Mammutbäume im Sequoia

Trip Start Apr 01, 2012
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Trip End Jun 01, 2012


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Flag of United States  , California
Wednesday, May 9, 2012

Heute hatten wir's nicht so weit zu fahren, da wir durch die Übernachtung vor der Pinehurst Lodge ja schon vor der "Tür" des Nationalparks waren. Hier grenzen der Kings Canyon National Park und der Sequoia National Park sowie der Sequoia National Forest aneinander, also bitte nicht verwirrt sein, wenn von allen dreien Gebieten ab und zu die Rede ist. Wir wissen selber manchmal nicht so genau, wo wir uns gerade befinden und müssen in der Karte nachsehen.

Wir hatten eine recht ruhige Nacht auf dem Parkplatz und haben auch recht lange geschlafen. Erich entwickelt sich so langsam zum Langschläfer, was wohl kein Wunder ist, wenn er erst gegen 20 Uhr ins Bett geht. Nach dem Frühstück haben wir an der Pinehurst Lodge noch mit einem Gartenschlauch unsere Wasservorräte aufgefüllt, da wir ja wussten, dass wir die nächsten Nächte ohne Full Hook-up auf Campingplätzen verbringen möchten. Da uns in Las Vegas ja auch eine neue Batterie eingebaut wurde, ist das jetzt kein Problem mehr. Wir haben also Wasser aufgefüllt, nach dem Motto "Was man hat, hat man", und sind losgefahren.

Nach ca. 1 Stunde (wir waren froh, dass wir uns die Kurverei durch's Gebirge nicht gestern am späten Nachmittag noch angetan haben!) waren wir dann im Kings Canyon National Park und haben uns auf dem Azalea Campground, dem zu dieser Jahreszeit einzigen offenen Campground an der Parkeinfahrt, einen Stellplatz ausgesucht. Von dort sind wir zu Fuß los, um eine erste kleine Wanderung vor dem Mittagessen zu machen.

Diese Wanderung führte uns zu Sequioa Mammutbäumen (u.a. dem General Grant Tree), die zum Teil ca. 3.000 Jahre (!!!) alt sind - und noch leben! Leider wurde unsere Wanderung zu den Bäumen etwas von einer großen Reisegruppe Franzosen gestört, die überall Fotos und Videos drehen mussten, so dass wir nicht gerade für uns waren, wie sonst so häufig. Bestimmt sind die Videos zum Einschlafen zuhause gedacht, denn wie spannend kann das schon sein, wenn man einen Baum von der Wurzel bis zur Krone und dann wieder runter bis zur Wurzel filmt? Bei den Mammutbäumen bestimmt ein schön langer Film, an Dramaturgie aber bestimmt zu überbieten...

Wir sind dann wieder zurück zum RV und haben erst mal Mittagspause gemacht. Auf dem Rückweg ist Erich eingeschlafen, so dass wir ihn vorsichtig am RV aus der Kraxe genommen haben. Im RV hat er dann noch auf Katja's Schoß weitergeschlafen (sooooo süß!!!) und Carsten hat sich auch auf's Ohr gehauen, so dass wir uns alle ein paar Minuten ausruhen konnten.

Nachmittags ging es gestärkt weiter zu einer zweiten Wanderung, bei der wir einen schönen Blick auf den tiefer gelegenen Lake Sequoia hatten. An der Stelle haben wir dann auch eine Pause gemacht und etwas die Stille des Waldes genossen, immer auf der Hut vor den Schwarzbären, vor denen man hier überall gewarnt wird. Uns ist aber keiner begegnet, trotz Erich's (oder wegen?) Gequake unterwegs.

A propos Schwarzbären: Für die Muttis und Omas sei gesagt, dass die eigentlich nicht für Menschen gefährlich sind, zumindest nicht so gefährlich wie Grizzlies, die es hier aber nicht gibt. Das Problem ist nur, dass die Bären sehr gut riechen können und halt nach ihrem Winterschlaf recht hungrig sind. Also soll alles in extra dafür bereit gestellte Container weggeschlossen werden, weil die Bären auch schon in Autos eingebrochen sind. Und da fängt das Problem bei uns an, denn weggeräumt werden soll nicht nur essen, sondern ALLES was irgendwie riecht, also auch Parfüm, Zahnpasta, Sonnencreme, Duschgel, Bodylotion, Feuchttücher, sogar Babysitze (durften wohl nach Pooh) usw. Also hätten wir unseren gesamten RV ausräumen müssen und alles in eine Box quetschen, die an unserem Campingplatz (jeder Stellplatz hat seine eigene) steht, aber schon ziemlich von Spinnen belagert war. Nun, da uns eine Rangerine sagte, in RVs seien bisher noch keine Bären eingebrochen, haben wir's sein lassen und unser Zeug im RV gelassen. Hätte eh nicht alles in die Box gepasst, und wer will sich schon anmaßen, die Entscheidung zu treffen, ob nun die Zahnpasta oder doch nur die Bodylotion dem Bären zum Opfer fallen soll? Welches Leben ist mehr wert: das der Feuchttücher oder das des Babysitzes? Keine leichte Entscheidung.... Wenn schon, dann soll der Bär auch die volle Auswahl haben!

Wir waren also wieder unterwegs auf einer Wanderung. Dabei haben wir ein nettes Päarchen aus San Clemente (an der Küste zwischen Los Angeles und San Diego) getroffen - Dennis und Susan. Mit den beiden, die strammen Schrittes mit Walking-Stöcken unterwegs waren, haben wir uns an einer Wegkreuzung nett unterhalten, nachdem wir wegen Problemen beim Lesen der Wanderkarte ins Gespräch kamen. Nach ein paar Tips - unter anderem, dass wir, wenn wir noch in den Yosemite National Park wollen, dort unbedingt einen Campingplatz reservieren müssten - haben sich unsere Wege wieder getrennt und wir haben unsere Nachmittagsrunde fortgesetzt. Dabei haben wir noch ein paar tolle Vögel gehört, von denen wir natürlich nicht wissen, welche es waren, und Tierspuren gesehen, die von Maultierhirschen stammen müssten. Außerdem hat eine kleine, ca. 40 cm lange Schlange unseren Weg gekreuzt, die an beiden Seiten coole gelbe Ralleystreifen hatte - auch hier haben wir mal wieder keine Ahnung, mit wem wir die Ehre hatten. Von Schwarzbären, die wir sicher als solche identifiziert hätten, aber keine Spur...

Kurz vor Erich's Abendessen waren wir dann wieder zurück am RV und Carsten hat ein Feuer gemacht. Erich und Carsten hatten ja vorgestern früh noch etwas Feuerholz gesammelt, das jetzt vorzüglich brannte. Gedacht war das Feuer, um unser Hachsteak zu grillen, dass wir noch im Kühlschrank hatten. Also haben wir gewartet, bis das Feuer nicht mehr brannte, sondern nur noch Holzkohle glühte, und haben das Steak auf dem Grillrost schön gegrillt. Yammie!

Carsten hat dann nach dem Essen noch etwas am wieder entfachten Feuer gesessen und riesige Tannenzapfen nachgelegt, die schön trocken und leicht harzig waren und daher wie Zunder brannten. So hatte er noch seinen Männerabend mit Feuer, Campingstuhl und Dosenbier, während Erich drinnen schon schlief und Katja Tagebuch schrieb.

Katja hat auch die Zeit genutzt, um einen groben Zeitplan für die noch vebleibenden Tage aufzustellen. Alles hat ein Ende, auch unsere Reise, und so müssen wir so langsam etwas konkreter planen, wann wir wo sein wollen, damit wir am Ende, wenn wir den RV zurück geben müssen, nicht in Zeitnot geraten.

In den nächsten Tagen wollen wir noch in den Yosemite National Park fahren, und dafür müssen wir uns jetzt (wahrscheinlich ist es schon zu spät) um eine Reservierung auf dem dortigen Campingplatz kümmern. Darum werden wir uns morgen früh als erstes kümmern. Bis dahin, gute Nacht!
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