Ein schöner Wandertag im Zion National Park

Trip Start Apr 01, 2012
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Trip End Jun 01, 2012


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Flag of United States  , Utah
Tuesday, May 1, 2012

Heute früh mussten wir es etwas langsamer angehen lassen, denn wir hatten keinen Stom. Da deshalb auch der Kühlschrank nicht mehr lief, mussten wir ca. eine halbe Stunde lang den Motor laufen lassen, um unsere Batterie wieder aufzuladen. Das haben wir genutzt, um den RV auf einen anderen, etwas ebeneren Stellplatz umzuparken, an der Einfahrt des Campingplatzes Frischwasser zu tanken und auch unser Schmutzwasser abzulassen. Während Carsten den technischen Part übernommen hat, ist Katja etwas mit Erich spazieren gegangen.

Vor dem Frühstück hatten wir noch versucht, einen Platz auf dem Watchman Campground nebenan zu bekommen, leider ohne Erfolg. Der Vorteil dieses Campingplatzes ist, dass es dort Strom gibt. Insofern hätten wir etwas unbeschwerter mit unserer Energie umgehen können. Als Carsten vor dem Frühstück im Internet nachgeschaut hat, war noch ein einziger Stellplatz frei, nämlich der für Behinderte, der nicht reserviert werden kann. Wir haben aber erst gefrühstückt und dann ist Carsten kurz mit Erich rüber gegangen, um den Stellplatz zu ergattern - leider zu spät, denn 10 Minuten früher wurde er an jemand anderen vergeben. Hätten wir das doch bloß vor dem Frühstück erledigt - der frühe Vogel fängt den Wurm!

Naja, wir sind dann mit etwas schwach geladener Batterie aber vollem Frischwassertank losgegangen zum Visitor Center, um dort den Shuttle Bus in den Canyon zu nehmen. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit haben wir beschlossen, die Wanderung, die für den Vormittag geplant war, auf den Nachmittag zu verlegen, da sie sonst über Mittag angedauert hätte und wir eigentlich mittags mal in der Zion Lodge einkehren wollten um mal wieder richtig zu essen. Wir haben also nur eine kleine Wanderung zum Weeping Rock gemacht, wo Wasser in großer Höhe aus dem Sandstein fließt, da es nach unten durch massivere Gesteinsschichten nicht mehr weiter kann. Das führt dazu, dass es aus einem Felsüberhang permanent regnet und sich darunter ein tolles Biotop gebildet hat. Und jetzt kommt der Hammer: Hier werden regelmäßig Wasserproben gezogen und auf ihre Bestandteile untersucht. In der Nähe, in Nevada, haben in den 50iger Jahren Atomtests stattgefunden, auch mit Auswirkung auf den Zion National Park, was die Radioaktivität betrifft. Trotzdem kommt aus bestimmten Quellen noch immer Wasser, das nicht radioaktiv belastet ist. Das heißt, dass das Wasser mehr als 60 Jahre gebraucht hat, um langsam durch den Sandstein zu sickern, bevor es vor unseren Füßen wieder ans Tageslicht tritt. Ist das nicht beeindruckend?

Von dort sind wir dann zur Zion Lodge gewandert, so dass wir "pünktlich" zum Mittagessen dort waren. In einem gemütlichen Schattenplatz konnten wir dann genüsslich unsere Burger verspeisen und ein Bier trinken - Erich schlief noch eine Weile im abgestellten Rucksack weiter. An unserem Tisch saß noch ein nettes Päarchen aus Los Angeles mit denen wir uns gut unterhalten konnten und die - leider selber kinderlos - von unserer Tour ganz angetan waren. Sie selber sind auch viel gereist, auch nach Europa, und waren sehr an unseren Erfahrungen, die wir bisher in den USA gemacht haben, interessiert. Als wir mit dem Essen fertig waren, sind wir mit dem inzwischen aufgewachten Sohnemann auf eine große Wiese gegangen, wo auch andere Kinder gespielt haben. Erich war davon ganz begeistert und ist, nur mit Papa's Zeigefingern in jedem kleinen Fäustchen, über den Rasen gewatschelt und hat dabei vergnügt gequietscht. Wir glauben, dass er echt mehr in Kontakt mit anderen Kindern kommen muss - da scheint er echt Entzugserscheinungen zu haben, nach all den Kontakten, die er in Berlin hatte!

Wir sind dann nach der ausgedehnten Mittagspause und der Stärkung zu drei Pools gewandert, die sich die Natur selbst geschaffen hat. Es ging dabei immer höher, dafür war der höchste Pool auch der spektakulärste. In den Pools (Upper, Middle und Lower Emerald Pool) sammelt sich Wasser, das aus dem Fels kommt, und bietet Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Gestern haben wir unterwegs zum Beispiel wilde Maultierhirsche auf unserer Wanderung gesehen und auch einen wilden Truthahn. Ganz zu schweigen von den vielen Eidechsen, bunten Vögeln und seltenen Pflanzen. Am oberen Pool haben wir dann auch wieder eine längere Pause gemacht, da hier viel Sand lag und Erich darin einen Mordsspaß hatte. Als dann auch noch ein anderes Päarchen mit einem 9-monatigen Sohn (Thomas) kam, hatte Erich für kurze Zeit einen tollen Krabbelgefährten im Sand. Nur als Erich anfing, Sand zu essen (die Erfahrung hat Emilia ja schon gemacht), war der Spaß kurzzeitig vorbei. Knirscht halt nicht nur zwischen den Fingern und den Zehen, sondern auch im Mund!

Auf dem Rückweg sind wir nach dem Abstieg ein Stück am Fluss entlang zu einer anderen Haltestelle des Shuttles gelaufen, war uns noch einmal einen tollen Blick auf das Canyontal gegeben hat. Wie gestern beschrieben ist dieser Canyon noch einmal ganz anders als die bisherigen. Hat sich auf jeden Fall gelohnt, hier her zu kommen.

Heute Abend waren wir dann in der Nähe des Visitor Centers noch ein Rieseneis essen. Wir hatten eigentlich nur zwei Kugeln bestellen wollen - jeweils! - die für Carsten sind dann aber sooooo riesig geworden, dass wir uns damit zufrieden gegeben haben (O'Ton des Eisverkäufers: "You are in America!"). Auch Erich durfte ein wenig naschen, gierig wie er nach allem ist, was wir essen, egal wie satt er ist. Zurück am RV hat Erich dann sein reguläres Abendessen bekommen und Carsten ist danach noch mit ihm im Kinderwagen am Fluss entlang spazieren gegangen. Nach etwas Rumgealbere ist Erich dann auch recht unkompliziert eingeschlafen. Carsten ist dann zurück zum RV, wir haben den Kinderwagen mit Mückennetz draußen stehen lassen und wollten uns etwas entspannen. Es hat aber nicht lange gedauert, da ist Erich wieder aufgewacht. Für ihn war es offensichtlich nur ein kleines Nickerchen, noch nicht die von uns ersehnte Nachtruhe. Er hat also wieder einmal an unserem Abendessen teilgenommen und hat danach das übliche Theater abgezogen, diesmal jedoch zu Glück nicht besonders lange, denn Katja hat sich direkt nach dem Abendessen mit ihm auf's Sofa gesetzt, wo er dann auch recht zügig wieder eingeschlafen ist. Ob er wieder aufwacht, wenn wir ins Bett gehen?

Insgesamt hatten wir einen recht schönen, ruhigeren aber dennoch erlebnisreichten Tag mit kulinarischen Hochgenüssen - Burger am Mittag, Eis am Nachmittag und Bohnensuppe am Abend. Morgen wollen wir weiter fahren Richtung Las Vegas, aber noch im Valley of Fire (http://parks.nv.gov/parks/valley-of-fire-state-park/) Halt machen. Wahrscheinlich werden wir dort auch noch eine Nacht bleiben, könnte also wieder etwas schwierig mit Handy- und Internetverbindung werden. Aber dann steht Las Vegas an, der totale Kontrast zu den letzten Tagen und Wochen. Von der Natur voll rein in eine künstliche Welt! Wir sind gespannt...
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