Über den Tioga Pass zum Mono Lake

Trip Start Apr 01, 2012
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Trip End Jun 01, 2012


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Flag of United States  , California
Sunday, May 13, 2012

Der heutige Tag begann, wie sich das für einen Sonntag gehört, mit Ausschlafen. Um genau zu sein hat Erich ausgeschlafen. Ist ja klar, wer erst gegen 21 Uhr einschläft, steht morgens nicht schon um sechse quietschfidel auf der Matte. Also da Erich noch bis ca 8 Uhr geschlummert hat, haben wir beide erst einmal in Ruhe gefrühstückt - auch mal wieder ganz schön.

Nachdem Erich dann mit seinem Frühstück fertig war, haben wir uns alle nacheinander gewaschen und gestriegelt und uns auf den Weg gemacht zum Mono Lake über den Tioga Pass in ca. 3.500m Höhe. Die enge Straße windet sich durch die Berge des Yosemite National Parks und endet nach ca 56 Meilen am Mono Lake. Eigentlich stand die Route gar nicht auf unserem Reiseplan, da der Pass normalerweise bis Mitte Mai gesperrt ist, aber da die Straße schon frei ist, haben wir kurzfristig beschlossen, den 'kleinen' Umweg über den Mono Lake und anschließend über den Lake Tahoe auf dem Weg nach San Francisco zu machen. Dass der Tioga Pass um diese Zeit sonst oft noch geschlossen ist, können wir uns nach den Schneebergen, die wir noch gesehen haben, gut vorstellen.

Auf unserem beschwerlichen Weg durch die Gipfel des Yosemite haben wir natürlich auch die ein oder andere Pause gemacht. Für die erste Pause haben wir, da Erich nach seinem Vormittagsschläfchen ein bißchen Bewegung brauchte, einfach an der Straße Halt gemacht. War ja klar, dass ein paar hundert Meter weiter ein toller Aussichtspunkt kam, an dem die Pause gleich viel spektakulärer gewesen wäre. Naja, dafür haben wir bei der zweiten Pause an einem kleinen idyllischen Waldsee angehalten, wo wir uns auf einer Decke ein bißchen Sonne gönnten. Die dritte Pause dann haben wir am Tenaya Lake verbracht. Die Temperaturen waren sehr angenehm und die Aussicht wunderbar, doch leider mussten wir im RV essen, da draußen teilweise die Tische und Bänke noch eingeschneit waren und die restlichen von eine Horde Inder belegt waren. Ihr seht, wir erleben hier eine multikulturelle Vielfalt fast wie im Wedding!

Gegen halb vier hatten wir es dann endlich mit übel riechenden Bremsen trotz absoluter Ausreizung der Motorbremse geschafft: das Visitor Center am Mono Lake. Hier hat uns ein sehr netter Ranger ein paar Tips für die Umgebung und für die Weiterfahrt zum Lake Tahoe gegeben. Wir haben uns dann direkt noch die Tufa Gebilde am See angeschaut und Carsten hat sogar mit dem Gedanken gespielt, im See zu baden. Allerdings hat das Wasser momentan eine vom Ranger geschätzte Temperatur von nur etwa 15 °C. Das wäre wohl nicht so das Schlimmste gewesen für den Spaß, mal vom Wasser getragen zu werden, da der See einen Salzgehalt hat, der 2,5 mal so hoch ist wie der des Ozeans. Aber das Wasser hier hat auch einen sehr hohen Alkali-Gehalt der ungefähr 1000 mal (!!!!) so hoch ist wie der des Ozeans. Das Wasser fühlt sich schmierig wie Seifenlauge an und ist im Endeffekt vereinfacht ausgedrückt wohl sowas wie 'ne Mischung aus jede Menge Salz und Backpulver. Das kommt daher, weil der See keinen Abfluss hat, sich also hier alle Mineralien und Salze, die aus dem umliegenden Lavagestein (Obsidiate) gelöst werden, sammeln und dann auch verbleiben, wenn Wasser verdunstet. Die Tufa (schaut mal bei Google oder Wiki nach, sieht toll aus!) haben sich durch Quellen gebildet. Früher war hier alles überschwemmt, da haben Süßwasserquellen aus dem Boden gesprudelt und Mineralien haben sich an der Austrittsstelle angelagert und höhe Türme gebildet. Dann fiel alles allmählich trocken und es blieben die Türme übrig. Ein unwirklicher Ort! Also wirklich nix wo man gerne baden geht. Leider hat sich Carsten das erst überlegt, nachdem wir schon auf einem holprigen und sehr schmalen Schotterweg zum 'Strand' gefahren waren, wobei unser RV von den Sträuchern am Buckelpistenrand neue Ralleystreifen bekommen hat. Ok, ich (Katja) bin schon froh, dass Carsten nicht ins Wasser gegangen ist!! Abgesehen davon wuselten da jede Menge, nennen wir sie mal Forscher, rum mit einer Armada von Kameras und Fotoapparaten. Denen wollte Carsten jetzt nicht unbedingt in Badehose als ignoranter Deutscher durchs Bild latschen. Also haben wir uns auf den Rückweg und die Suche nach einem der empfohlenen Campingplätzen gamacht.

Dank der guten Beschreibung haben wir auch einen tollen Platz gefunden und stehen nun mit einem wunderschönen Blickauf den June Lake; vermutlich der schönste Ausblick aus dem RV auf einem Campingplatz seit wir den RV haben.
Lustigerweise hat Carsten den netten Ranger, diese Mal in Freizeitoutfit, hier auf diesem Campingplatz getroffen. Eigentlich hatte er uns ja einen anderen Campground empfohlen, der ein Stück weiter im Tal liegt. Nachdem wir uns den aber angesehen und dabei herausgefunden hatten, dass die Tallage zu viel Schatten und Kälte morgens und abends führt, haben wir uns doch für diesen hier am See entschieden, wo wir volle Morgensonne abbekommen, und sind wieder zurück gefahren. Sicherlich hat uns der nette Ranger aufgrund seiner Arbeit den Campground im Tal ans Herz gelegt, da dieser vom National Forest betrieben wird für den er arbeitet. Der Platz auf dem wir und er(!) stehen ist privat betrieben.

Wir haben uns hier also einen schönen Platz mit Seeblick ausgesucht und werden morgen früh einchecken, da das "Büro" heute schon geschlossen war. Nach dem Abendessen hat Carsten draußen noch ein Lagerfeuer gemacht, sehr viele Gelegenheiten dazu werden wir wohl nicht mehr haben. Katja hat Erich ins Bett gebracht, das Babyphone angestellt und ist noch etwas mit raus zum Feuer gekommen. Und so saßen wir nach einen schönen Tag mit Schnee nun mit Blick auf den See am Lagerfeuer und um uns herum wurde es immer dunkler und die Sterne immer heller.

Wir freuen uns schon sehr auf unser Frühstück, bei dem uns die Sonne von Osten über den See hinweg anlachen sollte. Morgen soll es dann weiter gen Norden gehen, zum Lake Tahoe. Die Fahrt wird wohl insgesamt nur ca. 2 Stunden dauern, die wir gemütlich fahren wollen.
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