Einleben

Trip Start Jul 08, 2004
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Trip End Dec 31, 2004


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Wednesday, July 14, 2004

salut,


schon gibt es den naechsten eintrag. nicht, dass ihr denkt, ihr werdet nun taeglich mit berichten ueberschuettet werden, aber heute abend passte es gerade ganz gut. und da dieses travellog erstmal bestehen bleibt, muesst ihr auch nicht alles sofort lesen.

also, heute war mein zweiter tag im neuen "job" und so ganz weiss ich nocht nicht, was ich genau tun werde. habe gestern und heute viel ueber die organisation gelesen (infos unter www.biotica-moldova.org) und ueber den nationalpark, der eingerichtet werden soll. immerhin existieren bereits ein paar karten, die ich studieren konnte. da aus was fuer gruenden auch immer die sache mit dem biogas vermutlich eher auf eis gelegt werden wird, moechte man nun wissen, ob man nicht mit windkraft fuer ein wenig strom sorgen koennte.
bin auf diesem gebiet wenig bewandert, weshalb ich mich in den naechsten tage ueber windkraftprojekte im kleinen rahmen schlau machen moechte. falls jemand von euch etwas weiss, bitte immer her mit den infos!

am sontag war ich mit conrad in der stadt unterwegs. erst statteten wir gemeinsam mit einer kollegin dem zoo einen besuch ab. nicht sehr spektakulaer, dafuer aber guenstig. der eintritt kostete weniger als eine flasche limo. und die gab es schon fuer knapp 30 cent.

anschliessend wanderten wir ein wenig in der stadt herum und sahen uns diverse gebaeude von aussen an. hammer und sichel waren zu finden, eine riesige bauruine an einem zentralen platz, ein ebenfalls sehr gross geratenes gebaeude fuer die helden der eisenbahn (derzeitiger nutzen ist unklar geblieben. vielleicht gibt es sie ja noch, die helden der bahn) und den bahnhof. der sieht ein wenig orientalisch aus und besitzt die sauberste bahnhofshalle, die ich je gesehen habe. und aquarien stehen dort herum, die fische freuen sich sichtlich ueber die auf den grund gestellten geisterschloesser. von hier koennte man, wenn man denn wollte, ohne umsteigen bis nach murmansk fahren! conrad erkundigte sich nach tickets nach odessa: den spass gibt es bereits fuer etwa 2 euro.

wir gingen in ein offen stehendes hochhaus und fuhren mit einem wenig vertrauen erweckenden aufzug (dennoch luxusvariante: das licht funktionierte!) ins oberste stockwerk, wo man rausgehen und die aussicht geniessen konnte.

chisinau liegt auf diversen huegeln (7 waren es, glaube ich...) und besitzt sehr viele parks. es ist richtig gruen ihr, ob ihr es glaubt oder nicht!

dem zentralen markt statteten wir ebenfalls einen besuch ab: riesig und gerappelt voll, auch am sonntag. dort kann man alles kaufen. von kueken ueber ausgewachsene gaense hin zu pantoffeln, sonstigem schuhwerk, gemuese (das kilo tomaten kostet weniger als 50 cent und sie sind viel schmackhafter als die spanischen gewaechshaustomaten) und obst, kosmetikprodukte aller art, unterwaesche eher zweifelhaften geschmacks, tonnen von bonbons und natuerlich extrem offensichtlich gefakte designer t-shirts. wunderbar! dort werde ich tage verbringen koennen!!!! und bestimmt nicht an silbernem nagellack mit glitzer vorbeigehen koennen.... mit silber lackierten fussnaegeln sieht man schon fast einheimisch aus.
wenn ich mir auf dem markt noch eine hugo-boss-plastiktuete kaufe und vielleicht noch ein halb durchsichtiges gebluemtes sommerkleid trage, ist der look perfekt. okay, ich muesste auch noch 10 kilo abnehmen...

abends waren wir noch ein bier trinken im bereits gestern beschriebenen etablissement. dort herrschte ordentlich stimmung, rumaenische volkstaenze koennen auch zu russischem pop getanzt werden. beim naechsten mal tanzen wir dann mit ;-)

unsere wohnung befindet sich in einem der besseren viertel chisinaus. sie liegt in einem eingeschosssigen haeuschen, das der familie eines mitarbeiters meiner organisation gehoert. die wohnung hat ein kleines und ein grosses zimmer, kueche und bad sowie einen kleinen verbindungsraum zwischen bad und grossem zimmer. dort steht ein merkwuerdiges moebel, ungefaehr 30cm hoch und so gross wie ein kinderbett. en teppich liegt drauf und in ermangelung eines esstisches haben conrad und ich es als picknickplatz auserkoren. hat so einen touch von der tadschikischen teestube in berlin... man kann gemuetlich drauf sitzen oder knien und speisen. sehr nett. und da conrad im september nach tadschikistan gehen wird ja auch sehr passend.
der herd in der kueche ist luxurioeser als unserer in berlin: gasherd mit elektrischem zuender. vorbei mit der suche nach dem feuerzeug!
der eigentlich fuer die warmwasserzubereitung gedachte ofen ist aus sicherheitsgruenden ausser betrieb genommen...
das gestaltet das taegliche duschereignis zu einer etwas aufwaendigeren zeremonie: wasser auf dem herd erhitzen und ins bad bringen (ich warte auf dem tag, an dem ich mir das heisse wasser trotz aller vorsicht ueber die fuesse schuette...) und dann mit grosser schuessel, schwamm und tricks haare und koerper waschen. so lange es draussen und damit auch in der wohnung warm ist, kein problem. erinnert ein wenig an moekkis in finnland. nur see und sauna fehlen.
werde den tag verfluchen, an dem es kalt wird. irgendwo hier in der naehe gibt es ein oeffentliches schwimmbad fuer die besser situierten menschen. man muss sich naemlich vor erstbenutzung von einer aerztin begutachten lassen. dafuer gibt es dort warme duschen. vielleicht wird schwimmen gehen ja doch noch au meinem neuen hobby werden ;-)

so, jetzt noch schnell ein paar saetze zu meinem behoerdenerlebnis heute:
auslaender, die nicht in hotels wohnen, muessen sich binnen weniger tage nach einreise registrieren lassen. das geschah also heute unter anleitung von liliana, einer kollegin von der organisation. die diese prozedur allerdings auch zum ersten mal erlebte. ausserdem musste noch der besitzer des haeuschens mit. der sich einen arm gebrochen hat und deshalb nicht so unterschreiben kann, wie normalerweise...
wir gingen also zur registrierungsstelle, das ist gleichzeitig auch die behoerde fuer passangelegenheiten aller art. liliana hatte schon eine ganze menge papiere im voraus ausgefuellt. mit denen und meinem pass stellten wir uns dann in einen raum, von dem zwei weitere tueren abgingen. man stellt sich nicht in schlangen an sondern im pulk. aus dem auch nicht so ganz ersichtlich ist, wer an welcher tuer ansteht... im gedraenge trafen wir ein aehnliches "paerchen": eine deutsche mit moldawischer begleitung, ungefaehr so alt wie wir. zunaechst brauchten wir eine unterschrift von der dame hinter der tuer mit der "1" drauf. dann durften wir uns in den pulk fuer tuer "2" begeben. mit auslassen von nummer "3" (ich glaube, die gab es gar nicht...) mussten wir auf die andere seite des gebaeudes zur tuer nummer 4. das wurde dadurch erschert, das sich zwischen den beiden trackten die kasse befindet, vor der sich wiederum auch sehr viele leute tummelten. vor der tuer 4 herrschte ein ziemliches chaos, da auch tuer 5 unmittelbar nebenan war und nicht genug platz fuer zwei schlange... eine dame, die hinter der vierten tuer zu arbeiten schien, kreuzte unseren weg und nahm uns die unterlagen ab mit dem hinweis, dass wir ja auslaender seien und die nicht so lange warten muessten. leider vergass sie die bearbeitung unserer papiere dann... wir standen immer noch herum, als bereits alle, die vor uns an der tuer gestanden hatten, ihr glueck an tuer 5 versuchten... nach mehrmaligem nachfragen erhielten wir unsere papiere dann zurueck. und noch einen weiteren mit computer ausgeuellten zettel. den musste mein vermieter unterschreiben und wir durften zurueck zu tuer 2 gehen und dort eine weitere unterschrift einholen. schliesslich erhielt ich einen kleinen zettel, der von nun an ein wichtiges dokument ist: meine offizielle registrierung!!!!!!!! leider konnte ich nicht merh in erfahrung bringen, was hinter tuer 5 passiert. oder gar hinter tuer 6...
hat auch gar nicht so lang gedauert: nach zwei stunden waren wir wieder draussen. das ummelden in berlin dauert laenger. mit dem vorteil, dass mein ein nuemmerchen zieht und in ruhe im wartesaal lesen kann.
die verschiedenen damen hinter den tueren waren auch gar nicht so unfreundlich wie erwartet. in deutschland wird man auf aemtern meistens auch nicht netter behandelt.
meine bisherigen erfahrungen mit den offiziellen stellen haette ich mir viel schlimmer vorgestellt! kein grenzbeamte wollte naeheres zu mir, meinem aufenthalt oder meinem gepaeck wissen und meistens gab es noch ein laecheln dazu. kann nicht klagen!

so, genug fuer heute!!!

seid alle herzlichst gegruesst und schickt mir emails!

tina

PS
zahl des tages: bisher gesichtete verkehrsteilnehmer auf dem fahrrad: 1! und der schien sehr mutig zu sein...

heute hat es den ganzen tag geregnet und das sinnvollste gefaehrt auf meiner strasse scheint ein paddelboot zu sein.... dem abflussystem wuerde eine verbesserung eines tages sicher gut stehen.
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