Tag 1: Aspendos und Alanya

Trip Start Apr 07, 2009
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Trip End Apr 14, 2009


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Flag of Turkey  , Antalya,
Tuesday, April 7, 2009

In 2500 Jahren Kultur- und Herrschaftsgeschichte kann einiges geschehen. Und so kann man als Kulturfreund an der Türkischen Riviera jeden Tag über die überwachsenen Trümmer einer anderen antiken Kleinstadt klettern, staunt über frisch ausgegrabene Statuen römischer Kaiser und griechischer Götter, wundert sich über riesige Amphitheater und Thermen, vergleichsweise winzige byzantinische Kirchen, stattliche Kreuzritterburgen, seldschukische Festungen und moderne Türkische Badeorte mit viel Beton, Lage um Lage hastig hochgezogener Hotel- und Apartmentblocks, die zu Ostern noch winterlich verlassen oder  im Vorsaisondämmer auf die Touristenströme warten, trotz ordentlichen Frühsommerwetters mit 23 Grad und funkelndem Meer.
 
Gut 200 Euro kostet ein im Internet gebuchter Mietwagen für eine Woche, hinzu kommen ca. 150 Euro für das Benzin bei unserer Tour, aber die Investition ist unerlässlich, will man die vielen Sehenswürdigkeiten nicht als Teil einer Busladung erleben, hingekarrt und eingebunden. Die Übergabe des Autos am Flughafen klappt problemlos und schon befinden wir uns auf der breiten, zur Osterzeit wenig befahrenen vier- bis sechsspurigen Küstenstrasse. Auf den 120 km in der Küstenebene zwischen  Antalya und Alanya hält sich kaum einer an die offizielle Geschwindigkeitsbegrenzung von 90 kmh. Die durchweg sehr guten Straßenverhältnisse und der dynamische, nicht an den durchgezogenen Mittelstreifen orientierte Fahrstil der Einheimischen, laden zur Anpassung ein. Wir fließen mit und kommen überall flott und sicher voran.
 
Aspendos ist nach 40 km unser erster Halt auf der Fahrt nach Alanya. Das besterhaltene Amphitheater der Antike steht wie ein riesiger Legostein am Fuß des überwachsenen Burghügels. Der römische  Bühnenbau ist weitestgehend erhalten, auch wenn die Schmuckfassade zum Zuschauerraum nur noch zu erahnen ist. Im Sommer kann man Im schönen Halbrund die gute Akustik bei Konzerten genießen. Von den Ruinen auf der  nahen Akropolis bietet sich ein weiter Blick über die Reste eines Stadions, und eine harmonische Landschaft aus Feldern und Dörfern vor einer Hügelkette, die von den beeindruckenden Resten eines römischen Aquädukts durchschnitten werden, samt Turmstationen für den Wasserdruck, die alleine noch hier erhalten sind.
 
"Allahu Acbar", so schallt zum Nachmittagsgebet der Ruf der Muezzine von nahen und fernen Dorfminaretten über das Land. Wir werden es immer wieder hören, weitgehend noch live gesungen, fünf Mal am Tag, anders als in den arabischen Ländern wo meist das Tonband bemüht wird. Kein Mensch außer uns genießt den Blick über die idyllische Szenerie, nur am Aquädukt hält kurz ein Reisebus und spuckt eine Busladung bunter Ameisen aus, nur um sie gleich wieder einzufangen.
 
Auf der Weiterfahrt nach Alanya kommt man vorbei an immer mehr Neubaukomplexen mit überdimensionierten 'Developments' auf staubigen Feldern, viele davon noch im Bau. Wie mag es hier im Sommer zugehen, wenn all diese Kapazitäten genutzt werden, in sengender Hitze?
 
In Alanya finden wir mit einiger Mühe und der Hilfe eines freundlichen Hoteliers mit Internetanschluss unser Pauschalhotel in einem hässlichen Neubauvorort südlich der Innenstadt. Alles ordentlich, aber irgendwie billig und ein wenighässlich hier. Für drei Nächte wird es gehen.
 
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