Canmore - Smithers

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Wednesday, May 8, 2013

Canmore – Icefields Parkway (Mosquito Creek, Rampart Creek, Mount Kerkeslin) – Jasper – Tête Jaune Cache – Prince George – Vanderhoof – Burns Lake – Houston – Smithers

Nun heißt es also endgültig Abschied nehmen. Selbst an meinem letzten Morgen in Canmore scheint es noch unendlich viele Kleinigkeiten zu tun zu geben und ich komme später als ursprünglich geplant los. Barb und Peter haben mich zu einem allerletzten Frühstück eingeladen und gut gestärkt kann es dann eigentlich losgehen. Doch Halt – wo ist denn nun meine Sonnenbrille? Nirgends ist sie aufzufinden und dann fällt mir plötzlich ein, dass ich sie kurz bevor ich meine Unterkunft verlassen habe, draußen auf dem Stapel von Feuerholz abgelegt habe. Barb ist so lieb und fährt mich mit dem Auto noch einmal schnell zurück und ich habe Glück, dass meine Sonnenbrille tatsächlich noch an ihrem Platz liegt. Eine letzte Umarmung, ein letztes Mal winke ich meinen beiden Freunden zu und mache mich auf den Weg in Richtung Norden.

Auf dem „Legacy Trail", einem hervorragenden Radweg entlang des Highways, geht es nach „Banff“. Diese Strecke kenne ich ja schon von meiner Hinfahrt im Oktober letzten Jahres. Kurz darauf biege ich auf den alten Highway (Highway 1A) ein und steuere „Lake Louise“ entgegen. Es ist ein wunderschöner Tag. Der Himmel könnte in keinem anderen Blauton heller erstrahlen und die Sonne wärmt die noch kühlen Morgentemperaturen schnell auf, sodass ich meine Daunenjacke ausziehen kann. Doch nicht nur mich hat das Wetter aufbrechen lassen. Gegen Mittag erreiche ich „Johnston Canyon“ und traue meinen Augen kaum, als der Parkplatz vollkommen besetzt und an den Picknicktischen kein Platz mehr zu finden ist.

Wenig später bin ich auch schon in „Lake Louise“ und hier beginnt sie, die Traumstraße Nr. 1 der Welt. 230 km führt sie entlang des Hauptkamms der Rocky Mountains an zahlreichen Gletschern und Eisfeldern vorbei bis nach „Jasper“.

Schon die ersten Kilometer begeistern mich. Die Seen sind zwar noch zugefroren und mit ansteigender Höhe ist auch umso mehr Schnee an den Straßenrändern aufgetürmt, doch dafür habe ich in Zeiten der Vorsaison mit wenig Verkehr zu hadern.

Am „Mosquito Campground“ ist dann aber Schluss für heute. 114 km stehen auf dem Tacho und für den ersten Tag nach knapp 7 Monaten Winterpause sollte das genug sein. Der Campingplatz ist noch meterhoch mit Schnee bedeckt. Mein Zelt kann ich dort auf keinen Fall aufstellen. Das angrenzende Hostal hat seit gestern geöffnet, doch die 25 Dollar für ein Bett im Schlafsaal ohne Möglichkeit einer Dusche möchte ich mir gerne sparen. Die einzige vom Schnee befreite Fläche weit und breit ist der Parkplatz und so steht dort auch schon wenig später mein kleines grünes Zelt. 

Heute gibt es ein ganz besonderes Abendessen. Barb hat mir für meinen Tourstart Quinoa, Reis und Erbsensuppe dehydriert und so löffele ich ein schmackhaftes Mahl.

Noch lange ist es hell und ich werde mich in den kommenden Wochen erst einmal an das viele Tageslicht gewöhnen müssen. Im Hochsommer werde ich im Yukon und in Alaska dann 24 Stunden Helligkeit haben.

Nachdem ich meine Essensvorräte und Kosmetikartikel bärensicher in einem Metallcontainer verstaut habe, wickele ich mich feste in meinen Daunenschlafsack ein. Jetzt um 22 Uhr ist die Temperatur schon auf 6 °C gesunken und am Morgen soll sie bei -2°C stehen. 

Die Aufregung der vergangenen Tage, der Abschied, die körperliche Anstrengung meiner ersten Etappe, all das lässt mich schnell einschlafen. Doch gegen Mitternacht bin ich plötzlich hellwach. Ein Auto ist auf den Parkplatz vorgefahren. Die Scheinwerfer leuchten mein Zelt an und ich höre Stimmen. Mehrmals wird das Fahrzeug im Anschluss gewendet und zwei Personen unterhalten sich über mein Camping. Ich liege mucksmäuschenstill auf meiner Isomatte und hoffe nur, dass man mich hier weiterschlafen lässt. Nach einer halben Stunde voller Ungewissheit ist jedoch wieder Ruhe eingekehrt und niemand hat an mein Zelt geklopft. Ein kurzer Blick aus dem Zelt zeigt mir, dass nun ein weiteres Auto auf dem Parkplatz ist. Doch was mich wahrlich begeistert ist der Sternenhimmel über mir. So etwas habe ich noch nicht gesehen. Es müssen Millionen von Sternen sein. Zum Fotografieren bin ich allerdings zu müde und schlafe schnell wieder friedlich ein. Später bereue ich es jedoch von diesem Naturspektakel kein Foto gemacht zu haben. 

Auch der zweite Tag ist einfach herrlich. Die Sonne, der blaue Himmel, der „Crowfoot Glacier“, der zugefrorene „Bow Lake“ und hoch geht es zum „Bow Summit“ auf 2069 m Höhe. Am Straßenrand türmt sich der Schnee nun bis zu einen Meter hoch, doch den berühmten „Peyto Lake“ möchte ich trotzdem sehen. Natürlich ist auch er noch zugefroren: der See, der sich im Sommer von einer spektakulären blau-grünlichen Farbe zeigt. Heute stürzen dagegen zahlreiche Lawinen von den schneebedeckten Bergen herunter und es ist vielmehr ein akustischen als ein optisches Erlebnis

Ich genieße eine rasante Abfahrt zum „Saskatchewan River“ und bin ganz begeistert vom „Waterfowl Lake“. Keine Frage, dies ist definitiv eine der schönsten Fernstraßen, die ich je gesehen habe. Selten kann man an über 3000 m hohen Bergen so nah vorbei fahren und das Panorama hautnah erleben.

Wieder zelte ich am Abend. Alle Campingplätze sind noch geschlossen, doch hier am „Rampart Creek“ finde ich zumindest ein kleines Fleckchen, welches so gerade für mein Zelt ausreicht. Wasser gibt es natürlich auch keines und so muss ich mir Schnee auf meinem Kocher schmilzen und das so gewonnene Wasser anschließend filtern. Für drei Liter brauche ich eine ganze Stunde.

Am nächsten Morgen geht es zum „Sunwapta Pass“ (2030 m) hinauf. Einige Kurven und ein erhöhter Steigungsgradient bringen mich ordentlich ins Schwitzen, doch die Landschaft lässt mich die Anstrengung fast völlig vergessen. Kurz vor dem Gipfel überholt mich ein Wohnmobil und wenig später werde ich von dem englischen Ehepaar auf eine Limonade eingeladen. Bei diesem Wetter ist einfach jeder gut gelaunt. 

Wenig später erreiche ich das „Columbia Icefield“. Das 325 km² große Eisfeld speist mehrere Gletscher und hat dieser Traumstraße seinen Namen „Icefields Parkway“ verliehen. Von der Straße aus ist es heutzutage jedoch kaum mehr zu sehen. Um ehrlich zu sein, ist der Anblick nicht wirklich aufregend und man muss eine Tour buchen, um mit einem geländegängigen Bus auf über 3000 m Höhe zum "Columbia Icefield" zu fahren. Dann kann man sie sogar mit eigenen Füßen betreten – die größte zusammenhängende Eismasse südlich des Polarkreises.

Kaum habe ich den Pass und die Gletscher hinter mir gelassen wird es deutlich windiger. Mit jedem Höhenmeter den ich nun jedoch auf meiner Abfahrt wieder verliere wird es wärmer und auf dem Zeltplatz am „Mount Kerkeslin“ liegt auf 1230 m auch kein Schnee mehr. Das Wasser des „Athabasca River“ ist jedoch eiskalt und nachdem ich gerade einmal die Füße hineingehalten habe, reicht es mir auch schon mit der Erfrischung. Eigentlich brauche ich mich über die kalte Wassertemperatur nicht wirklich wundern. Das Wasser kommt schließlich frisch vom Gletscher. Doch ein Bad nach nun drei Tagen auf Reise wäre wunderschön gewesen…

Kurz darauf belagern mich die Mücken. Sie sind drei mal so groß wie unsere deutschen Biester daheim. So früh in der Saison hatte ich noch nicht mit ihnen gerechnet und male mir das Schlimmste für den kommenden Sommer aus

Nach Jasper ist es nun nicht mehr weit. Auf meinen letzten Kilometern genieße ich noch einmal das Bergpanorama, das mich umgibt bevor ich in den Ort hineinfahre.

Die ersten dreieinhalb Tage im Sattel liegen hinter mir. Der Hintern ist wund. Die rechte Schulter schmerzt. Doch das Reisefieber ist wieder da. Es fühlt sich herrlich an, wieder unterwegs zu sein. Draußen, in der Natur. Die Welt hat einfach so viel zu bieten.

Durch eine Freundin aus Canmore habe ich hier in Jasper den Kontakt zur Inhaberin des „Mount Robson Inn“ bekommen. Zwei Nächte darf ich kostenfrei in ihrem Motel schlafen und kann mich so auf meine Weiterreise vorbereiten. An dieser Stelle recht herzlichen Dank an Joanne und Vicky!

Ganz gemütlich radle ich an meinem freien Tag zum nahegelegenen „Annette Lake“ und „Edith Lake“. Auch einen Abstecher in den „Maligne Canyon“ lasse ich mir nicht nehmen. Es ist eine der spektakulärsten Schluchten in den kanadischen Rocky Mountains. Kalksteinwände fallen bis über 50 m in die Tiefe herab. Der Schnee ist weitgehend geschmolzen. Nur an einigen wenigen Stellen hängt er noch an den Bergwänden fest. Langsam rinnt Wasser die Schneedecke herunter und vermischt sich mit dem Fluss, der sich durch den Canyon zieht. Wenn die Sonne in den kommenden Tagen weiterhin mit voller Kraft scheint, werden auch diese letzten Zeichen des Winters bald nicht mehr zu sehen sein.

Mit frischer Energie breche ich von Jasper nach „Tête Jaune Cache“ auf. Auf dem „Yellowhead Highway“ geht es nun in Richtung „Smithers“. Von Alberta wechsle ich in den Bundesstaat British Columbia und gewinne eine Stunde Zeit durch die neue Zeitzone. 

Am „Moose Lake“ entlang führt mich mein weiterer Weg zum „Mount Robson Provincial Park“. Mount Robson ist mit 3954m der höchste Berg in den kanadischen Rocky Mountains. Heute streckt er sein schneebedecktes Haupt stolz in den Himmel. Keine Wolke verhüllt die Spitze dieses Berges und das ist nahezu ein kleines Wunder, wie ich mir im „Information Centre“ des Parks sagen lasse. Von dort führt auch ein wunderschöner Wanderweg hinauf zum „Berg Lake“. Doch für dieses Unternehmen bin ich einfach noch zu früh unterwegs. Der Weg zum „Kinney Lake“ ist dagegen beinahe frei von jeglichem Schnee und so deponiere ich mein Gepäck im Besucherzentrum und fahre mit dem Rad zum Kinney Lake. Das ein oder andere Mal muss ich dann aber doch schieben. Der Schnee liegt teilweise noch 15 cm hoch und andere Stellen sind vom Tauwasser total matschig, doch der Anblick des klaren Sees macht die Anreise lohnenswert. Ich kann mich kaum vom Ufer des Sees losreißen und finde immer neue Fotomotive, sodass ich mich auf dem Rückweg beeilen muss, denn ich würde auch gerne noch zu den „Overlander Falls“. Dieser Wasserfall am „Fraser River“ ist 9 m hoch und 30 m breit. Vor einigen Jahren wurden Kajaker gefilmt, wie sie sich hier hinunterstürzen. Heutzutage gilt er in der Wassersport-Szene nicht mehr als ganz so spektakulär.

Kurz bevor das Zentrum schließt hole ich meine Fahrradtaschen wieder ab und schwinge mich sogleich wieder in den Sattel. Die letzten 15 km nach „Tête Jaune Cache“ wollen auch noch bewältigt werden. Hier werde ich dann schon von Peggy erwartet. Eine Dusche, ein Abendessen, unzählige Fahrradreisegeschichten und ein warmes Bett. All das wartet auf mich und mal wieder bin ich begeistert von dieser Internet-Organisation „warmshowers“, die mir auf dieser Reise schon so viele tolle Bekanntschaften ermöglicht hat.

Am nächsten Mittag erreiche ich „Mc Bride“. Hier treffe ich mich mit dem Auslandskorrespondenten „Jörg Michel“ (www.joergmichel.ca/). Gut 2 STunden lang führt er ein Interview mit mir. Der entstandene Artikel ist in den Zeitungen der WAZ, NRZ sowie der Westfälischen Rundschau erschienen und online hier nachzulesen: www.swinde.de/presse.htm

Der nächste Abschnitt wird einsam. Die Berge habe ich mit dem Mount Robson hinter mir gelassen und bin nun durch von Farmen erschlossene Gebiete gefahren. Darauf folgt nun Wald und Sumpf. Es gibt nicht wirklich etwas Interessantes zu sehen und daher trete ich ordentlich in die Pedale. Ein kleiner Schwarzbär erschrickt regelrecht, als ich auf der Straße ca. 50m entfernt von ihm vorbeifahre. Geschwind rennt er in den Wald zurück und macht mich so erst auf ihn aufmerksam. Wenn er nicht vor mir weggerannt wäre, hätte ich ihn gar nicht gesehen. Es wird die längste Etappe der gesamten Reise. 155 km in gerade einmal 9 Stunden. Für mich ein Rekord und dabei bin ich doch auch erst seit ein paar Tagen wieder unterwegs. Ich finde einen Parkplatz mit Toiletten und Picknick-Tischen direkt am Fluss. Hier schlage ich mein Nachtlager auf und erkenne zu spät, dass ich das Zelt direkt unter einer Straßenlaterne platziert habe. Zum Verkehrslärm kommt nun auch noch der Schein der grellen Laterne hinzu, doch die Müdigkeit wiegt mich schnell in den Schlaf.

Auch am nächsten Tag ist die Strecke weitgehend eintönig. Immerhin entdecke ich die ersten Blumen. Ganz begeistert von den gelben Farbtupfern am Straßenrand lege ich einen Fotostopp ein und schaue mir die großen Blüten genauer an. Später erklärt mir ein Freund aus „Quesnel“, dass es sich hierbei um „skunk cabbage“ handelt. Auf Deutsch würde dies „Stinktier-Kohl“ bedeuten und Charles fragt mich nur, ob ich den penetranten Geruch denn nicht bemerkt hätte, …vielleicht war ich von den Blumen einfach so hingerissen, dass ich alles um mich herum vergessen habe. Der monatelange Winter lässt mich an jedem sprießenden Grün meine Freude haben. 

Nach den ersten Blumen treffe ich auch auf den ersten Touren-Radfahrer. „Yuta“ kommt aus Japan und ist vor einem Monat in Anchorage gestartet. Das ein oder andere Mal ist er in einen Schneesturm geraten. Die dicke Daunenjacke oben auf seinem Gepäck spricht hierzu Bände. Heute freut er sich dagegen über das warme Wetter und fährt im T-Shirt daher. 

Das erste Mal seit meiner Abfahrt in Canmore ziehen am Nachmittag Wolken auf und es beginnt zu tröpfeln. Wenige Kilometer vor meinem Eintreffen in „Prince George“ treffe ich auf den zweiten Schwarzbären. Dieses Mal rennt er nicht vor mir weg und streckt sich auch noch zu voller Größe, als ich weiterfahre.

Der Anblick des Ortes „Prince George“ kann mich keineswegs begeistern. Einige Fabriken und Sägewerke pusten ihre Rauchschwaden in den Himmel. Mein erster Weg führt dagegen in Kanadas Fast-Food-Café Nummer Eins: „Tim Hortens“. Hier gibt es kostenloses WiFi und wenig später habe ich auch schon eine Unterkunft organisiert. Theo und Caroline nehmen mich für eine Nacht bei sich auf. Wenig später gibt es Abendessen und die Beiden versichern mir, dass ich einen guten Tag ausgewählt habe. Es gibt Quiche, Shrimps und Farn-Gemüse! 

Gegen Mittag werde ich am nächsten Tag von Charles abgeholt. Ihn und seine Frau Angela habe ich an meinem Geburtstag in Canmore kennen gelernt. 1 ½ Stunden fahren wir nach „Quesnel“ und die Autofahrt vergeht mit unseren Gesprächen wie im Flug. Die Apfelbäume stehen in voller Blüte, die Tulpen erheben sich in den Gärten. Hier scheint der Sommer schon zwei Wochen voraus zu sein. Gemütlich lassen wir uns dann auch im Garten zu Kaffee, Gebäck und Früchten nieder. Eine Szene wie aus dem Bilderbuch. Schöner kann ich es mir in diesem Augenblick nirgendwo vorstellen.

Deutsche Freunde von Angela und Charles haben uns zum Grillen eingeladen und so sitzen wir wenig später um ein großes Lagerfeuer herum und können uns auch auf Deutsch unterhalten. Irmgard und Sepp haben ein wahres Festmahl für uns vorbereitet und während wir alle noch an einem Glas „Most“ (Apfelwein) zippen, liegen dicke Rindersteaks und Würstchen auf dem Grillrost über dem Feuer. Dazu gibt es hausgemachten Kartoffelsalat und selbstgebackene Brötchen. Es schmeckt alles hervorragend! Ein gelungener Ruhetag.

Früh geht es am anderen Morgen wieder ins Auto. Charles bringt mich zurück nach Prince George und zu meinem Fahrrad. Schnell packe ich meine Sachen, schlüpfe in die Radlerkleidung, fülle meine Wasserflaschen auf und mache mich auf den Weg. 15 km bahne ich mir meinen Weg durch die Stadt. Es ist die letzte größere Stadt, die ich auf meinem Weg in den Norden passieren werde. Vielleicht die letzte, für die ich einen Stadtplan brauche, um aus ihr hinaus zu finden.

Hügelig geht es nun weiter. Doch die Steigungen sind angenehm. Über 8 % gehen sie eigentlich nie heraus und so kann man sie sehr gut langsam bewältigen.

Das Wetter verschont mich. Regen ist eigentlich angesagt, doch bis auf ein paar Tropfen bekomme ich nichts davon ab. In der Ferne sehe ich, wie sich Schauer aus dunklen Wolken ergiessen, was mich noch einmal zu einem Endspurt nach „Vanderhoof“ motivieret. Auf dem Campingplatz bin ich mal wieder für mich allein und nur der Zug stört mich, der einmal stündlich ganz in der Nähe vorbeidonnert. Wie verrückt beginnt er dann mindestens vier Mal im Voraus zu hupen und weckt mich dadurch ein jedes Mal auf. Der CPR (Canadian Pacific Railway) durchquert ganz Kanada. Die transkontinentale Verbindung verläuft von Montréal im Osten nach Vancouver im Westen und die meistfrequentierte Strecke ist dabei die Hauptlinie zwischen Calgary und Vancouver. Von Canmore folgte meine Route immer den Bahngleisen entlang. Lediglich auf dem Icefields Parkway bin ich dem Güterverkehr-Zug entkommen. Hunderte von Containern reihen sich aneinander. Transportiert wird hauptsächlich Kohle, Weizen, aber auch Autoteile und Chemikalien sowie Holz. 

Es erwartet mich wieder eine längere Etappe und so mache ich mich früh auf den Weg. Trotzdem will ich noch kurz in der Bäckerei vorbeischauen. Die Tür steht offen, das Schild zeigt jedoch eine Öffnungszeit in erst 1 ½ Stunden an. Der Bäcker freut sich, dass ich zu so früher Stunde bei ihm vorbeischaue und schenkt mir gleich eine Tasse heißen Kaffee ein. Dazu reicht er mir zwei Windbeutel vom Vortag. Die Brötchen sind gerade erst im Ofen und auch sonst ist noch Nichts fertig zum Verkauf und warten möchte ich nicht. 

Ich kämpfe mich gegen starken Gegenwind voran. Passiere „Fort Fraser“ und „Lake Fraser“. Immerhin ist es nun wieder etwas mehr besiedelt als die Strecke von „Tête Jaune Cache“ nach „Prince George“ und zwischen all den Tannen sind auch Laubbäume und Seen zu sehen. Am „Burns Lake“ gibt es einen kostenfreien Campingplatz am See, den ich nach 9 Stunden Fahrt erreiche und mir wenig später leider mit einigen Jugendlichen, die hierher zum Alkohol- und Drogenkonsum gekommen sind, teilen muss. Aber es ist ja nur für eine Nacht und außerdem bin ich ziemlich müde.  

„Houston“ ist mein nächster Stopp. Den Ort mit der längsten Angel der Welt erreiche ich schon gegen 14 Uhr und lasse meinen Tag in Ruhe ausklingen. Die letzten Tage waren lang gewesen und beeilen muss ich mich eigentlich nicht. Warum also nicht einen halben Tag Pause einlegen und ausruhen?!

„Smithers“ erreiche ich gegen Mittag am anderen Tag. Die Stadt befindet sich im Tal des Bulkley Rivers und ist auf Alpenimage getrimmt. Auf der Hauptstraße findet man eine Statue mit einem Alpenhorn und sogar eine deutsche Bäckerei gibt es. Nach langer Zeit kann ich einmal wieder in eine leckere Brezel beißen. 

Hier in Smithers mache ich zwei Tage Pause. Barb aus Canmore hat mir die Adresse ihrer Freundin „Catherine“ gegeben und so bin ich bestens untergebracht. Gleich am nächsten Tag mache ich mich mit ihr auf zum Wandern in die „Bluff Area“. Es ist Freitag und dann ziehen jede Woche die „Friday-girls“ in die angrenzenden Wälder los. Zu fünft haben wir großen Spaß und bewundern das sprießende Grün. Gegen Mittag finden wir einen wunderschönen Aussichtsplatz, der zu einem „lunch“ (Picknick) einlädt. 

Viel zu schnell vergeht die Zeit. Catherine zeigt mir einige Fotos ihrer Wanderreise durch Nepal. Wir besuchen ihre Freundin „Nelsy“ in der Umgebung und den „Farmers Market“.

Herrlich duftendes Brot befindet sich nun in meinen Packtaschen und es kann in Richtung Norden zum „Steward Cassiar Highway“ weitergehen.
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Comments

Peter on

Hallo

Bin vor ein paar Wochen durch einen Artikel in der Westfalenpost auf Deine Reise aufmerksam geworden. Seitdem lese ich hin und wieder in Deinen Reiseberichten und bin begeister von Deinen Beschreibungen über Deine Erlebnisse. Ich finde es toll und sehr mutig was Du machst und wünsche Dir noch viel Spaß und schreib weiter.

Viele Grüße

Peter

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