Hati-hati !

Trip Start Jan 28, 2008
1
8
9
Trip End Apr 20, 2008


Loading Map
Map your own trip!
Map Options
Show trip route
Hide lines
shadow

Flag of Indonesia  ,
Wednesday, April 2, 2008

 Selamat pagi , teman saya. Apa kabar? (Guten Morgen, liebe Freunde, wie gehts euch?)

Wenn es nicht so ein schreckliches Klischee waere, haette ich diesen Beitrag "Im Paradies" genannt. 
Auch bei meinem nun schon 4. Aufenthalt auf der "Insel der Goetter", dem "Morgen der Welt", dem "Paradies auf Erden" usw. habe ich jeden Tag das Gefuehl, mich hier in Ubud, im Herzen Balis, tatsaechlich auf dem schoensten Fleckchen Erde zu befinden, das ich auf der Welt kenne.
Das Wort "einzigartig" muss fur dieses indonesische Inselchen erfunden worden sein. Bali ist mit keinem anderen Ort auch nur annaehernd zu vergleichen. Seine Kultur und Religion (eine ganz eigene Mischung aus Hinduismus, Buddhismus und Anismus) unterscheiden sich drastisch vom ueberwiegend muslimischen Rest Indonesiens und zeigen eine Wiederstandsfaehigkeit gegenueber auesseren Einfluessen, die mich immer wieder verbluefft.
Balinesen sind in gleichem Masse Meister des Tourismus und hartnaeckige Bewahrer ihrer Kultur und ihres Glaubens.
Kein Haus, kein Hotel, kein Spa, kein Internet-Cafe, das nicht mehrmals taeglich mit Opfergaben geschmueckt wird, ohne jede Ausnahme. Balinesinnen sollen 1/3 ihres Lebens mit der Fertigung dieser kleinen Kunstwerke verbringen. Kein Tag ohne aufwaendige Prozessionen praechtig herausgeputzter, grazil einherschreitender Maenner und Frauen mit turmhohen Opfergaben auf ihren Koepfen. Kein Abend in Ubud ohne traditionelle Taenze, Schattenspiele und Gamelan-Musik.
Wenn Bali sein Neujahr, Nyepi, feiert und jedermann sich zuhause verkriecht, um die ebenso boesen wie unterbelichteten Geister glauben zu machen, ihr Eiland sei unbewohnt, dann darf auch kein Tourist seinen Fuss vor die Tuer setzten und der internationale Flughafen bleibt fuer 24 Stunden geschlossen (uebrigens der einzige weltweit, der dieses Privileg geniesst). Schon allein dafuer liebe ich diese Insel.
Bei aller Religiositaet sind die Balinesen humorvolle, ausgeglichene, charmante Zeitgenossen, denen ich nicht mal dann boese sein kann, wenn sie mich mit ihren Kamikaze-Mopeds fast ueber den Haufen fahren, um mir dann ihr schoenstes entschuldigendes Strahlen zu schenken.
Ausserdem haben sie sich einen fantastischen Trick fuer all die naiven Touris ausgedacht, die Bali einfach nur fuer eine nette,billige tropische Bade-oder Surfinsel halten. Diese werden in ein Hotelghetto auf einer vertrockneten, abgelegenen Halbinsel im Sueden mit mittelmaessigenStraenden gepfercht, wo sie einen 0815-Urlaub verbringen, viel Geld da lassen und sich wundern, was das ganze Gerede vom Paradies soll, weil ihnen die einstuendige Fahrt nach Ubud zu weit ist.
Muss ich noch erwaehnen, dass Balis Landschaften (ausserhalb dieses vergleichsweise kleinen Ghettos) so schoen wie seine Menschen sind? Ueber den weltberuehmten, an Aesthetik nicht zu uebertreffenden Reisterrassen thronen gewaltige, teils aktive Vulkane, deren Haenge von tiefen Schluchten durchfurcht sind und ueber die abenteuerliche Pass-Straesschen fuehren. Im Sueden begrenzen dramatische Steilklippen Balis Kueste, der Westen der Insel ist von undurchdringlichem Dschungel bedeckt.
In meinen 5 Wochen hier habe ich mir vorgenommen, Bali in mich aiufzusaugen wie ein Schwamm. Jeden zweiten Tag schwinge ich mich auf mein Moped und versuche jeden Winkel meiner geliebtenInsel zu erforschen. Die andern Tage gehe ich zum Yoga-Unterricht und nehme Indonesisch-Stunden bei der entzueckenden Nyoman. Die Sprache ist herrlich einfach und absolut niedlich. Oft gehe ich jala-jalan (spazieren) zum toko buku (Buchladen), aber immer hati-hati (vorsichtig) wegen der vielen Schlagloecher oder esse mit meiner neuen Freundin Courtney aus San Francisco( Zufall oder kein Zufall?) im rumah makan (Restaurant) bebek enak (leckere Ente, balinesische Spezialitaet).
Jeder Tag ist ein Fest, und Ubud ist ein riesiges Festmahl, bei dem man nie weiss, wo man vor lauter Koestlichkeiten zuerst zuschlagen soll.
Entschuldigt, dass dieser Beitrag wie eine Werbebroschuere des indonesishen Fremdenverkehrsamts klingt. Diejenigen von euch, die Bali kennen, werden mich verstehen. Den anderen werde ich mit meinen Schwaermereien solange auf die Nerven fallen, bis sie entweder selbst losfahren oder die Ohren zuklappen.
In diesem Sinne: Hati-Hati, passt auf euch auf und lasst von euch hoeren.
Slideshow Report as Spam

Comments

schwaben1
schwaben1 on

augen zu und durch???
hi welti,

libe grüße aus dem schönen (???) schwabenland.
wenn ich dich so lese kann ich das ohne fragezeichen kaum schreiben, und - glau mir - am liebsten würde ich mich in nen flieger setzen und los.
raus aus dem (schonwiederimmernochwarumnur) nasskalten aprilwetter und rein in 'dein' paradies.
wenn da nur die schule nicht wäre, auf die ich bei deinen schilderungen soooo gerne verzichten könnte.

hab weiter viel spaß in deinem traum,

liebe grüße

Georg

Add Comment

Use this image in your site

Copy and paste this html: