party, geht schon um 6 uhr los...
beste gruesse von
tina!
so, auf gehts zum endspurt! dies wird vermutlich der letzte eintrag aus moldawien... aber bevor ihr nun alle zum taschentuch greift, lest ihn lieber erstmal ;-)
zunaechst mal eine ueberaus freudige nachricht: seit dem letzten dienstag ist conrad zurueck in chisinau! auf abenteuerlichem wege und mit genuegend ueberredenskunst kam er von tadschikistan hierher, im gepaeck eine unmenge von photos, ein paar wunderbar warme stricksocken mit yak-geruch und natuerlich tausende von geschichte aus dem pamir... und musik von dort. es ist somit also ein wenig pamirstimmung in unser haus eingezogen, neben der vorweihnachtlichen natuerlich.
conrad ist auch immer noch voellig begeistert von der rueckkehr in die zivilisation: licht, warmes wasser etc......
die letzten tage vergingen wie im flug, wir waren viel unterwegs und ich muss zusehen, dass ich all meine noch zu organisierenden dinge unter einen hut bekomme.
nachdem ich viel zeit damit verbrachte, die moeglichst optimale rueckreisemethode zu finden und conrad mit mir einen halben tag lang chisinaus reisebueros und busagenturen abklapperte, bin ich also zu dem schluss gekommen, mit dem bus direkt nach essen zurueckzufahren. der faehrt leider nur samstags, so dass in aeusserst wenigen tagen mein aufenthalt hier beendet sein wird...
die zugvariante scheiterte leider daran, dass es absolut unmoeglich ist, von moldawien aus reservierungen fuer zuege von ungarn oder rumaenien nach deutschland oder sonstwohin vorzunehmen. und im vorweihnachtsreisechaos ohne reservierung im voraus einen eurocity night zu ergattern ist ein ding der unmoeglichkeit...
da mein bus ueber die ukraine und polen fahren wird, brauche ich also mal wieder ein visum fuer die ukraine. diesmal immerhin nur ein transitvisum. auch conrad benoetigt eins, so dass wir gemeinsam zur wunderbaren botschaftsvilla eilten und uns ins gewuehl vor der tuer zur konsularischen abteilung stuerzten....
das spiel mit jena, dem botschaftsbaeren, kannten wir ja bereits. diesmal war er jedoch besonders hartnaeckig mit der verteilung von einlasserlaubnissen fuer visa beantragende auslaender. immerhin verteilte er formulare, die wir vor der tuer ausfuellen durften. nach ca 90 min anstehen durften wir die heiligen hallen betreten und uns am visumschalter anstellen, eine weitere halbe stunde warten und dann unsere zettel fuer die bank in empfang nehmen. schnell zur bank geeilt, doch da herrschte schon chaos... wir stellen uns am einzigen geoeffneten schalter an, da die dame des zweiten schalters gerade mittagspause hielt, und ganz kurz bevor wir an der reihe gewesen waeren, kam der sicherheitsmensch der bank und scheuchte die noch vor dem schalter wartenden menschen an den anderen schalter, dessen oeffnung kurz bevor stand, da die gerade noch am ersten schalter arbeitende dame nun mittagspause hatte. leider waren wir nicht schnell genug und erhielten somit wieder einen platz weit hinten in der schlange...
warum irgendwann auch der dritte schalter oeffnete, die dame uns aber nicht bedienen wollte, als ich mich direkt davor stellte, bleibt raetselhaft.
nach einer guten stunde hatten wir es geschafft, unser geld einzahlen zu duerfen und waren mit ein paar zettelchen und quittungen mehr ausgestattet. praktischerweise fiel unsere rueckkehr zur botschaft direkt in deren mittagspause, so dass wir auch eine solche einlegen und in einem benachbarten café borschtsch essen gehen konnten.
nachdem die mittagspause der botschaft beendet war, mussten wir bloss 15 min vor der tuer warten, ehe ein botschaftsangestellter kam und die quittungen einsammelte... nun hoffe ich also, morgen vormittag mein visum bekommen zu koennen. bin gespannt.
letzte woche verplemperten wir 5 stunden an und um der botschaft herum, vielleicht werden es morgen ja weniger, immerhin muessen wir nicht zur bank. die sicherlich einzig und allein von den einzahlungen fuer die ukrainische botschaft lebt.
die dollar kreisen dort zwischen schalter und wechselkasse... denn natuerlich verlangt die botschaft die einzahlung in einer etwas bestaendigeren waehrung als moldawischen lei und somit wechselt man sein geld erst in dollar, um diese dann einzuzahlen. dann werden sie wieder aus der schublade genommen und zum wechselschalter getragen, wenn dort mangel herrscht. prima system!
um conrads rueckkehr zu feiern, gingen letzte woche mit nadia und liljana, letztere die nette und kommunikative kollegin von biotica, ins kino. denn vor wenigen tagen war hier in chisinau der erste moldawische spielfilm seit vielen jahren angelaufen. das wollten wir uns nicht entgehen lassen! praktischerweise gibt es den film direkt in zwei varianten, der rumaenischen und der russischen. wir waehlten die russische, konnte tatsaechlich ein wenig verstehen und sonst hat conrad fuer mich uebersetzt. der inhalt war jedoch nicht sonderlich schwer zu verstehen.... leider muss ich sagen, dass es sich bei diesem film um den schlechtesten film handelt, den ich seit langer zeit im kino gesehen habe...
eine liebesgeschichte mit selten spektakulaerer handlung: armer junge verliebt sich in reiches maedchen... viele verwicklungen im weiteren verlauf, eine dubiose entfuehrung, herz-schmerz, aufnahmen von chisinau, viele verschiedene kurze kleider am langhaarigen,blonden,reichen maedchen und letztlich bekommt er sie dann doch nicht. wer haette das gedacht????!!!! der film war in chisinau gedreht worden und man erkannte viele schauplaetze wieder. immerhin weiss ich nun auch, um welchen film es neulich im fernsehen bei der von der owh-chefin moderierten talkrunde ging.
auch erkannte ich ein mir haeufig ueber den weg laufendes gesicht wieder, igor, schauspieler am eminescu-theater, in dessen bar er beinahe taeglich auftaucht...
er spielte einen rauhen gesellen, der irgendwie in die entfuehrung des reichen maedchens verwickelt war und geld von dem armen jungen eintreiben wollte. und natuerlich schwarzen anzug und sonnenbrille trug.
wollte mir eigentlich das neue stueck mit ihm im eminescu-theater ansehen, aber leider wurde es abgesetzt. zum einen sorgte es wohl wegen einer vergewaltigungs-szene fuer einen mittelpraechtigen skandal (im chisinauer programmheft, das nicht immer leicht zu erobern ist, wurde darauf hingewiesen, dass der besuch des stuecks fuer menschen unter 18 nicht zu empfehlen sei...), zum anderen gab es irgendeinen grossen streit zwischen igor und dem theater... genau blicke ich da nicht durch.
habe ein lob von vlad erhalten, als ich ihm mitteilte, dass der neue moldawische spielfilm meiner meinung nach eine ziemliche zumutung sei. er war hocherfreut, da er diese meinung teilt und wollte das auch direkt dem regisseur mitteilen. Es geht doch nix ueber gute verbindungen....
das projekt "untertitel fuer maria" ist auch beinahe abgeschlossen. habe am sonntag die untertitel alle ueberprueft und korrigiert, nun muessen vlad und der computer noch ein wenig arbeiten und dann ist das werk tatsaechlich vollbracht, kann es kaum glauben!
Die letzte woche war mit vielen treffen mit meinen freundInnen hier und dem organisieren meiner rueckfahrt recht prall gefuellt...
werde die vormittaeglichen teestunden mit sergei und maxim in der theaterbar sehr vermissen, ebenso die abende dort...
morgen abend werden conrad und ich eine grosse abschiedspary in unserem haeuschen geben, bevor wir es verlassen muessen.
waehrend wir in der ukrainischen botschaft letzte woche darauf warteten, dass die tuer aufgeschlossen wird, so dass wir wieder hinaus und zur bank eilen koennen, erreichte mich ein anruf meines werten chefs und vermieter alexei, der durchaus kabarettreife zuege hatte. er fragte mich, ob es jetzt eigentlich stimme, dass ich am 12. ausziehe. ich war sehr verwirrt und fragte, wieso denn am 12.??? (er rief am 10. an)... das haette ich ihm schliesslich mitgeteilt, bevor er nach thailand gefahren sei. dort war er tatsaechlich zwei wochen lang auf einer konferenz, aber vorher hatten wir nicht miteinander gesprochen und von seinem aufenthalt dort habe ich auch nur zufaellig erfahren... nach seiner rueckkehr hatte ich ihm mal gesagt, dass ich vermutlich rund um den 20. ausreisen werde. vielleicht hat er da was verwechselt. da im russischen 12 und 20 sehr aehnlich klingen, kann man das ja mal auf andere sprachen uebertragen. warum auch nicht.
jedenfalls war er nicht erfreut. noch weniger freute es ihn, als ich ihm mitteilte, dass ja auch conrad wieder hier sei und bis ende des monats bleibe. das sei ihm egal, bellte er ins telefon. und legte auf. nur, um wenige minuten spaeter wieder anzurufen und nachzufragen, wann und zu welcher uhrzeit (!!!) ich denn nun genau ausziehe... samstag frueh, am 18., so gegen 8 uhr konnte ich ihm zu seiner freude mitteilen, wies aber auch ncohmals auf conrad hin. mit dem wolle er reden, meinte alexei. bis heute ist es nicht zu dieser unterredung gekommen, obwohl sie sich hier im buero gegenueber sitzen.
schoen war auch alexeis reaktion auf conrads rueckkehr. die augen der damenwelt im buero waren zum leuchten gebracht und man unterhielt sich angeregt mit ihm. als alexei den raum betrat und conrad ihm hoeflich "guten tag" sagte, kam keine reaktion. nichtmals eines blickes wurde er gewuerdigt...
wie wir also nun von unseren kolleginnen erfuhren, hat alexei eine familie gefunden, die unser haeuschen gerne und auch dringend mieten moechte und also am samstag nach 8 uhr einziehen wird. conrad darf dann zu liljana ziehen und bekommt dort asyl. ist ja alles kein grosses problem, wir sind mit sicherheit umgaengliche menschen, die mit sich reden lassen, aber diese art hat uns doch ueberrascht.
morgen abend wird also ordentlich gefeiert werden, so dass alexei uns in erinnerung behalten wird... wir muessen danach ja eh ausziehen ;-)
ein wirklich seltsamer zeitgenosse.
so langsam zeigen sich die boten der vorweihnachtszeit auch in chisinau: auf dem markt gibt es staende mit weihnachtskitsch in allerlei variationen, viele bunte glitzernde girlanden scheinen sich grosser beliebtheit zu erfreuen. in einigen schaufenstern gibt es ein wenig weihnachtsdekoration, aber nicht in vielen. eigentlich nur in denen der westlichen markenlaeden.
meine lieblingskantina - mit sehr leckerem borschtsch im angebot - hat ein paar girlanden aufgehaengt und bildchen ins fenster geklebt.
in der theaterbar gibt es manchmal dunkelgruene tischdecken.
das hotel national hat den umriss eines tannenbaums an die fassade angebracht bekommen. vielleicht leuchtet der im dunkeln, habe ich noch nicht rausfinden koennen. auch die tannen vor dem hotel wurden mit kugeln bestueckt. ausserdem wurde ich neulich zeugin davon, wie mehrer menschen am dach des hotels die zahl 2005 anbrachten. kann sicherlich auch irgendwann leuchten.
das schoenste ist natuerlich, dass es seit wenigen tagen weihnachtskarten auf der post zu kaufen gibt. eine scheusslicher als die andere. ein wahrer weinachtstraum. Und wie mir von einheimischer seite versichert wurde, gab es bisher in keinem jahr so viele karten. es geht voran mit moldawien! wenn sich die regierung weiter so anstrengt, wird sie im fruehjahr sicherlich wieder gewaehlt werden.
das getuemmel auf dem markt am wochenende ist um einiges grosser geworden. es erreicht langsam den grad vom betrieb auf dem essener weihnachtsmarkt am spaeten samstag nachmittag... nur mit mehr hektik. nur fuer nervenstarkte zu empfehlen.
in berlin sind weihnachtsmaerkte ja immer mit kirmes verbunden, hier jedoch scheint kirmes im winter nicht so erfolgreich zu sein. Der tschechische wanderrummel, der den ganzen sommer ueber an verschiedenen stellen in ciocana und riscani seine fahrbetriebe aufbaute, scheint verschwunden zu sein. oder hat sich nun auf einen anderen bezirk spezialisiert. ich finde es auch nur eingeschraenkt sinnvoll, den rummel abzubauen und unglaubliche 500m weiter wieder aufzubauen....
weihnachtslieder konnten noch nicht bis an mein ohr dringen, finde das sehr angenehm. und fuerchte mich schon vor meiner rueckkehr nach deutschland, wo mich ein crashkurs in weihnachtsliedgut sicherlich sofort im ersten supermarkt erwarten wird.
so, dies war meine letzte tat hier im buero von biotica. werde gleich mal zu OWH gehen und dort noch meine restlichen aufgaben erledigen, um morgen genuegend zeit fuer botschaftsgang und partyvorbereitung zu haben und Freitag das haus putzen und packen zu koennen.......
wuensche euch eine schoene restwoche und einen stressfreien 4.advent, wer es schafft, ist morgen abend herzlich eingeladen, achtung, moldawische party, geht schon um 6 uhr los...
beste gruesse von
tina!

