Ein Nachmittag in Santa Barbara

Trip Start Apr 01, 2012
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Trip End Jun 01, 2012


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Where I stayed
Carpinteria State Beach

Flag of United States  , Kalifornien
Wednesday, May 23, 2012

Zu allererst sei mal gesagt: das Feuer, das Carsten gestern Abend zum Grillen gezaubert hat, glimmte heute früh noch! Nachdem Carsten auf der ersten Glut gegrill hatte und wir fertig waren mit Essen, hat er noch ein paar Scheite und auch einen Sequoia-Stamm nachgelegt, der noch in unserem Kofferraum auf seinen Einsatz wartete. Letzterer brennt nicht besonders schnell und glimmte stundenlang vor sich hin. Wir hatten im Sequoia National Forest schon bei der Besichtigung der Mammutbäume gelernt, dass diese Bäume schon einige Waldbrände überlebt haben. Ein Baum, der Innen hohl war, hätte laut Infotafel ca. 3 Jahre lang (!!!) gebrannt, wenn man nicht von oben ins Innere des Stammes Wasser hätte reinlaufen lassen. Damit erklärte sich dann auch, warum das Feuer heute früh noch rauchte und leicht glimmte, der Stamm mit ca. 20 cm Durchmesser aber nicht einmal zur Hälfte abgebrannt war. Jetzt stelle man sich mal einen Baum von mehreren Metern Durchmesser vor!

Wir sind heute recht früh von unserem Sohn geweckt worden, etwas nach 6 Uhr. Carsten hat Erich dann zu sich ins Bett genommen, wo er etwas aus dem Heckfenster geschaut und mit der Decke gespielt hat, dabei aber immer wieder umfiel und ein paar Minuten schlummerte, bevor ihn wieder die Aktivität packte. Wir sind dann um kurz vor 7 alle aufgestanden und haben in der Morgensonne gefrühstückt, die schnell den ganzen RV ziemlich wärmte. Dann haben wir noch eine Runde am ruhigen und verlassenen Strand gedreht, den Schweizern, die wir gestern Abend kennengelernt haben, Ciao gesagt und sind Richtung Süden weitergefahren.

Die Stecke nach Santa Barbara sind wir über die 101 gefahren, da die sehr gut ausgebaut ist und teilweise mit der 1 identisch. Auf dem Küstenabschnitt gibt es nicht so viel zu sehen wie gestern, so dass wir heute mehr Wert auf Kilometer schrubben als auf das Genießen der Aussicht gelegt haben. Wir sind auch sehr gut und schnell voran gekommen, so dass wir nur einen kurzen Tankstopp nach ca. 45 Meilen gemacht haben und eine Frühstückspause etwas später. Die Pause haben wir gemacht, als wir wieder am Meer waren (die 101 führt teilweise durch's Landesinnere) und eine tolle Aussicht hatten. Carsten hatte von unserem erhöhten Parkplatz ein paar riesige Fischschwärme im Meer ausgemacht, da sich das Wasser dort erheblich kräuselte und sich diese Kräuselung nicht in Windrichtung bewegte. Als wir diese Schwärme eine Weile beobachtet haben, hat Katja in entgegengesetzt schwimmender Richtung eine kleine Gruppe Delphine entdeckt, die hier offensichtlich einen reich gedeckten Tisch vorfanden. Sie sind immer wieder an die Wasseroberfläche gekommen, wobei man ihre Rückenflossen und teilweise auch kurz den Kopf sehen konnte. Aus der Entfernung war es leider schwer, Bilder zu machen. Wir haben eins eingestellt, vielleicht könnt Ihr ja zoomen (knapp über dem Busch im rechten Drittel des Bildes). Das war ein tolles Erlebnis und wir waren ganz aufgeregt. Die Aufregung konnte Erich nicht teilen, er war mehr an den Muffins interessiert, die wir eigentlich in der Pause essen wollten.

Danach ging es noch ein kurzes Stück weiter nach Santa Barbara, einer schönen Surfer- und Studentenstadt am Meer. Wir haben dort im Wohngebiet geparkt und sind erst mal runter zum Strand, rauf auf die Pier und in die "Innenstadt" gelaufen, wo sich schöne Häuser mit netten Restaurants und Geschäften aneinander reihen. Wir haben dort erst einmal gegessen, und zwar in einer Micro Brewery, also kleinen Brauerei, die selber Bier braut. Die Bedieung war sehr hübsch und auch sehr nett zu uns, Erich hatte ihr den Kopf verdreht. Das Essen war auch sehr gut und das Bier, das Carsten hatte, vorzüglich. Erich wollte nur leider sein Essen nicht runter kriegen - Nudeln mit Gemüse, zugegebenermaßen irgendwie etwas bitter... Daher hat er von der Bedienung zwei kleine Brötchen bekommen, an denen er ewig sabberte und lutschte. Aber so lange er damit zufrieden ist, wollen wir ihm da auch nicht reinreden. Nach dem Essen sind wir also ein wenig durch die Stadt geschlendert, haben ein paar Läden besucht und noch einen Eiskaffee getrunken, bevor wir dann kurz nach 16 Uhr zurück zum RV sind.

Die Fahrt ging von dort weiter zum etwa 12 Meilen südlich von Santa Barbara gelegenen Carpinteria (lt. Katja das spanische Wort für "Teppichladen" !?!) State Beach, wo wir zum Glück ohne Reservierung einen Stellplatz bekommen haben. Der Campingplatz liegt mal wieder direkt am Strand, was bei unserer Ankunft nicht so toll war, da es sehr windig war und der Sand flach über dem Strand unsere Waden sandstrahlte. Der obligatorische Spaziergang am Strand ist demnach recht kurz ausgefallen. Trotzdem hat Katja es dabei geschafft, barfuß in einen schwarzen Klumpen von etwas zu treten, wovon wir erst dachten, es sei Kaugummi. Nach dem Geruch zu urteilen war es dann doch eher Schweröl, was bei den vor der Küste liegenden Bohrinseln auch recht plausibel war. Aber nein, weit gefehlt, wir Banausen! Im Flyer über den State Beach haben wir dann später gelernt, dass es sich dabei um natürlichen Teer handelt, der hier einfach vorkommt. Früher wurde hier "Asphalt Mining" betrieben, wobei man den Teer abgebaut und zum Straßenbau verwendet hat. Katja ist also in ein ganz tolles natürliches Produkt getreten, was bei dem zähen schwarzen Klumpen an ihrer Ferse trotzdem immernoch keine Begeisterung bei ihr weckte. Aus dem Wedding kommend wissen wir ja, dass nicht alle natürlichen Produkte, in die man tritt, ein Seegen sind... Wir glauben ja immernoch, dass die Geschichte um den Teer nur erfunden wurde, um die Lecks der Bohrinseln zu vertuschen!

Zurück beim RV haben wir noch etwas abgegammelt und Erich sein Dinner serviert. Danach hat er dann noch etwas gespielt, wobei wir beide so abgelenkt waren, dass wir nicht gleich gemerkt haben, dass er 2/3 der Campground-Anmeldung, die wir letzte Nacht im Fahrzeug sichtbar anbringen mussten, aufgefuttert hat. Er war dabei so schön ruhig... Naja, unser Sohn spuckt ja immernoch fleißig seine Mahlzeiten wieder teilweise aus, so dass auch ein paar Stücke des gelben Zettels wieder herauskamen. Jaja, das Spucken treibt uns noch zur Verzweiflung. Immer Tücher um den Hals, vor allem abends, denn ein Teil vom Abendessen kommt garantiert wieder raus. Dann will er viel trinken, was den nächsten Schwall nur noch flüssiger macht usw... Wir sind froh, wenn das ein Ende hat!

Dann haben wir uns Spaghetti mit 4-Käse-Tomatensoße gekocht, die wir natürlich nicht essen konnten, als die Nudeln "al dente" waren, da unser Dreikäsehoch partout keine Ruhe geben wollte, obwohl für ihn schon Bettzeit war. Also hat sich Carsten den Kinderwagen geschnappt, den Wurm da rein gepflanzt und ist mit ihm etwas über den Campground geschlendert. Der Sonnenuntergang wurde von einem Froschkonzert begleitet und Erich kam dabei etwas zur Ruhe, auch wenn er immernoch nicht einschlafen wollte. Eine halbe Stunde später zurück am RV hat Katja sich dann mit ihm auf's Bett gesetzt und ihn doch recht schnell zum Einschlafen gebracht. Endlich! Wir sind schon gespannt, wie das wird, wenn wir wieder zurück in Berlin sind. Erich ab ins Gitterbett, wo er nicht raus aber noch ein wenig spielen kann, außer Sichtweite von uns, und fertig? Wie gut wird er dann einschlafen? Hat er hier nur die Probleme, weil wir nie wirklich weg sind und es natürlich für ihn immer interessantere Dinge gibt, als zu schlafen? Wir werden sehen...

Jetzt schläft der Fratz und wir konnten unsere Nudeln essen. Der Campground liegt direkt an der Amtrack Küstenlinie, die ein paar Küstenorte miteinander verbindet. Bisher hat jeder Zug, der hier vorbei gefahren ist, kräftig gehupt, und dass nicht nur einmal, sondern mehrmals, da es wohl keine vernünftigen Gleissicherungsanlagen in dem Ort gibt. Hoffentlich kommt heute Nacht kein Zug mehr vorbei oder hupt wenigstens nicht, sonst ist bei uns im RV bestimmt der Teufel los. Eben wurde Erich schon von einem Zug geweckt, hat die Augen aufgerissen und ist auf alle Viere. Katja konnte ihn zum Glück wieder gut beruhigen, was heute Nacht hoffentlich nicht öfter nötig sein wird.

Morgen wollen wir bis Malibu Beach fahren, was ja schon direkt bei LA ist, damit wir am Freitag nicht mehr weit fahren müssen, sondern ihn Ruhe packen, im Hotel einchecken und den Mietwagen abholen können. Am Samstag bringen wir dann den RV weg. Das werden dann erst mal zwei Tage voller "Admin", bevor wir uns ab Sonntag dann um LA und die zugehörigen Strände kümmern können. Hoffentlich läuft alles, wie wir es uns vorstellen... Auf jeden Fall machen wir uns jetzt schon immer mehr Gedanken über unsere Rückkehr nach Berlin und wie es sein wird, wieder zu arbeiten, in der Wohnung zu leben, Platz zu haben und einfach wieder in Berlin zu sein.

Wir möchten heute Christina und Jojo danken, dass sie unsere Wissenslücke bezüglich der "Hanfmuschel" gefüllt haben. Auf Euch ist Verlass! An Christina auch ganz herzliche Geburtstagsgrüße, die leider wohl einen Tag verspätet bei ihr ankommen. Sei ganz doll von uns Dreien gedrückt!

Wir werden wohl, wenn die Resonanz auf unseren Blog, die in den letzten Tagen stark nachgelassen hat, nicht mehr die 6.000 Visits schaffen, die wir mal angestrebt hatten. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn wir wissen ja, dass viele von Euch regelmäßig vorbei schauen, auch wenn sie keinen Kommentar posten. Wir freuen uns schon sehr darauf, Euch alle bald wieder zu sehen und vor allem auch darauf, unseren Blog mit Euren Kommentaren als Buch drucken zu lassen. Daher die Erinnerung: Wir freuen uns über jeden geposteten Kommentar von jedem Besucher unseres Blogs, egal von wem, egal wir kurz oder lang, egal wozu. Haut rein!
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Comments

koegler
koegler on

Kaum zu glaube, dass jetzt echt schon fast zwei Monate um sind. Noch ein
paar Tage und für Euch steht die Rückreise an.
Es war schön bei Eurer Reise auf dies Art dabei gewesen sein zu dürfen. :)
Mal was ganz Neues. Und wenn das Wetter hält was es verspricht kommt in
bei strahlend Blauem Himmel wieder in Berlin an...
Genießt die letzten Tage.

ulli-et-tom
ulli-et-tom on

Hallo Ihr 3,
toll was ihr so schreibt, wir haben dadurch ganz viele schöne Erinnerungen an unseren Urlaub in CA durchlebt und könnten auch schon wieder rüber düsen. Danke für eure vielen amüsanten Posts.
Wir wünschen euch noch eine schöne Restzeit, kommt stressfrei und heile nach Hause und vielleicht sehen wir uns ja mal in Berlin oder beim Familienfest.
PS: wir klicken eueren Blog noch ein paar mal an - vielleicht kriegt ihr die 6000 ja noch voll, grins
LG Ulli & ToM

Fam. Vetter on

Habt ihr euch eigentlich schon Gedanken gemacht, was ihr für einen Berlin-Blog ab 02.06 starten wollt, weil eins ist ja wohl klar, es muss irgendwie weiter gehen. Uns allen wird sonst etwas fehlen.
Danke auch für die Glückwünsche zum Hochzeitstag. Wir möchten unsere Freundschaft mit euch auch nicht missen.

Ellen on

Hallo meine lieben Drei,

nun dauert es nicht mehr lange und ihr dürft oder müßt eure Heimreise antreten,
ich denke es war auch lange genug, sonst wollt ihr nachher gar nicht mehr nach Berlin zurück,
dann wäre ich ja ganz traurig :-(

also ich freue mich schon ganz toll daruf, wenn ihr wieder in Berlin seid und wir euch dann auch im Juni wieder in die Arme schließen zu können!!

Ich wünsche euch für die letzten Tage noch super viel Spaß und lasst es euch noch gut gehen!

Herzliche Grüße

theborksinusa
theborksinusa on

Ja, wir können es auch kaum glauben, dass bald 2 Monate um sind. Hoffentlich empfängt uns Berlin mit strahlendem Sonnenschein, damit wir nicht gleich wieder Fernweh bekommen....

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