Nightflight to Easter Island
Trip Start
Sep 03, 2006
1
16
21
Trip End
Oct 29, 2006
Heute heisst's früh ins Bett, weil der Flug früh geht ;-)
Nachdem wir gelandet sind, hiess es als erstes auf spanisch und englisch, wir sollen bitte alle noch sitzenbleiben, bis die Hygienemassnahmen abgeschlossen seien. Die ersten, die in den Gaengen standen und sich wunderten, warum die Tueren nicht aufgingen, waren ... naaaa? Genau - unsere lieben Freunde aus Amerika. Dachte, dort spricht man englisch, aber ich hab mich wohl geirrt. Auf einmal hoerte man Spraydosen und hustende Passagiere. Das Geraeusch kam naeher und als die Stewardessen hinter dem Vorhang der Business Class hervortraten, konnte ich mir ein breites Grinsen nicht verkneifen. Das mussten dann wohl die Hygienemassnahmen sein. Die stehenden Passagiere wurden ziemlich forsch aufgefordert, bitte wieder Platz zu nehmen. Es wurde dann 3x auf- und abgeschritten und ausser dem Typen neben mir (der tief und fest schlief) haben sich alle uebrigen mindestens die halbe Lunge aus dem Leib gehustet. Der Pilot meldete etwa 10 Minuten spaeter, dass die Formalitaeten nun geklaert seien und wir aussteigen duerften. Nun gut. Wer sich gedacht hat, dass man auf einer Insel, auf der zwei Mal pro Tag ein Flugzeug landet, vermutlich in 10 Minuten das Gepaeck in die Hand nehmen und aus dem Gebaeude marschieren kann, denkt zwar wie ich, liegt aber komplett daneben. Von der Landung bis zum ersten Schritt aus dem Flughafen hat es sage und schreibe anderthalb Stunden gedauert! Wie das geht? Ganz einfach.
Aussteigen und sich in eine Schlange stellen. Vor dem Gebaeude. Warten. Sich mit dem Gedanken anfreunden, dass hier die Uhren anders ticken. Warten. Zusehen, wie die Koffer von einem Wagen auf das Rollband geworfen werden. Erleichert sein, dass Laptop und Kamera im Handgepaeck sind. Warten. Sich langsam ueberlegen, die Sonnencreme aus dem Handgepaeck auszugraben. Warten. Aaaah, eine Person scheint durch die Passkontrolle gekommen zu sein, wir ruecken einen Schritt vor. Warten. Den ersten Moskitostich massieren, nicht kratzen. Warten. Anfangen zu kratzen. Warten. Ob der Zoellner eingepennt oder gestorben ist? Warten. Zwei Schritte vorruecken, weil ein Ehepaar gemeinsam zum Zoellner getrippelt ist. Warten. Sich fragen, warum Paare immer zu zweit an solche Schalter wie Passkontrolle, Checkin etc. gehen, obwohl die Bestimmungen (Anzahl Gepaeck, Gewicht, Visa...) ja immer pro Person gelten. Warten. Wahrnehmen, dass zwei Zollbeamte in ihren Haueschen sitzen. Den Gedanken nochmals aufnehmen, dass die Uhren hier anders ticken. Warten. Ob die im Internet surfen und gar keine Paesse kontrollieren? Warten. Vielleicht uebersetzen sie ja den ganzen Pass ins Spanische. Warten. Die Personen vor mir zaehlen und feststellen, dass es mal 20 waren und noch immer 6 sind, die vor mir dran sind. Warten. Auf die Uhr gucken und feststellen, dass man schon 45 Minuten in der prallen Sonne steht. Warten. Sich Gedanken ueber die komplett zerzauste Frisur machen, weil staendig ein leichter Wind weht. Warten. An den Schalter vorruecken und die Zollbeamtin anlaecheln. Formular? Nein, ich hab kein Formular. Nein, sie haben im Flugzeug keine Einreiseformulare verteilt. Ja, ich hab einen Stift, danke. Zuruecktreten. Formular mit Name, Passportnummer und naechstem Reiseziel ausfuellen. Sich einfach vor alle anderen stellen, die warten. Warten. Sich der Blicke bewusst sein, die einem in den Ruecken stechen. Ignorieren und warten. Den Zettel abgeben und zum Gepaeckband marschieren. Koffer und Rucksack suchen, die alle irgendwo rumstehen. Formular? Nein, ich hab kein Formular. Ach so, eine Einfuhr-Deklaration. Nein, ich hab sowas nicht. Danke, ich hab einen Stift. Unterschreiben, dass man nichts einfuehrt, was verboten ist. Gepaeck roentgen lassen. Sich an die Information wenden und mit Hand und Fuss, italienisch und englisch um eine Karte bitten. Herausfinden, dass jemand vom Hostel hier ist, das man im Internet gesehen hat (und das einzige auf der Insel ist). Auf spanisch Fragen, ob sie ein freies Zimmer haben. Die Frage auf englisch wiederholen. Seine Antwort auf englisch nicht verstehen und ihm erklaeren, dass man spanisch versteht, aber nicht spricht. Den Fehler einsehen, aber nichts mehr daran aendern koennen, dass man auf spanisch bombardiert wird. Feststellen, dass man 90% versteht. Zum Bus begleitet werden, der einem ins Hostel faehrt. Warten. Es stehen ja noch 200 andere in der Zollschlange und jemand koennte auch ins Hostel wollen. Warten. Sich ueberlegen, ob man aussteigen soll, weils draussen windet und kuehler ist als im Bus. Warten. Den spanischen Flyer lesen, auf dem alle Sehenswuerdigkeiten der Osterinseln erwaehnt sind. Warten. Den Flyer umdrehen und feststellen, dass die Rueckseite in englisch ist. Warten. Gonzalo kommt zurueck, ich bin der einzige Gast. Er faehrt mich durch Rapa Nui und erzaehlt - in spanisch -, wo man gut isst, wo man billig einkauft, wann welcher Laden geoeffnet hat, wo man Geld wechseln kann. Die Tour dauert 15 Minuten und ich frage mich, ob mein Gedaechntis all die Informationen gespeichert hat und mein Orientierungssinn mir hilft, die Orte auch wiederzufinden. Hab ich schon erwaehnt, dass das Hostel nur eine Strasse vom Flughafen entfernt ist?
Da ich waehlen konnte, ob ich in ein Zweier- oder Dreierzimmer wollte (der Unterschied betraegt 2 Dollar), hab ich mich fuer das Zweierzimmer entschieden. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine andere alleinreisende Frau auftaucht, ist viel geringer als dass zwei Frauen oder ein Paar einchecken. Clever, oder? So hatte ich mal wieder ein Plaetzchen fuer mich alleine. Nicht, dass es ruhiger war als in einem Dorm, aber ein bissie Privatsphaere ist schon cool. A propos Ruhe... Die scheinen diese Woche eine Art Musikfestival zu haben und jeden Abend um 20 Uhr geht das Getrommel los. Dauert nur bis etwa 3 Uhr morgens, dann scheinen sie keine Lust mehr zu haben, weiterzuspielen. Kommt noch hinzu, dass Vollmond ist und alle Hunde ihre helle Freude haben, rumzubellen. Gelobt sei der Erfinder der Ohrstoepsel. Anderseits... hab dann am ersten Tag so gut gepennt, dass ich erst um 11 Uhr aufgewacht bin und drum das Fruehstueck verpasst hab (jedenfalls hat irgendwer meinen Toast und das Omelett gefressen). In diesem Hostel gibt's offiziell keine Tiere - bis auf den Hund von Gonzalo und den Hund der Familie, die hier im Hostel wohnt. Inoffiziell leben hier aber 2 Katzen und der Hund der Familie hat eine Herrenlose Huendin geschwaengert, die hier ihre 7 Jungen zur Welt gebracht hat. Leider ist eins der Kleinen gestorben und eins wurde gestern vom Anhaenger erdrueckt, hinter dem sie immer liegen. Gonzalo hat jetzt den Anhaenger verschoben, damit nichts mehr passieren kann. Das Problem ist aber, dass die Hundedame nicht gefuettert wird - sie gehoert ja niemandem. Sie ist sooooooooooooo duenn und ein solcher Schatz, dass ich sie am liebsten mitsamt ihren Kleinen in den Rucksack stopfen wuerde. Sie bettelt nicht um Essen, sie setzt sich einfach neben dich, legt den Kopf auf deinen Oberschenkel und will gestreichelt werden. Und wenn du aus dem Hostel gehst, dann will sie dir die Jungen zeigen. Stolze Mama, stolzer Papa. Denn der teilt sein Essen mit seinem Frauchen und bei ihm scheinen auch schon die ersten Rippen durchs Fell. Klar, dass ich in den Hypermercato spaziert bin und Fleisch mit Knochen gekauft habe. Erstens tut sie mir leid und zweitens kostet ein Kilo Frischfleisch hier grade mal 6 Dollar oder so. Hab dann noch Pasta und Gemuese druntergemischt, damits laenger anhaelt und sie wieder etwas Fett auf die Knochen bekommt. Bin nur 4 Tage hier, aber 4 Tage sind besser als gar nichts. Natuerlich hab ich sie nicht im Zimmer oder auf der Veranda gefuettert, sondern bin zu diesem Schuppen runter, wenns etwas dunkler war und niemand mehr draussen sass. Wenn ich also mit meinem Green Bag in diese Richtung marschiert bin, hab ich sozusagen Begleitschutz gehabt. Nicht, dass ich am Ende einen anderen Hund fuettern wuerde. Dem Papa hab ich auch immer zwei Stueckchen gegeben, mehr nicht. Am dritten Tag scheint er das etwas empfunden zu haben, weil er anfing zu winseln. Stimmt, er teilt sein Essen, hat also genauso wenig wie sie. Mein Fehler. Wird am letzten Abend korrigiert. Ja, sie hat mich natuerlich des oeftern begleitet, einmal sogar an den Strand, um mir etwas Gesellschaft zu leisten.
Wenn man hier ein Auto mietet, dann besser eins mit 4WD, denn bis auf die Strassen hier in Rapa Nui und die Strasse zum offiziellen Strandbad der Insel (20 Minuten) gibts keine geteerten Wege. Nur so zum Vergleich: Fuer die gleiche Distanz vom Strand nach Rapa Nui, aber entlang der Kueste, hab ich fast 4 Stunden gebraucht *hihi*. Mit 30 km/h dauerts halt etwas laenger. Auf der Karte waren ueberall diese Figuren eingezeichnet, nur ... gefunden hab ich sie in den meisten Faellen nicht. Sie waren vor langer Zeit umgefallen (die hab ich dann meistens doch noch gefunden), von der Klippe gestuerzt oder sonstwie zerstoert worden. Irgendwann hat man dann auch genuegend Bilder von diesen Figuren geschossen und schaut sie sich nur noch an. Die Insel besteht aus zig Buchten und auch da muss man irgendwann aufhoeren, zu fotografieren ;-) Am offiziellen Strand wurde ich fast von einer Kokosnuss erschlagen. Die Picknick-Tische stehen direkt unter den Palmen und technisch gesehen ist das etwas ungeschickt. Hab mir nur mal kurz ueberlegt, ob meine Beule in etwa gleich gross wie die Kokosnuss gewesen waere bzw. wer den haerteren Schaedel hat und den Zusammenstoss unbeschadet uebersteht. Wenn man dann auch noch grade einen Schundroman von Sydney Sheldon liest, in dem ein Knabe gestorben ist, weil er sich den Schaedel am Pier gestossen hat und die Beule eben nicht nur aeusserlich sondern auch innerlich entstanden ist und das Hirn geschaedigt hat... Das alte was-waere-wenn-Spiel.
Eine gute Sache waere hier eine Abwandlung der Robydog-Kaesten. Hier waeren Robyhorse-Kaesten vonnoeten - natuerlich mit entsprechend den Haeufchen angepassten Saeckchen. Unglaublich, wie viele Pferdeaepfel auf den Gehwegen liegen. Hundehaufen hab ich keine gesehen. Nur Aepfelchen. Hm... ich erinnere mich nicht, wahnsinnig viele Kuehe gesehen zu haben. Keine einzige Ziege, kein Schaf. Nur Pferde und Hunde. Ob sie das Fleisch importieren? Nein, ich moechte den Gedanken nicht weiterspinnen.
Nachdem wir gelandet sind, hiess es als erstes auf spanisch und englisch, wir sollen bitte alle noch sitzenbleiben, bis die Hygienemassnahmen abgeschlossen seien. Die ersten, die in den Gaengen standen und sich wunderten, warum die Tueren nicht aufgingen, waren ... naaaa? Genau - unsere lieben Freunde aus Amerika. Dachte, dort spricht man englisch, aber ich hab mich wohl geirrt. Auf einmal hoerte man Spraydosen und hustende Passagiere. Das Geraeusch kam naeher und als die Stewardessen hinter dem Vorhang der Business Class hervortraten, konnte ich mir ein breites Grinsen nicht verkneifen. Das mussten dann wohl die Hygienemassnahmen sein. Die stehenden Passagiere wurden ziemlich forsch aufgefordert, bitte wieder Platz zu nehmen. Es wurde dann 3x auf- und abgeschritten und ausser dem Typen neben mir (der tief und fest schlief) haben sich alle uebrigen mindestens die halbe Lunge aus dem Leib gehustet. Der Pilot meldete etwa 10 Minuten spaeter, dass die Formalitaeten nun geklaert seien und wir aussteigen duerften. Nun gut. Wer sich gedacht hat, dass man auf einer Insel, auf der zwei Mal pro Tag ein Flugzeug landet, vermutlich in 10 Minuten das Gepaeck in die Hand nehmen und aus dem Gebaeude marschieren kann, denkt zwar wie ich, liegt aber komplett daneben. Von der Landung bis zum ersten Schritt aus dem Flughafen hat es sage und schreibe anderthalb Stunden gedauert! Wie das geht? Ganz einfach.
Aussteigen und sich in eine Schlange stellen. Vor dem Gebaeude. Warten. Sich mit dem Gedanken anfreunden, dass hier die Uhren anders ticken. Warten. Zusehen, wie die Koffer von einem Wagen auf das Rollband geworfen werden. Erleichert sein, dass Laptop und Kamera im Handgepaeck sind. Warten. Sich langsam ueberlegen, die Sonnencreme aus dem Handgepaeck auszugraben. Warten. Aaaah, eine Person scheint durch die Passkontrolle gekommen zu sein, wir ruecken einen Schritt vor. Warten. Den ersten Moskitostich massieren, nicht kratzen. Warten. Anfangen zu kratzen. Warten. Ob der Zoellner eingepennt oder gestorben ist? Warten. Zwei Schritte vorruecken, weil ein Ehepaar gemeinsam zum Zoellner getrippelt ist. Warten. Sich fragen, warum Paare immer zu zweit an solche Schalter wie Passkontrolle, Checkin etc. gehen, obwohl die Bestimmungen (Anzahl Gepaeck, Gewicht, Visa...) ja immer pro Person gelten. Warten. Wahrnehmen, dass zwei Zollbeamte in ihren Haueschen sitzen. Den Gedanken nochmals aufnehmen, dass die Uhren hier anders ticken. Warten. Ob die im Internet surfen und gar keine Paesse kontrollieren? Warten. Vielleicht uebersetzen sie ja den ganzen Pass ins Spanische. Warten. Die Personen vor mir zaehlen und feststellen, dass es mal 20 waren und noch immer 6 sind, die vor mir dran sind. Warten. Auf die Uhr gucken und feststellen, dass man schon 45 Minuten in der prallen Sonne steht. Warten. Sich Gedanken ueber die komplett zerzauste Frisur machen, weil staendig ein leichter Wind weht. Warten. An den Schalter vorruecken und die Zollbeamtin anlaecheln. Formular? Nein, ich hab kein Formular. Nein, sie haben im Flugzeug keine Einreiseformulare verteilt. Ja, ich hab einen Stift, danke. Zuruecktreten. Formular mit Name, Passportnummer und naechstem Reiseziel ausfuellen. Sich einfach vor alle anderen stellen, die warten. Warten. Sich der Blicke bewusst sein, die einem in den Ruecken stechen. Ignorieren und warten. Den Zettel abgeben und zum Gepaeckband marschieren. Koffer und Rucksack suchen, die alle irgendwo rumstehen. Formular? Nein, ich hab kein Formular. Ach so, eine Einfuhr-Deklaration. Nein, ich hab sowas nicht. Danke, ich hab einen Stift. Unterschreiben, dass man nichts einfuehrt, was verboten ist. Gepaeck roentgen lassen. Sich an die Information wenden und mit Hand und Fuss, italienisch und englisch um eine Karte bitten. Herausfinden, dass jemand vom Hostel hier ist, das man im Internet gesehen hat (und das einzige auf der Insel ist). Auf spanisch Fragen, ob sie ein freies Zimmer haben. Die Frage auf englisch wiederholen. Seine Antwort auf englisch nicht verstehen und ihm erklaeren, dass man spanisch versteht, aber nicht spricht. Den Fehler einsehen, aber nichts mehr daran aendern koennen, dass man auf spanisch bombardiert wird. Feststellen, dass man 90% versteht. Zum Bus begleitet werden, der einem ins Hostel faehrt. Warten. Es stehen ja noch 200 andere in der Zollschlange und jemand koennte auch ins Hostel wollen. Warten. Sich ueberlegen, ob man aussteigen soll, weils draussen windet und kuehler ist als im Bus. Warten. Den spanischen Flyer lesen, auf dem alle Sehenswuerdigkeiten der Osterinseln erwaehnt sind. Warten. Den Flyer umdrehen und feststellen, dass die Rueckseite in englisch ist. Warten. Gonzalo kommt zurueck, ich bin der einzige Gast. Er faehrt mich durch Rapa Nui und erzaehlt - in spanisch -, wo man gut isst, wo man billig einkauft, wann welcher Laden geoeffnet hat, wo man Geld wechseln kann. Die Tour dauert 15 Minuten und ich frage mich, ob mein Gedaechntis all die Informationen gespeichert hat und mein Orientierungssinn mir hilft, die Orte auch wiederzufinden. Hab ich schon erwaehnt, dass das Hostel nur eine Strasse vom Flughafen entfernt ist?
Da ich waehlen konnte, ob ich in ein Zweier- oder Dreierzimmer wollte (der Unterschied betraegt 2 Dollar), hab ich mich fuer das Zweierzimmer entschieden. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine andere alleinreisende Frau auftaucht, ist viel geringer als dass zwei Frauen oder ein Paar einchecken. Clever, oder? So hatte ich mal wieder ein Plaetzchen fuer mich alleine. Nicht, dass es ruhiger war als in einem Dorm, aber ein bissie Privatsphaere ist schon cool. A propos Ruhe... Die scheinen diese Woche eine Art Musikfestival zu haben und jeden Abend um 20 Uhr geht das Getrommel los. Dauert nur bis etwa 3 Uhr morgens, dann scheinen sie keine Lust mehr zu haben, weiterzuspielen. Kommt noch hinzu, dass Vollmond ist und alle Hunde ihre helle Freude haben, rumzubellen. Gelobt sei der Erfinder der Ohrstoepsel. Anderseits... hab dann am ersten Tag so gut gepennt, dass ich erst um 11 Uhr aufgewacht bin und drum das Fruehstueck verpasst hab (jedenfalls hat irgendwer meinen Toast und das Omelett gefressen). In diesem Hostel gibt's offiziell keine Tiere - bis auf den Hund von Gonzalo und den Hund der Familie, die hier im Hostel wohnt. Inoffiziell leben hier aber 2 Katzen und der Hund der Familie hat eine Herrenlose Huendin geschwaengert, die hier ihre 7 Jungen zur Welt gebracht hat. Leider ist eins der Kleinen gestorben und eins wurde gestern vom Anhaenger erdrueckt, hinter dem sie immer liegen. Gonzalo hat jetzt den Anhaenger verschoben, damit nichts mehr passieren kann. Das Problem ist aber, dass die Hundedame nicht gefuettert wird - sie gehoert ja niemandem. Sie ist sooooooooooooo duenn und ein solcher Schatz, dass ich sie am liebsten mitsamt ihren Kleinen in den Rucksack stopfen wuerde. Sie bettelt nicht um Essen, sie setzt sich einfach neben dich, legt den Kopf auf deinen Oberschenkel und will gestreichelt werden. Und wenn du aus dem Hostel gehst, dann will sie dir die Jungen zeigen. Stolze Mama, stolzer Papa. Denn der teilt sein Essen mit seinem Frauchen und bei ihm scheinen auch schon die ersten Rippen durchs Fell. Klar, dass ich in den Hypermercato spaziert bin und Fleisch mit Knochen gekauft habe. Erstens tut sie mir leid und zweitens kostet ein Kilo Frischfleisch hier grade mal 6 Dollar oder so. Hab dann noch Pasta und Gemuese druntergemischt, damits laenger anhaelt und sie wieder etwas Fett auf die Knochen bekommt. Bin nur 4 Tage hier, aber 4 Tage sind besser als gar nichts. Natuerlich hab ich sie nicht im Zimmer oder auf der Veranda gefuettert, sondern bin zu diesem Schuppen runter, wenns etwas dunkler war und niemand mehr draussen sass. Wenn ich also mit meinem Green Bag in diese Richtung marschiert bin, hab ich sozusagen Begleitschutz gehabt. Nicht, dass ich am Ende einen anderen Hund fuettern wuerde. Dem Papa hab ich auch immer zwei Stueckchen gegeben, mehr nicht. Am dritten Tag scheint er das etwas empfunden zu haben, weil er anfing zu winseln. Stimmt, er teilt sein Essen, hat also genauso wenig wie sie. Mein Fehler. Wird am letzten Abend korrigiert. Ja, sie hat mich natuerlich des oeftern begleitet, einmal sogar an den Strand, um mir etwas Gesellschaft zu leisten.
Wenn man hier ein Auto mietet, dann besser eins mit 4WD, denn bis auf die Strassen hier in Rapa Nui und die Strasse zum offiziellen Strandbad der Insel (20 Minuten) gibts keine geteerten Wege. Nur so zum Vergleich: Fuer die gleiche Distanz vom Strand nach Rapa Nui, aber entlang der Kueste, hab ich fast 4 Stunden gebraucht *hihi*. Mit 30 km/h dauerts halt etwas laenger. Auf der Karte waren ueberall diese Figuren eingezeichnet, nur ... gefunden hab ich sie in den meisten Faellen nicht. Sie waren vor langer Zeit umgefallen (die hab ich dann meistens doch noch gefunden), von der Klippe gestuerzt oder sonstwie zerstoert worden. Irgendwann hat man dann auch genuegend Bilder von diesen Figuren geschossen und schaut sie sich nur noch an. Die Insel besteht aus zig Buchten und auch da muss man irgendwann aufhoeren, zu fotografieren ;-) Am offiziellen Strand wurde ich fast von einer Kokosnuss erschlagen. Die Picknick-Tische stehen direkt unter den Palmen und technisch gesehen ist das etwas ungeschickt. Hab mir nur mal kurz ueberlegt, ob meine Beule in etwa gleich gross wie die Kokosnuss gewesen waere bzw. wer den haerteren Schaedel hat und den Zusammenstoss unbeschadet uebersteht. Wenn man dann auch noch grade einen Schundroman von Sydney Sheldon liest, in dem ein Knabe gestorben ist, weil er sich den Schaedel am Pier gestossen hat und die Beule eben nicht nur aeusserlich sondern auch innerlich entstanden ist und das Hirn geschaedigt hat... Das alte was-waere-wenn-Spiel.
Eine gute Sache waere hier eine Abwandlung der Robydog-Kaesten. Hier waeren Robyhorse-Kaesten vonnoeten - natuerlich mit entsprechend den Haeufchen angepassten Saeckchen. Unglaublich, wie viele Pferdeaepfel auf den Gehwegen liegen. Hundehaufen hab ich keine gesehen. Nur Aepfelchen. Hm... ich erinnere mich nicht, wahnsinnig viele Kuehe gesehen zu haben. Keine einzige Ziege, kein Schaf. Nur Pferde und Hunde. Ob sie das Fleisch importieren? Nein, ich moechte den Gedanken nicht weiterspinnen.

