Tag in und Ausfahrt aus Frisco

Trip Start Apr 01, 2012
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Trip End Jun 01, 2012


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Flag of United States  , California
Friday, May 18, 2012

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Heute war ein ereignisreicher Tag, vor allem Nachmittag. Wir hatten einen Unfall!!! Aber dazu vielleicht später...

Morgens fing alles mehr oder weniger freundlich an. Die Sonne schien, wie jetzt eigentlich fast jeden Tag (wir hatten bisher vielleicht drei bewölkte Tage), und wir haben gefrühstückt. Die Nacht haben wir ja auf dem RV Platz in San Rafael verbracht, wohin wir gestern Abend mit der Fähre aus Frisco zurückgefahren sind. Heute früh haben wir dann nach dem Frühstück versucht, Erich zu duschen, was gar nicht so einfach war. Als wir ihn in die kalte Dusche gesetzt haben, war er nicht besonders begeistert. Auch späteres Anwärmen mit warmem Wasser hat dann auch nicht mehr viel gebracht, da er natürlich mit der Dusche, in der er vormals gerne im Sitzen geduscht hat, jetzt etwas Unangenehmes in Verbindung brachte. Daher hat Carsten Erich kurzerhand auf den Arm genommen und gleich mitgeduscht. Das hat einigermaßen geklappt, auch wenn Erich nicht wirklich begeistert war. Schade eigentlich, denn die erste Duscherfahrung, die er im RV machte, war eigentlich ganz positiv. Der kleine Dreckspatz wird eh viel zu selten mal kräftig abgeschrubbt....

Danach hat Carsten mit Erich unterm Arm noch versucht, unsere Nahverkehrstickets von gestern auf dem RV Platz an den Mann zu bringen. War aber leider ohne Erfolg, keiner wollte sie haben. Wir haben sie also mit auf unsere heutige Reise genommen, in der Hoffnung, sie evtl. an der Golden Gate Bridge einem Touristenpäarchen andrehen zu können (um es vorweg zu sagen: haben wir nicht, also im Endeffekt 28 USD in den Sand gesetzt!). Das Gute war aber, dass Carsten dabei auf dem RV Platz eine ältere Dame aus Florida kennengelernt hat, die mit ihrem Mann und ihrem Bernasennenhund in einem riesigen RV (Busformat) herumreisen. Die beiden kamen ins Gespräch, indem sie auf Carsten zukam und sagte, sie bräuchte heute noch ihren "Baby-Fix", also eine Ladung Baby, wobei sie auch gleich anfing, Erich zu liebkosen. Carsten hat ihr also erzählt, dass wir auf dem Weg nach Los Angeles seien und dafür jetzt noch eine Woche Zeit hätten. Daraufhin hat sie angefangen, einige Campingplätze aufzuzählen, auf denen wir unbedingt übernachten sollten. Da sie sich selber nicht mehr an alle erinnern konnte, bot sie Carsten an, gleich mal im Wohnmobil vorbei zu schauen, sie würde alles aufschreiben. Carsten ist also noch kurz ins Büro des RV Platzes um dort die Nahverkehrstickets anzubieten und ist dann erfolglos zu der Dame rüber, die wirklich ein paar Notizen gemacht hatte und das Angebot nicht als Vorwand nutzte, um Carsten in ihren RV zu locken.... Mann und Bernasennenhund waren auch da und haben uns herzlich begrüßt. Erich war etwas skeptisch dem Hund gegenüber, wollte ihn dann aber anfassen. Als er das tat und der Hund natürlich mit etwas Bewegung reagierte, brach Erich in bitterliches Weinen aus. Das war wohl zu viel...

Carsten hat sich mit dem Paar aus Florida, das im August eine Ostsee-Kreuzfahrt mit Bustransfer nach Berlin macht, noch nett unterhalten und ihnen angeboten, sich zu melden, wenn sie in Berlin seien. Er ließ die Handynummer da und ist dann wieder mit Erich zurück zum RV, wo wir dann alles Klarschiff gemacht haben (Frischwasser rein, Abwasser raus usw.), um aufzubrechen. Wir sind dann über den Highway gen Süden nach Frisco gefahren, und zwar wie geplant über die Golden Gate Bridge, was zwar 6 Dollar gekostet hat, aber das Erlebnis wert war. Direkt am südlichen Ende der Brücke konnten wir unser Schiff parken und mussten von dort ein paar Meter zum Besucherzentrum laufen, von wo wir einen besseren Blick auf die Brücke hatten und noch ein paar Details zu ihr aufschnappen konnten. Erich war auf der Fahrt zur Golden Gate Bridge eingeschlafen, so dass Katja die "Überfahrt" auf dem Beifahrerplatz genießen konnte - ein seltenes Privileg. Heute ist Carsten wieder gefahren, weil es nach Frisco rein ging. Da war Erfahrung gefragt!

Wir haben also Erich's Schläfchen genutzt, um auf dem Parkplatz der Golden Gate Bridge auch noch ein zweites Frühstück zu uns zu nehmen und etwas abzugammeln, bis uns das auch zu langweilig wurde und wir entschieden, dass Erich nun genug geschlafen habe. Er wachte dann auch so langsam schon von alleine auf und wurde sanft in den Manduca befördert, mit dem Katja ihn dann zur Brücke trug. Der Weg war ganz nett, da er an alten Verteidigungsstellungen vorbei ging und dabei immer neue Blicke auf die Brücke eröffnete. Als wir am Besucherzentrum ankamen haben wir uns ein wenig umgeschaut und ein paar Bilder gemacht. Auf die Brücke sind wir nicht gegangen, weil wieder ein recht kalter Wind wehte und uns nicht so viel daran lag - auch wegen der Horden anderer Touristen, vor allem wieder Asiaten, die den Trampelpfad bereits einschlugen.

Wir sind also zurück zum RV und dann die abenteuerlichen Straßen Friscos mit dem RV Hügel auf und Hügel ab gefahren, um zum Alamo Square zu gelangen, wo die schönen Holzhäuser stehen, für die San Francisco so bekannt ist. Es gab aber keine Möglichkeit, unser Schiff dort abzustellen, so dass wir nur eine Runde um den Block gedreht haben und dann unser nächstes Ziel, den Golden Gate Park, angesteuert haben. Dort haben wir ca. 3 Blocks vor dem Park einen Parkplatz gefunden und sind einfach stehen geblieben, da wir nicht wussten, wie die Parkplatzsituation im Park war und es auch sonst recht schwer war, in einer solchen Stadt überhaupt einen Parkplatz zu bekommen. Wir haben also unser Zeug eingepackt und sind von dort in den Park gelaufen. Dazu sei gesagt, dass der Park selber größer ist als der Central Park in New York, aber vom gleichen Architekten / Landschaftsgärtner / Designer (???) entworfen wurde.

Mittlerweile waren wir ziemlich hungrig und haben nach einem Café Ausschau gehalten. Im Park selber sind auch Museen untergebracht, die natürlich Cafés und Restaurants haben, die aber häufig nur für die Museumsgäste zugänglich sind. Mit Erich war an einen Museumsbesuch nicht zu denken, also mussten wir uns ein öffentliches Café suchen und wurden am de Young Museum fündig, wo gerade eine Austellung zu Jean-Paul Gaulter gezeigt wird. Dort konnten wir Erich super auf eine große Wiese setzen, wo er ganz aufmerksam die Blumen studiert (=ausgezupft) hat. Wir haben alle etwas dort gegessen und sind dann weiter gezogen, um den Japanischen Garten herum zum Rosengarten, wo es wunderbar geduftet hat. Von dort ging es nach ein paar Nasen voll Rosenduft weiter zum Conservatory of Flowers, vor dem wir noch einen Kaffee getrunken haben. Dann sind wir wieder durch den Park zurück zum RV und haben dort die "Ausfahrt" aus Frisco geplant, als plötzlich....

Mit einem mordslauten Knall hat sich ein anderer gemieteter RV den rechten Seitenspiegel an unserem Heck abgefahren. Die Außenspiegel sind riesig (Lkw-Format) und der RV fuhr bestimmt 50 Sachen, so dass es kräftig knallte. Wir hatten erst keine Ahnung, was passiert war, bis wir es dann neben uns Scheppern hörten von den Teilen, die am anderen RV abfielen und den RV vorbei fahren sahen. Und jetzt kommt der Hammer: der Typ hat nicht einmal angehalten! Der muss ja wohl gemerkt haben, dass er sich gerade seinen riesigen Spiegel abgefahren hat, aber keine Spur von Anhalten und Nachschauen. Ist einfach weiter gebrettert - ein klassischer Fall von "Hit and Run". Wir haben dann erst mal Bilder vom Schaden an unserem RV gemacht (ist nur ein wenig schwarzer Lack am Heck bei uns, sonst nix - zum Glück), die Einzelteile auf der Straße aufgesammelt (als Beweis) und dann Travellers Assistance von Cruise America angerufen. Die haben uns empfohlen, den Unfall von der Polizei aufnehmen zu lassen. Carsten musste also auch noch 911 anrufen und mit der Notfall-Hotline von San Francisco sprechen, was echt eine Herausforderung war. Nachdem klar war, dass es keinen Personenschaden gibt und es sich um "Hit and Run" handelt, hat die Dame Carsten gesagt, er müsse zur nächsten Polizeistation fahren und dort den Fall aufnehmen lassen. Gesagt, getan, nur leider war dort, wo die Dame sage, keine Polizeistation, so dass wir noch eine finden mussten. Kotz!

Katja ist in einen Diner rein und Carsten hat parallel dazu im iPad bei Google Maps nach der nächstgelegenen Polizeistation gesucht. Katja kam mit der gleichen Info zurück, die Carsten online "erarbeitet" hatte, und wir sind also dort hin. War eine Herausforderung, das kleine Polizeigebäude zwischen den Wohn- und Bürogebäuden zu finden, aber wir waren dann endlich da und Carsten ist rein. Wir sollten den RV vor der Tür parken, da der Officer natürlich keinen Schritt um den Block zum RV gehen wollte, um sich den Schaden anzuschauen. Als wir dann umgeparkt hatten und der Officer sich nach Draußen bemühte, sagte er, das ginge mit etwas Zahnpasta wieder weg und stelle keinen Schaden dar. Ohne Schaden gibt es kein Protokoll, aber das woltlen wir ja haben, um sicher zu sein, dass uns Cruise America nicht später ans Bein pinkelt. Also hat uns der Officer auf einem Telefonnotizblock (!) aufgeschrieben: "18. May 2012, 5:03 pm, No damage - no report". Na, ob das was hilft? Ich bin ja mal gespannt....

Auf jeden Fall hatten wir durch diese Nummer über eine Stunde unseres Tages und wesentlich mehr Nerven verloren! Wir fuhren dann weiter aus Frisco raus, in der Hoffnung, noch einen RV mit nur einem Außenspiegel unterwegs zu sehen, dessen Fahrer wir mal kräftig den Marsch blasen können. Haben wir aber nicht, statt dessen kamen wir in eine tolle Verkehrsumleitung mit stockendem Verkehr, in dem man Carsten wunderbar schnitt und auf sein Hupen nur mit gehässigem Grinsen reagierte. Endlich raus aus der Stadt und auf der Suche nach dem Campground, den wir heute ansteuern wollten, reizte Erich dann mal wieder seine Stimmbänder voll aus, nur leider nicht mit Singen! Wir haben also kurz vor dem Campground Halt gemacht, Katja hat etwas zu Essen besorgt und Erich dann auf den letzten 3 Meilen, die wir noch vor uns hatten, gefüttert. Die Suche nach dem Campground hat sich dann auch etwas schwieriger gestaltet, da er nicht dort war, wo die RV App auf dem iPad ihn anzeigte. Wir konnten aber unterwegs einen State Park Ranger fragen, der gerne hielf und den Weg beschrieb, wodurch es dann kein Problem mehr war, den Platz zu finden.

Als wir dort ankamen, es war nun schon 18:30 Uhr, leuchtete uns ein Schild "FULL" entgegen. Wunderbar! Hier reihen sich die Campingplätze nicht gerade dicht an dicht, aber die Dame an der Einfahrt, bei der man zahlt, empfahl uns, auf einen 2 Meilen weiter südlich gelegenen RV Park zu fahren. Carsten hat etwas rumgejammert, dass wir mit Kind unterwegs seien usw., und da ließ sie sich erweichen und bat uns, bis 19 Uhr auf den Parkplatz nebenan zu fahren und dann wieder zu kommen. Ab 19 Uhr kann sie nämlich den Stellplatz für Behinderte vergeben, wenn bis dahin niemand mit Behinderung kommt. Das war super nett von ihr und so sind wir auf den Parkplatz, wo Katja erst mal Dosenravioli schnell aufwärmte und Carsten mit einer Dose Coke an die frische Luft is, um sich etwas abzuregen. Erich, der süße Prinz (grrrrrrr) war natürlich nun wieder friedlich eingeschlafen, was unsere Nachtruhe anfing zu gefährden. Gesättigt und beruhigt ist Carsten dann wieder vorgelaufen, hat den Platz für heute Nacht klar gemacht und wir haben schnell auf den Campingplatz umgeparkt. Erich war nun wieder wach und auf einem Aktivitätsniveau, das er sonst nach einer ganzen Nacht Schlafen nicht an den Tag legt.

Das tolle an unserem Stellplatz ist, dass er direkt am Strand liegt (erste Reihe Beach View) und wir auch direkt neben den Duschen sind. Die Stellplätze für die Behinderten sind eh immer die besten! Noch ein Schmankerl: Durch unser Heckfester, das jetzt zum Meer zeigt, konnten wir einen wunderbaren Familien-Sonnenuntergang über dem Pazifischen Ozean genießen. Wir haben es uns also zu dritt auf dem Doppelbett im Heck gemütlich gemacht und den Sonnenuntergang genossen. Erich war davon nicht ganz so angetan und verbrachte die sentimentalen Minuten lieber mit Hinstellen, Umfallen, Krabblen, An-die-Scheibe-klopfen, Nach-Bierdosen-grapschen usw., hat also seinen Eltern keine ruhige Päarchen-Auszeit zum romantischen Sonnenuntergang gegönnt. Dann gab es noch Eis für Papa und Mama, Erich kam endlich zur Ruhe (besänftigt durch Mama) und wir konnten uns unserer üblichen Abendgestaltung Tagebuch- und Blogschreiben widmen. Und so komme ich auch jetzt zu meinen letzten Zeilen für heute.

Es war ein aufreibender, ereignisreicher, anstrengender aber auch interessanter und schöner Tag, der nun ein ruhiges Ende findet. Der Sonnenuntergang war toll und wir freuen uns auf viele mehr in den nächsten Tagen, da wir ja von nun an immer auf Campingplätzen am Meer übernachten möchten, bis wir in LA sind. Uns gefällt es hier so gut, dass wir gerne noch einen Tag bleiben würden, aber bisher ist für morgen alles ausgebucht. Wir werden morgen früh mal nach Stornierungen fragen und schauen, wie es weiter geht. Aber jetzt haben wir genug Zeit, um die Küste entlang bis nach Los Angeles zu fahren, da müssen wir keine großen Sprünge mehr machen. Erich soll auch Zeit bekommen, im Sand zu spielen und wir wollen alle etwas von unserem Trip der letzten Wochen herunter kommen. Es war eine schöne Zeit, interessant, aber nicht immer entspannend. Wir sind froh über jeden Tag und jede Wanderung, die wir gemeinsam erleben konnten, und wollen nun noch etwas "Urlaub am Meer" machen, bevor dann unser Abenteuer vorbei ist. Drückt uns die Daumen, dass nun alles smooth läuft.

Liebe Grüße, The Borks in USA!
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Comments

Ellen on

Natürlich drücke ich euch die Daumen, das ihr nach den teilweise doch anstrengenden Wanderungren noch ein paar erholsame Tage genießen könnt, das Wetter trocken und warm bleibt und vor allen Dingen, das ihr weiterhin keine Erkältung bekommt!

Uns hat es jetzt erwischt, Franz und ich husten uns gegenseitig einen vor, hoffen das es bald vorrüber geht!

Ügrigens Hotels sind in Berlin gebucht, da wir leider das Wohnmobil von Franz Ex Frau nicht geliehen bekommen, hat Micha für uns eins Zimmer mit gebucht, storniern können wir immer noch, sollte sich doch noch was anders ergeben.

Jedenfalls freue ich mich schon sehr euch wieder in die Arme schließen zu können! Besonders klein Erich in live zu sehen und knutschen zu können!

Herzliche Grüße

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