Urlaub auf der krim und in odessa
Trip Start
Jul 08, 2004
1
9
21
Trip End
Dec 31, 2004
zwar bin ich bereits wieder in moldova, doch erscheint die praktische ukraine-karte rechts nur dann, wenn ich dieses land als aufenthaltsort angebe. seid also nicht weiter verwirrt ;-)
den letzten bericht schrieb ich unmittelbar bevor ich mich in meinen bus gen krim schwang. ein sehr moderner reisebus, so etwas hatte ich gar nicht vermutet!
mein visum war rechtzeitig ausgestellt worden und konnte auch problemlos mit hilfe des mir ja bereits bekannten botschaftstuerbaeren von mir abgeholt werden.
bevor ich jedoch das gelobte land ukraine betreten durfte, musste erst noch transnistrien durchquert werden. war die einzige im bus nichtmoldawischer oder ukrainischer staatsangehoerigkeit und wurde so von dem etwas grimmigen passkontrolleur in sein haeuschen gebeten. nach einiger sprachverwirrung kam ich letztlich dahinter, dass er mein registrierungspapier sehen wollte. kein problem, das hatte ich dabei. dabei kann es einem transnistrischen beamten eigentlich vollkommen egal sein, ob ich in moldova registriert bin oder nicht. aber so kam das stueckchen papier wenigstens endlich mal zum einsatz. er machte dann noch diese typische handbewegung, mit der geld beschrieben wird, also das reiben von daumen und fingern und grinste breit, aber gegrinst habe ich auch und mich bloed gestellt und dann durfte ich auch einfach wieder in den bus springen. war ein wenig verwirrt, denn ich hatte eigentlich nicht gedacht, dass ein naives laecheln den beamten von seiner idee, sich ein wenig zu bereichern, abbringen wuerde. so einfach entkam ich dem bestechenmuessen. einmal mehr glueck gehabt!
der transnistrische grenzbeamte bei der ausreise war noch um einiges grimmiger und wies mich ebenfalls aus dem bus. sein haeuschen durfte ich jedoch erst betreten, nachdem er in ruhe eine zigarette dort drinnen geraucht hatte. praktischerweise sprach er ein wenig englisch. und quetschte mich dann aus wo ich arbeite, ob ich geld verdiene, wo ich hinfahre, fuer wie lange blablabla.... gluecklicherweise kam ein kollege von ihm dazu, der feststellte, dass bei meinen papieren ja alles in ordnung sei und der bus draussen warte und man mich doch eigentlich auch wieder gehen lassen koenne. durfte ich dann auch, wieder gluecklich davon gekommen!
schliesslich musste noch die grenze zur ukraine ueberwunden werden, dazu muss man ein zettelchen namens immigration card ausfuellen und die westeuropaeerin wurde einmal mehr aus dem bus in ein kleines haeuschen geholt. hier wollte man diesmal wissen, wieviel geld ich dabei habe. das wollte man zwar nicht sehen, aber die summer musste auf einem stueckchen papier vermerkt werden. und dann war der ukrainische beamte auch noch daran interessiert, ob ich irgendwelche "narcotics" dabei habe. habe mich sehr amuesieren muessen und verneint. dann kam die frage auf, wo denn mein gepaeck sei und ich sah mich schon mein hab und gut vor ihm ausbreiten muessen. sinnigerweise gab er sich mit der antwort 'im bus" zufrieden.... wo haette mein gepaeck denn auch sonst sein sollen??????? wahrscheinlich sah ich harmlos genug aus und er hatte keine lust auf weitere kommunikation mit mir, da sein englisch ungefaehr so gut war wie mein russisch.
gut 4 stunden nach abfahrt in chisinau und dem genuss von shrek auf russisch waren wir also in der ukraine. und das ohne bestechungsgeld zahlen zu muessen.
die busfahrt ging dann noch ein paar stunden weiter, gluecklicherweise stieg die dame neben mir aus und auch niemand neues mehr fuer diesen platz ein, so dass ich ein wenig schlafen konnte.
nach insgesamt 18 stunden kam ich schliesslich in yalta an. im luxusbus mit klimaanlage und zwei fahrern gar nicht so unertraeglich. aber fuer eine 36h busreise bis nach deutschland reicht meine begeisterung dann doch nicht....
etwas bedenklich fand ich den bericht von matthias, der mit seiner firma auf der krim war und den ich dort traf, dass sie mit nur einem busfahrer diese strecke gefahren seien. der sich zwischenzeitlich auch noch verfuhr und falsch herum in einbahnstrassen rumgurkte.... da lobe ich mir doch das ukrainische qualitaetsunternehmen!
wurde in yalta also in empfang genommen und da ab september die nebensaison beginnt, war es kein problem, ein quartier zu finden.
yalta ist ein wirklich extremes touristeneldorado und eigentlich nicht die art von urlaubsort, die mir gefaellt. aber nach laengerer zeit in chisinau erfreute ich mich an all diesen dingen...
es gibt eine riesige strandpromenade, auf der rund um die uhr schaulaufen stattfindet. jede menge kneipen, restaurants und diskotheken saeumen den weg. und natuerlich ein mcdonald's. davon gibt es auch drei in chisinau, aber der in yalta ist besonders witzig, da in blickrichtung einer gewaltigen leninstatue stehend. und der gute zeigt auch noch in exakt die richtung des klassenfeinds.... schon sehr amuesant.
der strand besteht aus kies, was ich als nichtprofistrandgaengerin als sehr angenehm empfand. ging immer nur zum schwimmen an den strand, halte nicht so viel davon, mich in der sonne braten zu lassen, und da hat kies den riesigen vorteil, dass er nicht an hasser haut und klamotten kleben bleibt.
das schwimmen im schwarzen meer war wunderbar, besonders mit der kulisse der krim. die berge beginnen nur wenige meter vom strand entfernt, sehr beeindruckend. und das wasser war auch ausreichend warm.
die badebekleidung der weiblichen strandbevoelkerung ist ein bikini, unabhaengig von alter und figur... kam mir im badeanzug richtig rebellisch vor!
der service in den strandbars ist der schlechteste, den ich je erlebt habe. niemals zuvor habe ich 45 gebraucht, um eine tasse tee bestellen und erhalten zu duerfen. aber egal, dafuer urlaubt man schliesslich in DEM luxusort des gesamten ostens.
das appartement neben mir wurde ebenfalls von einem deutschen bewohnt und er sprach mich im hof an, wie es mir denn so gefalle etc... er erschien etwas verwirrt ueber meine sofort zum ausdruck gebrachte begeisterung ueber fliessend warmwasser (den ganzen tag, ohne begrenzung!!!!) und den fernseher (mit ZDF!!!!! aber ohne moldawische kanaele) in meiner bleibe, die strassenbeleuchtung, die blinkenden lichter ueberall, touristen, souvenirlaeden, bohnenkaffee, die tatsache, dass man selber entscheiden darf, ob und wieviel zucker dem tee/kaffee zugesetzt werden soll (in moldawien kommen ueberall aus prinzip mind. 2 loeffel rein), dass der kauf von postkarten so leicht ist (ich hoffe, sie kommen auch an) und meine verwunderung darueber, dass alles doppelt so teuer ist wie in moldawien... er wusste sich nicht so recht zu helfen und trat die flucht nach vorn an, indem er mir erklaerte, wie billig doch alles sei (dass es immer noch sehr guenstig im vergleich zu deutschland ist, war mir natuerlich klar. aber das hat er irgendwie nicht verstanden.). ausserdem bekam ich einen vortrag ueber die krankheiten des deutschen bildungssystems, dass in deutschland auch nicht alle reich seien (danke, weiss ich auch. aber trotzdem hat dort jede/r zugang zu minimalversorgung im gegensatz zu moldawien) und dass der osten mal auf vordermann gebracht werden muesse. das koenne ja nicht so schwierig sein, den leuten mal zu zeigen, wie man in deutschland arbeite. die duerften auch gerne alle zum studieren kommen, das sei schliesslich ein toller beitrag zur entwicklungshilfe, aber niemand duerfe dann zum arbeiten in deutschland bleiben. und wer dort heirate, muesse das land mit (nun ehemals deutscher/m) ehefrau/-mann wieder verlassen. so geht das naemlich.
dann hat er natuerlich noch erklaert, dass er keineswegs paedophile interessen habe. und dass es ja sehr schwierig sei, wenn mann abends allein in der disco sei, den dort tanzenden jungen maedchen auf unverfaengliche art und weise ein getraenk auszugeben. und dass mann ja doch ganz gerne hinschaue. ich habe darauf verzichtet, ihn zu fragen, was um alles in der welt ein etwa 60jaehriger alleinreisender in der disco mache, wenn er nicht als sextourist unterwegs ist. ebenso verzichtete ich darauf, ihm vor die fuesse zu spucken. auch wenn es mir schwer fiel.
sextourismus ist ein erschreckend praesentes thema in der ukraine. staendig laeuft man dicken aelteren westeuropaern oder auch arabern ueber den weg, die eine zumeist mehr als schlanke und halb so alte schoenheit in ihren widerlichen armen halten....
und es gibt eine vielzahl von heiratsagenturen, an die man sich in seiner verzweiflung, keine passende frau zu finden, wenden kann, ein wenig geld bezahlt und schon kontakte vermittelt bekommt. auch diverse formalitaeten werden uebernommen...
was mag nur in deren koepfen vorgehen, dass sie sich eine ehefrau kaufen?????????????
fand es sehr erschreckend, diese art von tourismus so offen sehen zu koennen. ist hier in moldova noch nicht ganz so praesent; wird aber sicher nicht mehr lange dauern.....
habe mir rund um yalta ein paar sehenswuerdigkeiten angeschaut, wie das alle touris tun, z.b. das schwalbennest, ein kleines schloesschen auf einem felsvorsprung ueber dem meer. sehr huebsch. noch viel huebscher war das fotoverhalten dort. man posiert viel mehr als in westeuropa.
an den touriorten waren sogar deutsche reisegruppen anzutreffen. ein heidenspass, wenn man auf einer bank neben ihnen sitzt und sie nicht wissen, dass man sie versteht.... und irgendwie merkwuerdig, nach vielen wochen so viele leute deutsch sprechen zu hoeren ;-)
die abendgestaltung in yalta ist sehr einfach: man kaufe sich ein bier und setze sich an die strandpromenade. dort ist immer fuer unterhaltung gesorgt. besonders lustig ist es dann, wenn moldawische touris unterwegs sind. voellig unverstaendlicherweise geniessen sie einen etwas proletenhaften ruf....
einen abend besuchte ich mit matthias eine disko. dank seinen ortskenntnissen eine ohne sextouristen, dafuer nur jugendliche. wir waren die aeltesten... und haben es uns nicht nehmen lassen, als mehr oder weniger einizge zu o-zone zu tanzen. da wir ja moldawiens flagge hoch halten mussten!
nach ein paar tagen "luxus" wurde es zeit fuer etwas neues und da matthias das angebot bekommen hatte, in odessa die filmstudios von "Odessa Film" besichtigen zu duerfen, kauften wir schlau im voraus tickets fuer einen bus gen odessa. der fiel dann aber aus unerfindlichen gruenden aus, wie wir mit hilfe eines netten moldawischen busfahrers herausfinden konnten. und auch sein bus, der spaeter gen chisinau ueber odessa fuhr, war voll....
also ab in die naechste marschrutka gen simferopol (dorthin haetten wir sogar per trolleybus fahren koennen, die laengste trolleybusstrecke der welt, 2,5 h!). ein wahres prachtexemplar mit klimaanlage. das gibt es in moldawien nicht!
in simferopol am busbahnhof wurde unsere anfrage nach einem bus moeglichst bald nach odessa natuerlich auch verneint. man soll nicht glauben, dass die busse, die an den tafeln angeschlagen stehen, auch einfach so nach fahrplan fahren.
also einen ortskundigen mit englischbruchkenntnissen gesucht, der uns erklaerte, welche marschrutka zum bahnhof faehrt, und ins richtige gefaehrt gesprungen. in der ukraine gibt es viel mehr sitzplaetze in den marschrutkas und sie sind auch gar nicht so schmierig. beim naechsten mal werde ich ein stueck butter mitnehmen, um alles sachgerecht einzureiben und das wahre marschrutkafahrerlebnis garantieren zu koennen!
am bahnhof stand dann das naechste abenteuer bevor: ticketkauf auf russisch. in ukrainischen bahnhoefen gibt es viele verschiedene schalter, die fuer unterschiedliche dinge zustaendig sind. zunaechste wollten wir ja eigentlich bloss wissen, ob es ueberhaupt noch einen zug geben wuerde. das war schon sehr schwierig, denn wenn die meistens sehr grimmige schalterdame fuer etwas nicht zustaendig ist, dann gibt sie auch keine weiteren auskuenfte. eigentlich hatten wir die vielen "njet"s schon so interpretiert, dass es tatsaechlich keine verbindung mehr geben wuerde, ehe wir uns an einem weiteren schalter anstellten und dort riesiges glueck hatten: die dame war zustaendig und es gab noch einen zug!!!! wir erklaerten ihr freudestrahlend, dass wir dann dafuer auch gerne tickets haetten und sie wollte uns in ein abteil einbuchen. ich hatte den grandiosen einfall, einen blick auf die finanzlage zu werfen und wir stellten fest, dass die reste von uns beiden nicht fuer eine abteilfahrt reichten. was zu einem etwas verstoerten gesicht bei der armen dame fuehrte. westtouristen, die sich die 7 euro pro kopf fuer eine 13stuendige zugfahrt im abteil nicht leisten koennen... da die am bahnhof aufgestellten bankomaten samstag abends kein geld mehr hatten, wie wir nach ticketkauf feststellten, war es eine sehr weise entscheidung, die tickets fuer den grossraumliegewagen zu nehmen. das kostete naemlich bloss 4,50 euro....
somit konnten wir das restlich geld noch in bier und pflaumen investieren und schliesslich ein nicht sehr modernes ungetuem von zug besteigen, dessen endziel natuerlich CHISINAU war! der moldawische schaffner war sehr lustig und freute sich ueber die auslaender an bord. die ja zu allem uebel auch noch in moldova wohnen! ebenso ueberrascht waren die umliegenden passagiere. der waggon war sehr lustig aufgebaut: an der einen seite gab es liegen senkrecht zur fahrtrichtung, im prinzip so angeordnet wie im liegewagen mit abteilen, nur eben ohne abteil drumrum. immer drei uebereinander, aber die obersten waren nicht belegt, ich weiss auch nicht, wie man dort ohne artistik raufgekommen waere. an der gegenueberliegenden seite gab es dann zwei sitze parallel zur fahrtrichtung, die man mit dem sich zwischen ihnen befindenden tisch zu einem weiteren bett umbauen konnte. alles in allem nicht mehr brandneu aber komfortabel. und endlich wieder von moldawierInnen umgeben! die sich ueber unsere pflaumen freuten und ein paar fetzen deutsch ausgruben. und wir ein paar fetzen russisch.
in odessa am naechsten vormittag wurden wir feierlich verabschiedet, sonst stieg kaum jemand aus, geschweige denn ein.... der zug hielt auch auf dem allerletzten gleis, weit entfernt vom bahnhofsgebaeude....
wir suchten uns eine bleibe und vertroedelten den sonntag mit ein wenig stadterkundung. und laestern ueber oesterreichische reisegruppen.
hatte mir odessa schoener vorgestellt. auch die vielgeruehmte grosse treppe sieht in realitaet nur halb so beeindruckend aus. und ueberall heiratsagenturen und entsprechende touristen.... und viel zu viel los...
bin das grosstadtleben schon nicht mehr gewoehnt....
montag frueh machten wir uns dann mal wieder mit einer nobelmarschrutka auf den weg zu den sagenumwobenen odessa filmstudios. habe mir erklaeren lassen, dass diese in den 20ern und 30ern des letzten jahrhunderts die bedeutendsten studios des ostens waren. und auch zu sowjetzeiten fuer spielfilme. fuer dokumentarfilme hingegen war moldova film beruehmt... nun, vergangene zeiten...
wir stapften also in das hauptgebaeude, wo eine grossbebrillte weisshaarige dame hinter einem tisch mit waehlscheibentelefon sass.
es war ein wenig kompliziert, ihr zu erklaeren, dass wir zu einem gregorij wollten, mit dem matthias emails ausgetauscht hatte, dessen nachnamen wir aber nicht wussten. es fand sich dann bald ein juengerer mensch, des englischen maechtig, der nach kurzer beratung mit anderen leuten feststellte, dass es eigentlich nur einen gregorij geben koennte. kurzerhand wurden wir mit in den ersten stock geschleppt und standen vor der tuer des grossen chefs vom ganzen... das hatte ich nicht erwartet, aber egal. unsere begleitung erkundigte sich bei ihm, ob wir tatsaechlich erwartet wurden und dem war so. so durfte ich also dem boss die hand schuetteln und ein paar worte mit ihm tauschen.
der englisch sprechende mensch war sein assistent und wurde dann auch direkt dazu verpflichtet, uns einmal rumzufuehren.
das ganze gelaende liegt mehr oder weniger brach, eigentlich war in keiner der grossen hallen etwas zu sehen... auch die dame in den maskenraeumen meinte, hoechstens morgen wuerde etwas passieren. letztlich fanden wir noch ein paar kulissen fuer eine serie, die in einer abbruchreifen halle aufgebaut wurden. ein netter kontrast: frische haus als kulisse in bruchbude...
der glanz vergangener tage schwebte irgendwie trotzdem noch in vielen ecken, unterstuetzt durch heroische photos in den gaengen des hauptgebaeudes. und immerhin gab es in der tonabteilung jede menge modernes geraet. nur habe ich da keine ahnung von.
als besonderes schmankerl durften wir einem shooting einer russischen soap beiwohnen, das an dem tag auf dem dach des zu den filmstudios gehoerenden hotels stattfand. wunderbarer blick von dort auf odessa und das schwarze meer und viel filmleute, die in der gegend rumsassen oder hektisch herumsprangen. auch mal witzig anzusehen! leider wusste niemand so recht, wie der titel der soap zu uebersetzen ist, aber irgendwas mit "unlimited' und "plus". lasse mich gerne belehren, falls jemand von euch sich mit russischen soaps auskennt. der hauptdarsteller war ein ziemlich ekeliger schoenling, leider habe ich nicht verstehen koennen, worum es ging...
nach dem filmstudiobesuch verbrachten wir diverse zeit am bahnhof mit dem kauf eines tickets. diesmal machten die schalterdamen naemlich immer dann den schalter zu, wenn wir gerade dran gewesen waeren. aber nach einer schlappen stunde hatte sich das problem dann auch geloest und wir besassen tickets!
der abendliche zug nach chisinau war ein dieselmodell mit holzbaenken. die waggons allerdings in richtig neuem zustand und noch gar nicht schmierig, sogar einer mit video... sehr eigenwillig.
mit uns reisten viele kleinhaendler und hunderte von osteuropaeischen kleinhaendler- und reisetaschen im karodesign. als wir die ansammlung von menschen und gepaeck am bahnsteig sahen, freuten wir uns schon auf eine fuenfstuendige fahrt auf bananenkisten sitzend und mit unserem gepaeck auf den schultern, aber erfreulicherweise passte alles ganz prima in den zug.
bei der einreise nach moldova musste ich einmal mehr kein schmiergeld zahlen... ein beamter begutachtete unsere paesse sehr ausfuehrlich und stellte eine menge fragen. ausserdem fuellte er irgendein formular aus. und wollte auch kein rumaensich sprechen, was matthias etwas beherrscht. uns war nicht so ganz ersichtlich, wo das problem in unserer einreise lag, ihm vermutlich auch nicht. als dann ein kollege von ihm dazu kam, war alles ganz schnell in ordnung... die mitreisenden fragetn alle sofort "skolka?" (wieviel?) und waren sehr verwirrt, als wir meinten "nix"....
war recht froh, am spaeten abend wieder in chisinau anzukommen, denn irgendwie fuehle ich mich hier nun schon recht heimisch.
mag ungern pauschal urteilen, aber in der ukraine, besonders in odessa, kamen mir die menschen wesentlich unfreundlicher vor. und wenn wir von irgendwem hilfe bekamen, dann meistens von moldawierInnen....
und hier nehmen die marschrutkafahrer alle menschen mit, die das gefaehrt ranwinken! in der ukraine funktioniert das nicht unbedingt. es gibt naemlich haltestellen. und wenn die marschrutka voll ist, haelt sie gar nicht erst an.
so viel zum aufenthalt im wide wild country, vor dem mich mein werter kollege und nachbar alexei ausdruecklich gewarnt hat. er bekam einen halben nervenzusammenbruch, als ich im mitteilte, wo ich hinfahren werde... besonders yalta hielt er fuer sehr gefaehrlich. ich solle bloss nicht denken, dass es ueberall auf der welt so sicher sei wie in chisinau ;-)
war eine sehr lustige vorstellung, die er da abgegeben hatte. praktischerweise sassen gerade zu dieser nachmittaeglichen kaabarettstunde ein paar leute in meinem haeuschen herum, die sich direkt vor lachen kringelten.
war ganz brav und ordentlich und habe alexei ab und an eine nachricht aufs telefon geschrieben, so dass er hoffentlich beruhigt war.
habe ihn zwar diese woche schon wieder ein paar mal gesehen, auch gerade sitzt er mir gegenueber, aber geredet haben wir noch nicht miteinander....
es gruesst aus der sichersten und schoensten stadt der welt
tina
PS:
solltet ihr mal in einem laden in der ukraine gelueste bekommen, das dort ausliegende backprodukt bestehend aus teig, fett und kaese probieren zu wollen, so seid euch der tatsache bewusst, dass dies nicht fuer auslaender geeignet ist und die resolute verkaeuferin alles tun wird, um es nicht in euren haenden zu wissen!
das fladenbrot hat auch geschmeckt... und durfte auch von westtouristInnen erworben werden.
den letzten bericht schrieb ich unmittelbar bevor ich mich in meinen bus gen krim schwang. ein sehr moderner reisebus, so etwas hatte ich gar nicht vermutet!
mein visum war rechtzeitig ausgestellt worden und konnte auch problemlos mit hilfe des mir ja bereits bekannten botschaftstuerbaeren von mir abgeholt werden.
bevor ich jedoch das gelobte land ukraine betreten durfte, musste erst noch transnistrien durchquert werden. war die einzige im bus nichtmoldawischer oder ukrainischer staatsangehoerigkeit und wurde so von dem etwas grimmigen passkontrolleur in sein haeuschen gebeten. nach einiger sprachverwirrung kam ich letztlich dahinter, dass er mein registrierungspapier sehen wollte. kein problem, das hatte ich dabei. dabei kann es einem transnistrischen beamten eigentlich vollkommen egal sein, ob ich in moldova registriert bin oder nicht. aber so kam das stueckchen papier wenigstens endlich mal zum einsatz. er machte dann noch diese typische handbewegung, mit der geld beschrieben wird, also das reiben von daumen und fingern und grinste breit, aber gegrinst habe ich auch und mich bloed gestellt und dann durfte ich auch einfach wieder in den bus springen. war ein wenig verwirrt, denn ich hatte eigentlich nicht gedacht, dass ein naives laecheln den beamten von seiner idee, sich ein wenig zu bereichern, abbringen wuerde. so einfach entkam ich dem bestechenmuessen. einmal mehr glueck gehabt!
der transnistrische grenzbeamte bei der ausreise war noch um einiges grimmiger und wies mich ebenfalls aus dem bus. sein haeuschen durfte ich jedoch erst betreten, nachdem er in ruhe eine zigarette dort drinnen geraucht hatte. praktischerweise sprach er ein wenig englisch. und quetschte mich dann aus wo ich arbeite, ob ich geld verdiene, wo ich hinfahre, fuer wie lange blablabla.... gluecklicherweise kam ein kollege von ihm dazu, der feststellte, dass bei meinen papieren ja alles in ordnung sei und der bus draussen warte und man mich doch eigentlich auch wieder gehen lassen koenne. durfte ich dann auch, wieder gluecklich davon gekommen!
schliesslich musste noch die grenze zur ukraine ueberwunden werden, dazu muss man ein zettelchen namens immigration card ausfuellen und die westeuropaeerin wurde einmal mehr aus dem bus in ein kleines haeuschen geholt. hier wollte man diesmal wissen, wieviel geld ich dabei habe. das wollte man zwar nicht sehen, aber die summer musste auf einem stueckchen papier vermerkt werden. und dann war der ukrainische beamte auch noch daran interessiert, ob ich irgendwelche "narcotics" dabei habe. habe mich sehr amuesieren muessen und verneint. dann kam die frage auf, wo denn mein gepaeck sei und ich sah mich schon mein hab und gut vor ihm ausbreiten muessen. sinnigerweise gab er sich mit der antwort 'im bus" zufrieden.... wo haette mein gepaeck denn auch sonst sein sollen??????? wahrscheinlich sah ich harmlos genug aus und er hatte keine lust auf weitere kommunikation mit mir, da sein englisch ungefaehr so gut war wie mein russisch.
gut 4 stunden nach abfahrt in chisinau und dem genuss von shrek auf russisch waren wir also in der ukraine. und das ohne bestechungsgeld zahlen zu muessen.
die busfahrt ging dann noch ein paar stunden weiter, gluecklicherweise stieg die dame neben mir aus und auch niemand neues mehr fuer diesen platz ein, so dass ich ein wenig schlafen konnte.
nach insgesamt 18 stunden kam ich schliesslich in yalta an. im luxusbus mit klimaanlage und zwei fahrern gar nicht so unertraeglich. aber fuer eine 36h busreise bis nach deutschland reicht meine begeisterung dann doch nicht....
etwas bedenklich fand ich den bericht von matthias, der mit seiner firma auf der krim war und den ich dort traf, dass sie mit nur einem busfahrer diese strecke gefahren seien. der sich zwischenzeitlich auch noch verfuhr und falsch herum in einbahnstrassen rumgurkte.... da lobe ich mir doch das ukrainische qualitaetsunternehmen!
wurde in yalta also in empfang genommen und da ab september die nebensaison beginnt, war es kein problem, ein quartier zu finden.
yalta ist ein wirklich extremes touristeneldorado und eigentlich nicht die art von urlaubsort, die mir gefaellt. aber nach laengerer zeit in chisinau erfreute ich mich an all diesen dingen...
es gibt eine riesige strandpromenade, auf der rund um die uhr schaulaufen stattfindet. jede menge kneipen, restaurants und diskotheken saeumen den weg. und natuerlich ein mcdonald's. davon gibt es auch drei in chisinau, aber der in yalta ist besonders witzig, da in blickrichtung einer gewaltigen leninstatue stehend. und der gute zeigt auch noch in exakt die richtung des klassenfeinds.... schon sehr amuesant.
der strand besteht aus kies, was ich als nichtprofistrandgaengerin als sehr angenehm empfand. ging immer nur zum schwimmen an den strand, halte nicht so viel davon, mich in der sonne braten zu lassen, und da hat kies den riesigen vorteil, dass er nicht an hasser haut und klamotten kleben bleibt.
das schwimmen im schwarzen meer war wunderbar, besonders mit der kulisse der krim. die berge beginnen nur wenige meter vom strand entfernt, sehr beeindruckend. und das wasser war auch ausreichend warm.
die badebekleidung der weiblichen strandbevoelkerung ist ein bikini, unabhaengig von alter und figur... kam mir im badeanzug richtig rebellisch vor!
der service in den strandbars ist der schlechteste, den ich je erlebt habe. niemals zuvor habe ich 45 gebraucht, um eine tasse tee bestellen und erhalten zu duerfen. aber egal, dafuer urlaubt man schliesslich in DEM luxusort des gesamten ostens.
das appartement neben mir wurde ebenfalls von einem deutschen bewohnt und er sprach mich im hof an, wie es mir denn so gefalle etc... er erschien etwas verwirrt ueber meine sofort zum ausdruck gebrachte begeisterung ueber fliessend warmwasser (den ganzen tag, ohne begrenzung!!!!) und den fernseher (mit ZDF!!!!! aber ohne moldawische kanaele) in meiner bleibe, die strassenbeleuchtung, die blinkenden lichter ueberall, touristen, souvenirlaeden, bohnenkaffee, die tatsache, dass man selber entscheiden darf, ob und wieviel zucker dem tee/kaffee zugesetzt werden soll (in moldawien kommen ueberall aus prinzip mind. 2 loeffel rein), dass der kauf von postkarten so leicht ist (ich hoffe, sie kommen auch an) und meine verwunderung darueber, dass alles doppelt so teuer ist wie in moldawien... er wusste sich nicht so recht zu helfen und trat die flucht nach vorn an, indem er mir erklaerte, wie billig doch alles sei (dass es immer noch sehr guenstig im vergleich zu deutschland ist, war mir natuerlich klar. aber das hat er irgendwie nicht verstanden.). ausserdem bekam ich einen vortrag ueber die krankheiten des deutschen bildungssystems, dass in deutschland auch nicht alle reich seien (danke, weiss ich auch. aber trotzdem hat dort jede/r zugang zu minimalversorgung im gegensatz zu moldawien) und dass der osten mal auf vordermann gebracht werden muesse. das koenne ja nicht so schwierig sein, den leuten mal zu zeigen, wie man in deutschland arbeite. die duerften auch gerne alle zum studieren kommen, das sei schliesslich ein toller beitrag zur entwicklungshilfe, aber niemand duerfe dann zum arbeiten in deutschland bleiben. und wer dort heirate, muesse das land mit (nun ehemals deutscher/m) ehefrau/-mann wieder verlassen. so geht das naemlich.
dann hat er natuerlich noch erklaert, dass er keineswegs paedophile interessen habe. und dass es ja sehr schwierig sei, wenn mann abends allein in der disco sei, den dort tanzenden jungen maedchen auf unverfaengliche art und weise ein getraenk auszugeben. und dass mann ja doch ganz gerne hinschaue. ich habe darauf verzichtet, ihn zu fragen, was um alles in der welt ein etwa 60jaehriger alleinreisender in der disco mache, wenn er nicht als sextourist unterwegs ist. ebenso verzichtete ich darauf, ihm vor die fuesse zu spucken. auch wenn es mir schwer fiel.
sextourismus ist ein erschreckend praesentes thema in der ukraine. staendig laeuft man dicken aelteren westeuropaern oder auch arabern ueber den weg, die eine zumeist mehr als schlanke und halb so alte schoenheit in ihren widerlichen armen halten....
und es gibt eine vielzahl von heiratsagenturen, an die man sich in seiner verzweiflung, keine passende frau zu finden, wenden kann, ein wenig geld bezahlt und schon kontakte vermittelt bekommt. auch diverse formalitaeten werden uebernommen...
was mag nur in deren koepfen vorgehen, dass sie sich eine ehefrau kaufen?????????????
fand es sehr erschreckend, diese art von tourismus so offen sehen zu koennen. ist hier in moldova noch nicht ganz so praesent; wird aber sicher nicht mehr lange dauern.....
habe mir rund um yalta ein paar sehenswuerdigkeiten angeschaut, wie das alle touris tun, z.b. das schwalbennest, ein kleines schloesschen auf einem felsvorsprung ueber dem meer. sehr huebsch. noch viel huebscher war das fotoverhalten dort. man posiert viel mehr als in westeuropa.
an den touriorten waren sogar deutsche reisegruppen anzutreffen. ein heidenspass, wenn man auf einer bank neben ihnen sitzt und sie nicht wissen, dass man sie versteht.... und irgendwie merkwuerdig, nach vielen wochen so viele leute deutsch sprechen zu hoeren ;-)
die abendgestaltung in yalta ist sehr einfach: man kaufe sich ein bier und setze sich an die strandpromenade. dort ist immer fuer unterhaltung gesorgt. besonders lustig ist es dann, wenn moldawische touris unterwegs sind. voellig unverstaendlicherweise geniessen sie einen etwas proletenhaften ruf....
einen abend besuchte ich mit matthias eine disko. dank seinen ortskenntnissen eine ohne sextouristen, dafuer nur jugendliche. wir waren die aeltesten... und haben es uns nicht nehmen lassen, als mehr oder weniger einizge zu o-zone zu tanzen. da wir ja moldawiens flagge hoch halten mussten!
nach ein paar tagen "luxus" wurde es zeit fuer etwas neues und da matthias das angebot bekommen hatte, in odessa die filmstudios von "Odessa Film" besichtigen zu duerfen, kauften wir schlau im voraus tickets fuer einen bus gen odessa. der fiel dann aber aus unerfindlichen gruenden aus, wie wir mit hilfe eines netten moldawischen busfahrers herausfinden konnten. und auch sein bus, der spaeter gen chisinau ueber odessa fuhr, war voll....
also ab in die naechste marschrutka gen simferopol (dorthin haetten wir sogar per trolleybus fahren koennen, die laengste trolleybusstrecke der welt, 2,5 h!). ein wahres prachtexemplar mit klimaanlage. das gibt es in moldawien nicht!
in simferopol am busbahnhof wurde unsere anfrage nach einem bus moeglichst bald nach odessa natuerlich auch verneint. man soll nicht glauben, dass die busse, die an den tafeln angeschlagen stehen, auch einfach so nach fahrplan fahren.
also einen ortskundigen mit englischbruchkenntnissen gesucht, der uns erklaerte, welche marschrutka zum bahnhof faehrt, und ins richtige gefaehrt gesprungen. in der ukraine gibt es viel mehr sitzplaetze in den marschrutkas und sie sind auch gar nicht so schmierig. beim naechsten mal werde ich ein stueck butter mitnehmen, um alles sachgerecht einzureiben und das wahre marschrutkafahrerlebnis garantieren zu koennen!
am bahnhof stand dann das naechste abenteuer bevor: ticketkauf auf russisch. in ukrainischen bahnhoefen gibt es viele verschiedene schalter, die fuer unterschiedliche dinge zustaendig sind. zunaechste wollten wir ja eigentlich bloss wissen, ob es ueberhaupt noch einen zug geben wuerde. das war schon sehr schwierig, denn wenn die meistens sehr grimmige schalterdame fuer etwas nicht zustaendig ist, dann gibt sie auch keine weiteren auskuenfte. eigentlich hatten wir die vielen "njet"s schon so interpretiert, dass es tatsaechlich keine verbindung mehr geben wuerde, ehe wir uns an einem weiteren schalter anstellten und dort riesiges glueck hatten: die dame war zustaendig und es gab noch einen zug!!!! wir erklaerten ihr freudestrahlend, dass wir dann dafuer auch gerne tickets haetten und sie wollte uns in ein abteil einbuchen. ich hatte den grandiosen einfall, einen blick auf die finanzlage zu werfen und wir stellten fest, dass die reste von uns beiden nicht fuer eine abteilfahrt reichten. was zu einem etwas verstoerten gesicht bei der armen dame fuehrte. westtouristen, die sich die 7 euro pro kopf fuer eine 13stuendige zugfahrt im abteil nicht leisten koennen... da die am bahnhof aufgestellten bankomaten samstag abends kein geld mehr hatten, wie wir nach ticketkauf feststellten, war es eine sehr weise entscheidung, die tickets fuer den grossraumliegewagen zu nehmen. das kostete naemlich bloss 4,50 euro....
somit konnten wir das restlich geld noch in bier und pflaumen investieren und schliesslich ein nicht sehr modernes ungetuem von zug besteigen, dessen endziel natuerlich CHISINAU war! der moldawische schaffner war sehr lustig und freute sich ueber die auslaender an bord. die ja zu allem uebel auch noch in moldova wohnen! ebenso ueberrascht waren die umliegenden passagiere. der waggon war sehr lustig aufgebaut: an der einen seite gab es liegen senkrecht zur fahrtrichtung, im prinzip so angeordnet wie im liegewagen mit abteilen, nur eben ohne abteil drumrum. immer drei uebereinander, aber die obersten waren nicht belegt, ich weiss auch nicht, wie man dort ohne artistik raufgekommen waere. an der gegenueberliegenden seite gab es dann zwei sitze parallel zur fahrtrichtung, die man mit dem sich zwischen ihnen befindenden tisch zu einem weiteren bett umbauen konnte. alles in allem nicht mehr brandneu aber komfortabel. und endlich wieder von moldawierInnen umgeben! die sich ueber unsere pflaumen freuten und ein paar fetzen deutsch ausgruben. und wir ein paar fetzen russisch.
in odessa am naechsten vormittag wurden wir feierlich verabschiedet, sonst stieg kaum jemand aus, geschweige denn ein.... der zug hielt auch auf dem allerletzten gleis, weit entfernt vom bahnhofsgebaeude....
wir suchten uns eine bleibe und vertroedelten den sonntag mit ein wenig stadterkundung. und laestern ueber oesterreichische reisegruppen.
hatte mir odessa schoener vorgestellt. auch die vielgeruehmte grosse treppe sieht in realitaet nur halb so beeindruckend aus. und ueberall heiratsagenturen und entsprechende touristen.... und viel zu viel los...
bin das grosstadtleben schon nicht mehr gewoehnt....
montag frueh machten wir uns dann mal wieder mit einer nobelmarschrutka auf den weg zu den sagenumwobenen odessa filmstudios. habe mir erklaeren lassen, dass diese in den 20ern und 30ern des letzten jahrhunderts die bedeutendsten studios des ostens waren. und auch zu sowjetzeiten fuer spielfilme. fuer dokumentarfilme hingegen war moldova film beruehmt... nun, vergangene zeiten...
wir stapften also in das hauptgebaeude, wo eine grossbebrillte weisshaarige dame hinter einem tisch mit waehlscheibentelefon sass.
es war ein wenig kompliziert, ihr zu erklaeren, dass wir zu einem gregorij wollten, mit dem matthias emails ausgetauscht hatte, dessen nachnamen wir aber nicht wussten. es fand sich dann bald ein juengerer mensch, des englischen maechtig, der nach kurzer beratung mit anderen leuten feststellte, dass es eigentlich nur einen gregorij geben koennte. kurzerhand wurden wir mit in den ersten stock geschleppt und standen vor der tuer des grossen chefs vom ganzen... das hatte ich nicht erwartet, aber egal. unsere begleitung erkundigte sich bei ihm, ob wir tatsaechlich erwartet wurden und dem war so. so durfte ich also dem boss die hand schuetteln und ein paar worte mit ihm tauschen.
der englisch sprechende mensch war sein assistent und wurde dann auch direkt dazu verpflichtet, uns einmal rumzufuehren.
das ganze gelaende liegt mehr oder weniger brach, eigentlich war in keiner der grossen hallen etwas zu sehen... auch die dame in den maskenraeumen meinte, hoechstens morgen wuerde etwas passieren. letztlich fanden wir noch ein paar kulissen fuer eine serie, die in einer abbruchreifen halle aufgebaut wurden. ein netter kontrast: frische haus als kulisse in bruchbude...
der glanz vergangener tage schwebte irgendwie trotzdem noch in vielen ecken, unterstuetzt durch heroische photos in den gaengen des hauptgebaeudes. und immerhin gab es in der tonabteilung jede menge modernes geraet. nur habe ich da keine ahnung von.
als besonderes schmankerl durften wir einem shooting einer russischen soap beiwohnen, das an dem tag auf dem dach des zu den filmstudios gehoerenden hotels stattfand. wunderbarer blick von dort auf odessa und das schwarze meer und viel filmleute, die in der gegend rumsassen oder hektisch herumsprangen. auch mal witzig anzusehen! leider wusste niemand so recht, wie der titel der soap zu uebersetzen ist, aber irgendwas mit "unlimited' und "plus". lasse mich gerne belehren, falls jemand von euch sich mit russischen soaps auskennt. der hauptdarsteller war ein ziemlich ekeliger schoenling, leider habe ich nicht verstehen koennen, worum es ging...
nach dem filmstudiobesuch verbrachten wir diverse zeit am bahnhof mit dem kauf eines tickets. diesmal machten die schalterdamen naemlich immer dann den schalter zu, wenn wir gerade dran gewesen waeren. aber nach einer schlappen stunde hatte sich das problem dann auch geloest und wir besassen tickets!
der abendliche zug nach chisinau war ein dieselmodell mit holzbaenken. die waggons allerdings in richtig neuem zustand und noch gar nicht schmierig, sogar einer mit video... sehr eigenwillig.
mit uns reisten viele kleinhaendler und hunderte von osteuropaeischen kleinhaendler- und reisetaschen im karodesign. als wir die ansammlung von menschen und gepaeck am bahnsteig sahen, freuten wir uns schon auf eine fuenfstuendige fahrt auf bananenkisten sitzend und mit unserem gepaeck auf den schultern, aber erfreulicherweise passte alles ganz prima in den zug.
bei der einreise nach moldova musste ich einmal mehr kein schmiergeld zahlen... ein beamter begutachtete unsere paesse sehr ausfuehrlich und stellte eine menge fragen. ausserdem fuellte er irgendein formular aus. und wollte auch kein rumaensich sprechen, was matthias etwas beherrscht. uns war nicht so ganz ersichtlich, wo das problem in unserer einreise lag, ihm vermutlich auch nicht. als dann ein kollege von ihm dazu kam, war alles ganz schnell in ordnung... die mitreisenden fragetn alle sofort "skolka?" (wieviel?) und waren sehr verwirrt, als wir meinten "nix"....
war recht froh, am spaeten abend wieder in chisinau anzukommen, denn irgendwie fuehle ich mich hier nun schon recht heimisch.
mag ungern pauschal urteilen, aber in der ukraine, besonders in odessa, kamen mir die menschen wesentlich unfreundlicher vor. und wenn wir von irgendwem hilfe bekamen, dann meistens von moldawierInnen....
und hier nehmen die marschrutkafahrer alle menschen mit, die das gefaehrt ranwinken! in der ukraine funktioniert das nicht unbedingt. es gibt naemlich haltestellen. und wenn die marschrutka voll ist, haelt sie gar nicht erst an.
so viel zum aufenthalt im wide wild country, vor dem mich mein werter kollege und nachbar alexei ausdruecklich gewarnt hat. er bekam einen halben nervenzusammenbruch, als ich im mitteilte, wo ich hinfahren werde... besonders yalta hielt er fuer sehr gefaehrlich. ich solle bloss nicht denken, dass es ueberall auf der welt so sicher sei wie in chisinau ;-)
war eine sehr lustige vorstellung, die er da abgegeben hatte. praktischerweise sassen gerade zu dieser nachmittaeglichen kaabarettstunde ein paar leute in meinem haeuschen herum, die sich direkt vor lachen kringelten.
war ganz brav und ordentlich und habe alexei ab und an eine nachricht aufs telefon geschrieben, so dass er hoffentlich beruhigt war.
habe ihn zwar diese woche schon wieder ein paar mal gesehen, auch gerade sitzt er mir gegenueber, aber geredet haben wir noch nicht miteinander....
es gruesst aus der sichersten und schoensten stadt der welt
tina
PS:
solltet ihr mal in einem laden in der ukraine gelueste bekommen, das dort ausliegende backprodukt bestehend aus teig, fett und kaese probieren zu wollen, so seid euch der tatsache bewusst, dass dies nicht fuer auslaender geeignet ist und die resolute verkaeuferin alles tun wird, um es nicht in euren haenden zu wissen!
das fladenbrot hat auch geschmeckt... und durfte auch von westtouristInnen erworben werden.



