Tag 7: Über Xantos, Patara und Fethiye zurück

Trip Start Apr 07, 2009
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Trip End Apr 14, 2009


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Flag of Turkey  , Turkish Aegean Coast,
Monday, April 13, 2009

Xantos mit interessanten Hochgräbern in der Ruinenstadt und das nur über eine Schotterstrasse zu erreichende Pinara im bergigen Hinterland, mit hunderten von Felsengräbern und einem von Ziegen durchwanderten kleinen Amphitheater bilden einen würdigen Abschluss für unseren Ausflug in die Antike.
 
Die Strasse durch die Berge zum Postkartenstrand von Olüdeniz bleibt unauffindbar. Als wir über das eher unattraktive Fethiye schließlich per Hauptstrasse unser Ziel erreichen, ist die Sonne hinter dichten Wolken verschwunden. So bietet die kiesige Halbinsel  nicht den erhofften Höhepunkt zum Abschluss.
 
Nur gut zwei Stunden dauert die dynamische Fahrt über die Bergpässe und die kargen aber schönen Hochebenen,  zurück nach Antalya, wo ein abschließender Besuch in einem Hammam und dann der Nachtflug zurück in ein frühlingserwecktes Berlin auf uns warten.
 
1400 Kilometer sind wir in zwei Wochen abgefahren. Vollgesogen von schönen Eindrücken kehren wir zurück.
 
Die Landschaft hier ist gewaltig und lieblich. Gleich hinter dem Meer und den Küstenebenen steigt das Taurusgebirge auf und man sieht die weiß verschneiten Dreitausender von fast jedem Strand. Alles ist größer als erwartet. Die Küstenstrassen sind breit wie Autobahnen und werden entsprechend befahren. Antalya hat schon mehr als eine Million Einwohner und richtiges Grosstadtflair, rings um die kleinteilige Altstadt.

Geschichte wertet nicht, aber irgendwie galt meine Sympathie auf der Reise mehr den antken Kulturen die einen Kanon des Ästhetischen geschaffen haben, der bis heute unübertroffen und daher gültig ist. So leidet man denn immer noch ein bisschen mit, wenn die griechisch-römischen Städte schließlich aufgegeben werden, wegen der Piraten, im Arabersturm des 7. Jahrhunderts oder mit der Türkeneroberung im 15.  Jahrhundert und wenn die letzten Griechen zur Umsiedlung gezwungen werden, Anfang des 20. Jahrhunderts. Bin ich ein Römer, Grieche oder Christ? Nein, aber Hochkulturen sollten einfach nicht untergehen und Eroberer sollten lieber zu Hause bleiben oder mit Wandel durch Annäherung punkten!
 
Die Reize der modernen Türkei dagegen können mit denen der Landschaft und der antiken Stätten bei weitem nicht mithalten. Die Küste ist zwischen Antalya und Alanya an vielen Stellen fast schon so zugebaut wie in Spanien, mit endlosen Reihen von überdimensionierten eher ungepflegten Apartmentblocks und riesigen  Hotelanlagen für die sonnenhungrigen Massen. Die wuchernden Vorstädte für die Touristenmassen sind dabei meist ohne Flair, grünlos und staubig, irgendwo hingebaut, und ziemlich austauschbar. Charmante Gestalten und schöne Menschen bleiben selten, bei den Einheimischen wie bei den Touristen die uns über den Weg liefen. Die Gastlichkeit beschränkt sich meist auf die professionelle Freundlichkeit des Verkäufers. Könnte es auch anders sein, bei vielen Millionen Billigurlaubern in jeden Jahr?  Sicher kann man auch hier nette Begenungen erleben. Vor lauter Antike haben wir auch wenig danach gesucht.
 
Das Essen ist meist mediterran simpel. Die Preise liegen um einiges unter dem, was man aus Deutschland kennt.  Interessant sind die eingelegten Gemüse, die vielen Varianten von Olivengerichte und scharf gewürzten Salate, gut gebratenes Fleisch, leckeres Lamm. Leider gibt es kaum noch frischen Fisch an den leer gefangenen Küsten und so ist er überteuert.
 
Die überall auch für Nicht-Muslime zugänglichen Moscheen sind große hohe Säle mit einer Gebetsnische und Teppichen, meist ohne besonderes kulturgeschichtliches Interesse.  Da ist am aus den christlichen oder buddhistischen Ländern doch anderen Augenschmaus gewohnt. Einheimische Musik beschränkt sich auf das laute Gewummere des bekannten Türkpops - und der ist für ich keine Reise wert. Die winzigen Hammams mit ihren betont rauen Massagen sind mal ein nettes Erlebnis, aber bleiben ein Witz, verglichen mit dem Raffinement der Anwendungen in modernen Wellness Anlagen.
 
Aber macht man sich selbständig,  erkundet die Landschaft und die antiken Stätten so findet man den Nikolaus und den Osterhasen. Je weiter man sich dabei von der zentralen Küste zwischen Antalja und Alanja mit den Steinsilos des Pauschaltourismus entfernt, desto zauberhafter wird die Sache.
 
 
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