Eine Woche mit vielen bleibenden Eindrücken

Trip Start Apr 29, 2012
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Trip End May 04, 2012


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Flag of Armenia  ,
Saturday, May 5, 2012

Die Anreise - der Horror: Flug von Stuttgart nach Istanbul, von dort Nachtflug nach Tiflis, Georgien, dort drei Stunden am Flughafen gewartet, bis es Tag wurde...(angenehmer Flughafen) und mir die Kreditkarte klauen lassen oder sie verloren, ich weiß es nicht, toller Start jedenfalls für eine Reise. Dann mit dem Taxi zum Busbahnhof, um mit dem Minibus nach Yerevan zu fahren. Nachdem wir uns die Minibusse angeschaut haben, haben wir uns für eine Taxifahrt nach Yerevan entschieden....160 Lari (weniger als 80 €) für eine vierstündige Fahrt mit 350 km, da kann man sich diesen Luxus schon mal gönnen. Eine weise Entscheidung...

Yerevan: anfangs fanden wir die Stadt furchtbar hässlich, im Laufe der nächsten Tage haben wir die Stadt jedoch immer mehr schätzen gelernt. Yerevan ist leider sehr zerklüftet und die meisten Gebäude sind abscheulich, aber wenn man ein bisschen sucht, findet man auch wirklich schöne Ecken. Leider wird gerade die ganze Altstadt abgerissen und durch neue, gesichtslose Bauten ersetzt. Überall wird gebaut...Auch haben mittlerweile sämltiche Luxusmarken Einzug gehalten...überall streunende Hunde in Yerevan...man möchte sie am liebsten alle mit nach Hause nehmen.

Taxifahren....ein Traum. Innerhalb der Stadt zahlt man meistens nur 600 Dram, also etwa 1,20 €. Und Taxis gibt es mehr als genug....

Die Stadt bzw. ganz Armenien gilt als sehr sicher, so auch unser Eindruck.

Das Wetter: heiß, Sonnenbrand. Autsch.

Am faszinierendsten: der Ararat. Liegt zwar in der Türkei, man hat jedoch den Eindruck, dass er zum Greifen nah ist. Ein ganz faszinierender Berg. Man sieht ihn von fast überall in Yerevan.

Was wir besichtigt haben:

Chor Virap (Kloster ganz im Süden des Landes, so nahe ist man dem Ararat in Armenien sonst fast nirgends). Definitiv ein Besuch wert. Dort und in der Nähe Wiedehopfe und Störche gesehen.

Geghard: WOW, neben Akhtala mein Favourite in Armenien. Ein Kloster mit Mönchszellen in den Höhlen. Wunderschön in einem Tal gelegen. Spirituelle Atmosphäre. Ganz bezaubernd: Teil einer Andacht mitbekommen mit Mönchsgesängen, sehr ergreifend und stimmungsvoll.

Garni-Tempel

[kurzer Einschub: an dem Tag, an dem wir Garni und Geghard besichtigt haben, saßen wir am Morgen auf dem Platz der Republik und wurden von einem Einheimischen angesprochen, ob wir Interesse an einer Tour hätten, so haben wir die beiden oben genannten Sehenswürdigkeiten für 10.000 Dram (etwa 20 €) zu sehen bekommen. Anfangs war uns die Sache nicht wirklich geheuer, aber auch hier wieder nur gute Erfahrungen.]

Echmiadzin: Zentrum der Geistlichen in Armenien.

In Avan (Stadtteil von Yerevan) stundenlang die Kirche gesucht. Kein Einheimischer hat eine Ahnung, wo was ist. Komisch. Aber hilfsbereit ist man trotzdem. Fragt man Jemanden, der es nicht weiß, nimmer dieser einen Felsbrocken von der Straße und klopft an der Regenrinne eines Hauses, bis ein Fenster aufgeht und ein Kopf rausschaut, dann wird diese Person gefragt, wo die Kirche sein könnte (leider auch hier wieder ohne Erfolg)....

Sevan-See mit zwei Klöstern. Der See liegt auf etwa 1900 m Höhe und ist eigentlich sehr malerisch, wäre er nicht mit all den furchtbaren Bauten rundherum verschandelt.

Akhtala: sehr interessante, aber lange und umständliche Anfahrt von Yerevan ist (kurz vor der georgischen Grenze). Man kommt durch Städte, die durch das Erdbeben 1988 total zerstört wurden und fährt an Industriekomplexen vorbei, die größer als alles zuvor gesehene sind [natürlich wie so vieles im Land total runtergekommen und nicht mehr in Betrieb). Nun aber zum Wesentlichen: ganz ungewöhnlich für eine armenische Kirche: die wunderschönen Fresken, die uns sehr fasziniert haben. Siehe Fotos. Die Frau des Klosteraufsehers spricht fast perfekt deutsch (vor 43 Jahren in der Schule gelernt, die Sprachbegabung der Menschen hier ist faszinierend). Vorsicht vor Schlangen, die es auf allen Kloster- und Kirchengeländen gibt und die sehr giftig sind, wir sind einer solchen in Akhtala begegnet.

Viele Armenier sprechen perfekt deutsch und englisch.

Der schönste und friedlichste und ruhigste Ort in Yerevan: die einzige Moschee des Landes. Dort haben wir uns oft stundenlang hingesetzt und gelesen.

Visum für Armenien: an der Grenze, 3.000 Dram, also weniger als 6 €, ziemlich einfach und unbürokratisch.

Zwei Dinge, die noch ins Auge gestochen haben:

Die Armenier lieben Kinder, sie tun alles für ihren Nachwuchs.

Die Toiletten sind überall auffallend sauber.

Fazit: alles sehr sehr skurril, aber definitiv faszinierend und eine Reise wert.
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Comments

Horst Stetter on

Tilman, wann kommt dein erstes Foto-Buch heraus??
Gruss Horst

heiner on

sehr interessant, deine reisebeschreibungen und fotos. werd mich mal bald ebenfalls dorthin auf den weg machen!

matus on

from where do you have time for so much traveling and doing bad things aroud the world :-)

Hendrik A. van Sluijs on

Yes, your pictures are as always fantastic and I hope you will soon publish them.

milic on

Es sind sehr interessanten Bilder, die Du in Armenien gemacht hast -einfach Kunstwerke. Wie abweisend und fremd, wenn auch in Europa bekannt, wirken die "moderne" Wohnsilos gegenüber. Du hast etlicher Probleme unterwegs gehabt, es hat sich sicherlich für dich und für uns „gelohnt“. Weiter so!

Veronika on

Wow, amazing trip! really:-) Envy you! greetings from China. yep, definitely, how come u have so much time for your traveling? haha, I agree with Matus:-). but I`m not good example, I know, hehe...Anyway, you are bit spoiled for me, i only take backpack and goooooo...rain, snow, dust, wind, sand, all doesn`t matter:-)

Karl-Heinz on

Tolle Bilder, du alter Reiseonkel, sorry, du junger....
So wie ich dich in der Karibik erlebt habe, so als zerstreuter Professor, da ist mir klar, dass die Kreditkarte abhanden gekommen ist.....

Klaus Schimmel on

Dein hervorragender Bericht und deine wunderbaren Bilder veranlassen mich, ganz bald Armenien zu besuchen. Danke!

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